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Schröder trifft Archiv

109 Episoden
56 Minuten
Was sie selbst anbetrifft, ist Aylin Gülyüz sehr zurückhaltend. Ihre Gabe blende sie im Alltag möglichst aus, erzählt die 39 Jahre alte Frankfurterin im Podcast „Schröder trifft“. Hellseherei sei eine Gabe, angeboren und nicht erlernbar. Auch trainieren muss Aylin nicht mehr. Sie lebt mittlerweile von der Wahrsagerei, für die sie Karten legt und Kaffeesatz liegt. Letzterer muss aus türkischem Mokka gebraut sein und wird aus der umgestürzten Tasse gedeutet. Darin habe sie kürzlich einer erstaunten Kundin eine Schwangerschaft geweissagt. Am nächsten Tag sei die Bestätigung gekommen: „13. Woche, Gott sei Dank ein Wunschkind“. Die Tradition, aus den Resten von Kaffeepulver die Zukunft zu deuten, hat die Familie aus Istanbul mitgebracht, wo seit Großeltern-Zeiten ihre Wurzeln liegen. Auf Aylins Portal „Astro-Maylin“ beraten bis zu 50 Helfer per Telefon in Fragen der Lebensplanung, Partnerschaft oder finanziellen Angelegenheiten – ohne Garantie. Bezahlt wird mit Kreditkarte oder über die Telefongebühren. Von allgemeinen Vorhersagen hat sich die energische gelernte Reisekauffrau verabschiedet. Sie wolle Leute weder ins Unglück stürzen noch durch Prophetie Ereignisse womöglich vorbestimmen. Eines rät sie aber allen Menschen im Jahr nach Corona: Kommt mehr zu Euch, besinnt Euch und konzentriert Euch auf Eure eigenen Angelegenheiten.
1 Stunde 4 Minuten
Wie viele Blasen schwimmen eigentlich in einem Sektglas, warum lässt man beim Kochen Moleküle tanzen und wieso kann ein Wein aus einer Flasche Glasverschluss trotzdem nach Kork schmecken? Der Chemiker Leo Gros weiß, wie er naturwissenschaftliche Analphabeten mit seinen spannenden Erzählungen über Alltagsphänomene um den Finger wickeln kann. Dass der gebürtige Rheingauer ein begnadeter Weinkenner und -kommentator ist, erleichtert ihm diese Aufgabe. Im Podcast „Schröder trifft“ schwärmt der Professor der Hochschule Fresenius von der Genialität des Namensgebers und vergleicht dessen Bedeutung im 19. Jahrhundert mit der von Bill Gates in unseren Tagen. Warum Leo Gros genau der richtige Gesprächspartner für en Silvesterabend ist, erfährt man gegen Ende, wenn er sich über Schwarzpulver und Farbfontänen auslässt.
1 Stunde 1 Minute
Er heißt Kirchenpräsident und nicht Bischof, weil es in der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau weniger Hierarchien und viel Anreize zum Mitmachen geben sollte. So hatte es einst der erste „Chef“ der EKHN nach dem Krieg, Martin Niemöller, gewollt. Volker Jung ist ein Teamplayer. Ob auf dem Fußballplatz damals im heimischen Schlitz/Vogelsberg oder hinter der Theke in der Gastwirtschaft seiner Eltern, wo er früh aushalf. Diese Eigenschaft, so verrät er im Podcast „Schröder trifft“ Nr. 47, kann er besonders jetzt gut gebrauchen. Denn der Zusammenhalt in Corona-Zeiten und das ehrgeizige Spar- und Strukturkonzept erfordern viel Mannschaftsspiel. Dass er wegen Meckerns eine Rote Karte bekommt, dass passierte dem ausgeglichenen humorvollen Kirchenoberen mit Sitz in Darmstadt nur wenige Male auf dem Fußballplatz. Sport und Kirche haben viel gemein, sagt er. Neben den Leibesübungen gehören auch die Medienpolitik zu den Aufgaben, die der 60Jährige im Auftrag des Rates der Evangelischen Kirche wahrnimmt. Weihnachten übrigens wird in der Familie gefeiert. In diesem Jahr eher im kleinen Kreis.
34 Minuten
Wenn ein Produkt länger als 100 Jahre hält, ist das gut für den Käufer, aber schlecht für den Hersteller. Annette Krämer, in der vierten Generation Gäulschesmacher im Odenwald, und ihr Mann Harald Boss, seit fast einem Vierteljahrhundert eingeheirateter Partner, haben solch ein schwieriges Erbe angetreten. Ihre Schaukelpferde sehen aus wie zu Zeiten des Urgroßvaters, als noch 23 Betriebe im Odenwald von der Produktion des Holzspielzeugs lebten. Sie stehen heute zur Deko in Japan, Australien und Schweden. Erst das Blechspielzeug, dann Plastik, heute Elektronik verderben das Geschäft. In ihrer Werkstatt in Reichelsheim-Beerfurth stellen die beiden in diesem Jahr gerade mal knapp 100 Pferdchen her, es waren mal mehr als doppelt so viele. Bei den Beiden sind Begriffe wie Nachhaltigkeit und Qualität gelebt. Das Holz kommt aus dem Wald um die Ecke, die Abfälle wandern in die Heizung, Energie rieselt vom Dach. Urlaub – gibt es nicht. Ihre Freizeit verbringen Annette und Harald mit ihrem Garten und ihren Tieren: Schafen, Katzen, Hunde, Enten und Pferde.
37 Minuten
Er ist der Dritte und er wird der Letzte sein. Roland Jahn ist nicht traurig darüber, dass sein Amt als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen der DDR endet. Schließlich werden die Unterlagen ab Sommer 2021 dem Bundesarchiv in Koblenz unterstellt. Neu soll das Amt eines Opferbeauftragten geschaffen werden. „Endlich kümmert man sich um die Opfer und nicht um die Unterlagen.“, sagt der Mann aus Jena dazu. Im Podcast „Schröder trifft“, der dieses Mal per Videokonferenz und mit den Mitgliedern des Presseclub Wiesbaden ausgestrahlt wurde, schildert Jahn, wie man junge Menschen 30 Jahre nach der Deutschen Einheit für das Thema interessieren kann uns soll. Er setzt sich auch mit der Kritik am Einheitsvertrag auseinander und meint: „Bei der Erfolgsgeschichte können wir lächelnd über gemachte Fehler sprechen. Und bei der nächsten Einheit machen wir es besser.“
1 Stunde 11 Minuten
Was hat die Mücke mit der Schokolade zu tun? Wie kommt eine Expertin für Artenvielfalt (Biodiversität) dazu, Kakaobohnen nach Deutschland zu importieren? Und was hat sie zehn Jahre lang in Afrika gemacht? Die Frankfurterin Frauke Fischer, promovierte Biologin mit Lehrauftrag an der Uni Würzburg, hat viele und kluge Geschichten zu erzählen. Gottseidank hat sie sich entschieden, einen Teil davon in einem brillanten populärwissenschaftlichen Buch zu veröffentlichen. Mit ihrer Kollegin Hilke Oberhansberg schrieb sie „Was hat die Mücke je für uns getan?“ Seit 2003 berät sie mit der Agentur AUF von Frankfurt aus Unternehmen, die etwas für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt tun wollen. Seit wenigen Jahren vertreibt sie gemeinsam mit dem Kollegen Arno Wielgoss Schokolade peruanischer Bauern – natürlich bio-zertifiziert und von bester Qualität.
58 Minuten
Handys gehören in ihren Konferenzen nicht auf den Tisch – am besten bleiben sie ganz draußen. Irgendwo muss man mal anfangen, der scheinbaren Allmacht der Digitalisierung entgegenzusteuern. Dr. Marie-Luise Wolff ist Chefin eines großen mittelständischen Energieunternehmens, der Entega AG in Darmstadt, und Präsidentin des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft. Zusätzlich hat sie sich in den vergangenen vier Jahren intensiv mit dem beschäftigt, was die Digitalisierung aus der Gesellschaft, aus der Wirtschaft und aus uns macht. Daraus ist das Buch „Die Anbetung, über eine Superideologie namens Digitalisierung“ geworden. Weder das Mutterland der digitalen Monopolkonzerne, die USA, noch die Segnungen der Automatisierung lehnt Wolff grundsätzlich ab. So erzählt sie im Podcast „Schröder trifft“, wie sie ihre langen Studienaufenthalte in den USA geprägt haben und was sie an den „Amis“ bewundert. Aber die Digitalisierung komme nicht wie das Wetter über uns, sie sei von Menschen gemacht und müsse von ihnen auch wieder mit Regeln und Gesetzen eingefangen werden.
60 Minuten
Ungewöhnlich für ein Gespräch mit einem Ex-Politiker ist der Satz: „Da müssen Sie die Politik fragen.“ Seit Oktober 2019 ist Thorsten Schäfer-Gümbel, vorher Oppositionsführer in Hessen und kurzzeitig sogar mit zwei Kolleginnen Bundesvorsitzender der SPD, Polit-Pensionär. Aber nicht untätig. Als Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied führt er die 22.000 Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mit Sitzen in Eschborn und Bonn. Für öffentliche politische Äußerungen hat er sich ein Schweigegelübde auferlegt, Ratschläge gibt es nur nach Aufforderung. Seine legendäre Kaffeesucht ist dem Konsum von gesundem Tee gewichen, der Twitter-Account ist stillgelegt, und die Wochenenden werden meist mit der Familie verbracht. Auch eine Umstellung, wie TSG zugibt. Der Ur-Hesse ist in Bayern geboren und noch immer Bayern München-Fan. Seit einiger Zeit neigt sich seine Sympathie eher zu den Basketballern der Frankfurt-Skyliners. Sportlich schwingt sich der 50-Jährige aufs Rad und hat mit seiner Frau im Sommer die Alpen zu Fuß überquert. Übrigens: Nach Lkw-Fahrer (wie sein Vater) war der zweite Berufswunsch schon früh Entwicklungshelfer.
1 Stunde 14 Minuten
Diese Frau kennen fast alle nur als Islamwissenschaftlerin. Tatsächlich hat alles mit Karl Mays Orientheld Kara Ben Nemsi und seinem lustigen Begleiter Hadschi Halef Omar begonnen. Im beschaulichen Nienburg an der Weser musste man seine Abenteuer eben noch lesend bestehen. Fernweh habe der Großvater geweckt, der als Seemann bis Schanghai gereist sei und viel Seemannsgarn gesponnen habe, erzählt die in Wiesbaden lebende Ethnologin im Podcast „Schröder trifft“ Nr. 41. Als überzeugte Linke kam für sie vor dem Studium aber erst mal eine Bewährungsprobe als Arbeiterin in der Chemieindustrie. Dort habe sie sich, gekleidet im Hippie-Look, erst beim Skatspiel Respekt verschaffen können. Mit Partner und drei Kindern lebte Schröter zeitweise in Melanesien, um für ihre Feldforschung unmittelbare Eindrücke einzufangen. Ähnliches hat sie vor einigen Jahren in Wiesbaden unternommen, um das Leben in den muslimischen Gemeinden besser kennenzulernen. „Ich wollte wissen, inwiefern der Islam zu Deutschland gehört“, erzählt die Ethnologie-Professorin der Goethe-Universität.
58 Minuten
Menschen haben Ärzte, um deren Krankheiten zu diagnostizieren und zu heilen; der Patient Erde hat Wissenschaftler wie Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger. Der Biologe, Geologe und Paläontologe leitet als Generaldirektor die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, deren 800 Mitarbeiter zugleich das gleichnamige Museum betreiben wie auch wegweisend zu Klimawandel und Artenvielfalt forschen. Im Podcast „Schröder trifft“ warnt Mosbrugger der im Januar aus dem Amt scheidet, vor dem Raubbau an der Natur, der schon jetzt Schäden verursache, deren Folgen noch in Millionen von Jahren sichtbar seien. Der Mensch selbst werde stark spüren, welche Folgen seine Eingriffe in Ökosysteme hätten, wenn bis zum Ende des Jahrhunderts mindestens 200 Millionen, schlimmstenfalls 600 Millionen Menschen aus Küstenregionen umgesiedelt werden müssten. Aber der 67 Jahre alte Konstanzer setzt auf das Vermögen der Menschen, mit Hilfe von Geo-Engineering und eines öko-sozialen Wirtschaftssystems noch selbst das Schlimmste zu verhüten.
1 Stunde 2 Minuten
Ein Mann des Geheimdienstes sorgt für Transparenz. Wie geht das zusammen? Gerhard Schindler war anders als sein legendärer Vorgänger und BND-Gründer Reinhard Gehlen nie ein Anhänger von Schlapphut, Sonnenbrille und Trenchcoat. In seiner Zeit als BND-Chef startete er eine Charme-Offensive. Allerdings musste er bis zu seinem vorzeitigen Amtsende auch die schwere NSA-Krise überstehen. Aber sein Buch „Wer hat Angst vor dem BND?“ behandelt nicht nur die Geschichte. Schindler, der FDP-Mitglied ist und dennoch einen guten Draht zu Regierungskritikern wie Hans-Georg Maaßen und Dieter Romann hält, macht weitreichende Vorschläge zu einer Reform der Sicherheitsarchitektur in Deutschland. Darüber berichtet er im Podcast „Schröder trifft“.
1 Stunde 12 Minuten
Roland Koch feiert in diesen Tagen ein kleines Jubiläum. Seit zehn Jahren ist der ehemalige Ministerpräsident von Hessen nicht mehr in der Politik aktiv. Wie geht es ihm als Polit-Pensionär, hat er Entzugserscheinungen, was beschäftigt ihn stattdessen? Das alles erzählt der 62 Jahre alte Ehrenvorsitzende der CDU-Hessen, Rechtsanwalt und Hochschuldozent im Podcast „Schröder trifft“. Karl May hat er übrigens rauf und runter gelesen, aber als die Kinderstunde wegen einer Bundestagssitzung unterbrochen wurde, hat er nicht wie viele andere Kinder weggeschaltet. Gebeten oder nicht, Roland Koch gibt seiner Partei, der er seit 48 Jahren angehört, Ratschläge. Er tritt öffentlich für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten ein; außerdem glaubt er, dass es eine schwarz-grüne Koalition nach der nächsten Bundestagswahl 2021 in Berlin geben wird.
1 Stunde 11 Minuten
Sein unternehmerischer Aufstieg begann 1968 mit einem Abend im berühmten Drehrestaurant im Henninger Turm. Damals entschied sich, dass aus dem gelernten Speditionskaufmann ein erfolgreicher Eigentümer eines deutsch-japanisch-amerikanischen Maschinenbauunternehmens mit Weltruf wurde. Nie hat Reinhard Ernst aber die menschlichen Werte vergessen, die ihm seine Großmutter in dem kleinen Dorf bei Weilburg mitgegeben hat, wo er in durchaus überschaubaren Verhältnissen viele Jahre seiner Kindheit verbracht. Seine „Reinhard und Sonja Ernst-Stiftung“ schenkte Eppstein eine Musikschule, der von der Atomkatastrophe heimgesuchten Region Fukushima ein Baus der Begegnung und Wiesbaden ein Museum für Kunst der abstrakten Moderne. Was es damit auf sich hat, wie gut der Bau vorankommt und wie stolz er schon jetzt auf die Kinderprojekte seines Hauses ist, erzählt Ernst im Podcast „Schröder trifft“.
1 Stunde 6 Minuten
Er trägt die Tracht der Mönche aus dem 16. Jahrhundert, aber seine Medienarbeit ist ganz und gar die des 21. Jahrhunderts. Wer Bruder Paulus nicht kennt, ist auch nicht sonderlich interessiert an Podcasts, Newslettern, SMS, TV-Talkshows oder Radiosendungen. Denn überall da wirbt der Kapuzinermönch aus Kloster Liebfrauen mitten in Frankfurt für seine Botschaft. Worin die besteht, vor allem nämlich aus Liebe für den Nächsten, das erzählt er im Podcast „Schröder trifft“, Episode 36. Vor allem die Obdachlosen gehören zu den Menschen, für die sich Bruder Paulus interessiert. Bis zu 200 Menschen ohne ein Zuhause kommen täglich zum Frühstück in den Franziskus-Treff. Was Bruder Paulus im Urlaub macht, wie er sich seinen Ruhestand vorstellt und warum er sich manchmal wünscht, Politiker sein zu können, all das erfährt man in diesem Podcast.
1 Stunde 4 Minuten
Seine Berufsbezeichnung müsste eigentlich Tausendsassa lauten, denn Hans Reitz ist auf so vielen Partys unterwegs, dass es mit einer Berufsbezeichnung nicht getan ist. Sein Broterwerb ist das Eventmanagement, das er mit seiner Firma Circ in Wiesbaden für Konzerne, Kommunen und Privatleute anbietet. Weltbekannt geworden ist Reitz mit seinem Engagement für und mit Muhammad Yunus, dem Friedensnobelpreisträger von 2006. Er wirbt für Social Business, eine Form des Wirtschaftens, bei dem ein soziales Problem mit dem Werkzeug der Marktwirtschaft gelöst wird; die Gewinne fließen aber unmittelbar in das Unternehmen zurück. Angefangen hat alles mit einer Zeit in Indien, mit Zirkus und vielen vielen prominenten Menschen, die Reitz mittlerweile durch seine Tätigkeiten kennt, wie er im Podcast „Schröder trifft“ erzählt. Dazu gehören die Clintons, die Gates, gekrönte Häupter von Spanien bis Luxemburg und viele Top-Manager.
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