Durchblick Philosophie Archiv
114 Episoden
21 Minuten
Wozu brauchen wir überhaupt den Staat? Um das zu beantworten, können wir uns vielleicht vorstellen, wie es wäre, wenn es keinen Staat gäbe. Wie würde das Leben aussehen und was würde uns fehlen?
In dieser Episode skizziere ich ein Gedankenexperiment zu dieser Frage. Wir stoßen dabei auf den „Naturzustand“ und den „Gesellschaftsvertrag“, ein zentrales Denkmodell für die Staatstheorie der Neuzeit.
Literatur:
Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie
In dieser Episode skizziere ich ein Gedankenexperiment zu dieser Frage. Wir stoßen dabei auf den „Naturzustand“ und den „Gesellschaftsvertrag“, ein zentrales Denkmodell für die Staatstheorie der Neuzeit.
Literatur:
Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie
23 Minuten
Diese Episode erscheint „außer der Reihe“. Ich war vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit eingeladen, zu einem Thema aus der Medizinethik zu referieren. Es geht um das Recht auf Nicht-Wissen.
Als Patientin hast du normalerweise ein Recht zu wissen, was medizinisch mit dir los ist. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Menschen das gar nicht alles bis ins letzte Detail wissen wollen, zum Beispiel in der Humangenetik. Dieses Recht hat man nicht nur als Patientin, sondern auch als Teilnehmerin an medizinischen Studien, also in der Forschung.
Damit kann die Forscherin in einen Gewissenskonflikt geraten. Wenn sie den vermeiden will – darf sie Menschen, die von ihrem Recht auf Nicht-Wissen Gebrauch machen wollen, dann von vorneherein aus der Studie ausschließen?
Als Patientin hast du normalerweise ein Recht zu wissen, was medizinisch mit dir los ist. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Menschen das gar nicht alles bis ins letzte Detail wissen wollen, zum Beispiel in der Humangenetik. Dieses Recht hat man nicht nur als Patientin, sondern auch als Teilnehmerin an medizinischen Studien, also in der Forschung.
Damit kann die Forscherin in einen Gewissenskonflikt geraten. Wenn sie den vermeiden will – darf sie Menschen, die von ihrem Recht auf Nicht-Wissen Gebrauch machen wollen, dann von vorneherein aus der Studie ausschließen?
27 Minuten
Der antike Philosoph Aristoteles will die staatliche Ordnung aus der Natur des Menschen begründen: Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen und braucht die organisierte Gemeinschaft, um ein gutes Leben zu führen.
Diesen Gedanken habe ich in den letzten zwei Episoden ausgebreitet. Heute betrachten wir ihn sozusagen von außen und konzentrieren uns auf Chancen und Probleme.
Literatur:
Aristoteles, Politik
Christoph Rapp, Aristoteles zur Einführung
Michael Sandel, What's the right thing to do? (Vorlesungen online)
Michael Sandel, Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun (Buch)
Manuel Schmid und Stephan Jütte: Ausgeglaubt , "Glaubenskritik: Eure Fragen, unsere Antworten Teil 2"
Diesen Gedanken habe ich in den letzten zwei Episoden ausgebreitet. Heute betrachten wir ihn sozusagen von außen und konzentrieren uns auf Chancen und Probleme.
Literatur:
Aristoteles, Politik
Christoph Rapp, Aristoteles zur Einführung
Michael Sandel, What's the right thing to do? (Vorlesungen online)
Michael Sandel, Gerechtigkeit: Wie wir das Richtige tun (Buch)
Manuel Schmid und Stephan Jütte: Ausgeglaubt , "Glaubenskritik: Eure Fragen, unsere Antworten Teil 2"
29 Minuten
Der Staat ist dafür zuständig, dass Menschen ein „gutes“ Leben führen – das war die Grundidee in Aristoteles‘ politischer Philosophie. Aber wie muss der Staat eingerichtet sein, damit das auch klappt? Darum geht es in der heutigen Episode. Aristoteles erklärt, dass die Verteilung des Eigentums eine ganz entscheidende Rolle für den Zusammenhalt in der Gesellschaft spielt.
Außerdem vergleiche ich Aristoteles‘ Staatstheorie mit dem Konzept seines Lehrers Platon und mit den Kerngedanken seiner Ethik.
Literatur:
Aristoteles: Politik
Außerdem vergleiche ich Aristoteles‘ Staatstheorie mit dem Konzept seines Lehrers Platon und mit den Kerngedanken seiner Ethik.
Literatur:
Aristoteles: Politik
33 Minuten
Aristoteles breitet in seiner Staatstheorie die These aus, dass der Mensch von Natur aus ein Gemeinschaftswesen („zoon politikon“) ist. Das bedeutet: Das Leben im Staat ist sozusagen in uns eingebaut und erst im Staat haben wir die Chance das Leben zu führen, das wir als Menschen eigentlich brauchen.
Wie Aristoteles seine These begründet, zeige ich in dieser Episode. Dabei besuchen wir außerdem Tom Hanks, der sich auf einer einsamen Insel mit dem Volleyball Wilson anfreundet.
Literatur:
Aristoteles, Politik
Castaway (BlueRay)
Kai Posmik: "Anschnallen Bitte! Einführung der Gurtpflicht", in: Spiegel Online, 23.12. 2010
Mathias Brandt: "40 Jahre Sicherheitsgurt, eine Erfolgsgeschichte", in: statista (Statistisches Bundesamt) 20.1. 2014
Wie Aristoteles seine These begründet, zeige ich in dieser Episode. Dabei besuchen wir außerdem Tom Hanks, der sich auf einer einsamen Insel mit dem Volleyball Wilson anfreundet.
Literatur:
Aristoteles, Politik
Castaway (BlueRay)
Kai Posmik: "Anschnallen Bitte! Einführung der Gurtpflicht", in: Spiegel Online, 23.12. 2010
Mathias Brandt: "40 Jahre Sicherheitsgurt, eine Erfolgsgeschichte", in: statista (Statistisches Bundesamt) 20.1. 2014
34 Minuten
In Platons Ideal-Staat sollen die Philosophinnen und Philosophen herrschen. Warum das so ist, habe ich in der letzten Episode erklärt. Heute geht es darum, wie das konkret funktionieren soll: Wie stellen wir sicher, dass diese Leute auch wirklich im Interesse der Bevölkerung handeln?
Damit dieser Staat funktioniert, muss er bis in die Gedanken der Bürger hinein regieren. Dem Philosophen Karl Popper kam diese Idee im 20. Jahrhundert verdächtig bekannt vor und er hat sie als „Totalitarismus“ kritisiert. Diese Kritik breite ich in der heutigen Episode aus und ziehe ein abschließendes Fazit zum Staatsmodell in Platons Politeia.
Literatur
Platon, Der Staat
Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Damit dieser Staat funktioniert, muss er bis in die Gedanken der Bürger hinein regieren. Dem Philosophen Karl Popper kam diese Idee im 20. Jahrhundert verdächtig bekannt vor und er hat sie als „Totalitarismus“ kritisiert. Diese Kritik breite ich in der heutigen Episode aus und ziehe ein abschließendes Fazit zum Staatsmodell in Platons Politeia.
Literatur
Platon, Der Staat
Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
25 Minuten
Platons Dialog Politeia („Der Staat“) stellt die Frage, wann das Leben gelingt und entwirft dazu eine große angelegte Analogie zwischen der Ordnung im einzelnen Menschen und der Ordnung im Staat. Die drei „Seelenteile“, aus denen der Mensch besteht, entsprechen drei Arten von Menschen im Staat.
In dieser Episode zeichne ich die großen Linien von Platons Gedankengang nach. Die konkretere Ausgestaltung seines Staatsmodells (und die Kritik daran) folgt in der nächsten Episode.
Literatur:
Platon, Der Staat
In dieser Episode zeichne ich die großen Linien von Platons Gedankengang nach. Die konkretere Ausgestaltung seines Staatsmodells (und die Kritik daran) folgt in der nächsten Episode.
Literatur:
Platon, Der Staat
27 Minuten
In dieser Episode schlagen wir ein neues Kapitel auf: Staatstheorie. Zuerst gehe ich der Frage nach, was ein „Staat“ überhaupt ist. Danach zeige ich, das Staatstheorien sehr stark von den Menschenbildern abhängen, die wir vertreten (vgl. dazu die erste Einheit über „Natur und Kultur“, Episode 2–6) und gebe einen kleinen Überblick über die ganz allgemeinen Grundfragen der Staatstheorie.
Literatur:
Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie
Literatur:
Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie
27 Minuten
Die moderne Technik führt dazu, dass unser Handeln massive Folgen für die Menschen Jahrhunderte in der Zukunft haben kann. Beispiele dafür sind die Klimakrise oder auch die Risiken der Atomkraft. Hans Jonas war überzeugt, dass die traditionelle Ethik mit diesem Problem überfordert ist – damit meint er insbesondere Immanuel Kant und den kategorischen Imperativ.
In der heutigen Episode zeige ich, worin für Jonas das ethische Problem besteht und wie er es lösen will. Zuletzt ordne ich auch seine Position kritisch ein.
Literatur:
Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung
In der heutigen Episode zeige ich, worin für Jonas das ethische Problem besteht und wie er es lösen will. Zuletzt ordne ich auch seine Position kritisch ein.
Literatur:
Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung
22 Minuten
Gerald Knaus hat ein sehr lesenswertes Buch über Schwierigkeiten und Lösungen in der Flüchtlingspolitik geschrieben. Darin geht es auch um die australische Strategie, Schutzsuchende regelrecht „wegzusperren“, um andere davon abzuhalten, in die Boote zu steigen. Ist das moralisch gerechtfertigt? Knaus zieht einen sehr interessanten Vergleich zum Trolley-Problem, das du vielleicht noch aus Episode 35 dieses Podcasts kennst.
In dieser Episode stoßen wir wieder auf Kants Menschheitszweckformel. Was genau folgt aus der Menschenwürde für die Rechte von Flüchtlingen?
Literatur / Quellen
Gerald Knaus, Welche Grenzen brauchen wir?, München 2020
Philip Banse / Gerald Knaus, "Wie die EU Geflüchtete aufnehmen und ihre Grenzen schützen kann", in: Das Interview 85, 17.3. 2020
Anna-Lena Abbott, "Die Schande von Manus", in: Spiegel Online, 9.11.2017
In dieser Episode stoßen wir wieder auf Kants Menschheitszweckformel. Was genau folgt aus der Menschenwürde für die Rechte von Flüchtlingen?
Literatur / Quellen
Gerald Knaus, Welche Grenzen brauchen wir?, München 2020
Philip Banse / Gerald Knaus, "Wie die EU Geflüchtete aufnehmen und ihre Grenzen schützen kann", in: Das Interview 85, 17.3. 2020
Anna-Lena Abbott, "Die Schande von Manus", in: Spiegel Online, 9.11.2017
29 Minuten
Über Migration und Asylpolitik ist in den letzten Jahren in Deutschland ziemlich heftig gestritten worden. Auslöser war die sog. Flüchtlingskrise von 2015/16, als über eine Million Menschen innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind, in Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Fragen lauten seitdem: Wen sollten wir aufnehmen und wen nicht? Wie groß sind überhaupt unsere „Kapazitäten?“
Die Deutsche Gesellschaft für Analytische Philosophie hat bereits im Krisenjahr einen Aufsatzwettbewerb zu genau diesem Thema ausgeschrieben. Herausgekommen ist ein Sammelband mit sehr unterschiedlichen Texten. Vier davon stelle ich in der heutigen Episode vor.
Literatur:
Thomas Grundmann und Achim Stephan (Hrsg.), Welche und wie viele Flüchtlinge sollten wir aufnehmen?, Stuttgart 2016
Die Deutsche Gesellschaft für Analytische Philosophie hat bereits im Krisenjahr einen Aufsatzwettbewerb zu genau diesem Thema ausgeschrieben. Herausgekommen ist ein Sammelband mit sehr unterschiedlichen Texten. Vier davon stelle ich in der heutigen Episode vor.
Literatur:
Thomas Grundmann und Achim Stephan (Hrsg.), Welche und wie viele Flüchtlinge sollten wir aufnehmen?, Stuttgart 2016
26 Minuten
Das Thema der heutigen Episode hat in den letzten Jahren für viel Streit in Deutschland gesorgt: Es geht um Flüchtlinge. Haben wir Verpflichtungen gegenüber Menschen, die in ihrem eigenen Land nicht leben können? Wenn ja, welche und warum?
Peter Singer hat – wie so oft – eine sehr klare Haltung hierzu, die in engem Zusammenhang mit dem Rest der Praktischen Ethik steht.
Literatur:
Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)
Professor Peter Singer's thoughts on the Syrian refugee crisis
Peter Singer hat – wie so oft – eine sehr klare Haltung hierzu, die in engem Zusammenhang mit dem Rest der Praktischen Ethik steht.
Literatur:
Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)
Professor Peter Singer's thoughts on the Syrian refugee crisis
27 Minuten
Ethik bedeutet für Singer, Interessen abzuwägen. Das Leben von Personen ist zu schützen, weil ihre Interessen daran hängen. Aber wenn eine Person gar keine Interesse mehr hat zu leben – was dann? Singer antwortet: Genau dann hat eine Person auch das Recht zu sterben.
Aus dem Utilitarismus folgt, dass alle Formen der Sterbehilfe zumindest in vielen „klaren“ Fällen moralisch erlaubt sind. In der heutigen Episode zeige ich genauer, warum das so ist. Dabei gehen wir auch auf ein BGH-Urteil von 2010 ein, sowie auf das „Dammbruch-Argument“, das häufig gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe vorgebracht wird.
Literatur:
BGH-Urteil 2 StR 454/09
SWR: "Stichtag 25. Juni 2010. BGH entscheidet über Passive Sterbehilfe
Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)
Peter Singer, Leben und Tod
Aus dem Utilitarismus folgt, dass alle Formen der Sterbehilfe zumindest in vielen „klaren“ Fällen moralisch erlaubt sind. In der heutigen Episode zeige ich genauer, warum das so ist. Dabei gehen wir auch auf ein BGH-Urteil von 2010 ein, sowie auf das „Dammbruch-Argument“, das häufig gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe vorgebracht wird.
Literatur:
BGH-Urteil 2 StR 454/09
SWR: "Stichtag 25. Juni 2010. BGH entscheidet über Passive Sterbehilfe
Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)
Peter Singer, Leben und Tod
29 Minuten
Sterbehilfe zu leisten bedeutet, jemanden zu töten, um ihm / ihr zu helfen. In der Ethik Immanuel Kants ist das Helfen einerseits geboten, das Töten andererseits verboten. Diese beiden Regeln sind für ihn aber nicht gleichwertig. Aus der inneren Logik des kategorischen Imperativs folgt, dass Kant Sterbehilfe grundsätzlich ablehnen würde.
In der heutigen Episode lernen wir seine Argumentation dazu in verschiedenen Varianten kennen.
Literatur:
Thomas Schramme, Bioethik, Frankfurt/M. 2002
Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)
In der heutigen Episode lernen wir seine Argumentation dazu in verschiedenen Varianten kennen.
Literatur:
Thomas Schramme, Bioethik, Frankfurt/M. 2002
Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)
29 Minuten
Wenn ein Mensch extrem leidet – hat er dann ein Recht zu sterben? Und wenn ja: Hat er ein Recht darauf, dabei Hilfe zu bekommen? Mit diesen Fragen starte ich eine Mini-Reihe zur Sterbehilfe.
In der heutigen Episode fasse ich die rechtliche Situation in Deutschland kurz zusammen und zeige die dahinter liegenden moralischen Probleme auf. Ethische Antwortversuche folgen dann in den nächsten Episoden.
Literatur:
Dialika Neufeld, Herr Engel beschließt zu sterben, in: Der SPIEGEL 8.9. 2016
Ralf J. Jox, Sterbehilfe (Bundeszentrale für politische Bildung 2018)
Thomas Schramme, Sterbehilfe (Vorlesung Uni Hamburg 2010)
Thomas Schramme, Bioethik, Frankurt/M. 2002
In der heutigen Episode fasse ich die rechtliche Situation in Deutschland kurz zusammen und zeige die dahinter liegenden moralischen Probleme auf. Ethische Antwortversuche folgen dann in den nächsten Episoden.
Literatur:
Dialika Neufeld, Herr Engel beschließt zu sterben, in: Der SPIEGEL 8.9. 2016
Ralf J. Jox, Sterbehilfe (Bundeszentrale für politische Bildung 2018)
Thomas Schramme, Sterbehilfe (Vorlesung Uni Hamburg 2010)
Thomas Schramme, Bioethik, Frankurt/M. 2002