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Dentition & Zahnwechsel Archiv

309 Episoden
24 Minuten
Woran erkenne ich, ob mein Kind eine Zahnspange braucht?

Während des Zahnwechsels wirken Zähne oft etwas schief. Das ist nicht immer ein Problem. Einige Auffälligkeiten können jedoch darauf hinweisen, dass eine kieferorthopädische Untersuchung sinnvoll ist.

Typische Hinweise sind:

Engstand: Zähne stehen übereinander oder drehen sich

Großer Überbiss: obere Schneidezähne stehen deutlich vor

Kreuzbiss: Zähne greifen falsch ineinander

Offener Biss: vorne bleibt beim Zubeißen eine Lücke

Asymmetrie: der Unterkiefer wirkt verschoben

Auch Probleme beim Abbeißen oder Kauen können Hinweise sein.

Eine Zahnspange dient nicht nur der Ästhetik. Fehlstellungen können langfristig auch die Zahngesundheit oder die Funktion des Kiefers beeinflussen.

Fazit: Wenn auffällige Bisslagen oder stark schiefe Zähne auftreten, lohnt sich eine Untersuchung beim Kieferorthopäden.
11 Minuten
Ab wann sollte mein Kind zum Kieferorthopäden?

Viele Eltern denken, dass ein Besuch beim Kieferorthopäden erst sinnvoll ist, wenn alle bleibenden Zähne da sind. Tatsächlich empfehlen viele Fachleute eine erste Kontrolle bereits im Alter von etwa 5 bis 7 Jahren.

In diesem Alter beginnt der Zahnwechsel. Der Kieferorthopäde kann beurteilen, ob sich Zähne und Kiefer normal entwickeln oder ob Auffälligkeiten vorliegen.

Wichtig: Ein früher Termin bedeutet nicht automatisch eine Zahnspange. Oft reicht es, die Entwicklung regelmäßig zu kontrollieren.

Bei der ersten Untersuchung wird unter anderem geprüft:

Bisslage (z. B. Überbiss, Kreuzbiss)

Platz im Kiefer

Ablauf des Zahnwechsels

Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Mundatmung

Frühe Kontrollen können helfen, Probleme rechtzeitig zu erkennen. Manche Fehlstellungen lassen sich im Wachstum einfacher korrigieren.

Fazit: Eine frühe Untersuchung bringt Klarheit – oft genügt Beobachtung, manchmal ist eine frühe Behandlung sinnvoll.
20 Minuten
Unterschied zwischen Zahntechniker und KFO-Zahntechniker

Sowohl Zahntechniker als auch KFO-Zahntechniker arbeiten im Dentallabor – ihre Aufgaben unterscheiden sich jedoch deutlich.

Der klassische Zahntechniker ist spezialisiert auf die Herstellung von Zahnersatz.

Fokus:

Kronen

Brücken

Implantatversorgungen

Teil- und Vollprothesen

Materialien:

Keramik

Metall

Edelmetall- oder Nichtedelmetalllegierungen

moderne Verbundmaterialien

Aufgaben:

Modellieren und Gießen

Keramisches Verblenden

Herstellung ästhetisch hochwertiger Zahnoberflächen

Farb- und Formanpassung an natürliche Zähne

Hier steht vor allem die Funktion und Ästhetik des Zahnersatzes im Vordergrund.

Der KFO-Zahntechniker (Kieferorthopädie-Techniker) ist auf die Herstellung von kieferorthopädischen Geräten spezialisiert.

Fokus:

Zahnspangen

Aktivatoren und Bionatoren

Positioner

Dehnplatten

festsitzende Apparaturen

Materialien:

Kunststoffe (Polymerisation)

Draht- und Federtechniken

spezielle orthodontische Werkstoffe

Aufgaben:

Biegen und Anpassen von Drähten

Einbetten von Schrauben und Federn

Anfertigen von herausnehmbaren und festsitzenden Apparaturen

Reparaturen und Anpassungen von Spangen

Hier steht nicht der Zahnersatz, sondern die gezielte Bewegung und Steuerung von Zähnen und Kieferwachstum im Mittelpunkt.

Zahntechniker = Spezialist für Zahnersatz und Ästhetik

KFO-Zahntechniker = Spezialist für kieferorthopädische Geräte zur Zahn- und Kieferkorrektur

Beide Berufe erfordern handwerkliches Geschick, Präzision und ein tiefes Verständnis für Zahnmedizin – jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
26 Minuten
Der Umkehrbionator

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute wurde ein herausnehmbares Gerät eingesetzt – der Umkehrbionator.

Der Umkehrbionator bringt Ober- und Unterkiefer in eine harmonische Lage zueinander.

Er wird vor allem eingesetzt bei einer Unterkiefervorlage oder einer Oberkieferrücklage. Mit eingesetztem Gerät wird bewusst etwas weiter hinten zugebissen. Durch das regelmäßige „Training“ dieser neuen Bissposition passt sich die Muskulatur an, und das Wachstum wird gezielt beeinflusst.

Zusätzlich sind kleinere Zahnbewegungen möglich.

Das Gerät nutzt also körpereigene Kräfte und das natürliche Wachstum.

Der Umkehrbionator sollte 16 Stunden täglich getragen werden:

jeden Nachmittag

jede Nacht

Besonders wirksam sind die Stunden am Tag, da beim Sprechen, Schlucken und aktiven Zubeißen mehr Muskelbewegungen stattfinden als im Schlaf.

Nicht getragen wird das Gerät:

beim Essen

beim Sport

in der Schule

Je konsequenter die Tragezeit, desto besser das Ergebnis.

Die Reinigung erfolgt außerhalb des Mundes mit Zahnbürste und Zahnpasta.

Bitte besonders gründlich reinigen:

die matte Kunststoffseite

die Drahtbereiche

Dort können sich schnell Beläge und Kalkablagerungen bilden. Von Reinigungstabletten raten wir ab, da sie den Kunststoff angreifen können.

Da der Umkehrbionator locker im Mund liegt, kann er in der Anfangszeit nachts herausfallen. Bei ausreichender Tragezeit am Tag bleibt er meist nach spätestens zwei Wochen auch nachts sicher im Mund. Sollte das nicht der Fall sein, sprechen Sie uns bitte an.

Leichte Druckgefühle an den Zähnen sind in den ersten 3–4 Tagen normal.

Bitte melden Sie sich umgehend, wenn:

starke Druckstellen am Zahnfleisch oder an der Lippe entstehen

Drähte brechen oder sich etwas lockert

Auch bei bereits vereinbartem Kontrolltermin bitten wir um kurze vorherige Anmeldung bei Reparaturen.

Wir wünschen viel Erfolg – und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

Separierung

20 Minuten
Separierung

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute haben wir sogenannte Separiergummis eingesetzt.

Diese kleinen Gummiringe schaffen kurzfristig Platz zwischen den Zähnen. Ziel ist es, die engen Kontaktpunkte leicht voneinander zu lösen, damit bei einem der nächsten Termine kieferorthopädische Bänder oder Metallringe eingesetzt werden können.

Unsere Zähne berühren sich an sogenannten Kontaktflächen.

Wenn wir dort ein Band einsetzen möchten, muss dieser Kontakt vorübergehend etwas gelockert werden.

Dafür werden kleine Gummis zwischen die Zähne gesetzt. Sie drücken die Zähne minimal auseinander – sanft und kontrolliert.

In den ersten Stunden kann ein leichtes Druckgefühl entstehen.

Manchmal fühlt es sich beim Kauen etwas empfindlich an.

Das ist normal und klingt meist schnell wieder ab.

Die Gummis sind klein und stören normalerweise weder beim Essen noch beim Sprechen.

Essen und Zähneputzen sind ganz normal möglich.

Bitte die Gummis nicht absichtlich entfernen – auch wenn sie anfangs etwas drücken.

Wenn ein Gummi von selbst herausfällt, ist das kein Problem.

Sollte ein Gummi verschluckt werden, ist das ebenfalls unbedenklich.

Die Separiergummis bleiben nur kurze Zeit im Mund – sie sind ein kleiner, aber wichtiger Vorbereitungsschritt für die weitere Behandlung.

Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns auf die gute Zusammenarbeit!
25 Minuten
Einzelplatten zur Retention

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute haben wir sogenannte Einzelplatten eingesetzt. Sie dienen der Retention, also der Stabilisierung – damit sich die Zähne nach der aktiven Behandlung nicht wieder zurückbewegen.

Die Einzelplatte ist eine herausnehmbare Klammer aus:

einer Kunststoffbasis

verschiedenen Drahtelementen

Die Kunststoffbasis hält den Zahnbogen in seiner Form und verhindert, dass er wieder schmaler wird.

Bei den Drähten unterscheidet man:

Haltedrähte zur Stabilisierung

aktive Drähte, mit denen kleine Korrekturen möglich sind, zum Beispiel:

leichte Drehungen von Frontzähnen

das Schließen kleiner Lücken

minimale Bewegungen einzelner Backenzähne

Auch wenn die Zähne nach der festen Spange stabil erscheinen, sind sie im Knochen noch nicht vollständig gefestigt.

Leichte Druckgefühle in den ersten 1–2 Tagen sind normal.

Bei Druckstellen am Zahnfleisch oder an der Zunge bitten wir um einen kurzfristigen Termin.

Direkt nach dem Entfernen der festen Zahnspange sind die Zähne noch locker im Knochen. Ohne Stabilisierung würden sie sich schnell wieder verschieben.

Deshalb gilt:

16 Stunden täglich tragen – also nachmittags und nachts.

Zum Essen, Zähneputzen und beim Sport werden die Platten herausgenommen.

Auch in den Ferien, auf Klassenfahrten oder – wenn möglich – bei Krankheit sollten die Platten getragen werden. Bereits wenige Tage ohne Tragen können den Behandlungserfolg gefährden.

Bei besonderen Situationen sprechen Sie uns bitte an.

Die Reinigung erfolgt außerhalb des Mundes mit Zahnbürste und Zahnpasta.

Bitte besonders gründlich reinigen:

die Unterseite der Platte

die Drahtbereiche

Dort können sich schnell Beläge und Kalkablagerungen bilden.

Von Reinigungstabletten raten wir ab, da sie den Kunststoff angreifen können.

Bei gebrochenen Drähten oder wenn etwas locker ist, bitte sofort in der Praxis melden – auch wenn bereits ein Kontrolltermin vereinbart wurde.

Wird die Platte nicht getragen, können sich die Zähne so stark verschieben, dass das Gerät nicht mehr passt und neu angefertigt werden muss.

Die Zähne müssen sich wieder fest im Knochen verankern – dieser biologische Prozess dauert mehrere Jahre.

Deshalb ist die Stabilisierungsphase entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Auch nach Abschluss der Behandlung empfehlen wir, mindestens zwei Jahre nachts weiter zu stabilisieren.

Denn Zähne können sich ein Leben lang verschieben.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg – der wichtigste Teil ist geschafft!

Die Quadhelix

22 Minuten
Die Quadhelix

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute wurde eine sogenannte Quadhelix eingesetzt. Der Name bedeutet „Vierschlaufenfeder“, denn am Gaumen befinden sich vier kleine Drahtschlaufen, die für besondere Elastizität sorgen.

Die Quadhelix ist fest eingesetzt und über Metallringe an den ersten großen Backenzähnen im Oberkiefer befestigt.

Die Quadhelix kann:

den oberen Zahnbogen verbreitern – häufig zur Korrektur eines Kreuzbisses

die ersten Backenzähne in eine optimale Position drehen

über Drahtausläufer auch die vorderen Zähne nach außen bewegen

Schneidezähne leicht nach vorne bringen

Lutschgewohnheiten erschweren und dadurch abgewöhnen

Das Gerät wird aktiviert eingesetzt und wirkt rund um die Uhr.

Ein Großteil der Zahnbewegung erfolgt bereits in den ersten Wochen.

Trotzdem bleibt die Quadhelix etwa 6 Monate im Mund, damit sich das Ergebnis stabilisieren kann. Danach folgt in der Regel eine weitere Stabilisierung.

In den ersten 3–4 Tagen können Druckschmerzen an den oberen Backenzähnen auftreten. Das ist normal und legt sich meist rasch.

Wenn starke Schmerzen am Gaumen oder Zahnfleisch länger anhalten, bitte bei uns melden.

Sprechen, Essen und Schlucken können anfangs ungewohnt sein – nach wenigen Tagen funktioniert alles wieder normal.

Leicht gelockerte Backenzähne während der Behandlung sind ebenfalls normal. In der Stabilisierungsphase werden sie wieder fest.

Keine klebrigen Süßigkeiten wie Kaugummi, Lakritz oder Kaubonbons – sie können die Klammer lockern.

Störende Stellen können vorübergehend mit Schutzwachs abgedeckt werden.

Täglich kontrollieren, ob die Metallringe fest sitzen.

Wenn sich etwas löst: sofort anrufen – auch bei bestehendem Kontrolltermin.

Falls zusätzlich Gummizüge eingesetzt wurden, bitte unbedingt genau nach Anweisung tragen. Nur so wird das gewünschte Behandlungsziel erreicht.

Gründlich mit der Zahnbürste am Zahnfleischrand und rund um die Metallringe putzen – dort sammeln sich die meisten Beläge.

Mit der kleinen Zwischenraumbürste zwischen den Drähten reinigen und mit dem Spiegel kontrollieren.

Bei Zahnfleischbluten bitte trotzdem weiter vorsichtig putzen und massieren – nur so heilt die Entzündung ab.

Einmal pro Woche nach dem Zähneputzen Elmex-Gelée auftragen:

nur ausspucken, nicht ausspülen, über Nacht einwirken lassen. Das stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies.

Unter den Metallringen besteht keine Kariesgefahr, solange alles fest sitzt.

Bei Fragen sind wir jederzeit für euch da.

Viel Erfolg und auf gute Zusammenarbeit!
18 Minuten
Infant-Trainer / Position-Trainer

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute wurde ein konfektioniertes, herausnehmbares funktionskieferorthopädisches Gerät eingesetzt – ein sogenannter Infant- oder Position-Trainer. Dieses weiche Gummigerät ähnelt in seiner Wirkung klassischen Geräten wie Bionator oder Aktivator.

Der Trainer bringt Ober- und Unterkiefer in eine korrekte Position zueinander.

Bei einer Unterkieferrücklage hilft er, indem mit eingesetztem Gerät bewusst weiter vorne zugebissen wird. Durch das regelmäßige „Training“ dieser neuen Bisslage wird das Wachstum des Unterkiefers nach vorne gefördert. Auch die Muskulatur passt sich an.

Zusätzlich können kleinere Zahnbewegungen unterstützt werden.

Weitere Einsatzbereiche:

Tief- oder Deckbiss: Schutz der unteren Frontzähne und des Zahnhalteapparates

Offener Biss, Zungenpressen, Mundatmung: Förderung der richtigen Zungenlage, Unterstützung des Lippenschlusses und der Nasenatmung

Schnuller oder Daumenlutschen: Der Trainer kann helfen, diese Gewohnheiten zu beenden

Das Gerät nutzt also vor allem körpereigene Kräfte und Wachstumspotenziale.

Mindestens 2–3 Stunden täglich am Abend und regelmäßig nachts.

Besonders effektiv sind die Tragestunden am Tag, da beim Sprechen, Schlucken und aktiven Zubeißen mehr Muskelbewegungen stattfinden als im Schlaf.

Nicht tragen:

beim Essen

beim Sport

im Kindergarten oder in der Schule

Konsequentes Tragen ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Die Reinigung erfolgt außerhalb des Mundes durch Abspülen mit warmem Wasser.

Tagsüber bitte in der mitgegebenen Box aufbewahren.

Da der Trainer locker im Mund liegt, kann er in der Anfangszeit nachts herausfallen. Bei ausreichender Tragezeit am Tag bleibt er meist nach spätestens zwei Wochen auch nachts sicher im Mund. Sollte das nicht der Fall sein, sprechen Sie uns bitte an.

Leichte Druckgefühle an den Zähnen sind in den ersten 3–4 Tagen normal.

Bei Druckstellen am Zahnfleisch bitten wir um eine zeitnahe Terminvereinbarung.

Kontrollen erfolgen alle 3–4 Monate.

Die Therapie beginnt mit einer weichen Ausführung des Trainers. Nach etwa 6–9 Monaten, wenn die Gewöhnung erfolgt ist, wechseln wir zur festeren Variante.

Die frühe Behandlung mit dem Trainer dauert in der Regel etwa 1½ Jahre.

Wir wünschen viel Erfolg – und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!
22 Minuten
Platzhalter / Lückenhalter

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute haben wir einen sogenannten Platzhalter eingesetzt.

Jeder Milchzahn übernimmt eine wichtige Aufgabe: Er hält den Platz für den nachfolgenden bleibenden Zahn frei. Geht ein Milchzahn jedoch durch Karies, Entzündung oder einen Unfall zu früh verloren, kann sich die Lücke schnell schließen. Damit der bleibende Zahn später genug Platz zum Durchbrechen hat, wird ein Lückenhalter eingesetzt.

Der Platzhalter ist eine herausnehmbare Klammer aus:

einer Kunststoffbasis

stabilisierenden Drahtelementen

Er hat keine aktiven Elemente zur Zahn- oder Kieferbewegung. Seine einzige Aufgabe ist es, den vorhandenen Platz zu sichern.

Leichte Druckgefühle sind anfangs normal, da sich die Zähne an die neue Situation anpassen müssen. Nach 1–2 Tagen verschwindet dieses Gefühl meist wieder.

Sollten Druckstellen am Zahnfleisch oder an der Zunge entstehen, bitten wir um einen kurzfristigen Termin.

Der Platzhalter wird nachts getragen.

Auch in den Ferien, auf Klassenfahrten oder – wenn möglich – bei Krankheit sollte er weiterhin eingesetzt werden. Bereits wenige Tage ohne Tragen können dazu führen, dass sich Zähne verschieben und die Lücke kleiner wird.

Bei besonderen Situationen sprechen Sie uns bitte an.

Die Reinigung erfolgt außerhalb des Mundes mit Zahnbürste und Zahnpasta.

Bitte besonders gründlich reinigen:

die Unterseite der Platte

die Drahtbereiche

Dort können sich schnell Beläge und Kalkablagerungen bilden.

Von Reinigungstabletten raten wir ab, da sie den Kunststoff angreifen können.

Bei gebrochenen Drähten oder wenn etwas locker ist, bitte sofort in der Praxis melden – auch wenn bereits ein Kontrolltermin vereinbart wurde.

Wird das Gerät nicht getragen, können sich die Zähne so weit verschieben, dass der Platzhalter nicht mehr passt und neu angefertigt werden muss.

Ein Platzhalter kann die Lücke teilweise über mehrere Jahre offenhalten – bis der bleibende Zahn vollständig durchgebrochen ist.

Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!
14 Minuten
An unsere Privatpatientinnen und Privatpatienten

Bitte um Kenntnisnahme

Liebe Patientinnen und Patienten,

die anhaltenden Bestrebungen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen betreffen inzwischen sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte. Zunehmend werden Behandlungskosten – ganz oder teilweise – als Selbstbehalt auf die Versicherten übertragen.

Die Erstattungsleistungen privater Krankenversicherungen und der Beihilfe richten sich ausschließlich nach den Bedingungen Ihres individuellen Versicherungsvertrages. Unsere folgenden Hinweise beziehen sich ausschließlich auf diese Vertragsbedingungen.

Ist in Ihrem Tarif eine anteilige Erstattung vorgesehen (z. B. 60–80 %), ist selbstverständlich ein Eigenanteil von Ihnen zu tragen. Darüber hinaus enthalten manche Verträge weniger offensichtliche Leistungsausschlüsse. So können bestimmte Behandlungsmittel ausgeschlossen sein oder – insbesondere bei Zusatzversicherungen – bestimmte Schweregrade einer Zahn- oder Kieferfehlstellung vorausgesetzt werden.

Zudem beobachten wir, dass selbst bei grundsätzlich bestehendem Versicherungsschutz Erstattungen zunehmend hinterfragt oder teilweise abgelehnt werden. Die Begründungen reichen von der Infragestellung einzelner Leistungen bis hin zur generellen Kritik an der Indikation einer Behandlung.

Während es früher nur selten Erstattungsprobleme mit privaten Krankenversicherungen gab, gehören Rückfragen oder Kürzungen heute – insbesondere bei qualitätsorientierten kieferorthopädischen Behandlungen mit modernem Therapiespektrum – leider zum Alltag.

Die aktuelle GOZ (gültig seit 01.01.2012) basiert in ihrer Leistungsbeschreibung im Wesentlichen noch auf dem Stand der Zahnmedizin von 1988. Das Leistungsverzeichnis wurde nicht vollständig an die heutigen fachlichen Entwicklungen angepasst.

Die Bewertung einzelner Leistungen richtet sich nach:

Schwierigkeit

Zeitaufwand

Umständen der Ausführung

Der 2,3-fache Satz gilt dabei als durchschnittlich schwierige Leistung.

Eine Überschreitung erfordert eine besondere Begründung.

Ab dem 3,5-fachen Satz ist zusätzlich eine schriftliche Vereinbarung mit dem Patienten notwendig.

Wichtig:

Der 2,3-fache Satz bedeutet nicht, dass Privatpatienten 2,3-mal so viel bezahlen wie gesetzlich Versicherte.

Beispiel:

GOZ Pos. 0040 (Behandlungsplan, privat, 2,3-fach): 32,34 €

BEMA Pos. 5 (Behandlungsplan, gesetzlich): 70,11 €

Zwischen Ihnen und uns besteht ein Behandlungsvertrag.

Zwischen Ihnen und Ihrer Versicherung besteht ein Erstattungsvertrag.

Diese beiden Rechtsverhältnisse sind voneinander unabhängig.

Unsere Rechnungen sind daher in voller Höhe fällig – unabhängig davon, in welchem Umfang Ihre Versicherung die Kosten erstattet.

Es kann weder in unserem Interesse noch in Ihrem sein, wenn Art, Umfang und Qualität einer medizinisch notwendigen Behandlung von Sachbearbeitern der Versicherung bestimmt werden.

Selbstverständlich erläutern wir Ihnen jederzeit gern die geplante Behandlung sowie die Abrechnung.

Für weitere Fragen stehen wir – ebenso wie unser Team – jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

FZA A. Babai

Dr. A. Babai MSc

Das Pendulum

24 Minuten
Das Pendulum

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute wurde ein sogenanntes Pendulum eingesetzt. Hier erklären wir, wie es funktioniert und worauf du achten solltest.

Das Pendulum bewegt die ersten großen Backenzähne im Oberkiefer nach hinten.

Im Vergleich zum Headgear wirkt es:

schneller

unabhängiger von der Mitarbeit

oft effektiver

In etwa 3–5 Monaten können die Backenzähne meist 4–7 mm nach hinten bewegt werden.

Warum macht man das?

um Platz für die Frontzähne zu schaffen

um die Verzahnung mit dem Unterkiefer korrekt einzustellen

Am Gaumen liegt eine kleine Kunststoffplatte. Sie ist über Metallringe (Bänder) an den Backenzähnen befestigt.

Zwei elastische Titan-Molybdän-Federn erzeugen eine dauerhafte Spannung. Diese Federn drücken die großen Backenzähne kontinuierlich nach hinten.

Da das Gerät fest eingesetzt ist, arbeitet es rund um die Uhr.

In den ersten 3–4 Tagen können Druckschmerzen an den oberen Backenzähnen auftreten. Das ist normal und legt sich, sobald sich die Zähne an die Kraft gewöhnt haben.

Sollten starke Schmerzen am Gaumen oder Zahnfleisch länger anhalten, bitte in der Praxis melden.

Sprechen, Essen und Schlucken können sich anfangs ungewohnt anfühlen – auch das normalisiert sich nach wenigen Tagen.

Leicht gelockerte Backenzähne während der Behandlung sind ebenfalls normal. In der späteren Stabilisierungsphase werden sie wieder fest.

Keine klebrigen Süßigkeiten wie Kaugummi, Lakritz oder Kaubonbons – sie können das Gerät lockern.

Störende Stellen können vorübergehend mit Schutzwachs abgedeckt werden.

Bitte täglich kontrollieren, ob die Metallringe noch fest sitzen.

Wenn sich etwas löst: sofort anrufen – auch wenn bereits ein Kontrolltermin besteht.

Mit der normalen Zahnbürste gründlich am Zahnfleischrand und rund um die Metallringe putzen. Dort sammeln sich die meisten Beläge.

Mit der kleinen Zwischenraumbürste zwischen den Drähten reinigen und mit dem Spiegel kontrollieren.

Wenn das Zahnfleisch blutet, trotzdem weiter vorsichtig putzen und massieren – nur so heilt die Entzündung ab.

Einmal pro Woche empfehlen wir nach dem Zähneputzen Elmex-Gelée aufzutragen:

nur ausspucken, nicht ausspülen, über Nacht einwirken lassen. Das stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies.

Unter den Metallringen besteht keine Kariesgefahr, solange alles fest sitzt.

Wir wünschen viel Erfolg – und freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit!
23 Minuten
Feineinstellung und Stabilisierung mit durchsichtigen Schienen

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

die feste Zahnspange ist entfernt – ein großer Schritt ist geschafft!

Jetzt beginnt die wichtige Stabilisierungsphase, auch Retention genannt.

Heute haben wir transparente Schienen eingesetzt. Sie umfassen die Zähne eng und halten sie in ihrer neuen Position.

Die Schienen bestehen aus zwei Schichten:

außen ein stabiler Kunststoff

innen eine leicht elastische, gummiartige Schicht

Neben der Stabilisierung ermöglichen sie in den ersten Wochen noch kleine Feineinstellungen einzelner Zähne.

Leichte Druckschmerzen sind anfangs normal und klingen meist nach 1–2 Tagen ab.

Bei Druckstellen am Zahnfleisch oder an der Zunge bitten wir um einen kurzfristigen Termin.

Nach dem Entfernen der festen Spange sind die Zähne zunächst noch locker im Knochen. Besonders in den ersten 6 Wochen lassen sie sich noch gut beeinflussen.

Deshalb gilt:

In den ersten 6 Wochen:

rund um die Uhr tragen – auch in der Schule.

Danach:

16 Stunden täglich, also nachmittags und nachts.

Zum Essen und Zähneputzen werden die Schienen herausgenommen.

Wichtig: Auch in den Ferien, auf Klassenfahrten oder möglichst bei Krankheit sollten die Schienen getragen werden. Bereits wenige Tage ohne Tragezeit können den Behandlungserfolg gefährden.

Die Reinigung erfolgt außerhalb des Mundes mit einer Zahnbürste und lauwarmem Wasser.

Achtung:

Kein heißes Wasser – die Schienen könnten sich verformen.

Nach dem Verzehr von stark färbenden Lebensmitteln, zum Beispiel Curry, bitte die Zähne besonders gründlich putzen, bevor die Schienen wieder eingesetzt werden.

Nach etwa 2–3 Monaten werden die Schienen durch die letzten Retentionsgeräte ersetzt – meist herausnehmbare, stabilere Kunststoffplatten.

Die Zähne müssen sich nun wieder fest im Knochen verankern. Dieser Prozess dauert mehrere Jahre. Deshalb ist die Stabilisierungszeit entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Auch nach Abschluss der Behandlung empfehlen wir, noch mindestens zwei Jahre nachts weiter zu stabilisieren.

Denn Zähne können sich ein Leben lang verschieben.

Ein Großteil ist geschafft – herzlichen Glückwunsch!

Wir begleiten Sie weiter auf dem letzten Stück zum dauerhaft stabilen Ergebnis.

Lipbumper

14 Minuten
Lipbumper

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute wurde ein Lipbumper eingesetzt. Hier erklären wir, wie er funktioniert und worauf ihr achten solltet.

Der Lipbumper besteht aus zwei Teilen:

Metallringen (Bändern) auf den ersten unteren Backenzähnen

einem Metallbogen, der in kleine Röhrchen an diesen Ringen eingeschoben wird

Am hinteren Ende des Bogens befindet sich eine kleine U-Schlaufe oder ein Drahtknick. Dadurch bleibt der Bogen sicher in Position.

Der Bogen liegt vor den unteren Frontzähnen im Bereich der Unterlippe.

Der Lipbumper nutzt die natürliche Kraft der Unterlippe.

Beim Sprechen, Schlucken und Kauen drückt die Lippe gegen den Bogen. Diese Kraft wird über die Metallringe auf die unteren Backenzähne übertragen.

Dadurch kann:

der untere Zahnbogen gedehnt werden

Platz im Frontzahnbereich entstehen

Engstand reduziert werden

Das Gerät arbeitet also mit körpereigenen Kräften.

Der Lipbumper sollte 13–16 Stunden täglich getragen werden.

Nicht tragen:

beim Essen

beim Zähneputzen

beim Sport

Im Urlaub oder auf Klassenfahrt bitte – wenn möglich – wenigstens nachts tragen.

Wichtig: Wird der Lipbumper längere Zeit nicht getragen, wandern die Backenzähne schnell wieder nach vorne – und bereits erzielte Fortschritte gehen verloren.

Der Bogen wird außerhalb des Mundes mit Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt.

Die Metallringe im Mund gründlich mit der Zahnbürste säubern, bei Bedarf zusätzlich mit einer Zwischenraumbürste.

Einmal pro Woche empfehlen wir nach dem Zähneputzen Elmex Gelée aufzutragen:

nicht ausspülen, nur ausspucken und über Nacht einwirken lassen. Das stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies.

Wichtig: Keine klebrigen Süßigkeiten wie Kaugummi, Lakritze oder Kaubonbons – sie können die Ringe lockern.

In den ersten Tagen kann ein Druckgefühl an den Backenzähnen auftreten.

Auch leichte Schmerzen beim Kauen sind möglich. Nach etwa 4–5 Tagen gewöhnen sich die Zähne an die neue Belastung.

Die Zähne mit den Metallringen können sich vorübergehend etwas lockern – das ist normal. In der Stabilisierungsphase werden sie wieder fest.

sich ein Metallring lockert

scharfe Stellen Druck am Zahnfleisch verursachen

ein Defekt am Gerät auffällt

Für kleine störende Stellen haben wir Schutzwachs mitgegeben.

Bei Fragen sind wir jederzeit für euch da.

Viel Erfolg wünscht

euer Praxisteam Babai
12 Minuten
Retention und Verlagerung von Zähnen

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

manchmal brechen bleibende Zähne nicht von selbst durch und bleiben im Kiefer „stecken“. Man spricht dann von retinierten Zähnen.

Liegen diese Zähne zusätzlich quer oder schräg im Kiefer, nennt man sie verlagert.

Ein früher Hinweis kann sein, dass ein Milchzahn ungewöhnlich lange an Ort und Stelle bleibt.

Häufig betroffen sind:

obere Eckzähne

untere zweite Prämolaren

Mit kieferorthopädischen Maßnahmen können retinierte oder verlagerte Zähne oft in den Zahnbogen eingeordnet werden. Ziel ist es, den eigenen Zahn zu erhalten und Zahnersatz zu vermeiden.

Bevor der Zahn bewegt werden kann, muss er chirurgisch freigelegt werden. Das übernimmt ein Kieferchirurg, Oralchirurg oder entsprechend qualifizierter Zahnarzt.

Dabei wird:

das Zahnfleisch über dem Zahn geöffnet

ein kleines Häkchen (Attachment) am Zahn befestigt

An diesem Häkchen setzt der Kieferorthopäde später an und zieht den Zahn Schritt für Schritt in die richtige Position.

Die Freilegung erfolgt je nach Situation:

in örtlicher Betäubung

in Analgosedierung

oder in Vollnarkose

Oft wird in derselben Sitzung ein verbliebener Milchzahn entfernt.

Manche Zähne lassen sich relativ schnell einordnen.

In anderen Fällen ist viel Geduld nötig – besonders wenn der Zahn tief oder ungünstig im Kiefer liegt.

In Einzelfällen kann die Einordnung bis zu einem Jahr oder länger dauern.

Leider gelingt die Bewegung nicht immer. Wenn ein verlagerter Zahn trotz Zugkräften nicht reagiert und keine gute Prognose besteht, kann eine Entfernung sinnvoll sein – um Komplikationen wie Zysten oder Entzündungen zu vermeiden.

Die Aktivierung des Zahnes erfolgt frühestens 10–14 Tage nach der Freilegung.

Am Operationstag bitte nicht häufig spülen.

Zweimal täglich nach dem Zähneputzen mit 10 ml Chlorhexidin 0,2 % spülen (z. B. meridol med CHX 0,2 %, geeignet ab 6 Jahren).

Alternativ kann mit Kamillenlösung gespült werden.

Wir wünschen Ihnen eine gute und schnelle Heilung – und begleiten Sie Schritt für Schritt auf dem weiteren Weg.
19 Minuten
Extraktionen in der Kieferorthopädie

Liebe Eltern,

liebe Patientinnen und Patienten,

heute haben wir Ihnen eine Extraktionsanweisung mitgegeben. Dabei geht es um die mögliche Entfernung einzelner bleibender Zähne im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung.

Das Ziel einer kieferorthopädischen Behandlung ist es,

Zahn- und Kieferfehlstellungen zu korrigieren

Karies und Parodontitis vorzubeugen

die Kiefergelenke zu entlasten

die Kau- und Abbeißfunktion zu verbessern

Bei etwa 30 % der Patientinnen und Patienten ist es notwendig, einzelne bleibende Zähne zu entfernen, um genügend Platz zu schaffen und ein stabiles, funktionell gesundes Ergebnis zu erreichen.

Die Entscheidung zur Extraktion treffen wir erst nach einer sorgfältigen Analyse von Modellen, Fotos und Röntgenbildern.

Starker Platzmangel, zum Beispiel bei großen Zähnen und kleinem Kiefer

Sehr weit vorne stehende Frontzähne

Korrektur einer leichten Kieferfehlstellung bei nahezu abgeschlossenem Wachstum

Offener Biss mit stark vertikalem Wachstum

Einseitige Nichtanlage von Zähnen zur Wiederherstellung von Symmetrie

Stark verlagerte Zähne mit ungünstiger Prognose

Stark kariöse, nicht erhaltungswürdige Zähne

Wichtig: Ziel ist immer, langfristig mehr Zähne zu erhalten – auch wenn dafür einzelne geopfert werden müssen.

Bitte gehen Sie mit der Extraktionsanweisung zunächst zu Ihrem Hauszahnarzt.

Falls dieser die Entfernung nicht selbst durchführen kann, wird er Sie an einen Oral- oder Kieferchirurgen überweisen.

Wichtig ist die zeitliche Abstimmung:

Die feste Zahnspange sollte etwa 2–3 Wochen nach der Extraktion eingesetzt werden.

Da wir einen Planungsvorlauf von etwa 6–8 Wochen haben, gibt es zwei Möglichkeiten:

Variante 1:

Zuerst Termin bei uns vereinbaren, dann die Zähne etwa 2–3 Wochen vor dem Einsetzen der festen Spange entfernen lassen.

Variante 2:

Zuerst Termin beim Zahnarzt für die Extraktion vereinbaren und anschließend mit uns abstimmen, damit die feste Spange ca. 2–3 Wochen nach der letzten Extraktion eingesetzt wird.

Eine gute Abstimmung ist entscheidend für einen reibungslosen Behandlungsverlauf.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!