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SAGEN, WAS IST - Constantin Schreiber Archiv

173 Episoden
15 Minuten
Deutschland ist nach einem aktuellen ranking angeblich eines der besten Länder der Welt – doch Millionen Deutsche würden wahrscheinlich widersprechen. Wie kann beides gleichzeitig stimmen? Wir schauen uns an, wie solche Rankings entstehen, welche Kriterien sie verwenden – und vor allem, was sie konsequent ausblenden. Denn vielleicht sagen diese Listen am Ende mehr über ihre Macher aus als über Deutschland.
33 Minuten
Polizisten sprechen von „Alarmstufe dunkelrot“, von Handgranaten, Messerangriffen und einem Staat, der vielerorts nur noch verwaltet statt handelt. Liv von Boetticher hat über Jahre mit Beamten aus ganz Deutschland gesprochen – und dabei Dinge erfahren, die selten öffentlich werden. Was Polizisten hinter verschlossenen Türen erzählen, unterscheidet sich oft deutlich von dem, was offiziell kommuniziert wird. Wer verstehen will, warum die Stimmung in Polizei und Sicherheitsbehörden so angespannt ist, sollte dieses Gespräch unbedingt hören. Denn es wirft eine unbequeme Frage auf: Wissen wir eigentlich noch, was in Deutschland wirklich passiert?
9 Minuten
Shit happens - aber der Totalausfall der Bahn gestern Abend offenbart ein großes Problem: Man kann sich auf die Bahn nicht mehr verlassen. Und das ist dramatisch. Seit 2011 fahre ich regelmäßig Bahn – und ich wollte das eigentlich immer weiter tun. Jetzt musste ich entscheiden: Es geht nicht mehr.
8 Minuten
Ist Deutschland ein besonders unfreundliches Land? Viele Menschen haben zumindest dieses Gefühl – sei es im Alltag, im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder im Umgang mit Behörden. Oft entsteht der Eindruck, dass die Geduld abgenommen hat, der Ton rauer geworden ist und gegenseitige Rücksicht immer seltener wird. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Menschen tatsächlich unfreundlicher geworden sind oder ob Stress, Zeitdruck und gesellschaftliche Spannungen unsere Wahrnehmung beeinflussen. Denn Freundlichkeit zeigt sich nicht nur in großen Gesten, sondern oft in kleinen Dingen: einem Lächeln, einem Dankeschön oder etwas mehr Gelassenheit im Umgang miteinander. Wenn viele Menschen den Eindruck haben, dass das gesellschaftliche Klima kälter geworden ist, sollte diese Wahrnehmung ernst genommen werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie können wir wieder zu mehr Freundlichkeit, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung im Alltag finden?
7 Minuten
Ich bin kein Pessimist, sondern Realist, und ich glaube, dass Probleme nur gelöst werden können, wenn man sie klar benennt. Zu oft wurden Missstände in Deutschland so vorsichtig beschrieben, dass ihr tatsächliches Ausmaß kaum noch erkennbar war. Deshalb spreche ich über Themen wie Migration, Islamismus, Meinungsfreiheit, Bildung, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt – auch dann, wenn sie unbequem sind. Mein Ziel ist nicht, Deutschland schlechtzureden, sondern einen Beitrag zu einer ehrlichen Debatte zu leisten. Denn ich bin überzeugt, dass eine Demokratie davon lebt, dass schwierige Fragen offen diskutiert werden können. Die Lage in vielen Bereichen ist ernst, und Wegschauen wird sie nicht verbessern. Gerade deshalb hoffe ich, dass wir das Ruder noch herumreißen können – aber dafür müssen wir zuerst den Mut haben, die Realität anzuerkennen.
28 Minuten
Professorin Susanne Schröter gilt als eine der profiliertesten Stimmen in der deutschen Islamismusforschung. Bis zu seiner Schließung leitete sie das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. In meinem Gespräch mit ihr ging es um das Phänomen des sogenannten „Islamo-Gauchism“ – also die ideologische Nähe zwischen Teilen der radikalen Linken und islamistischen Gruppen an westlichen Universitäten. Schröter schilderte, wie sich an manchen Hochschulen Bündnisse bilden, in denen Identitätspolitik, Antikolonialismus und religiöser Fundamentalismus miteinander verschmelzen. Dabei sprach sie auch über den wachsenden Druck auf Wissenschaftler und Studierende, die bestimmte Positionen öffentlich hinterfragen. Besonders kontrovers diskutierten wir die Rolle von Aktivismus auf dem Campus und die Grenzen akademischer Debattenfreiheit. Das Gespräch zeigt, warum die Auseinandersetzung mit ideologischen Allianzen an deutschen Universitäten zunehmend gesellschaftliche Relevanz bekommt.
8 Minuten
Die SPD steckt nicht nur in einer Umfragekrise, sondern hat vor allem ein großes Personalproblem.

Mit historisch schlechten Werten verliert die Partei zunehmend ihr politisches Profil und wirkt orientierungslos.

Lars Klingbeil erscheint vielen eher als Machtmanager ohne klare sozialdemokratische Linie.

Bärbel Bas wiederum wirkt auf viele Wähler spröde, unsympathisch und gleichzeitig belehrend statt verbindend.

Auch Boris Pistorius profitiert bislang vor allem vom Vergleich zu schwächeren Vorgängern, ohne die strukturellen Probleme der Bundeswehr sichtbar gelöst zu haben.

Die Partei sendet insgesamt mehr Verwaltungsroutine als politische Vision aus.

Während AfD und Union klare Konflikte und Figuren anbieten, fehlt der SPD eine überzeugende Erzählung und glaubwürdige Autorität.
8 Minuten
Immer weniger Menschen in Deutschland wissen heute noch, was christliche Feiertage wie Pfingsten eigentlich bedeuten. Während Weihnachten und Ostern zumindest kulturell noch präsent sind, verliert das Christentum insgesamt seit Jahren massiv an gesellschaftlicher Bedeutung. Die beiden großen Kirchen verlieren Millionen Mitglieder, Kirchen werden geschlossen und gerade junge Menschen wachsen oft kaum noch religiös auf. Deutschland entwickelt sich damit zunehmend zu einer postchristlichen Gesellschaft. Viele Menschen empfinden die Kirchen heute außerdem als zu politisch, zu zeitgeistig und zu sehr an aktuelle gesellschaftliche Debatten angepasst, statt spirituelle Orientierung zu bieten. Aktionen auf Kirchentagen oder politische Aktivismusformen verstärken bei manchen den Eindruck, dass die Kirchen ihr eigentliches religiöses Profil verloren haben. Hinzu kommen die schweren Vertrauensverluste durch Missbrauchsskandale sowie die allgemeine Säkularisierung westlicher Gesellschaften. Wahrscheinlich endet das Christentum in Deutschland deshalb nicht vollständig – aber seine Rolle als prägende kulturelle und gesellschaftliche Kraft verschwindet zunehmend.
9 Minuten
Zum Pfingstwochenende ist es deutschlandweit sonnig und warm. Und schon wird erneut intensiv vor dem Klimawandel gewarnt. Klimaangst ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt, obwohl das Land klimatisch eigentlich eher zu den kühleren Regionen der Welt gehört. Der Grund dafür liegt weniger im Wetter selbst als in der deutschen Mentalität und politischen Kultur. Deutschland hat historisch eine außergewöhnlich starke Tradition moralischer Selbstreflexion entwickelt und behandelt viele gesellschaftliche Fragen nicht nur pragmatisch, sondern ethisch. Genau deshalb wurde Klimaschutz hier zu weit mehr als bloßer Umweltpolitik – nämlich zu einer Art gesellschaftlichem Moralprojekt. Gleichzeitig hatten die Grünen in Deutschland deutlich größeren kulturellen und politischen Einfluss als vergleichbare Parteien in den meisten anderen größeren Staaten. Hinzu kommt, dass deutsche Gesellschaft und Medien generell sehr sensibel auf Risiken, Unsicherheit und mögliche Zukunftsgefahren reagieren. In wohlhabenden und stabilen Ländern entsteht außerdem mehr Raum für langfristige Zukunftsängste und identitätsstiftende Debatten. Deshalb ist der Klimawandel in Deutschland heute nicht nur ein naturwissenschaftliches Thema, sondern eng mit Fragen von Moral, Verantwortung und gesellschaftlichem Selbstverständnis verbunden.
46 Minuten
Der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter spricht mit Constantin über die großen Krisenherde unserer Zeit: Ukraine, Israel, Taiwan. Dabei geht es auch um die Frage: Wie bedroht ist Deutschland und warum sind Umfragen zufolge so wenige Deutsche bereit, ihr Land im Ernstfall zu verteidigen? Eine mögliche Erklärung: Eine Entfremdung zwischen Staat und Volk wegen der aktuellen Politik. Auch deshalb rücke Deutschland als "mental schwächstes Land" zunehmend in den Fokus autoritärer Staaten.
12 Minuten
Teile der westlichen Linken betrachten Israel heute nicht mehr als demokratischen Staat, sondern als Symbol westlicher Macht, kolonialer Unterdrückung und nationaler Selbstbehauptung. Diese Sichtweise entstand vor allem seit den 1960er Jahren unter dem Einfluss antikolonialer und postkolonialer Theorien, etwa durch Edward Saids Werk „Orientalism“ (1978). Im postkolonialen Weltbild gelten die Palästinenser als Opfer und Israel als Täter — historische Komplexität tritt dabei oft in den Hintergrund. Daraus entstand eine ideologische Nähe zwischen Teilen der radikalen Linken und islamistischen Bewegungen, die zwar unterschiedliche Motive haben, aber denselben Gegner: Israel und den Westen. Besonders paradox ist dabei, dass progressive Aktivisten häufig Bewegungen unterstützen, deren Werte — etwa in Fragen von Frauenrechten oder Homosexualität — den eigenen fundamental widersprechen. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 zeigte sich diese ideologische Verzerrung besonders deutlich, als Teile westlicher Hochschulmilieus die Gewalt relativierten oder Israel selbst verantwortlich machten. Kritiker sehen darin eine neue Form des Antizionismus, der sich moralisch progressiv gibt, aber antisemitische Denkmuster reproduziert. Am Ende verbindet diese Allianz keine gemeinsamen liberalen Werte, sondern vor allem die gemeinsame Ablehnung des Westens und seiner politischen Ordnung.
31 Minuten
Im Gespräch mit Constantin geht "Deutschlands oberste Lehrerin", Susanne Lin-Klitzing, die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, auf die von der AfD geforderte Abschaffung der Schulpflicht ein. Außerdem kritisiert sie, dass immer mehr Erziehungsaufgaben, die eigentlich in der Verantwortung der Eltern liegen, auf die Schule abgewälzt würden. Und es geht um Schulnoten. Eine Eins würde heute tatsächlich viel schneller vergeben, als früher. "Gute Noten sind politisch gewollt," so Lin-Klitzing, seien aber eigentlich gar nicht im Sinne der Schüler.
9 Minuten
Karl Lauterbach fordert, die WHO solle wegen der Klimakrise einen globalen Gesundheitsnotstand ausrufen – doch ist das politisch wirklich klug? Denn die permanente Alarmrhetorik schreckt viele Menschen inzwischen eher ab. Während Krieg, Inflation, hohe Mieten und wirtschaftliche Sorgen den Alltag prägen, wirkt die Forderung nach einem neuen „Notstand“ für viele Bürger wie ein Zeichen politischen Realitätsverlusts. Gleichzeitig hat die Klimabewegung in den vergangenen Jahren massiv an Vertrauen verloren – durch Straßenblockaden, moralische Überheblichkeit und antisemitische Entgleisungen einzelner Aktivistenmilieus. Warum wird Klimapolitik heute oft mit Verzicht, Angst und gesellschaftlichem Druck verbunden? Weshalb wächst die Skepsis gegenüber immer drastischeren Forderungen? Und warum könnte genau diese Strategie am Ende sogar dem Klimaschutz selbst schaden? Eine multiperspektivische Analyse über politische Kommunikation, gesellschaftliche Stimmung und die Frage, warum Lauterbachs Vorstoß zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kommt.
11 Minuten
Was passiert eigentlich, wenn die AfD eine Landtagswahl gewinnt – aber trotzdem niemand regieren kann? Ein Szenario, das Deutschland im Herbst droht: nämlich eine politische Blockade in Sachsen-Anhalt nach einem möglichen AfD-Sieg. Was bedeutet es, wenn weder die AfD noch ein Anti-AfD-Bündnis eine stabile Mehrheit bekommen? Wie würde eine geschäftsführende Übergangsregierung funktionieren – und wie lange könnte ein Bundesland überhaupt ohne echte politische Führung auskommen? Es geht um die Folgen für den Bundesrat, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Bundesregierung und die Stabilität des politischen Systems insgesamt. Außerdem um die Frage, ob die bisherige „Brandmauer“ gegen die AfD unter massivem Druck geraten könnte. Und genau deshalb könnte ein solcher Zustand weit mehr verändern als nur die Politik in Sachsen-Anhalt.
8 Minuten
Die AfD erreicht neue Rekordwerte, die Union stürzt ab, und laut aktueller INSA-Umfrage sorgen sich inzwischen 84 Prozent der Deutschen um die Zukunft des Landes.Warum passiert das?Seit Jahren wird darüber diskutiert: Migration, soziale Medien, Protestwahl, Vertrauensverlust. Aber vielleicht ist die Antwort viel einfacher. Die Menschen haben zunehmend das Gefühl, dass Deutschland sich in einem langfristigen Abschwung befindet. Wirtschaftlich. Gesellschaftlich. Politisch. Kulturell.Und vor allem: Dass das erst der Anfang ist.Und genau das ist die eigentliche Triebkraft hinter dem Aufstieg der AfD: die wachsende Sorge vor der Zukunft. Das Gefühl, dass sich Probleme nicht mehr lösen, sondern verschärfen. Dass der Staat an Grenzen stößt. Dass die goldenen Jahrzehnte vorbei sein könnten.Wie das Grollen eines Wasserfalls in der Ferne, das immer lauter wird.Und diese Sorge ist nicht unbegründet. Konkrete Zahlen und Entwicklungen belegen:– die wirtschaftliche Stagnation Deutschlands– die Belastung der Sozial- und Rentensysteme– die Folgen der Babyboomer-Rente– steigende Staatsausgaben und Schulden– den Vertrauensverlust in Politik und Institutionen– die Angst vieler Menschen vor Kontrollverlust und AbstiegDie Stärke der AfD entsteht nicht nur aus Wut oder Protest. Sondern aus einer tiefen Verunsicherung über die Zukunft Deutschlands. Und dem Gefühl, dass die Politik für die Zukunft keinen Plan hat.
SAGEN, WAS IST - Constantin Schreiber

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