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Atti-Tune Archiv
52 Episoden
56 Minuten
Alle paar Wochen steht Kathrin Feldmann auf dem Münchner Odeonsplatz. Gemeinsam mit einem Haufen Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichsten Genres führt sie streng genommen eine Versammlung durch, die ist nämlich auch erlaubt in Corona-Zeiten. Doch Passanten werden es als das wahrnehmen, was es eigentlich ist: Ein Open-Air-Konzert. Es werden Lieder vorgetragen – von Beethovens "Ode an die Freude", Abbas Klassiker "Thank you for the music" bis zum Gefangenenchor aus "Nabucco". Kathrin hatte als Musikerin und Therapeutin mit der ersten Veranstaltung das erste Open-Air-Klassik-Konzert in München seit dem Lockdown inittiert. Weil sie was zu sagen hatte – wie viele andere Musikerinnen und Musiker auch: Wenn es nicht mehr möglich ist, Musik zu spielen, dann geht ein wertvolles Stück unserer Kultur verloren.
1 Stunde 2 Minuten
Schlawindl heißt eine bayerische Band, die Rockmusik für Kinder macht. Und vermittelt den Kids damit auch eines: Haltung zeigen. Ein Song heißt "Wir stehen nicht auf Rassismus", das Video dazu hat die Band mit Schülerinnen und Schülern von ortsnahen Schulen aufgenommen. Andi Starek heißt der Kopf der Band. Neben seiner Musik ist Andi auch sehr engagiert beim Verein Orienthelfer e.V., 2012 gegründet vom Kabarettisten Christian Springer. Mehrere Reisen in den Libanon hat er in dem Rahmen des Vereins schon unternommen – und dort eindrückliche Erfahrungen mit Geflüchteten aus dem Syrien-Krieg gemacht, die durch seine Arbeit für Schlawindl, durchs Songwriting für Kinder letztlich ihr Ventil bekommen.
12 Minuten
Für viele Musikerinnen und Musiker ist es zur Zeit schwierig über die Runden zu kommen. An ein Einkommen durch Auftritte, durch Gagen ist in diesen Wochen nicht mehr zu denken. Die Münchner Glockenbachwerkstatt hat da eine Möglichkeit gefunden, immer noch Bands spielen zu lassen. Und damit haben einige Künstlerinnen und Künstler bisher ein deutlich größeres Publikum erreichen können als vor Corona. Ich hab mich mit Andy Alt von der Glocke unterhalten.
55 Minuten
Fortschrott ist eine Band, die sich in den siebzieger Jahren gegründet hat, erst auf der Straße gespielt hatte, dann immer wieder auf Bühnen im In- und im Ausland. Auch bei vielen Demonstrationen haben sie den Background für die Sprechchöre der Demonstrant*innen geliefert. Zuletzt haben sie vor allem für die Klimaaktivist*innen von Fridays for Futures gespielt. Die Coronakrise verhindert im Moment, dass die Klimastreiks auf den Straßen - und damit auch die musikalische Unterstützung durch Fortschrott – weitergehen können. Uli, der von Anfang an dabei war, ist aber zuversichtlich, dass wir alle aus der Coronazeit etwas lernen werden: So zum Beispiel dass wir die Wirtschaft soweit umsteuern, dass auch sie klimafreundlich und nachhaltig sein kann.
26 Minuten
Wieder eine Episode über Musikerinnen und Musiker in der Coronazeit: Diesmal wollte ich mehr wissen über die Aktion einer Bamberger Nachbarschaft. Mitte März haben in einer Straße dort alle Nachbarn gemeinsam ein Lied für Italien gesungen - und auf YouTube gestellt. Und schwupps: Auf einmal sprach das ganze Land über diese Bamberger. Ich interviewte den Anwohner, der es auf YouTube hochgeladen hatte.
12 Minuten
Benni Benson ist Singer-Songwriter aus Augsburg. Er hatte gemeinsam mit zwei anderen befreundeten Musikern ein Projekt initiiert, bei dem sich Laien-Ukulele-Spieler*innen in einem Wirtshaus einmal im Monat treffen, um zusammen ein paar Cover-Songs zu spielen. Ein klasse Projekt, mehr dazu in der Episode 13 vom März diesen Jahres. Jetzt aber muss KaraUke gerade Corona-Pause machen. Wirtshäuser, Kneipen haben gerade geschlossen. Aber Benni lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Er macht weiter, dann geht halt das Mitmach-Projekt jetzt mal digital. In dieser Episode erzählt er Euch auch wie. MusikerInnen mit Haltung
21 Minuten
Was machen jetzt Musikerinnen und Musiker, die von der Musik gelebt haben und die in den nächsten Wochen und vielleicht auch Monaten auf ihr gesamtes Einkommen verzichten müssen? Gudrun Walther ist Violinistin, ich hab sie in der Episode 10 interviewt. Da ging es um ihre Band Deitsch, für die sie gemeinsam mit ihrem Bandkollegen Jürgen Treyz verschollene Volkslieder aus Archiven ausgegraben hatte und somit altes Kulturgut wieder zum Leben erwecken konnte. Jetzt blieb Gudrun aber auch in Coronazeiten aktiv – und das in eigenem Interesse: Sie hat mit der Musikerin Sabrina Palm über Nacht eine Intiative gestartet, die anderen Musikern und Veranstaltern in der gegewärtigen Situation ein bisschen helfen will: Unter dem Hashtag #AktionTicketBehalten wollen sie Gäste von ausgefallenen Konzerten aufrufen, das Geld für die Tickets zu spenden. An die Künstler und an die Veranstalter.
1 Stunde 2 Minuten
5000 Miles nennt sich eine Band aus Langenfeld in NRW, der Musikerinnen und Musiker angehören aus Deutschland, aus Holland, aus dem Iraner, Irak, aus der Ukraine, aus Syrien und aus Afghanistan: Deutsche musizieren mit Geflüchteten. Die Band ist aus einem Projekt heraus entstanden, bei dem sich Anfang 2016 ein paar engagierte Deutsche mit Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern regelmäßig trafen, um gemeinsam in einem Chor zu singen. Freundschaften wurden geknüpft, man half sich aus bei diversen Alltagsfragen, die Geflüchteten lernten die deutsche Sprache. Jetzt ist die Band 5000 Miles sehr gefragt – auch wegen ihres tollen interkulturellen Sounds.
Die Aufzeichnung fand statt am 2.3.2020.
Die Aufzeichnung fand statt am 2.3.2020.
1 Stunde 1 Minute
Musik kennt keine Grenzen, Musik wirkt wie eine Sprache, die jeder Mensch spricht. Egal woher man kommt und wo man lebt. Auch aus diesem Grund verbringen Mitglieder des deutschen Vereins Musiker ohne Grenzen e.V. mehrere Monate im Ausland, in Ecuador, in Jamaica, in Ghana, auch in sozialen Brennpunkten dort vor Ort. Dort lehren sie Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen, gelegentlich auch Erwachsenen das Musizieren, sie helfen beim Gründen von Bands und begleiten sie bei den Proben bis hin zum Auftritt. Seit 2008 gibt es den Verein, ich sprach mit Lena Priesmeier über ihre Reise nach Ecuador, auf die Galapagosinseln, über ihre Arbeit als Projektleiterin, außerdem schult sie Musikerinnen und Musiker, bevor sie ihre Reise ins Ausland antreten werden. Wer also Lust hat, daran mal teilzunehmen, hört rein: Lena erzählt, wie es ist, welche Erfahrungen sie gesammelt hat und wie wertvoll sie für sie sind.
54 Minuten
Benni Benson, Singer- Songwriter aus Augsburg hat einen ganz erstaunlichen Weg hinter sich: Vor ein paar Jahren war er, wie er selbst sagt, eine Rampensau. Er hat die Bühne schlicht geliebt. Lebte vom Applaus. Das hat sich geändert. Er und seine Musikerfreunde Michi und Jakob haben nämlich im Herbst 2019 in Augsburg ein Projekt ins Leben gerufen, dass es dort und auch in vielen anderen Orten Deutschlands noch nicht gab: KaraUke ist der Titel – das steht für Karaoke mit Ukulele. Einmal im Monat findet ein KaraUke-Abend in Augsburg statt. Dazu versammeln sich mehr oder weniger begabte Ukulele-Spielerinnen und -Spieler in einer Kneipe und dann wird gespielt: Hits aus den letzten Jahrzehnte bunt durchmischt. Und alle singen mit. Das Publikum ist also die Band, kein Rockstar wird bejubelt, sondern die Musiker bejubeln sich selbst. Und die frühere Rampensau Benni ist somit nur noch einer von vielen. Wie er auf die Idee gekommen ist und was dahinter steckt, könnt ihr hören in der neuen Episode von Atti-Tune.
53 Minuten
Der Musiker Geoff Berner hat mehrmals dort gespielt, war von Anfang an begeistert von der Idee des Projekts und hat jetzt einen Song darüber geschrieben und ein ganzes Album entsprechend betitelt: Grand Hotel Cosmopolis - das Augsburger Vorzeigeprojekt für Integration. Ein leerstehendes Altenheim wurde umgebaut zu einem Hotel für zahlende Gäste und gleichzeitig als Unterkunft für Geflüchtete, die dort friedlich miteinander leben. Berner ist Jude und hat andere Beziehungen zum Thema Flucht als viele andere Menschen. Ein Grand Hotel für Geflüchtete – und dann auch noch in Deutschland! In diesem Podcast erzählt er, wie er auf die Idee gekommen ist und warum sein Album diesen Titel verdient hat. Der Kanadier Geoff Berner ist zum einen Musiker, hat bereits mehrere Alben aufgenommen, Klezmer-Punk nennt er seinen Stil. Außerdem ist er auch in der Politik aktiv, früher bei den kanadischen Grünen, heute bei einer neu gegründeten Partei.
1 Stunde 11 Minuten
Einmal einen Song auf der Bühne vor Publikum singen – das ist für viele Menschen ein Traum. Einige von ihnen hätten auch das Zeug dazu, nur keine Möglichkeiten das mal zu versuchen. Gut, es gibt die klassischen Casting-Shows – aber die folgen strikten Regeln: Wer mal einen schlechten Tag erwischt ist sofort raus. Und am Ende wird ein Sieger gekürt. Das will die Band von dem Musik-Projekt „Sing ein Lied in Deiner Stadt“ so nicht hinnehmen. Michael Metzger, der Bandleader und Musiktherapeut hat deshalb ein Projekt initiiert, bei dem Sängerinnen und Sänger die Möglichkeit bekommen sich zu bewerben mit einer kurzen Gesangsprobe, aufgenommen mit dem Smartphone. Dann steht eine Band bereit, sie zu begleiten – vor Publikum. Braucht es dazu Mut? Vielleicht. Bisher hat noch niemand gekniffen.
52 Minuten
Deitsch ist ein Volksmusik-Ensemble, das sich zum Ziel gesetzt hat, alte traditionelle deutsche Musik wieder zum Leben zu erwecken. Und dabei steht nicht im Vordergrund, dass die Musikerinnen und Musiker von Deitsch ihrer deutschen Heimat wieder musikalisch Platz verschaffen wollen. Nein, es geht ihnen in erster Linie darum, ihrem Publikum zu zeigen, dass deutsche Volksmusik europäische Volksmusik ist. Sie spielen auf ihren Alben Stücke, die eine lange Geschichte mit sich tragen, in denen sich - wenn man genau hinhört - verschiedene Kulturen aus verschiedenen Ländern vermischen - und in unseren Ohren immer noch vertraut klingen. Gudrun Walther und Jürgen Treyz erzählen in dieser Episode über deren Ursprungsideen und über ihr zwiespältiges Gefühl bei dem Begriff Heimat.
44 Minuten
Integration einmal anders herum: Das macht die Band "Kent Coda". Sie besteht hauptsächlich aus zwei Migranten, einer kommt aus Österreich, der andere aus der Türkei. Und obwohl sie in Köln leben, singen sie auf Türkisch. Aber nicht nur für Fans unter den Deutschtürkinnen im Deutschtürken. Auch oder gerade für Fans, für die Türkisch eine Fremdsprache ist, die sie vielleicht nie versucht haben zu lernen. Und das Fremde ist in ihrer Musik außerdem noch durchaus tanzbar. Die Texte befinden sich übersetzt auf Deutsch in den Booklets ihrer Alben. Das kann man Integration nennen, oder auch: Das Beste aus zwei Kulturen.
46 Minuten
Vier tolle Bands, Musiker und eine Label-Managerin hab ich Euch in den letzten Monaten vorstellen können. Hier noch mal der Zusammenschnitt aus den Interviews mit Jeremy Cunningham von den Levellers, mit Michal und Thabet von der Banda Internationale, mit Bianca vom Label Dackelton und mit Franz Himpsl von der Unterbiberger Hofmusik.