Zum Auftakt von „Autorität im Dialog“ sprechen Martin Fellacher und Martin Lemme miteinander über die Erfahrungen und Fragen, aus denen dieser Podcast entstanden ist. Ausgehend von der Beobachtung, dass echtes Zuhören in gesellschaftlichen und politischen Debatten zunehmend verloren geht, fragen sie: Wie können wir unterschiedlichen Perspektiven begegnen, ohne vorschnell zu urteilen? Wie bleiben wir in Beziehung und zugleich klar, wenn Grenzen verletzt werden? Und was bedeutet es, Autorität nicht über Macht und Kontrolle, sondern über Präsenz, Verantwortung und gewaltfreien Widerstand zu gestalten? Beide Hosts erzählen von ihren persönlichen Wegen zur Neuen Autorität – von Jugendarbeit, Jugendhilfe und der Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen bis zu prägenden Begegnungen mit dem Konzept von Haim Omer. Sie sprechen darüber, wie diese Haltung ihre berufliche Praxis und ihren Blick auf Menschen verändert hat. Dabei kommen auch mögliche Fehlentwicklungen zur Sprache: Methoden des gewaltfreien Widerstands können selbst gewaltvoll eingesetzt werden, wenn die zugrunde liegende Haltung fehlt. Umgekehrt darf Neue Autorität nicht auf ein bloßes „Wir sind lieb zueinander“ reduziert werden. Beziehung und Widerstand, Würde und Klarheit gehören zusammen. Ein persönliches Gespräch über Zuhören als demokratische Praxis, den Ausstieg aus der Ohnmacht und eine Haltung, die einfach erscheinen mag – und doch ein lebenslanger Lern- und Reflexionsweg ist.
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