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Atti-Tune Archiv
52 Episoden
52 Minuten
Zainab hat schon als Kind Musik gemacht – und sie war gut darin! Bei „Jugend musiziert“ hatte sie auf der Blockflöte den ersten Platz geholt. Die Folge: Eine Sehnenscheidenentzündung. Sie sah die Nachteile vom professionellen Musizieren. Was sie mit Musik eher schaffen wollte: Sie wollte Menschen helfen. Sei es mit sozialen Projekten für Geflüchtete auf der Insel Lesbos, sei es bei einer Studienreise nach Indien, wo sie mit Kindern aller Schichten gemeinsam musizierte. Sie ist Musiktherapeutin, im Moment leitet sie wöchentlich das Projekt „Music of hope“ in Dortmund, wo hauptsächlich Geflüchtete gemeinsam spielen – im Podcast Atti-Tune erzählt sie über Empowerment durch Musik.
1 Stunde 1 Minute
Bandmitglieder von 2 Bands aus Großbritannien durfte ich in den zwei Jahren interviewen, die beide einer Szene angehören, die ich nur den Britischen Inseln zuordne: Jez Cunningham, Bassist von den Levellers war der eine Gesprächspartner und Dan Booth von The Ferocious Dog war der andere. Jez erzählt über das Musikfestival, das die Levellers selbst gegründet haben, mit dem die Band seit vielen Jahren ihre Community versammelt und wo außer den Levellers auch viele andere Bands spielen – ohne große Werbung und sehr familienfreundlich. Eine der Bands, die dort öfter zu Gast ist, ist The Ferocious Dog. Sie machen ganz ähnliche Musik und haben vermutlich recht ähnliche Fans wie die Levellers. Dan erzählt mir über die Entstehung der Band und über seinen Bruder Lee, der traumatisiert von einem Militäreinsatz in Afghanistan zurückkehrte und sich das Leben nahm. Auch Lees Schicksal hat die Band, hat deren Songs geprägt. Jez und Dan kennen sich beide gut, zuletzt hatten sie geplant, einen gemeinsamen Podcast zu produzieren.
1 Stunde 12 Minuten
Asmir alias Chaspa ist ein Mensch, der sowohl als Musiker, als Künstler, als Organisator, als Sozialarbeiter und als Netzwerker in jeder Funktion eines nicht außer Acht lässt: Haltung zu zeigen! Er ist in Bosnien-Herzegowina aufgewachsen, hat als Jugendlicher zum ersten Mal in Garagen in Bands gespielt, wo er und seine Freundinnen und Freunde nicht von Granaten getroffen werden konnte. Als Teenie spielte er in einer Band, die hatte den Namen „Holocaust“, später hat sie sich umbenannt zu „Srebrenica“ – früh hat er somit gelernt, was „Attitude“ bedeutet. Im Atti-Tune-Podcast erzählt er vieles über seinen musikalischen Werdegang und warum er Bosnien verlassen hat und jetzt in München lebt.
53 Minuten
Markus „Marcanus“ Reiser ist ein Musiker, der schon in vielen Bands das Keyboard bedient hat und damit auch recht erfolgreich war, er spielte unter anderem in den 90ern auch in der Band „Heinrich beats the drum“. Doch vor einigen Jahren entdeckte er das Didgeridoo. Davon war er so fasziniert, komponierte Songs mit dem Didgeridoo, häufig mit einem Hang zum Mystischen. Jetzt ist sein Solo-Album erschienen. Markus erzählt über die Entstehungsgeschichte des Albums, über seine Erfahrungen beim gleichzeitigen Spielen von Didgeridoo und Keyboard – und er gibt einen Einblick in seine Didgeridoo-Workshops in der neuen Episode meines Atti-Tune-Podcasts.
1 Stunde 10 Minuten
Das Freiburger Orchester con anima ist ein Orchester, indem grundsätzlich jede und jeder mitspielen kann, unabhängig von der musikalischen Ausbildung und: unabhängig von der Herkunft. 2018 wurde das Orchester gegründet, seither spielen hier Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen, darunter auch Geflüchtete. Einige mussten die Instrumente erst erlernen, wie zum Beispiel Badreesh, der aus Indien stammt und in Freiburg durch das Geigenspiel und im gemeinsamen Musizieren mit dem Orchester auch das Selbstbewusstsein fand, sein Können bei einer Aufführung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich rede mit Badreesh und mit der Musikerin und Gründerin Carola Christ in meinem Podcast Atti-Tune unter anderem über die Gründe, warum das Orchester con anima überhaupt entstand.
56 Minuten
Konstantin Dupelius beschreibt sich auf seiner Webseite mit drei Worten: Klavier, Elektronik und Komposition. Seine Fähigkeiten konnte er bereits durch mehrere Werke beweisen, wie zum Beispiel durch seine Mitarbeit bei der Komposition der Oper "1000 Kraniche" bei den Salzburger Festspielen. Doch er verfolgt mit seiner Arbeit nicht nur musikalische Ziele, sondern auch politische: Bei einem künstlerischen Projekt will er, gemeinsam mit einem Kollektiv, sich mit "zentralen politischen Fragen im internationalen Kontext" auseinandersetzen – und arbeitet mit Künstlerinnen und Künstlern aus Bosnien-Herzegowina und Ruanda zusammen. Wie die Idee entstanden ist, wie die Zusammenarbeit funktioniert erzählt er in dieser Atti-Tune-Podcast-Episode.
41 Minuten
Die britische Folk-Punk-Band Ferocious Dog gibt es eigentlich laut Wikipedia schon seit den 90ern, sie spielten am Anfang Coversongs in den Pubs. Vor ein paar Jahren erst haben sie dann aber ihre ersten Alben veröffentlicht und dann waren irgendwann mal die Pubs zu klein. Sie spielen normalerweise in großen Hallen und bei vielen Festivals in Großbritannien. Außerdem sind die Bandmitglieder, vor allem Sänger und Gitarrist Ken und Geiger Dan sehr engagiert im sozialen Bereich. Das könnte was zu tun haben mit Kens und Dans Familiengeschichte, Ken ist der Stiefvater von Dan. Im Gespräch für diesen Podcast hat Dan dazu einiges erzählt, sehr ehrlich und sehr persönlich über seine Eltern – und über seinen verstorbenen Bruder Lee.
1 Stunde 2 Minuten
David Saam ist ein Alleskönner: Er spielte und spielt immer noch in vielen Bands, hat sich viele Künstlernamen zugelegt und alles mit einem Ziel: Seiner Heimat eine Stimme zu geben, die über alle Generationen auch gehört wird. So hat er auch das jährliche Musikfestival "Antistadl" mitinitiiert, wo Bands aus Franken oder mit Verbindungen zu Franken spielen und er - gemeinsam mit seinem Kompagnon - den Abend moderiert unter den Namen Marihuanne und Kiffae. Das Festival wollte zu Beginn den Musikantenstadl persiflieren, heute sagt David: "Wir haben gewonnen, den Musikantenstadl gibt es nicht mehr". Aber warum macht David das? Das erzählt er im Podcast Atti-Tune.
44 Minuten
Der Wettbewerb in der professionellen klassischen Musik ist oft hart, jede und jeder will immer das Beste zeigen, will beweisen, dass sie oder er grandios musizieren können, dass sie entsprechendes Talent haben. Und dass sie ihren Preis, ihre Bezahlung auch verdient haben. Doch darum geht es den Musicians for solidarity nicht. 5 junge Musikerinnen und ein Musiker haben sich im letzten Jahr zusammengetan, um gegen diesen Konkurrenzdruck ein Zeichen zu setzen. Deren Argument: Wir können alle wunderbar musizieren, aber – wir können auch ohne beruflichen Druck Menschen glücklich machen. Davon profitieren konnten dann Berufskolleginnen oder auch Geflüchtete. Wie und warum erfahrt Ihr im Atti-Tune-Podcast.
1 Stunde 20 Minuten
Die Deutsche Chorjugend schaffte im Lockdown im Frühjahr 2020 einen Rekord: In Koproduktion mit dem Sächsischen Chorverband bewegte sie über 1.000 Sängerinnen und Sänger dazu, an Deutschlands größtem virtuellen Chor teilzunehmen, um das neu komponierte Stück "#zusammenSINGENwirSTÄRKER" zu vertonen – seit Anfang Mai ist der Chor online abrufbar. Im Herbst wurden sie dann auch mit dem Opus Klassik geehrt mit dem Sonderpreis für die "herausragende Kreativleistung während der Pandemie". Nina Ruckhaber und Maximilian Stössen von der Chorjugend waren an der Organistation des Ganzen beteiligt und erzählen im Podcast etwas über die Hintergründe und über andere Aktivitäten, mit denen der Verband immer wieder auch gesellschaftspolitische Haltung zeigt.
44 Minuten
Rouddy Kimpioka ist vor einigen Jahren als Geflüchteter aus dem Kongo auf der griechischen Insel Lesbons gestrandet. In seinem Heimatland hat er die Musik gebraucht – auch als Mittel der Flucht aus der dortigen Situation. Auf Lesbos suchte er sich dann andere Geflüchtete, die einen ähnlichen Hintergrund hatten. Gemeinsam mit Einheimischen stareteten sie das Band-Projekt RAD Music International. Rouddy lebt immer noch auf Lesbos, das Band-Projekt war auch im Krisenjahr 2020 aktiv und konnte inzwischen einige Fans gewinnen. Doch nicht alle Insel-Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen Rouddy und die anderen musikalischen Geflüchteten ... Rouddy spricht über die Hintergründe und über seine Motivation in diesem Podcast.
1 Stunde 6 Minuten
Andrea Pancur ist eine Allrounderin: Kulturmanagerin, Workshopleiterin und Musikerin, für viele bekannt als Mitglied der bayerisch-jiddischen Musikgruppe Alpen Klezmer. Eines haben ihre verschiedenen Tätigkeiten gemein: Überall spielt ihre Leidenschaft für jiddische Musik und Kultur eine große Rolle. Dabei hat sie selbst keine jüdischen Wurzeln, allerdings slowenische. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, erzählt die Musikerin mit Haltung in meinem Podcast Atti-Tune.
1 Stunde 5 Minuten
Für mehrere Tage wurden Geflüchtete, wie auch Musikerinnen und Musiker aus dem europäischen Ausland eingeladen, um unter Anleiteitung von Workshop-Leiterinnen und Leitern eigene Songs zu Papier zu bringen und sie anschließend auf einer öffentlichen Bühne zu präsentieren. Ich sprach mit Manuela und mit Francesca, die mit der Europäischen Union der Musikwettbewerbe für die Jugend, kurz EMCY, für die Organisation zuständig waren. Eine Stunde lang haben sie sich Zeit genommen, um über dieses faszinierende Projekt zu reden, um von ihren persönlichen, beeindruckenden Erfahrungen mit dem Workshop und mit dem Umgang mit Geflüchteten zu erzählen.
58 Minuten
Zerstört Corona unsere Musik-Kultur? Das war oder ist immer noch eine zentrale Frage von Fans, von Veranstalerinnen und Veranstaltern und von Musikerinnen und Musikern seit einigen Monaten. Ich hatte mich ab März immer wieder Mal mit einigen von ihnen unterhalten, außerhalb der üblichen Episoden und dazu jeweils kürzere Podcasts veröffentlicht. In dieser Sommerepisode habe ich ein paar Gespräche zusammengeschnitten – als fast schon zeitgeschichtlicher Rückblick auf die erste Jahreshälfte 2020, in der Musikerinnen und Musiker Haltung zeigen mussten, auch um weiter zu bestehen. Die Band Deitsch, das Projekt "Sing ein Lied in Deiner Stadt", die Glockenbachwerkstatt und ein Bamberger Nachbarschaftsprojekt erzählen, wie sie mit der Situation umgegangen sind.
1 Stunde 9 Minuten
Die Band Lucile and the Rakibuam hätte im Februar spielen solle anlässlich das rechtsextremen Anschlags in Hanau. Doch dann kam Corona. Im Juli konnten sie es dann nachholen, mit Erfolg. Ich habe mich mit dem Sänger und Perkussionisten Tuncay Acar eine Stunde lang unterhalten, der mit dem Konzert öffentlich zeigte, dass wir solche Themen nicht einfach ignorieren dürfen, dass sie weiterhin ihre Relevanz behalten – trotz Pandemie. Tuncay ist in München stadtbekannt als Musiker aber auch als Veranstalter. In dem Gespräch plädiert er offen für einen Kampf gegen Rassimus, bei dem wir vergessen müssen, erst bei den rechtsextremen Attentätern anzufangen ...