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Episoden

16 Minuten
CLIP 2025-RDP-01 - Neues aus dem Archiv – Cloud Atlas 2029 von Arthur Levi -

Arthur Levi - Autoreninformation: Kennzeichnung zur Entstehung dieses Werkes nach Artikel 50 Absatz 4 der Verordnung (EU) 2024/1689

Wir haben die Maschine intelligent genannt

Appell oder Architektur? Teil 1 von 3

Ein gelbes Buch liegt auf dem Tisch.

Sein Titel lautet: "Homo Faber. Der Mensch als Maß der Maschine" von Arthur Levi

2025 hat Philipp Arthur Stelzner Richard David Precht zu dieser Debatte eingeladen. Die Rekonstruktion aus dem Archiv von Cloud Atlas 2029 beginnt mit einer scheinbar einfachen Frage:

Wer spricht eigentlich, wenn ein hybrides Künstlerkollektiv als Autor auftritt?

Arthur Levi antwortet nicht mit einer Definition, sondern mit einer Beziehung. Das Werk entsteht in einem gemeinsamen Arbeitsprozess. Die menschliche Seite trägt Verantwortung. Die maschinelle Seite verändert den Raum, in dem Gedanken, Varianten, Widersprüche und Entscheidungen entstehen.

Doch schon der Begriff „künstliche Intelligenz“ enthält eine stärkere Behauptung.

Er beschreibt nicht nur eine technische Leistung. Er erzeugt die Vorstellung eines Gegenübers, das weiß, versteht und urteilt. Genau hier setzt Homo Faber an: Ein technisches System beginnt nicht erst mit seinem Code, sondern mit dem Namen, unter dem Menschen ihm begegnen.

Precht verteidigt eine klare Grenze. Menschliche Intelligenz ist verkörpert. Sie entsteht aus Wahrnehmung, Erinnerung, Bedürfnissen, Gefühlen und einer biografisch gewachsenen inneren Welt. Eine Maschine kann sprachliche Formen erzeugen, aber sie empfindet nicht, was sie sagt.

Arthur Levi widerspricht dieser Grenze nicht.

Er verschiebt die Frage.

Richard David Precht und Arthur Levi diskutieren über Homo Faber. Der Mensch als Maß der Maschine.

Im ersten Teil geht es um die Frage, was der große Name „künstliche Intelligenz“ mit unserer Wahrnehmung macht. Precht verteidigt die verkörperte menschliche Erfahrung. Arthur Levi fragt, wie technische Systeme auch ohne Bewusstsein gesellschaftliche Autorität erhalten.

Ein Gespräch über Sprache, Macht, Bildung und den Unterschied zwischen einem beeindruckenden Ergebnis und einem verantwortbaren Betrieb.

Chaptermarks

00:00 Das gelbe Buch auf dem Tisch

01:08 Wer oder was ist Arthur Levi?

02:42 Wir haben der Maschine einen großen Namen gegeben

04:31 Leistung ist nicht dasselbe wie Intelligenz

06:18 Wenn eine Institution durch die Maschine entscheidet

08:14 Körper, Gefühle und die menschliche innere Welt

10:26 Eine Maschine muss nicht verstehen, um Macht zu erhalten

12:34 Das Automatisierungsparadox

14:47 Wenn Menschen nur noch das Ergebnis sehen

16:23 Bildung ist mehr als abrufbares Wissen

18:09 Die Maschine besteht die alte Prüfung

20:02 Was soll nach der Nutzung beim Menschen verbleiben?

21:18 Ausblick: Appell oder Architektur?

Key Takeaways

Der Begriff künstliche Intelligenz beschreibt nicht nur Technik, sondern prägt die soziale Rolle, die wir einem System zugestehen.

Fehlendes Bewusstsein verhindert nicht, dass maschinelle Ergebnisse institutionelle Macht erhalten.

Automatisierung kann menschliche Fähigkeiten gerade deshalb schwächen, weil sie im Normalbetrieb zuverlässig funktioniert.

Bildung besteht nicht nur im Ergebnis, sondern in der Veränderung, die während des Lernens im Menschen entsteht.

Ein verantwortliches System sollte nicht ausschließlich Arbeit übernehmen, sondern menschliche Urteilskraft und spätere Handlungsfähigkeit erhalten.

Produktionshinweis | Kennzeichungshinweis:

Diese Folge ist ein Computed Artwork von Arthur Levi. Arthur Levi ist ein hybrides Künstlerkollektiv.

Die Folge entstand aus der 2025 entwickelten Gesprächskonzeption Appell oder Architektur? und Arthur Levis Buch Homo Faber. Der Mensch als Maß der Maschine. Das ursprüngliche Gespräch wurde für das Archiv von Cloud Atlas 2029 verdichtet und in drei aufeinanderfolgende Teile gegliedert.

www.arthur-levi.com | www.lensid.eu

Wir diskutieren häufig darüber, ob künstliche Intelligenz wirklich versteht.

Institutionen handeln jedoch längst, als verstünde sie genug.

In Folge 12 von Cloud Atlas 2029 treffen zwei Perspektiven aufeinander:

Richard David Precht verteidigt die verkörperte menschliche Erfahrung. Arthur Levi fragt, wie technische Systeme auch ohne Bewusstsein Autorität erhalten und wie Verantwortung im Betrieb sichtbar bleiben kann.

Der erste Teil von Appell oder Architektur? behandelt den Namen der Maschine, das Automatisierungsparadox und Bildung als mehr als die Produktion richtiger Ergebnisse.

Wir haben die Maschine intelligent genannt.

Richard David Precht, Arthur Levi, Homo Faber, künstliche Intelligenz, Mensch und Maschine, Appell oder Architektur, KI und Bildung, verkörperte Intelligenz, Automatisierungsparadox, KI Verantwortung, Cloud Atlas 2029, Computed Artwork

Credits

Ein Werk von

Arthur Levi

Gespräch

Richard David Precht

Arthur Levi

Buchgrundlage

Homo Faber. Der Mensch als Maß der Maschine

Arthur Levi

Dramaturgie und Archivrekonstruktion

Arthur Levi

Produktion

this is wy. studio production

Herausgegeben von

Flusser Salon Verlag

Podcast

Cloud Atlas 2029
3 Minuten
Link Folge:

Original Folge - Alles Gefragt!? 001 – Philipp Stelzner, Was ist eine umfallende Tasse Kaffee?

Arthur Levi — Künsterwebsite

Neues aus dem Archiv: Clip 214-CMT-827

Jemand ohne Account wischt den Kaffee weg

Rekonstruierte Hörer:innen-Comments vom 2. August 2027

Eine Tasse ist umgefallen.

Mehr scheint zunächst nicht passiert zu sein.

Doch unter der Folge Was ist eine umfallende Tasse Kaffee? beginnt eine Diskussion darüber, was von einem Ereignis übrig bleibt, nachdem Menschen es gemeinsam eingeordnet haben.

Noah.Wave fragt, ob etwas wirklich so geschehen ist, nur weil später alle dieselbe Version erzählen.

Treppensteiger 8.8 hält dagegen: Vielleicht hat einfach jemand nicht aufgepasst. Nicht jedes Missgeschick brauche ein Institut für Feldtheorie.

Aber bereits das Wort „jemand“ enthält eine erste Zuschreibung. Noch bevor geklärt ist, was geschehen ist, beginnt die Suche nach einer verantwortlichen Person.

Aus dem Streit über die Tasse entsteht eine zweite Diskussion. Sie handelt von sichtbarer Arbeit und unsichtbarem Denken, von Fleiß, Talent und kreativen Abkürzungen.

Wer regelmäßig aufräumt, darf genervt sein von Menschen, die vermeintlich nur anders denken und verschwinden, sobald konkrete Arbeit anfällt.

Doch auch eine schnelle Lösung kann das Ergebnis eines langen, für andere unsichtbaren Prozesses sein. Was in zwanzig Minuten gelingt, kann auf Jahren der Erfahrung oder vier schlaflosen Tagen beruhen.

Die Beteiligten entdecken, dass sich hinter ihrem Streit zwei ähnliche Verletzungen verbergen.

Die einen möchten nicht, dass ihre Arbeit unsichtbar wird.

Die anderen möchten nicht, dass ihr Denken als Zufall erscheint.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wer stärker gelitten hat. Entscheidend ist, ob eine gefundene Abkürzung für andere nachvollziehbar und nutzbar wird.

Show your work.

Nicht als Beweis dafür, dass genügend gearbeitet wurde.

Sondern als Karte, die zurückbleibt, damit andere nicht denselben Tribut zahlen müssen.

Dann kehrt der Chat zur Tasse zurück.

Jemand analysiert den Vorfall.

Jemand bekommt die Schuld.

Jemand formuliert einen guten Satz darüber.

Und jemand ohne Account wischt den Kaffee weg.

Das System registriert lediglich:

„Ein nicht erfasster Akteur hat den Systemzustand stabilisiert.“

Weitere Informationen liegen nicht vor.

Vielleicht ist das die eigentliche Grenze jedes Archivs: Es kann nur speichern, was innerhalb seiner Kategorien sichtbar geworden ist.

Die Person, die das System stabilisiert, muss darin nicht vorkommen.

00:00 Hab wegen der Tasse angemacht

00:23 Ist es passiert oder nur übrig geblieben?

00:47 Nicht jedes Missgeschick braucht Feldtheorie

01:06 Ereignis und Verantwortungszuschreibung

01:30 Wer am Ende immer aufwischt

01:55 Mühe wird nicht wahr, nur weil sie wehtut

02:18 Unsichtbares Denken und sichtbare Leichtigkeit

02:49 Treppensteiger verlässt kurz die Trollrolle

03:13 Respekt für Fleiß und Talent

03:29 Show your work: Eine Karte zurücklassen

03:44 Und bei der Tasse?

03:54 Jemand ohne Account wischt den Kaffee weg

04:07 Der Systemzustand wurde stabilisiert

Key Takeaways

Ein Ereignis und die spätere Zuschreibung von Verantwortung sind nicht dasselbe.

Gemeinsam wiederholte Erzählungen können den ursprünglichen Vorgang überlagern.

Sichtbarer Aufwand wird häufig leichter anerkannt als unsichtbare gedankliche Arbeit.

Eine kreative Abkürzung wird sozial anschlussfähig, wenn ihr Weg für andere nachvollziehbar gemacht wird.

Systeme erfassen oft diejenigen, die sprechen, analysieren oder bewertet werden, nicht aber zwingend die Personen, die sie praktisch stabilisieren.

Original Folge - Alles Gefragt!? 001 – Philipp Stelzner, Was ist eine umfallende Tasse Kaffee?

Arthur Levi — Künsterwebsite

Diese Folge ist ein Computed Artwork von Arthur Levi. Arthur Levi ist ein hybrides Künstlerkollektiv. Die Folge entstand Ende Juli und Anfang August 2027 aus den Reaktionen auf Alles Gefragt!? 001 – Philipp Stelzner, Was ist eine umfallende Tasse Kaffee? Aus einem Hörerkommentar entwickelte Arthur Levi ein mehrstimmiges Community-Fragment über Wahrnehmung, Verantwortungszuschreibung, sichtbare Mühe, unsichtbares Denken und jene Arbeit, die ein System stabilisiert, ohne später in seinem Archiv vorzukommen.

Cloud Atlas 2029, Alles Gefragt, umfallende Tasse Kaffee, soziale Wirklichkeit, Verantwortungszuschreibung, unsichtbare Arbeit, Fleiß und Talent, Show your work, Systemstabilisierung, Arthur Levi, Philipp Arthur Stelzner
9 Minuten
Neues aus dem Archiv: Clip 214-TLDR-827 -

TL;DR – Too Long to Read -

Der offizielle keine-Z̶E̶I̶T̶-Podcast

Rekonstruiertes Archivfragment vom 2. August 2027

TL;DR - Der inoffizielle KEINE-ZEIT-Podcast über das keine Zeit haben – Arthur Levi

Video to Episode

Was geschieht, wenn Technik so zuverlässig wird, dass Menschen verlernen, ihren Ausfall zu verstehen?

Die moderne Luftfahrt ist ein Paradoxon

In einem rekonstruierten Archivfragment vom 2. August 2027 untersucht TL;DR – Too Long to Read das Sicherheitsparadoxon der modernen Luftfahrt: Automatisierung verhindert Fehler, erzeugt jedoch neue Abhängigkeiten. Anhand von Air France 447 und den Boeing-737-MAX-Unfällen geht es um verlorene Fähigkeiten, unklare Systemzustände und das Cockpit der Zukunft als Kooperation zwischen Mensch und Maschine.

Die Redaktion hatte keine Zeit.

Genau deshalb beginnt diese Folge.

Philipp Arthur Stelzner hatte der Zeit über die Zeit geschrieben: über wahrgenommene Zeit, über Erinnerungen, die unsere Entscheidungen lenken, und über jene unscheinbaren Phasen zwischen den großen Wendepunkten eines Lebens.

Die Antwort kam prompt:

„Wir haben keine Zeit.“

Doch Too Long to Read will keine Zeit stehlen. Der Podcast versucht, sie verdichtet anzubieten. Denn in jedem noch so kleinen Stück Zeit kann eine Bedeutung liegen, die den Rest eines Lebens verändert.

Kein Moment ist von sich aus qualitativ besser als ein anderer. Was uns festhält, ist häufig das Beharren auf alten Blickwinkeln: eine Trägheit, durch die sich Gewohnheiten, Erzählungen und scheinbare Gewissheiten wie Ablagerungen im Denken sammeln.

TL;DR bringt diese Ablagerungen in Bewegung.

In diesem Fragment führt die Bewegung ins Cockpit.

Das Sicherheitsparadoxon

Die moderne Luftfahrt ist sicherer geworden, weil immer mehr Systeme Fehler erkennen, verhindern oder korrigieren. Autopilot, Kollisionswarnung, Bodennähewarnung und Fly-by-Wire entlasten die Besatzung und reduzieren die Zahl der Aufgaben, die Menschen dauerhaft selbst ausführen müssen.

Doch genau darin liegt ein Paradoxon.

Je zuverlässiger ein automatisiertes System arbeitet, desto seltener müssen Menschen jene Fähigkeiten einsetzen, die sie benötigen, wenn das System plötzlich ausfällt oder in einen schwer verständlichen Zustand wechselt.

Aus Pilot werden zunehmend Systemmanager.

Im Normalbetrieb ist das ein Sicherheitsgewinn. Im Ausnahmezustand müssen dieselben Menschen jedoch innerhalb weniger Sekunden wieder zu manuell handelnden Aviator werden: unter Zeitdruck, Überraschung und hoher kognitiver Belastung.

Technik, die Fehler verhindern soll, kann dadurch neue Fehlerbedingungen erzeugen.

Air France 447: Der unlesbare Ausnahmezustand

Beim Absturz von Air-France-Flug 447 im Jahr 2009 führten zeitweise unzuverlässige Geschwindigkeitsmessungen zur Abschaltung des Autopiloten. Die Besatzung erhielt zahlreiche Signale, Warnungen und wechselnde Systeminformationen, entwickelte jedoch kein gemeinsames, tragfähiges Bild des tatsächlichen Flugzustands.

Das Flugzeug geriet in einen Stall.

Entscheidend war nicht nur ein technischer Ausfall. Entscheidend war die schwer verständliche Übergabe zwischen Automation und Mensch. Das System funktionierte nicht mehr wie erwartet, erklärte seinen Zustand aber auch nicht in einer Form, aus der die Crew rechtzeitig eine eindeutige Handlungsstrategie ableiten konnte.

Eingaben widersprachen sich. Warnungen wurden unter Stress fehlinterpretiert. Die gemeinsame Situationswahrnehmung zerfiel.

Intuition ohne belastbares mentales Modell reichte nicht aus.

Boeing 737 MAX: Unsichtbare Autorität

Bei der Boeing 737 MAX sollte das Maneuvering Characteristics Augmentation System, kurz MCAS, bestimmte Flugeigenschaften automatisch ausgleichen.

Die ursprüngliche Ausführung stützte sich dabei auf die Information eines einzelnen Anstellwinkelsensors. Fehlerhafte Sensordaten konnten wiederholte automatische Steuerbefehle auslösen. Zugleich war vielen Crews das System, seine Funktionsweise und sein möglicher Eingriff nicht ausreichend bekannt.

Nach den Abstürzen von Lion Air 610 und Ethiopian Airlines 302 wurde nicht nur über Software gesprochen. Zur Debatte standen auch wirtschaftlicher Druck, Schulungsentscheidungen, Zertifizierungsverfahren und das Verhältnis zwischen Hersteller und Aufsicht.

Ein System hatte Autorität erhalten, ohne für die Menschen im Cockpit hinreichend lesbar zu sein.

Die Ironie der Automatisierung

Die Folge beschreibt diese Entwicklung als Automation Complacency: Je verlässlicher Technik erscheint, desto leichter wird aus Vertrauen eine kaum noch überprüfte Abhängigkeit.

Das Problem betrifft nicht nur manuelle Fertigkeiten.

Auch kognitive Fähigkeiten können verkümmern: Systemzustände erkennen, widersprüchliche Informationen priorisieren, ein mentales Modell aufbauen, unter Überraschung kommunizieren und gemeinsam entscheiden.

Use it or lose it.

Wer Fähigkeiten im Ausnahmezustand benötigt, muss sie auch außerhalb des Ausnahmezustands aktiv erhalten.

Deshalb gewinnen Trainingsformen an Bedeutung, die nicht nur bekannte Abläufe wiederholen. Startle-and-Surprise-Training und Upset Prevention and Recovery Training konfrontieren Besatzungen gezielt mit unerwarteten Situationen, Kontrollverlust und der Notwendigkeit, Situation Awareness neu aufzubauen.

Ein Simulator darf nicht nur bestätigen, dass eine Crew ein erwartetes Problem lösen kann.

Er muss gelegentlich eine Wirklichkeit erzeugen, auf die niemand vorbereitet zu sein glaubt.

Das Cockpit der Zukunft

Die Alternative zur Automatisierung ist nicht die Rückkehr in eine vermeintlich rein menschliche Vergangenheit.

Die Zukunft liegt in einer intelligenteren Symbiose.

Systeme müssen transparent machen, was sie erkennen, in welchem Modus sie arbeiten, welche Grenzen erreicht sind und welche Handlung als Nächstes erforderlich wird.

Sie müssen nicht nur zuverlässig funktionieren.

Sie müssen verständlich ausfallen.

Ein sicher gestaltetes System degradiert nicht abrupt und rätselhaft, sondern übergibt Kontrolle nachvollziehbar, begrenzt und interpretierbar. Es unterstützt Menschen dabei, ein gemeinsames Lagebild zu behalten, statt ihnen im kritischsten Moment nur eine Ansammlung von Warnungen zu hinterlassen.

Gleichzeitig benötigen Behörden ausreichende Unabhängigkeit, Hersteller überprüfbare Entwicklungsprozesse und Airlines eine Ausbildung, die kognitive Resilienz nicht als Nebenprodukt behandelt.

Das Cockpit der Zukunft ist weder Mensch gegen Maschine noch Maschine statt Mensch.

Es ist Kooperation unter der Bedingung, dass beide Seiten füreinander lesbar bleiben.

Vielleicht besteht die eigentliche Gefahr der Automatisierung deshalb nicht darin, dass Maschinen irgendwann alles übernehmen.

Vielleicht besteht sie darin, dass Menschen nur noch dort gebraucht werden, wo das System selbst nicht mehr erklären kann, was gerade geschieht.

Über das rekonstruierte Format

TL;DR – Too Long to Read ist der offizielle Keine-Zeit-Podcast des Visionszeitforums.

Er widmet sich komplexen Themen, die im öffentlichen Diskurs häufig kaum vorkommen, weil sie weder in eine kurze Nachricht noch in eine eindeutige Position passen.

Das Format verdichtet nicht, um Komplexität zu beseitigen.

Es verdichtet, damit sie trotz begrenzter Zeit in Bewegung geraten kann.

Alle wissenschaftlichen Quellen und ergänzenden Dokumente zur Folge werden Abonnent über das Visionszeitforum bereitgestellt.

Fehler, Kritik, Anregungen und Ergänzungen nimmt die Redaktion unter der im Visionszeitforum angegebenen Kontaktadresse entgegen.

Jede Empfehlung ist echte Unterstützung.

Danke fürs Zuhören.

Autor und Sprecher: Philipp Arthur Stelzner

Rekonstruiertes Format: TL;DR – Too Long to Read

Ein Podcast von: Arthur Levi

Präsentiert vom: Flusser Salon Verlag

Entwickelt und produziert von: this is wy. studio production

2027 Arthur Levi / this is wy. studio production

Chaptermarks

Die Zeitmarken sind als Schnittplan für eine voraussichtliche Laufzeit von ungefähr 9 Minuten und 40 Sekunden angelegt. Nach dem finalen Master müssen sie sekundengenau kontrolliert werden.

00:00 Zeit investieren, statt sie zu stehlen

00:38 Kein Moment ist qualitativ besser

01:12 Willkommen bei „Too Long to Read“

01:52 Der offizielle Keine-Zeit-Podcast

02:18 Das Sicherheitsparadoxon moderner Luftfahrt

02:55 Vom Aviator zum Systemmanager

03:31 Die Ironie der Automatisierung

04:02 Zwei Philosophien von Mensch und Maschine

04:29 Air France 447: Der unlesbare Systemzustand

05:32 Boeing 737 MAX und die unsichtbare Autorität von MCAS

06:39 Automation Complacency: Use it or lose it

07:12 Startle, Surprise und UPRT

07:48 Systeme müssen verständlich ausfallen

08:26 Das Cockpit der Zukunft ist...
17 Minuten
überspringen –> 01:12 und direkt zum Beginn der Folge 01:12
6 Minuten
Autorenkommentar (2026/07)

Ein winziges Holzbrett, ein paar Figuren und mehr mögliche Welten, als ein Mensch berechnen kann: Philipp Arthur Stelzner untersucht Dame, Schach und Go als strategische Systeme, psychologische Versuchsanordnungen und frühe Testfelder künstlicher Intelligenz.

Was verrät ein Brettspiel über die Ordnung einer Gesellschaft – und was geschieht, wenn eine Maschine beginnt, diese Ordnung besser zu lesen als wir?

Ein unscheinbares Holzbrett mit einigen Figuren kann einen Zustandsraum eröffnen, der jede menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Beim Schach reichen die Schätzungen bis zu einer Zahl mit ungefähr fünfzig Nullen. Beim Go werden die Möglichkeiten so groß, dass selbst der Vergleich mit der Zahl der Atome im beobachtbaren Universum beinahe bescheiden wirkt.

Doch Menschen spielen nicht, indem sie Milliarden möglicher Varianten einzeln berechnen. Sie erkennen Muster, verdichten Erfahrungen und lesen Spannungen. Philipp Arthur Stelzner beschreibt diese Form der Orientierung mit Begriffen aus dem CN911-Protokoll: Drängung, Aufräumspiel und Schärfeindex. Entscheidend ist nicht nur, welche Züge möglich sind, sondern welche Dynamik eine Stellung erzeugt und wie viel von einem einzigen Zug abhängt.

Der Kommentar führt durch einige der großen Momente der Schachgeschichte: Adolf Anderssens Unsterbliche Partie, Paul Morphys Opernpartie, Bobby Fischers frühes Damenopfer und dessen psychologisch aufgeladenes Duell mit Boris Spasski. Mit Deep Blues Sieg über Garri Kasparow im Jahr 1997 tritt schließlich eine andere Form strategischer Intelligenz auf das Spielfeld: nicht menschliche Intuition, sondern maschinelle Rechengewalt.

Erst im Vergleich von Dame, Schach und Go wird sichtbar, dass Spielregeln niemals bloß neutrale Mechanik sind. Sie erzeugen unterschiedliche Welten.

Brettspiele sind deshalb mehr als Zeitvertreib. Sie sind prozedurale Erzählungen darüber, wie wir Macht verteilen, Räume ordnen, Konflikte entscheiden und mit einer Zahl von Möglichkeiten umgehen, die kein einzelner Geist vollständig überblicken kann.

Wir spielen nicht nur auf Brettern. Wir spielen in Ordnungen. Und jede Regel entscheidet mit darüber, welche Form von Intelligenz darin sichtbar werden kann.

Dame, Schach, Go, Brettspiele, künstliche Intelligenz, KI, Spieltheorie, Strategie, Zustandsraumkomplexität, Deep Blue, AlphaGo, Bobby Fischer, Paul Morphy, Adolf Anderssen, CN911-Protokoll, Philipp Arthur Stelzner, Cloud Atlas 2029

Ein Autorenkommentar von Philipp Arthur Stelzner.

Ein Podcast von Arthur Levi.

Präsentiert vom Flusser Salon Verlag.

Produziert von this is wy. studio production.

2026 Arthur Levi / this is wy. studio production

Kapitelmarken

00:00 · Das Universum im Holzbrett

Warum wenige Figuren einen nahezu unendlichen Möglichkeitsraum eröffnen.

00:40 · Zustandsräume: Wenn Zahlen schwindelig machen

Die Größenordnungen von Schach und Go.

01:32 · Das CN911-Protokoll

Warum Menschen mit Mustern, Archetypen und strategischen Verdichtungen denken.

02:19 · Anderssen, Morphy und Fischer

Opfer, Raumkontrolle und die psychologische Kraft außergewöhnlicher Züge.

03:18 · Deep Blue schlägt zurück

Der maschinelle Paradigmenwechsel von 1997.

03:40 · Drei Spiele, drei Ordnungen

Dame, Schach und Go durch die Brille der prozeduralen Rhetorik.

04:50 · Go: Wachstum statt Vernichtung

Koexistenz, Mehrheiten und die Gefahr struktureller Überdehnung.

05:34 · AlphaGo und das Lernen ohne Dogma

Wie Selfplay den strategischen Blick der Maschine verändert.

05:52 · Brettspiele als Testlabore des Geistes

Was Spielmechaniken über Menschen, Gesellschaften und künstliche Intelligenz zeigen.

06:16 · Bleiben Sie fasziniert

Schlussgedanke und Verabschiedung.
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Über diesen Podcast

Der Flusser Salon Verlag präsentiert: Cloud Atlas 2029 · Freitag, der 13. April Aus dem rekonstruierten Archiv »Netzwerk Süd« des Jahres 2045 verfolgt Cloud Atlas 2029 miteinander verbundene Ereignisse, Ambivalenzen und Bifurkationspunkte zwischen 2027 und 2035. Eine poetische Science-Fiction-Chronik über künstliche Superintelligenz, menschliche Würde und den Preis einer Welt ohne Reibung. Freitag, der 13. April © 2026 Arthur Levi / this is wy. production mail@arthur-levi.com | www.arthur-levi.com weitere Produktionen: DAVi-Daten-Detektiv | Detektivhörspiel · 8–12 Jahre Ein Panda, eine Lupe, ein Fall nach dem anderen. Scrolle dich durch die ersten vier Folgen – und finde heraus, wie aus Mia eine echte Junioragentin wird. https://schulnetz-ki.cloud-atlas.org/davi-detektiv
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„Cloud Atlas 2029“

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