Podcaster
Episoden
17.05.2026
32 Minuten
Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Narzissmus“ oder „Trauma“ tauchen überall auf – auf Social Media, in Beziehungen, im Freundeskreis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, jedes Gefühl zu psychologisieren? Und hilft Therapie uns wirklich dabei, freier zu werden – oder manchmal auch nur dabei, in einer kranken Gesellschaft besser zu funktionieren? In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Olivia Acar, die als Psychotherapeutin arbeitet, über genau diese Fragen. Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag: Menschen mit Burnout, Depressionen oder Angststörungen, die das Gefühl haben, mit ihnen stimme etwas nicht – obwohl ihr Leiden oft eng mit gesellschaftlichen Bedingungen zusammenhängt. Wir sprechen darüber, weshalb viele Menschen Scham empfinden, wenn sie nicht mehr „funktionieren“, und was Erich Fromm mit der „Pathologie der Normalität“ meinte. Außerdem geht es um “Therapy Talk” und die Frage, ob therapeutische Sprache uns manchmal eher dabei hilft, Gefühle zu verwalten statt sie wirklich zu erleben.
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23.03.2026
27 Minuten
Ständig werden wir gestört – im Alltag, in Gesprächen, im Beruf. Und oft sind es kleine Momente, in denen etwas nicht so läuft wie geplant, die hängen bleiben. In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit Hannes – einem guten Freund von mir und Künstler – darüber, was wir eigentlich als Störung wahrnehmen und warum uns manche Dinge aus der Bahn werfen, während andere fast unbemerkt bleiben. Ausgangspunkt sind ganz konkrete Situationen: ein Geräusch, das plötzlich alles verändert, ein Moment, der irritiert – und dann doch etwas Neues in Gang setzt. Wir versuchen zu verstehen, was hinter diesem Gefühl steckt: Wie stark unsere Wahrnehmung von Erwartungen geprägt ist, warum wir Kontrolle so schwer loslassen und wann eine Störung nicht nur nervt, sondern produktiv werden kann. Dabei geht es auch um größere Fragen: Wer entscheidet eigentlich, was „normal“ ist? Und was passiert, wenn man eine Störung nicht sofort beheben will – sondern sie einfach stehen lässt?
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25.02.2026
14 Minuten
Astrologie erlebt ein Comeback. Horoskope, Sternzeichen und Astro-Apps sind allgegenwärtig, besonders bei jüngeren Generationen. In dieser Folge gehe ich dem aktuellen Hype rund um das „Jahr des Feuerpferdes“ nach und frage, warum Astrologie gerade jetzt so präsent ist. Warum fühlen sich astrologische Deutungen oft so zutreffend an? Was suchen wir darin und was sagt das über die Gegenwart aus? Gleichzeitig lohnt sich ein kritischer Blick: Die Comiczeichnerin Liv Strömquist und der Philosoph Theodor W. Adorno zeigen auf, wie Astrologie zur Ware werden kann. Und schließlich stellt sich die Frage, wo kulturelles Interesse endet und Aneignung beginnt, wenn Traditionen wie das Lunar New Year zum Social-Media-Trend werden.
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10.02.2026
19 Minuten
In dieser Folge des Sinneswandel-Podcasts gehe ich der Debatte um sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“ nach. Ausgelöst wurde sie durch politische Forderungen, wonach Teilzeit nur aus „legitimen Gründen“ wie Care-Arbeit oder Weiterbildung erlaubt sein solle. Freizeit wird dabei moralisiert – und persönliche Lebensgestaltung zur gesellschaftlichen Bedrohung erklärt. Ich spreche über Arbeit, Erschöpfung und Produktivität: darüber, warum immer mehr Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, warum vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und weshalb Burnout längst kein individuelles Problem mehr ist. Anhand von Stimmen aus Journalismus, Ökonomie und Pädagogik frage ich, ob mehr Arbeit wirklich mehr Wohlstand bedeutet – oder ob freie Zeit nicht ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Demokratie ist. Es geht um Ungleichheit, Erbschaften, Care-Arbeit und um die Frage, warum Erschöpfung privatisiert wird, während Produktivität öffentlich verhandelt wird. Und darum, ob eine wohlhabende Gesellschaft nicht weniger fragen sollte, wie sie Menschen zu mehr Arbeit bringt – sondern warum freie Zeit überhaupt als Problem gilt.
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01.02.2026
39 Minuten
Utopien sind gerade nicht besonders populär. In Zeiten von Krisen, Klimawandel und politischer Unsicherheit wirken Ideen von einer besseren Zukunft oft unrealistisch oder überholt. In dieser Folge spreche ich mit Thomas über Utopien, Delulu, Solulu und das Konzept der Präfiguration – Begriffe, die auf unterschiedliche Weise beschreiben, wie Menschen über Zukunft nachdenken und sie sich vorstellen. Wir erkunden, wie Utopien heute funktionieren können, wie Anti-Dystopien als Gegenentwurf zur alltäglichen Krisenerfahrung wirken und warum der Weg in eine wünschenswerte Zukunft oft im Hier und Jetzt beginnt. Ein Gespräch über Zeitgeist, Vorstellungskraft, gesellschaftliche Perspektiven und das Spannungsfeld zwischen Idealvorstellung und Realität
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Tipp der Redaktion
Nichts ist so beständig wie der Wandel. Im Podcast "Sinneswandel" spricht die freie Journalistin Marilena Berends mit Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen zu Themen wie dem Klimawandel, Künstlicher Intelligenz oder der Arbeitswelt von morgen. Im Zentrum stehen dabei Menschen und ihre Geschichten. Denn sie sind es, die zeigen: es geht auch anders, wenn wir wollen.
Über diesen Podcast
Sinneswandel ist ein Podcast zwischen Philosophie und Popkultur.
Die Journalistin Marilena Berends spricht über Sinnsuche,
Kreativität, Selbstzweifel, gesellschaftliche Brüche und das Leben
im Dauerwandel. Sie denkt laut über Themen wie Nachhaltigkeit,
Sinn, Zukunft der Arbeit oder gesellschaftliche Veränderungen nach.
Dabei verbindet sie persönliche Beobachtungen mit philosophischen
Gedanken. Menschen und Geschichten stehen im Mittelpunkt – sie
zeigen, wie wir anders denken und handeln können, wenn wir wollen.
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