Machiavelli - Rap und Politik Archiv
173 Episoden
1 Stunde 1 Minute
"Dieses Mal ist anders", schreibt die Journalistin Aminata Belli nach den "Black Lives Matter"-Demonstrationen in Berlin. Auf der ganzen Welt ziehen Zehntausende gegen Rassismus und für die Rechte von Schwarzen Menschen auf die Straßen. Die Politik positioniert sich, Pop auch, Rap sowieso. Kendrick Lamar demonstriert in Compton, Stormzy in London und Nura in Berlin. Und Rapper*innen machen, was sie nun mal machen: Sie schreiben Songs. Ausgelöst wurde all das durch den Mord an dem Schwarzen US-Bürger George Floyd durch einen weißen Polizisten. Passanten haben den Mord gefilmt. Ein Video mit einer neuen Dimension, wie es der Rapper Samy Deluxe sagt: "In den letzten Jahren gab es ja schon viele dokumentierte Polizeimorde an Schwarzen Leuten – das war trotzdem die visuellste Exekution, die ich je in meinem Leben gesehen habe." So ging es wohl vielen. Aber dieser Mord war eben kein Einzelfall, nicht in Deutschland und nicht in den USA. Und es ist nur die "Eisbergspitze", wie es Samy in seinem neuen Song "I can’t breathe" berappt. Struktureller Rassismus reicht in alle Bereiche unserer Gesellschaft. "Dieses Mal ist anders", gilt auch für Machiavelli Push. Salwa Houmsi und Jan Kawelke fokussieren sich diese Woche nur auf ein Thema: Black Lives Matter. Sie telefonieren mit betroffenen jungen Menschen in den USA und mit der Autorin Alice Hasters und der Journalistin Aminata Belli über das, was noch zu tun ist und was Hoffnung gibt. Von Salwa Houmsi, Jan Kawelke.
33 Minuten
Revolutionäre Frauen: Queen Latifah liefert die Blaupause für den Erfolg von vier Musikerinnen im Jahr 2020. Nur eine will nicht mitmachen: Lana Del Rey. Was an ihr problematisch und an der Graffiti-Crew 1UP wunderbar ist - In der neuen Folge Push. Von Jan Kawelke.
59 Minuten
"Hurra, die Welt geht unter", singen Henning May & K.I.Z in ihrem gemeinsamen Hit. Ums Klima gehts da nicht, zur inoffiziellen Hymne der Fridays-for-Future-Bewegung ist der Raptrack trotzdem geworden. Dass die Welt untergeht, wünschen sich natürlich weder die Interpreten noch die Demonstrierenden. Dass es aber so kommen könnte, wissen alle unsere Gesprächspartner*innen: Leonie Bremer von Fridays for Future spricht von einer Katastrophe, Umweltministerin Svenja Schulze von einer heftigen Krise und Henning May sagt: "Ich werde in 20 Jahren in einer viel schlechteren Gesellschaft leben, als der, in der ich groß geworden bin." Dramatische Aussagen, die konsequentes Handeln erfordern – von uns allen. Aber wie sieht das eigentlich aus? Machen wir persönlich genug? Was hat es mit dem "Green New Deal" der EU auf sich? Wie hilft Corona gerade, die Wunden der Welt zu heilen und wo ist eigentlich Rap? Sonst doch immer so selbstbewusst und haltungsstark mit Tracks am Start, scheinen die Rapper*innen in Klimakrisen-Zeiten ein bisschen wortkarg. All das haben wir in der neuen Folge besprochen. Wir waren übrigens sehr nachhaltig (lol) und haben auch O-Töne aus älteren Episoden recycelt: Philipp Amthor, Gregor Gysi, Max Herre, Goldroger und Maxim von K.I.Z kommen ebenfalls zu Wort. Von Golod/Kawelke.
45 Minuten
Salwa Houmsi und Jan Kawelke haben Kopfschmerzen. Verschwörungsideolog*innen würden wohl sagen, das liegt an den Chemtrails - auch wenn gerade kaum Flugzeuge fliegen. Aber so ist es mit dem Verschwörungsdenken nun mal, viel Sinn ergibt das selten. Und trotzdem liegt das Verbreiten kruder Gedanken gerade im Trend. Auch Deutschrap ist davor nicht sicher: Fler beispielsweise teilt in seiner Telegram-Gruppe fleißig Verschwörungsvideos und Sido spricht über gleichgeschaltete Medien und mächtige Frankfurter Bankiersfamilien. Während in Deutschland wissend oder unwissend gefährlicher Unfug verbreitet wird, wird in den USA erneut ein schwarzer Mensch Opfer eines rassistischen Mordes. Jay-Z und seine Freunde fordern Konsequenzen und Salwa und Jan hören sich an, wo Jay-Z in seiner Diskographie schon mal mit dem Gesetz in Konflikt kam. Machiavelli Push mit dem Update über Rap & Politik und hoffentlich ein wenig Lockerung in der Stirn. Von Salwa Houmsi.
1 Stunde 10 Minuten
Hass auf Lieder, Wut auf Gedichte, Zorn auf Gemälde. Die Moral ringt immer öfter mit der Ästhetik um die Hoheit. Kunst wird nicht nur nach Pinselstrichen und Melodien bewertet, sondern auch nach ihrer Moral und der der Schaffenden. In der Liebe und in der Kunst ist alles erlaubt? Ja, aber nur bis… ja, bis wohin überhaupt? Dem spüren Vassili Golod und Jan Kawelke in der neuen Folge Machiavelli nach. Es ist ein dünnes Drahtseil, auf dem sie dort tänzeln und sie sollten sich vor allem vor einem hüten: Dem Übertritt auf die eine oder andere Seite. Denn der Kampf um die Kunst wird erbittert geführt. Ist unsere Kunst frei? Ist diese Freiheit eigentlich nur die Freiheit der Privilegierten und fordern nun all die Ungehörten ihr unerhörtes Recht ein, endlich gehört zu werden? Ist die Kunstfreiheit in Ketten oder tragen Provokateure die Kunstfreiheit als Schild vor Kritik vor sich her? Vassili und Jan treffen sich am Grenzzaun der Kunstfreiheit mit dem umstrittenen Rapper Finch Asozial, dem stellv. Ressortleiter des ZEIT-Feuilletons Hanno Rauterberg, "DLTLLY"-Chef Jamie Seidl-Curtis und "Rap am Mittwoch"-Ex-Boss Ben Salomo. Von Golod/Kawelke.
41 Minuten
Salwa Houmsi und Jan Kawelke widmen sich in der neuen Folge Machiavelli Push einer ganzen Reihe verrückter Schlagzeilen: Verschwörungstheoretiker*innen glauben, Corona war die Idee von Bill Gates, Cardi B bewertet die Nägel von Bernie Sanders und Kendrick Lamar wird von Gott an einer Tankstelle um einen Dollar angeschnorrt. Wilde Zeiten: Nur passend, dass Salwa leakt, sie habe mal für ihren Lehrer einen Remix von Culcha Candelas "Hamma!" gerappt. Ebenfalls "einzigartig, unglaublich" sind die Tweets der Band zum Thema Corona. Außerdem: Eminem spendet Tupperdosen von "Moms Spaghetti" ("Yuugh" - Pusha-T-Voice) und wir erklären, warum es nicht nur dermatologisch problematisch ist, wenn Shirin David so viel Selbstbräuner benutzt. Das alles in eurem Rap & Politik Update: PUSH. Von Vassili Golod.
1 Stunde 10 Minuten
Wir machen es nochmal: Eine Folge über den Glauben. Diesmal widmen wir uns dem Islam. Er gehört zu Deutschland. Das wird spätestens klar, wenn man sich durch aktuelle Deutschrap-Alben hört: "Mashallah", "Salam Aleikum", "Shaytan" - arabische Wörter mit religiösem Bezug fallen immer öfter. Inshallah, so Gott will, ist Vassili Golod und Jan Kawelke eine gute Folge zum Islam gelungen. Hamdulilah hatten sie dafür die idealen Gesprächspartner*innen an ihrer Seite. Denn auch wenn die Fakten klar sind - zweitgrößte Weltreligion, ein Gott, heilige Schrift Koran - sind manche Zusammenhänge doch ein bisschen komplex. Zum Beispiel: Wie bringt man Straßenrap und frommen Glauben zusammen? Das haben uns die Ruhrgebiets-Rapper Manuellsen und Sinan-G beantwortet. Zumindest paradox klingt auch das: Muslim*innen in der Christlich Demokratischen Union. Davon gibt es in dieser Folge direkt zwei. Die allererste CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf und die NRW-Staatssekretärin für Integration Serap Güler. Beide sprechen über ihren Glauben und darüber, wie der Islam zur Volkspartei passt. Dass sich das gar nicht ausschließt, wird auch durch die theoretisch-theologischen Ausführungen von der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor deutlich. Ramadan Mubarak an alle Muslim*innen zum Beginn der Fastenzeit - wir wünschen euch eine gesegnete Zeit Von Vassili Golod.
38 Minuten
Ist das Kunstfreiheit oder kann das weg? Darüber reden Salwa Houmsi und Jan Kawelke diese Woche im Rap & Politik Update. Sie besprechen mit der Rapperin und Sprach-Doktorin Lady Bitch Ray das Skandal-Gedicht von Rammstein-Sänger Till Lindemann, rufen bei der BPJM wegen Gzuz an und fragen sich, wie man eigentlich raptechnisch und inhaltlich darauf kommt, im Jahr 2020 noch "schwul" auf "cool" zu reimen. Außerdem reisen sie zu Drill-Rappern, die so hart rappen, dass sie für ihre Texte ins Gefängnis kommen: Bars so hard, they get behind bars. Und sie telefonieren mit dem Bürgermeister von Bietigheim-Bissingen über seine Lieblingsrapper. Spoiler: Shindy, Rin & Bausa. Das alles in der neuen Folge von "Machiavelli Push". Von Jan Kawelke, Salwa Houmsi.
1 Stunde 16 Minuten
Mavi Phoenix ist ein Mann. Und als solcher will der Musiker auch leben und akzeptiert werden - von Freunden, Familie und der Gesellschaft. Dieser Kampf um das eigene Geschlecht ist nicht leicht - denn Mavi ist trans. Das bedeutet, dass sein biologisches Geschlecht und seine Identität nicht übereinstimmen. Vassili und Jan haben mit dem Rapper darüber geredet, wie - und wie schwierig es die Politik den Betroffenen macht. Dieser Prozess frustriert auch Tessa Ganserer. Die Grünen-Politikerin heißt aufgrund des Transsexuellen-Gesetzes immer noch offiziell Markus Ganserer. Das wollte die ehemalige Justizministerin Katarina Barley eigentlich ändern. Gescheitert ist dieser Versuch aber nicht zuletzt am Widerstand aus dem CSU-geführten Innenministerium. Zu den konservativen Werten ihrer Partei steht die bayerische Landtagspräsidentin und CSU-Politikerin Ilse Aigner. Trotzdem hat sie für die Abgeordnete Tessa Ganserer Respekt eingefordert. Warum ist es so schwer, diesen Respekt auch offiziell in ein Gesetz zu übertragen? Und wie progressiv ist die Rap-Szene eigentlich bei diesem Thema? Wie klingt die ausgelebte Identität von Mavi Phoenix auf seinem Album "BoysToys" und was muss in unserer Gesellschaft passieren, damit Menschen wie Mavi und Tessa leben können, wie sie es sich wünschen? All das in der neuen Folge Machiavelli mit Vassili Golod und Jan Kawelke. Von MS-ADMIN.
36 Minuten
Das Update mit Salwa Houmsi & Jan Kawelke. Gute Neuigkeiten in ungewissen Zeiten: Ab heute gibt es jede Woche eure Dosis Machiavelli. Zusätzlich zu unserem geliebten Rap & Politik Podcast starten wir das Format "Machiavelli Push". Ein Update zu aktuellen Debatten & Diskursen - moderiert von Salwa Houmsi und Jan Kawelke. Aber keine Sorge: Vassili wird natürlich seine Gastauftritte haben. Wir müssen also weder auf seine flachen Gags noch auf die Politikkompetenz verzichten. In der ersten Folge schauen wir auf die neuesten Entwicklungen rund um den Anschlag von Hanau. Der Blick geht dabei auf das BKA-Gutachten und die politischen Auswirkungen. Musikalisch hat sich der Anschlag auch ausgewirkt: Seit heute kann man den Charity-Song "Bist du wach?" hören, den der Hanauer Rapper Azzi Memo gemeinsam mit zahlreichen deutschen Rapper*innen zur Unterstützung der Familien der Opfer aufgenommen hat. Außerdem widmen wir uns den kruden, verschwörungsideologischen Aussagen von Xavier Naidoo und seinem Bezug zur Rapszene. Zuletzt wagen wir eine Zeitreise zum ersten wichtigen politischen Rapsong. Let’s push it. Von Jan Kawelke &Salva Benz.
1 Stunde 6 Minuten
Die Welt war vor wenigen Wochen noch eine andere: Wir konnten uns unbekümmert umarmen und vor die Tür treten. Nun ist da Corona, eine Virusinfektion mit rasanter Ausbreitung und mildem bis tödlichen Verlauf. Die Rapwelt reagiert, die Politik steht unter Druck. Alte, nun alberne Grabenkämpfe ruhen. Selbst die Opposition applaudiert der Regierung und Capital Bra mahnt ebenso zur Vernunft wie Bushido. Vassili und Jan haben Stimmen, Songs und Zitate aus Rap und Politik zusammengetragen, haben mit Grünen-Politiker Cem Özdemir und dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher gesprochen. Haben Gedanken von Moses Pelham, Disarstar, KeKe, Danger Dan und Juicy Gay, wie man als Künstler*in mit der Situation umgeht, gesammelt. Klar ist: "Wir sitzen alle in einem Boot", so formuliert es der italienische Rapstar Ghali. Ein wichtiger Gedanke, den auch der Abgeordnete Erik Marquardt in die Welt ruft. Er ist an der türkisch-griechischen Grenze und versucht mit der Kampagne #leavenoonebehind, auf die katastrophale Situation vor Ort aufmerksam zu machen. Viel zu besprechen, aber auch viel Zeit dafür. Bleibt zuhause und bleibt gesund! Von Jan Kawelke.
59 Minuten
In Hanau wurden am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven neun Menschen erschossen. Es ist der schwerste rassistische Anschlag in Deutschland seit vierzig Jahren. Und trotzdem kam er nicht überraschend. Hanau steht am Ende einer Kette von rechtsextremen Taten und Worten: Der versuchte Anschlag auf eine Synagoge in Halle, der Mord an Walter Lübke, der Terror des NSU. Die Namen der Opfer sollen erinnert werden (#saytheirnames) und mahnen nach dieser Tat, nicht zum Alltag überzugehen, sondern "die größte Bedrohung in diesem Land", wie es Innenminister Horst Seehofer formuliert, anzugehen. Wir haben mit den Rappern Azzi Memo und Credibil, den Journalist*innen Miriam Davoudvandi und Rooz sowie der Politikerin Sawsan Chebli darüber gesprochen, wie Rassismus in unserer Gesellschaft wirkt, sich verbreitet – und am Ende tötet. Und wir haben den Blick nach vorne gerichtet: Was muss sich in Deutschland verändern? Was kann Rap dazu beitragen? Welche Verantwortung tragen Medien? Und wie lauten die politischen Antworten auf diese Tat? Von Golod/Kawelke.
1 Stunde 10 Minuten
"Weiße Menschen sollten erstmal zuhören", sagt Megaloh bei der Machiavelli-Liveshow in Berlin. Deswegen haben Vassili Golod und Jan Kawelke es bei dieser Folge getan. Sie haben Megaloh zugehört. Der Rapper hat mit "BSMG" ein Album zum Empowerment schwarzer Menschen in Deutschland geschrieben und sagt: "Das größte Problem ist, dass diskutiert wird, ob es Rassismus gibt." Sie haben Aminata Touré zugehört. Die Grünen-Politikerin ist die jüngste Vizepräsidentin eines Landtages in der Bundesrepublik. Von Machiavelli.
59 Minuten
Das Feuilleton liebt sie genauso wie die Frankfurter. Celo und Abdi sind Mainhattan-Helden und bundesweit berüchtigt. Zu verdanken haben sie das ihrer Dynamik, dem wilden Assozieren in ihren Songs und im Gespräch. Wenn es zum Beispiel um ihre Arbeit im Callcenter geht, um Reisen in die Heimat ihrer Eltern, um den deutschen Pass, den Celo nie bekommen hat und deutsche Kindergeburtstage - zu denen die beiden nie eingeladen wurden. Dem Begriff "Diaspora" haben die Frankfurter ein Album gewidmet. Grund genug, sich diesen schwammigen Begriff mal genauer anzuschauen. Von Machiavelli.
1 Stunde 17 Minuten
Über Sex reden ist oft gar nicht so leicht. Also haben sich Vassili Golod und Jan Kawelke dafür die maximal unangenehmste Situation ausgesucht: Auf ihrer Live-Show in Köln vor 150 fremden Menschen und Teilen ihrer Familie sprechen die beiden über Sex. Eine ähnlich radikale Idee hatte nämlich die Antilopen Gang. Die Rap-Crew aus Düsseldorf besingt in ihrer aktuellen Single "Bang Bang" das Erste Mal. Und das lief ganz anders als das, was man sonst so aus Rapsongs über Sex kennt. Perfekte Gesprächspartner also, um dem mal nachzufühlen. Warum ist es so schwer über Sex zu sprechen, obwohl es doch so wichtig ist? Welche Rolle spielt Sex in Raptexten und welchen Einfluss hat das? Und: Wie wurden wir aufgeklärt und wie ginge es vielleicht besser? Das weiß vor allem eine: Clare Devlin. Sie ist Moderatorin beim Instagram-Kanal "Mädelsabende" und hat sich viel mit Sexualität & Aufklärung auseinandergesetzt. Außerdem mit dabei, wie auf jedem Tour-Termin: Rapjournalistin und DJ Salwa Houmsi. Von Machiavelli.