Musik-Interviews Archiv
57 Episoden
23 Minuten
23 Minuten
Heute besucht uns ein echtes Multitalent im studioeins: Katy Pinke aus New York ist sowohl bildende Künstlerin, als auch Schauspielerin und Musikerin. Dass dabei die Grenzen fließend sind und sich die einzelnen Tätigkeitsfelder gegenseitig beeinflussen, dokumentiert (nicht nur) ihre neue EP "Wonder". Deren vier Stücke, die zwischen 44 Sekunden und 2:50 Minuten dauern, sind nämlich quasi eine Art Fortsetzung oder Erweiterung von Pinkes Ausstellung in der Kate Oh Gallery in Manhattan Anfang des Jahres, in der sie Malerei, Skulptur und Animation zu einer immersiven Installation verband.
25 Minuten
Es geht auch "herrenlos": Auf ihrer neuen EP "Senza Padrone Baby", die am 8. Mai erscheint, begeistert die in Köln lebende Multiinstrumentalistin, Produzentin und Sängerin Maika Küster mit übersprudelndem Elektro-Pop zwischen Eighties-Ästhetik, Italo-Disco-Flair und Zukunftsmelodien, veredelt mit einer feinen (Post-)Punk-Attitüde. Ein dräuender Synthie-Ton, E-Drums, die sich warmzulaufen scheinen, und eine tiefgepitchte Stimme, die einigermaßen unverständliche, aber latent drohend klingende Worte spricht, um mit einem diabolischen Lachen zu schließen – so beginnt "Michek's House Party" und damit die EP "Senza Padrone Baby" – ein wilder (musikalischer) Ritt, facettenreich, detailverliebt und aufregend. Der Nachfolger von Maikas 2024er Debütalbum "Holy Noon" fordert während seiner etwa zwanzigminütigen Laufzeit nicht weniger als volle Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einem Füllhorn an Ideen, geprägt von "einer künstlerischen Haltung, die Komplexität nicht scheut und Pop nicht für naiv hält." Die studierte Jazzsängerin und Komponistin schuf bereits Musik für Theater, darunter Produktionen am Schauspielhaus Bochum und an der Volksbühne Berlin, tourte durch Europa, Südostasien und den Nahen Osten und engagiert sich für mehr Sichtbarkeit von FLINTA-Personen im Jazz. Heute besucht sie uns im studioeins, um im Interview über sich und ihre neue EP zu sprechen, und anschließend auch einen Eindruck davon zu geben, wie diese Songs live klingen.
13 Minuten
"Ich wollte nie nach Berlin" heißt die neue EP der in Berlin lebenden Österreicherin, die ihre Musik als "Art-Pop, irgendwo zwischen Streicheln und Beißen" bezeichnet. Auf dem fünf (teils im Vorarlberger Dialekt gesungene) Stücke umfassenden Werk behandelt sie Themen wie auf die Spitze getriebene körperliche Selbstoptimierung, Einsamkeit, den Stand von Gleichberechtigung in den 2020er-Jahren, und setzt zudem mit "Nie wieder" ein klares politisches Statement gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck.
24 Minuten
Das so melancholisch-gefühlvoll gesungene wie (dank dezenter House-Beats) auch prima tanzbare "Utopia" bescherte Lie Ning Platz 40 der von den radioeins-Hörer*innen gewählten "100 besten Songs" des Jahres 2022, und auch das ein Jahr später folgende "Error" erfreute sich großer Beliebtheit. Nun meldet sich der in Berlin geborene und aufgewachsene, derzeit in London lebende Künstler mit der EP "Bullfight" und dem erklärten Ziel, damit Trost in schwierigen Zeiten zu spenden, zurück.
20 Minuten
Zwölf Jahre nach "Zum Glück in die Zukunft II" präsentiert Marten Laciny alias Marteria auf dem nächste Woche erscheinenden dritten Teil der Reihe "eine Mischung aus indirekt politischen und offen persönlichen Liedern." Damit demonstriert der gebürtige Rostocker einmal mehr nachdrücklich, dass er einer der originellsten, wichtigsten und somit zu Recht erfolgreichsten deutschen Rapper ist. icht "zwei Finger an den Kopf", sondern Hand aufs Herz: So erfolgreich die beiden ersten Teile von "Zum Glück in die Zukunft" auch waren, irgendetwas fehlte – schließlich waren die titelinspirierenden Abenteuer von Marty McFly und "Doc" Brown ja auch als Trilogie in die Filmgeschichte eingegangen. Nun wird Abhilfe geschaffen: Nachdem Laciny mit dem Album "Keine Intelligenz" und der dazugehörigen Tour 2024 sein "Alter Alter Ego" Marsimoto quasi zu Grabe getragen hatte, war es offenbar an der Zeit, innezuhalten und sich neu zu orientieren. Folgerichtig entstand aus dieser Phase der Reflexion der dritte "Zum Glück"-Teil, war doch die Idee der so betitelten Platten "stets: verarbeiten, was in den Jahren zuvor passiert ist, bei Marten Laciny und in der Welt." Und so schließt sich ein Kreis, "auch wenn nicht immer alles rund lief." Die neuen Tracks zeigen einen Wortschmied in Hochform, der eine breite Palette an Themen aufgreift: Von Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Geborgenheit inmitten konstanter Überforderung ("Babylonia") über die eigene Rolle als "Troublemaker und Schlagzeilenlieferant" ("Problemarten") bis hin zu einer Liebeserklärung an die Musik beziehungsweise das Dasein als Musiker ("Schenk mir ein Intro"), der mit einer gehörigen Portion Selbstironie auch den Blick auf die gelegentliche eigene Divenhaftigkeit ("Mariah Carey") nicht scheut.
13 Minuten
"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen", schrieb einst Ludwig Wittgenstein. Liv Solveig würde wohl ergänzen: "..oder singen." Denn genau das tut sie auf ihrem neuen Album "Everything I Didn't Say". Darauf geht es um das "Zwischenmenschliche: um Begegnung und Entzweiung, um das Auseinanderleben von Menschen, um das schmerzhafte Sich-nicht-verbinden-Können." All die (bislang) ungesagten Dinge formte sie zu zehn fesselnden Songs, "größer, kantiger und entschlossener als alles zuvor." In den ein oder anderen davon dürfen wir heute schon mal reinhören, und so manches mehr zu den Hintergründen erfahren wir von Liv Solveig selbst, denn sie ist diese Woche unsere Lokalmatadorin.
5 Minuten
Morgen steht Betterov im ausverkauften Huxleys Neue Welt in Berlin auf der Bühne. Mit seinem Album "Große Kunst" berührt er erneut mit persönlichen Geschichten – von Familie, Prägung und der Flucht seines Vaters aus der DDR – bevor er in diesem Jahr mit "Goldener Retriever" auch literarisch debütiert.
15 Minuten
Gleich mit zwei spannenden Neuigkeiten besucht uns Sophia Kennedy heute im studioeins: Nicht nur veröffentlichte sie gerade zwei besondere Songs, sondern wird sie demnächst auch als "Die Sendung"-Moderatorin das radioeins-Abendprogramm bereichern!
16 Minuten
Ob nun als Teil von Zugezogen Maskulin oder solo: Moritz Wilken alias Grim104 ist eine der wichtigsten Stimmen im zeitgenössischen deutschen Hip-Hop – ein Genre, in dem er tief verwurzelt ist und das er zugleich auf respektvolle Art transzendiert. So auch auf seinem neuen Album "No Country For Old Grim", das morgen erscheint. Dass er ein genauer Beobachter der Welt im Großen wie Kleinen ist, der den alltäglichen "Hustle" weder glorifiziert noch ignoriert, beweisen nicht nur Songs wie "Ich töte Anders Breivik" (Platz 72 der "100 besten Lieder über das Verbrechen" bei den radioeins-Sommersonntagen 2024) oder "Crystal Meth in Brandenburg" (Platz 78 der "100 besten Drogenlieder", 2021). Auch in seinem Podcast "Zum Dorfkrug" hat der 37-Jährige bereits mit Gästen wie Bill Kaulitz, Jennifer Rostock, Hadnet Tesfai oder Felix Lobrecht ausführlich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung geredet. Thematisch dementsprechend wenig, in Idee und Darbietung hingegen sehr wohl ein ums andere Mal überraschend behandelt auch sein neues Album mit dem so wortwitzigen wie tieftraurigen Titel "No Country For Old Grim" das Spannungsfeld zwischen dem behüteten Aufwachsen in der norddeutschen Provinz und dem Leben in Berlin. Angesichts des Elends vor der Großstadtwohnungstür träumt er vom "Haus in Lübars" und sinniert über die Kluft zwischen denen, "die den Smoothie bestellen" einerseits, und denen, "die den Smoothie in einem kaputten Mitsubishi Colt liefern" auf der anderen.
27 Minuten
Die Berliner Künstlerin Fee Aviv Dubois kann bereits einige erfolgreiche Theatermusikproduktionen vorweisen, und ihr Song "Ladybitch" war 2022 nicht nur Teil des Soundtracks des gleichnamigen Films, sondern gab diesem sogar seinen Titel. Ihre neue EP "Decay" vermag aber auch ganz ohne visuelle Unterstützung zu fesseln, um nicht zu sagen: das vielzitierte Kopfkino in Gang zu setzen. Und so ganz nebenbei beantwortet sie auch noch eine von Trent Reznor (Nine Inch Nails) vor vielen Jahren gestellte Frage. "What have I become?" hieß es 1994 im Song "Hurt", im Original von Nine Inch Nails und 2002 durch die eindringliche Version von Johnny Cash quasi in den Heiligenstand erhoben, also etwa: "Was ist nur aus mir geworden?" Diesen bitteren Moment des Bilanzziehens greift Fee Aviv nun in ihrem Stück "I Don't Feel" auf, indem sie kontert: Wieso geworden? "Ich war schon immer so." ("You’re asking what I’ve become – but I have always been this way."). Interessanterweise ist dieses Lied das vielleicht "heiterste" auf ihrer neuen EP "Decay", oder zumindest das gelassenste. Klar, wenn "Verfall" draufsteht, wäre es etwas naiv, rosarotgefärbte Sorglos-Pop-Songs zu erwarten. Leichte Kost ist dies also wirklich nicht, dafür umso lohnendere. Mal mit an Laurie Andersons Großtat "O Superman" erinnernden Stimmverfremdungen und Elektroklängen, mal mit fragilen Gitarren unterlegt; hier in Düsternis schwelgend, dort sich zornig aufbäumend, gelingt der Mittzwanzigerin ihr Vorhaben, "nicht nur ein Soundbild innerer Zerrissenheit, sondern auch eine Auseinandersetzung mit weiblichen Selbstbewusstsein" zu schaffen: "ein Stück zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, das bleibt, wenn es verhallt."
22 Minuten
Der Dresdener Musiker zelebriert auf seiner neuen EP "Lush Life" das süße Leben, und liefert mit seinen souligen, gefühlvoll-groovenden Pop-Songs auf den Spuren von Vorbildern wie Jordan Rakei, Stevie Wonder und Benny Sings auch gleich noch den passenden Soundtrack dazu.
31 Minuten
Als Sänger der besonders in Großbritannien erfolgreichen Band Lea Porcelain wurde er bekannt, nun hat Markus Nikolaus mit "The Acid Kids" sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Darauf präsentiert er "Psychedelic Rock für die Technogeneration".
19 Minuten
Liebe, Freiheit und Selbstakzeptanz sind die Themen, die Michael Lane auf seinem Ende Januar erschienenen neuen Album "Live Free" in sanften Songs zwischen Folk und Pop vertont. Am 21. März 2026 wird der Deutsch-Amerikaner diese bei einem Konzert im Kulturhaus Insel live vorstellen – und heute eine Auswahl davon im studioeins.
15 Minuten
Zwei Musiker aus Süddeutschland haben sich in Berlin gefunden, und still und leise ein ganz besonderes Album aufgenommen, das für große Begeisterung sorgt – und die Vorfreude auf das gemeinsame Konzert von Ralph Heidel und Finn Ronsdorf mit der befreundeten Lisa Harres am 3. Mai schürt. "Dass es kein Party-Album ist, dürfte natürlich klar sein – aber es ist wirklich das Gegenteil von langweilig", schwärmte radioeins-Moderatorin Christiane Falk (Laut & Kantig), als sie "The Wings Of The Fly" von Ralph Heidel & Finn Ronsdorf im Februar als unseren "Favorit Musik" vorstellte, und das Album mit einer "Wolke, die einen sanft bettet" verglich. Und auch die radioeins-Soundcheck-Jury zückte einhellig die "Hit!"-Wertung für dieses kompromisslose, "aus dem Raum gefangene" Kunstwerk. Was läge also näher, als die Schöpfer dieser wundersam entschleunigten Musik als Lokalmatadore zum Gespräch zu bitten? In diesem erfahren wir mehr über die beiden und ihre Zukunftspläne, die unter anderem ein Konzert mit der Überschrift "Friends With Oranges" am 3.5. in der Volksbühne beinhalten, für das sich auch die Schriftstellerin, Filmemacherin, Produzentin und Musikerin Lisa Harres zu ihnen gesellt.
Musik-Interviews
radioeins holt Musikerinnen und Musiker ins Studio und ans Mikrofon zu Interviews, Livesets und Konzerten. Und wir sprechen über Film, Literatur, Theater und bildende Kunst – mit Gästen aus Berlin, Br...