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Episoden

19 Minuten
Ich sitze auf einem Supermarktparkplatz und sehe, wie ein junger Mann ganz entspannt auf einem Behindertenparkplatz parkt, in den Laden geht und mit einer Dose Cola wieder rauskommt.

Und ich? Sitze im Auto und bin auf 180.

So sehr, dass ich kurz darüber nachdenke, wie ich ihm einen reinwürgen könnte. Nicht meine glorreichste Stunde.

Die Wut hatte einen Grund. Auf einem Behindertenparkplatz zu parken, wenn man da nicht hingehört, ist rücksichtslos.

Aber die Größe meiner Wut? Die hatte mit diesem Parkplatz nur noch bedingt zu tun.

In dieser Folge geht es darum, wofür Wut eigentlich da ist, warum so viele von uns früh gelernt haben, sie wegzudrücken – und woran du merken kannst, ob deine Wut gerade wirklich zu diesem Moment gehört oder ob da noch etwas Älteres mit an Bord ist.

Ich erzähle dir von „frischer“ und „alter“ Wut, von meinem persönlichen Detektorwort „Ach komm“ und davon, warum ausgerechnet dieser junge Mann mit seiner Cola zu meinem allerersten Arschengel wurde.

Denn irgendwann habe ich mich gefragt:

Was genau tut dieser Mensch eigentlich, das mich so auf die Palme bringt?

Die Antwort war ziemlich eindeutig:

„Der nimmt sich einfach, was ihm nicht zusteht.“

Und genau da wurde es interessant.

Denn ich hatte mir bis dahin oft nicht einmal genommen, was mir sehr wohl zustand.

Wut ist nicht Schreien. Wut ist nicht Türenknallen. Und Wut ist nicht Gewalt.

Wut ist erst einmal eine Information.

Und manchmal lohnt es sich, ihr zuzuhören.

Vier Fragen für den nächsten Moment, in dem es in dir hochkocht:

Was ist mir hier gerade wichtig? Was wird verletzt?

Mein Raum? Respekt? Meine Zeit? Eine Grenze? Ein Wert?

Passt die Größe meiner Wut zu dem, was gerade passiert?

Oder ist sie deutlich größer, bleibt länger oder dreht sich immer wieder im Kreis?

Was genau tut dieser Mensch, das mich so auf die Palme bringt?

Und vielleicht auch: Was nimmt er sich gerade raus, das ich mir selbst nicht erlaube?

Was will meine Wut, was ich tue?

Braucht es ein klares Nein? Einen Satz, den ich schon viel zu lange runterschlucke? Will ich gehen? Oder mir endlich etwas nehmen, das mir zusteht?

Du musst diese Fragen übrigens nicht beantworten, während du innerlich noch kochst. Manchmal geht das erst später.

Die Wut läuft dir nicht weg. Und die Antwort auch nicht.

Denn deine Wut ist kein Charakterfehler.

Sie ist eine Botschaft.

Manchmal eine über den Moment. Manchmal eine über dich.

Meine Wut darf inzwischen mit an den Tisch.

Sie darf nur nicht allein entscheiden.

Mehr über mich und meine Arbeit findest du hier:

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Und wenn du einen ersten Schritt zurück zu dir selbst gehen willst, findest du hier meinen 0€-Kurs„Spür dich wieder“

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42 Minuten
Maria sitzt morgens auf dem Boden und denkt: Das war’s. Die Welt bricht zusammen.

15 Minuten später steht sie auf und geht live auf Social Media.

War das eine gespielt und das andere echt?

Nein. Beides war Maria.

Und damit sind wir ziemlich schnell bei einem meiner Lieblingsthemen gelandet: Wie viele verschiedene Versionen von uns können eigentlich gleichzeitig wahr sein?

Für meine erste Interviewfolge habe ich Maria Alexiadou zu Gast. Wobei „Interview“ fast ein bisschen ordentlich klingt für das, was da zwischen uns passiert ist.

Die Aufnahme war spontan. Am selben Morgen war eine Postkarte von mir von Marias Pinnwand gefallen. Und mitten im Gespräch stellt sie fest, dass wir ausgerechnet an dem Tag aufnehmen, an dem sie neun Jahre zuvor ihre 111 Intentionen (die ich ins Deutsche übersetzt habe) fertiggeschrieben hatte.

Zufall? Nun ja. Maria hat dazu eine ziemlich klare Meinung.

Wir sprechen darüber, wie aus einem handgeschriebenen Notizbuch, das Maria jahrelang in ihrer Tasche mit sich herumtrug, das Buch „The Party of Life“ wurde. Über Manifestation, gute und ziemlich ungünstige Fragen – und darüber, warum man nicht immer genau wissen muss, wohin man will.

Und wir sprechen über Marias eigenes Leben: Mit 20 zog sie der Liebe wegen nach Griechenland. Später lebte sie in Sofia, verließ nach 23 Jahren eine Beziehung und fand sich als alleinerziehende Mutter in einer fremden Stadt wieder. Ohne fertigen Plan. Aber mit einer Straßenkehrmaschine hinter sich, die eine Rückkehr offenbar nicht vorgesehen hatte.

Du erfährst:

• wie Maria innerhalb von drei Tagen 111 Intentionen niederschrieb

• warum ausgerechnet dieses kleine Heft irgendwann ein Buch werden musste

• weshalb die Fragen, die wir uns stellen, einen echten Unterschied machen

• wie Maria sich nach einer langen Beziehung beruflich und persönlich neu erfand

• warum Zusammenbrechen und Weitermachen kein Widerspruch sind

• weshalb verschiedene Versionen eines Menschen gleichermaßen echt sein können

• und welche Intention Maria heute ihrem jüngeren Ich mitgeben würde

Dieses Gespräch handelt von Veränderung – aber nicht von der hübsch verpackten Sorte, bei der jemand einen mutigen Entschluss fasst und anschließend bei Sonnenaufgang selbstbestimmt über einen Strand läuft.

Es geht auch um Schmerz, Wut und Zeiten, in denen das Leben nicht fragt, ob man gerade bereit für die nächste Version von sich ist.

Und um diese kleine Stimme, die Maria selbst in ihrem größten Tief begleitet hat:

Irgendetwas Gutes passiert gerade. Du kannst es nur noch nicht sehen.

Frage zum Weiterdenken:

Welche Version von dir hältst du vielleicht noch für „zu laut“, „zu viel“ oder unpassend?

Und was wäre, wenn genau sie nicht kleiner werden muss, sondern endlich wieder Licht bekommen darf?

Wenn dir unser Gespräch gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, bewertest oder die Folge mit einem Menschen teilst, der gerade selbst mitten in einer Neuerfindung steckt.

Und hier findest du Marias Buch „THE PARTY of LIFE":

https://shop.tredition.com/booktitle/The_Party_of_Life/W-537-734-498

Bitte beachte, dass das Buch extra für dich gedruckt wird – book on demand – und dass die Lieferung deshalb ein paar Tage dauern kann. Das gilt auch, wenn du es bei Amazon bestellst. Lohnt sich aber. :D

Maria auf Instagram:

https://www.instagram.com/pimp_my_style/

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#NichtVerrücktNurMenschlich #Intention #Veränderung #Neuanfang #Manifestation #InnereAnteile
17 Minuten
Du siehst eine Frau, die sich zeigt, Raum einnimmt, sich sexy findet – und denkst: „Boah, was für eine Tussi.“

Was weißt du jetzt über diese Frau?

Erstaunlich wenig.

Aber möglicherweise lernst du einiges über dich.

In dieser Folge geht es um Projektion – und um die Frage, was passiert, wenn etwas in uns berührt wird, wir es aber beim anderen verorten.

Dabei ist mir eines besonders wichtig: Nicht alles, was dich an anderen stört, ist automatisch dein eigenes Thema. Menschen können sich tatsächlich respektlos, egoistisch oder verletzend verhalten. Und gleichzeitig kann ihr Verhalten etwas Eigenes in dir berühren.

Du erfährst:

• was Projektion eigentlich bedeutet – und warum sie so schwer zu erkennen sein kann

• warum wir Gefühle oder Eigenschaften manchmal sehr deutlich bei anderen wahrnehmen, aber kaum bei uns selbst

• was Carl Gustav Jungs „Schatten“ damit zu tun hat

• warum der Satz „Das ist doch nur deine Projektion“ ziemlich problematisch werden kann

• wie die Formulierung „Ein Teil von mir …“ helfen kann, auch unangenehme Gefühle überhaupt erst wahrzunehmen

• warum es sich lohnt, zwischen dem, was tatsächlich passiert, und unserer Interpretation eine kleine Pause zu machen

Und ich korrigiere in dieser Folge auch etwas, das ich in der letzten Folge gesagt habe. Denn zu behaupten, jemand habe „nur etwas Eigenes auf mich projiziert“, kann ziemlich schnell bedeuten, dass ich genau das tue, worüber wir hier sprechen: Ich behaupte zu wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht.

Frage zum Weiterdenken:

Wenn du in den nächsten Tagen ganz genau zu wissen glaubst, was ein anderer Mensch denkt, fühlt oder beabsichtigt, frag dich einmal:

Woher weiß ich das eigentlich?

Was hat der andere tatsächlich gesagt oder getan – und was passiert dabei in mir?

Und noch etwas ist neu: Ab der nächsten Folge gibt es bei „Nicht verrückt, nur menschlich“ auch Gespräche und Interviews. Den Anfang macht Maria. Wir sprechen darüber, wie viele verschiedene Versionen eines Menschen eigentlich in ein einziges Leben passen – und ob sie trotzdem alle echt sein können.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du den Podcast abonnierst, bewertest oder mit einem Menschen teilst, für den sie gerade interessant sein könnte.

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#NichtVerrücktNurMenschlich #InnereMuster #Projektion #Selbstreflexion
24 Minuten
Über Trauma wird heute so viel gesprochen wie vermutlich noch nie.

Bindungstrauma, Entwicklungstrauma, Schocktrauma, PTBS – und bei vielem, was wir darüber lesen oder hören, denken wir vielleicht: Moment mal. Trifft das auf mich zu?

Aber wann ist eine schmerzhafte oder überfordernde Erfahrung eigentlich ein Trauma?

Und müssen wir das überhaupt immer wissen?

In dieser Folge geht es darum, warum nicht allein entscheidend ist, was uns passiert ist, sondern auch, wie wir es erlebt haben, welche Möglichkeiten wir in diesem Moment hatten – und was davon in uns zurückgeblieben ist.

Ich erzähle von einer ziemlich lustigen Kindheitsgeschichte, die mit einer Ligusterhecke beginnt und mit einer riesigen Frottee-Unterhose endet. Und von einem Satz, der damals etwas in mir hinterlassen hat, das erst Jahrzehnte später wieder aufgetaucht ist.

Außerdem geht es um:

warum Co-Regulation einen Unterschied machen kann, wenn uns etwas überwältigt

Gabor Matés Gedanken zu Trauma und dem Alleinbleiben mit einer Erfahrung

warum Trigger wie ein Finger auf einer noch wunden Stelle sein können

Bindungs- und Entwicklungstrauma und die Anpassungen, die daraus entstehen können

warum wir nicht in unserer Vergangenheit nach einem vermeintlich verschütteten Trauma suchen müssen

und warum wir keine fertige Erklärung brauchen, um ernst zu nehmen, wenn sich etwas in uns wund anfühlt

Die Frage zum Mitnehmen:

Nicht: „Was ist mir passiert?“

Sondern: „Was spüre ich, was da heute noch in mir wirkt?“

Wenn du merkst, dass dich Gefühle oder Reaktionen immer wieder stark überwältigen, hol dir bitte Unterstützung bei einer psychotherapeutischen Fachperson oder jemandem mit entsprechender traumatherapeutischer Qualifikation. Dieser Podcast dient der Information und Reflexion und ersetzt keine psychotherapeutische Beratung oder Behandlung.

Zum Weiterhören:

In der Folge erwähne ich das Gespräch von Mel Robbins mit Dr. Gabor Maté. Den Link zum vollständigen Gespräch findest du hier:

[LINK ZUR MEL-ROBBINS-FOLGE]

Die konkrete Passage mit Mel Robbins’ Kindheitserlebnis beginnt ungefähr bei 56 Minuten.

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18 Minuten
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an meiner Kindheit liegt. Ich hatte eine total harmonische, schöne Kindheit.“

Diesen Satz höre ich in meinen Sessions ziemlich oft.

Und meine Antwort darauf ist meistens:

Ja. Das glaube ich dir sofort.

Denn eine schöne Kindheit und die Tatsache, dass wir aus ihr bestimmte Muster mitgenommen haben, schließen sich überhaupt nicht aus.

Ich hatte selbst eine schöne Kindheit. Meine Eltern haben sogar sehr bewusst versucht, manches anders zu machen als ihre eigenen Eltern.

Und trotzdem gab es Dinge, für die ihnen schlicht ein anderes Kompetenzmuster fehlte.

In dieser Folge erzähle ich dir, warum ich als Kind als unglaublich pflegeleicht, fröhlich und ausgleichend galt – und weshalb ich gleichzeitig ziemlich auf der Hut war, bloß nicht unbequem zu sein.

Warum ich mein Taschengeld von Klassenfahrten bis auf den letzten Pfennig wieder mit nach Hause brachte.

Und warum ich Jahrzehnte später an einer Raststätte plötzlich richtig sauer auf ein paar Kinder wurde, die sich völlig unbekümmert Chips, Cola und Schnökerkram kauften.

Denn Kinder lernen nicht nur durch das, was Eltern ihnen erklären.

Sie beobachten.

• Wie wird mit großen Gefühlen umgegangen?

• Was passiert bei Hilflosigkeit?

• Wie wird über Geld gesprochen?

• Welchen Stellenwert haben Leistung und Pausen?

Und manchmal übernehmen wir daraus etwas, ohne überhaupt zu merken, dass wir gerade etwas lernen.

In dieser Folge geht es auch darum, warum es beim Blick zurück nicht darum geht, Schuldige zu finden – und warum „Sie haben es doch nur gut gemeint“ genauso wenig weiterhilft.

Denn wir tragen heute nicht die Verantwortung dafür, was damals passiert ist.

Aber wir können Verantwortung dafür übernehmen, wie wir heute mit dem umgehen, was es in uns hinterlassen hat.

Eine Frage zum Mitnehmen:

Was galt bei euch zu Hause einfach als normal?

Nicht: Was haben meine Eltern falsch gemacht?

Sondern:

Was hast du immer wieder gesehen, gehört oder erlebt – und was hast du vielleicht daraus gelernt, obwohl es dir niemals jemand ausdrücklich beigebracht hat?

Manchmal ist die spannendste Erkenntnis:

„Ach krass. Ich dachte immer, das wäre einfach so.“

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Über diesen Podcast

Warum reagieren wir manchmal völlig anders, als wir eigentlich wollen? Warum wiederholen wir Muster, die uns längst nicht mehr guttun? Und warum ergibt das oft mehr Sinn, als wir glauben? In „NICHT VERRÜCKT. NUR MENSCHLICH“ geht es um Gefühle, Prägungen, innere Schutzmechanismen und die erstaunliche Logik hinter unserem Verhalten. Mit persönlichen Geschichten, Erkenntnissen aus meiner Arbeit und Gesprächen mit spannenden Gästen. Für alle, die sich selbst besser verstehen wollen – ohne Schubladen, Selbstoptimierungsdruck oder toxische Positivität.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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