Warum wir im Pferdetraining oft zu schnell urteilen – und dabei die eigentlichen Ursachen übersehen. „Der ist halt so.“ „Der ist einfach faul.“ „Den musst du mehr reiten, dann wird das schon.“ Wie oft werden Pferde in eine Schublade gesteckt, weil sie nicht so funktionieren, wie wir es erwarten? Und wie oft versuchen wir, ein vermeintliches Trainingsproblem mit noch mehr Training zu lösen, ohne uns zu fragen, ob wir überhaupt an der richtigen Stelle ansetzen? In dieser Folge von "The Missing Piece" sprechen Melanie und ich darüber, warum die schnelle Suche nach einer Lösung manchmal genau das ist, was uns daran hindert, unser Pferd wirklich zu verstehen. Ich erzähle von einem Wallach, der als triebig, lustlos und unmotiviert galt. Ein Pferd, das körperlich immer fester wurde und dessen Besitzerin beinahe die Freude am Reiten verloren hatte. Die üblichen Empfehlungen? Mehr arbeiten, mehr Muskulatur aufbauen, mehr fordern. Wir haben einen anderen Weg eingeschlagen. Und plötzlich wurden Veränderungen möglich, die vorher kaum jemand für denkbar gehalten hätte. Wir sprechen darüber, warum Verhalten nicht immer das ist, wonach es aussieht, weshalb weniger Training manchmal deutlich mehr bewirken kann und wie wichtig es ist, auch die kleinen, unscheinbaren Signale unserer Pferde wahrzunehmen. Denn manchmal liegt die Lösung nicht in einer neuen Übung, einer besseren Hilfengebung oder einem ausgeklügelten Trainingsplan. Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir aufhören, vorschnell zu wissen, was mit unserem Pferd los ist. Eine Folge über festgefahrene Denkmuster, den Mut zum Hinterfragen und die Bereitschaft, auch einmal einen völlig anderen Weg einzuschlagen. Denn gutes Pferdetraining beginnt nicht damit, auf alles eine Antwort zu haben. Sondern damit, die richtigen Fragen zu stellen.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.