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Episoden

55 Minuten
Früher haben Wencke und Snorre beim Spaziergang beide an der Leine gezogen. Heute bleibt Snorre manchmal stehen, schaut Wencke an und zeigt ihr, dass er lieber einen anderen Weg nehmen würde. Und Wencke hört hin.

In dieser Folge von DER TUT WAS – Was Hunde sichtbar machen erzählt Wencke, wie sich ihr Blick auf ihren sensiblen Parson Russell Terrier verändert hat. Sie spricht mit Jule über ihre ersten Erfahrungen in einer Hundeschule, in der mit Druck und Gewalt gearbeitet wurde, und darüber, wie schwer es ihr danach fiel, dem eigenen Gefühl wieder zu trauen.

Die beiden sprechen darüber, wie Wencke gelernt hat, Snorres Signale früher zu erkennen, ihm an der Leine mehr Raum zu geben und für ihn Grenzen zu setzen, wenn andere Menschen sich einmischen. Und sie erzählen von den kleinen Momenten, in denen sich das gewachsene Vertrauen zeigt. Zum Beispiel, als Snorre plötzlich einem Kater gegenüberstand und auf Wenckes Ruf tatsächlich umkehrte.

Eine Folge für alle, die im Alltag mit ihrem Hund schon einiges ausprobiert haben und sich fragen, ob sie noch mal anders anfangen können.

Mehr über die Hundeschule DER TUT WAS und das Kennenlerngespräch findest du auf www.dertutwas.de.

00:00 Wencke und Snorre

07:06 Fehler machen dürfen

12:21 Warum Wencke die Hundeschule verließ

16:56 Der erste Termin bei DER TUT WAS

19:06 Mehr Raum an der Leine

22:28 Für den eigenen Hund Grenzen setzen

26:44 Wie Snorre zeigt, was er braucht

32:55 Urlaub mit Hund im Camper

41:18 Snorre und der Kater

47:19 Was Wencke anderen mitgeben möchte
27 Minuten
Fünf Dinge, die ich heute nie wieder tun würde.

Heute wird es persönlich.

Ich erzähle euch von fünf Dingen, die ich mit meiner ersten Hündin Momo gemacht habe und bei denen ich heute ganz klar sagen würde: Das würde ich nie wieder tun.

Ich habe ihr Futter an Gehorsam geknüpft. Ich habe sie aus Wut und Empörung körperlich „unterworfen“. Ich habe sie mit einem Spiel immer weiter hochgedreht, obwohl ihre Kommunikation längst gezeigt hat, dass etwas nicht stimmt. Ich habe Futterentzug als Strafe eingesetzt. Und ich habe sie auf Anweisung eines vermeintlichen Experten angebunden, allein gelassen und bin schließlich sogar mit dem Auto weggefahren.

Manches davon habe ich aus Überzeugung getan. Manches, weil ich es so gelernt habe. Und manches, obwohl sich mein eigenes Gefühl schon damals dagegen gewehrt hat.

Hinter diesen völlig unterschiedlichen Methoden steckte für mich rückblickend immer dieselbe Vorstellung: Mein Hund weiß, was ich will. Wenn er es trotzdem nicht tut, dann widersetzt er sich – und ich muss konsequenter oder härter werden.

Heute stelle ich andere Fragen:

Kann mein Hund das gerade überhaupt? Was hat er verstanden? Wie hoch ist seine Erregung? Welche Bedürfnisse spielen eine Rolle? Was habe ich trainiert – und was vielleicht nicht gut genug gemanagt?

Und vor allem:

Was braucht mein Hund, um sich anders verhalten zu können?

Eine sehr persönliche Folge über Fehler, Verantwortung, Hundeerziehung und darüber, wie sehr sich der Blick auf einen Hund verändern kann.

Timestamps

00:00 Heute wird’s persönlich 

01:02 Futter nur gegen Leistung – Nahrung als Druckmittel 

05:09 „Unterwerfung“ – als Empörung zu körperlicher Gewalt wurde 

09:37 Der Leuchtturm – wie ich Momo immer weiter hochgedreht habe 

14:50 Futterentzug als Strafe 

19:27 Festbinden, weggehen, wegfahren – die Geschichte, die mir heute am schwersten fällt 

24:18 Was hinter all diesen Methoden steckte – und was ich heute anders mache
13 Minuten
Warum ist die Arbeit mit dem Futterbeutel etwas anderes, als einen Hund mit Leckerchen zu belohnen? Ich spreche über Jagdverhalten und Ersatzjagd, intrinsische und extrinsische Motivation und darüber, warum Verhalten oft nur die sichtbare Spitze des Eisbergs ist.

Außerdem geht es um die Frage, warum im Futterbeutel überhaupt Futter steckt – und welche Bedeutung das Essen am Ende einer Jagdsequenz hat.

Kapitel

00:00 Futterbeutel oder Leckerchen?

01:13 Jagdverhalten ist bereits im Hund angelegt

03:19 Spiel, Jagd und Beutegreifen

04:19 Warum Futterbeutel statt Leckerchen?

05:23 Intrinsische und extrinsische Motivation

06:35 Mein 5-Meter-Turm

08:46 Das Eisbergmodell: Verhalten ist nur die Spitze

09:48 Bedürfnisse und Emotionen hinter Verhalten

11:49 Warum wir mit Ersatzjagd arbeiten

12:53 Jagen, Beute machen, essen, Ruhe
31 Minuten
Dein Hund findet den Futterbeutel langweilig, läuft zwar hinterher, bringt ihn aber nicht zurück – oder möchte ihn auf keinen Fall wieder hergeben?

Dann geht es wahrscheinlich noch gar nicht ums Apportieren.

In dieser Folge erfährst du, wie der Futterbeutel für deinen Hund zunächst überhaupt Bedeutung bekommt und warum du nicht mit „Bring“ und „Aus“ starten solltest. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie aus einem Stoffbeutel eine sinnvolle, definierte Beute werden kann: vom Füttern aus dem Beutel über die ersten gemeinsamen Spiele bis hin zu Regeln, Kooperation und Jagdkontrolle.

Außerdem sprechen wir darüber, warum Beute sich vom Hund wegbewegen muss, weshalb mehrere Futterbeutel Konflikte verhindern können und wann du bei Ressourcenverteidigung unbedingt aufhören solltest, allein weiterzuprobieren.

Denn gute Futterbeutelarbeit beginnt nicht damit, dass dein Hund dir etwas perfekt in die Hand legt. Sie beginnt mit Bedeutung, gemeinsamer Freude, Kommunikation und der Erfahrung: Mit meinem Menschen kann ich sinnvoll Beute machen.

Timestamps/Kapitelmarken:

00:00 – Warum dein Hund nicht einfach „keine Lust aufs Apportieren“ hat

00:36 – Der Hund als Beutegreifer und die Idee einer sinnvollen Ersatzbeute

01:57 – Warum das Futter dem Beutel einen echten Wert gibt

03:02 – Objektfixierung ist nicht dasselbe wie Beziehung

03:52 – Warum der Futterbeutel ein Hundeleben lang wichtig bleiben darf

04:22 – Frühe Prägung und Parallelen zur jagdlichen Ausbildung

06:00 – Schritt 1: Den Napf durch den Futterbeutel ersetzen

08:30 – Schritt 2: Draußen füttern, ohne etwas zu verlangen

09:36 – Schritt 3: Erste Spiele – und warum Beute vom Hund wegläuft

10:23 – Es geht noch nicht ums Zurückbringen

11:39 – Gemeinsames Spiel, Beziehung und erste Regeln

15:09 – Warum du mehrere Futterbeutel brauchst

17:19 – Ressourcenverteidigung: Wann es gefährlich werden kann

18:09 – Kein Tauschen, kein Zwang: Abgeben beginnt im Kopf

19:53 – Leine und Management, wenn dein Hund mit dem Beutel abhaut

23:07 – Die Futterbeutelarbeit von der Wohnung nach draußen übertragen

24:27 – Wie aus der definierten Beute Jagdkontrolle entstehen kann

26:52 – Das klare Ende: Beute machen, fressen und ruhen

29:01 – Motivation statt Futterbeutel-Junkie

30:00 – Alle Schritte noch einmal im Überblick
32 Minuten
Wie krass genial ein Futterbeutel eigentlich ist, wurde mir bei einer ziemlich simplen Waldrunde mit Shoki nochmal bewusst.

Denn während wir eigentlich einfach gemeinsam Spaß hatten, brauchten wir plötzlich all das, was Hunde oft jahrelang einzeln „trainieren“:

Sitzen und warten.

Distanz aushalten.

Impulskontrolle.

Rückruf.

Frustrationstoleranz.

Orientierung.

Freigabe.

Selbstständiges Arbeiten.

Ressourcen abgeben.

Und immer wieder miteinander kommunizieren.

Nur war nichts davon Selbstzweck.

All diese Fähigkeiten waren Teil einer echten gemeinsamen Aufgabe: unserer Ersatzjagd.

In dieser Folge geht es deshalb nicht nur um Futterbeutel. Es geht um die Frage, was nach dem Erlernen der Grundlagen eigentlich kommen sollte.

Warum lassen wir erwachsene Hunde immer wieder das ABC schreiben, obwohl sie längst komplexere Aufgaben lösen könnten?

Ich spreche darüber,

warum Futterbeutelarbeit für mich kein klassisches Belohnungssystem ist,

wie aus einzelnen Übungen sinnvolle Absprachen werden,

warum Management und Verantwortung Voraussetzung für Freiheit sind,

was Selbstwirksamkeit gerade auch für ältere Hunde bedeuten kann,

warum Ersatzjagd natürliche Bedürfnisse aufgreift,

weshalb ein Hund den Futterbeutel nicht apportieren muss, damit die Arbeit wertvoll ist,

was das freiwillige Abgeben einer Ressource mit Kooperation und Rollenklarheit zu tun haben kann,

warum Fehler für Entwicklung notwendig sind,

und warum ich mir wünsche, dass Mensch und Hund draußen nicht einfach nur dieselbe Strecke laufen, sondern wirklich gemeinsam unterwegs sind.

Und ganz nebenbei erzähle ich auch, warum meine eigenen Aufgaben eher simpel sind und ich ziemlich froh bin, dass Elli und Annett mit dem Dummy Adventure an deutlich kreativeren Herausforderungen arbeiten.

Vielleicht fragst du dich nach dieser Folge beim nächsten Spaziergang nicht mehr nur:

„Was muss mein Hund heute üben?“

Sondern:

„Was könnten wir heute gemeinsam erleben?“

Kapitel / Timestamps

00:00 Warum der Futterbeutel so krass genial ist

00:28 Was ist eigentlich ein Futterbeutel?

01:16 Mit Shoki im Wald: Unsere Ersatzjagd beginnt

02:55 Wie viel „Training“ plötzlich nebenbei passiert

03:29 Futterbeutel verstecken – und erstmal weitergehen

05:13 Erst Verantwortung übernehmen, dann loslassen

06:21 Management: Was kann mein Hund wirklich leisten?

07:31 Blickkontakt, Freigabe und Verantwortung übergeben

08:19 Suchen, finden und freiwillig abgeben

09:35 Selbstwirksamkeit – gerade auch für einen alten Hund

10:51 Die Beute wird gefressen

11:25 Wie komplex eine simple Futterbeutelrunde eigentlich ist

13:55 Warum wir mit erwachsenen Hunden nicht ständig das ABC üben sollten

17:25 Bei Shoki geht es nicht mehr um Erziehung, sondern Beziehung

19:59 Warum Ersatzjagd so viel mehr ist als Beschäftigung

22:52 Der Hund muss den Futterbeutel nicht apportieren

24:18 Was passiert, wenn der Hund seine Beute freiwillig abgibt?

27:59 Warum die Fütterung die Ersatzjagd abschließt

29:31 Gehen wir wirklich gemeinsam mit unserem Hund spazieren?

30:55 Outro
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Über diesen Podcast

DER TUT WAS Podcast – was Hunde sichtbar machen ist für Menschen, die ihren Hund lieben, aber ihn nicht immer verstehen. Jule Rettberg spricht über Hunde als Sozialpartner, über Bedürfnisse, Grenzen, Überforderung, Beziehung, Alltag und das, was Verhalten sichtbar macht. Kein Sitz-Platz-Fuß-Podcast, keine schnellen 5 Tipps, kein „Der Hund muss funktionieren“. Sondern ehrliche Gedanken, Geschichten aus der Hundeschule und neue Blickwinkel auf Mensch und Hund.
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„DER TUT WAS Podcast - was Hunde sichtbar machen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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