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1 Stunde 9 Minuten
Kaum ein Thema wird unter Hundehalter:innen so kontrovers diskutiert wie die Kastration. In dieser Folge schauen wir uns das Thema deshalb einmal genauer an und sprechen darüber, was das Tierschutzgesetz dazu eigentlich sagt und unter welchen Voraussetzungen eine Kastration überhaupt gerechtfertigt sein kann.

Dabei betrachten wir insbesondere die Gründe, die gegen eine Kastration sprechen – und warum der Eingriff gerade bei jungen Hunden häufig viel zu schnell als vermeintliche Lösung für unerwünschtes Verhalten ins Spiel gebracht wird. Was bedeutet eine Frühkastration für die körperliche und soziale Entwicklung eines Hundes? Welche möglichen Folgen kann sie haben? Und warum ist es wichtig, sexuelles Verhalten bei Junghunden zunächst einmal als das zu verstehen, was es ist: ein völlig normaler und natürlicher Bestandteil der Entwicklung?

Wir sprechen darüber, warum steigendes Sexualverhalten, Aufreiten oder zunehmendes Interesse am anderen Geschlecht nicht automatisch ein Problem darstellen, das medizinisch „wegoperiert“ werden muss. Vielmehr spielt gerade in dieser Entwicklungsphase eine gute Erziehung, Orientierung und das richtige Management eine entscheidende Rolle.

Und natürlich geht es auch um die Frage, wann eine Kastration tatsächlich sinnvoll oder sogar notwendig sein kann. Denn eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema bedeutet nicht, jeden Eingriff grundsätzlich abzulehnen. Entscheidend ist vielmehr, die individuellen Umstände zu betrachten und sich bewusst zu machen, dass eine Kastration kein universeller Problemlöser für Verhalten ist.

Schreibt uns eure Fragen, Themenvorschläge oder eigenen Geschichten — vielleicht landen sie schon in einer der nächsten Folgen.

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Habt eine schöne Woche und denkt immer daran - ein bisschen mehr Impulskontrolle schadet niemandem.
1 Stunde 19 Minuten
Was bedeutet eigentlich Sozialkompetenz bei Hunden?

Ist ein Hund sozial kompetent, wenn er jeden anderen Hund freundlich begrüßt, mit jedem spielt und „gut mit allen kann“?

Wir sagen: Nein.

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Sozialkompetenz deutlich mehr mit Kommunikation, Konfliktfähigkeit und dem richtigen Umgang mit sozialen Situationen zu tun hat als mit möglichst vielen Hundekontakten.

Wir schauen uns an, welche Aufgabe dabei uns Menschen zukommt, warum der jeweils gegenüberstehende Hund eine entscheidende Rolle spielt und weshalb es so wichtig ist, den eigenen Hund wirklich zu kennen: seinen Charakter, seine Grenzen, seine Stärken und seine Schwächen.

Denn Sozialkompetenz bedeutet nicht, jeden Konflikt zu vermeiden. Sie bedeutet auch nicht, sich alles gefallen zu lassen. Ein sozial kompetenter Hund kann kommunizieren, Grenzen setzen, Grenzen anderer akzeptieren und Konflikte angemessen bewältigen.

Anhand zahlreicher Beispiele aus unserem Hundetraining zeigen wir, wie unterschiedlich solche Situationen aussehen können und wo wir als Halter:innen eingreifen, unterstützen oder auch einfach mal Raum lassen sollten.

Dabei sprechen wir auch über die Entwicklung unserer beiden Hunde, die in ihrem charakterlichen Grundgerüst kaum unterschiedlicher sein könnten. Genau daran lässt sich besonders gut zeigen: Sozialkompetenz sieht nicht bei jedem Hund gleich aus.

Es geht also nicht darum, aus jedem Hund einen „Ich-mag-jeden“-Hund zu machen.

Es geht darum, einem Hund die Möglichkeit zu geben, seine soziale Kompetenz innerhalb seines eigenen Charakters weiterzuentwickeln.

Und genau da wird es spannend:

Was können wir trainieren?

Was müssen Hunde untereinander lernen?

Wann sollten wir eingreifen?

Und wann nehmen wir unserem Hund vielleicht sogar die Möglichkeit, selbstständig soziale Erfahrungen zu sammeln?

Eine Folge über Kommunikation, Grenzen, Konflikte, Charaktere – und darüber, warum „verträglich mit jedem Hund“ kein sinnvolles Ziel für jeden Hund sein muss.

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1 Stunde 8 Minuten
Alleine bleiben ist für viele Hundehalter ein großes Thema – und gleichzeitig eines, das unglaublich individuell betrachtet werden muss. Denn nicht jeder Hund erlebt das Alleinsein gleich und nicht jeder Hund braucht denselben Trainingsweg.

Wir sprechen darüber, warum alleine bleiben erlernt werden muss. Dabei geht es aber nicht darum, einem Hund beizubringen, eine bestimmte Zeit irgendwie auszuhalten. Vielmehr sollte der Hund in einem kleinschrittigen und für ihn passenden Aufbau lernen: Alleine zu sein ist sicher, vorhersehbar und kein Grund zur Sorge. Und vor allem: Es kommt immer jemand zurück.

Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte Ankündiger. Welche Signale kündigen dem Hund an, dass sein Sozialpartner gleich geht? Und was passiert eigentlich schon lange vor dem eigentlichen Verlassen der Wohnung? Auch die Qualität der Beziehung zwischen Hund und Sozialpartner kann eine entscheidende Rolle spielen.

Wir sprechen außerdem über das sogenannte Stalken innerhalb der Wohnung: Wenn der Hund seinem Menschen permanent folgt, jede Bewegung beobachtet und kaum Distanz zulässt. Warum dieses Verhalten für die Einschätzung des Problems relevant sein kann und was es uns über die emotionale Situation des Hundes verrät.

Ein besonders wichtiger Punkt ist für uns die Analyse der Reaktion auf das Alleinsein. Denn zwischen „mein Hund fühlt sich dabei nicht besonders wohl“, echter Unsicherheit und einer ausgeprägten Trennungs- bzw. Separationsangst liegen fachlich große Unterschiede. Bei einer massiven Separationsangst kann das Alleinsein für einen Hund zu einer Situation werden, die er als existenziell bedrohlich erlebt. Dann reicht es nicht, einfach länger zu warten, bis der Hund „es irgendwann aushält“.

Diese Folge gibt deshalb nur einen kleinen Einblick in einige wichtige Aspekte rund um das Thema Alleine bleiben. Denn gerade hier gilt: Es gibt keinen pauschalen Trainingsplan, der für jeden Hund funktioniert. Entscheidend ist, genau hinzuschauen, die individuelle Reaktion des Hundes zu verstehen und den Trainingsaufbau daran anzupassen.

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1 Stunde 6 Minuten
Für alles Mögliche im Leben brauchen wir einen Führerschein, eine Ausbildung oder zumindest einen Nachweis, dass wir wissen, was wir tun. Nur beim Hund gilt vielerorts noch: Anschaffen, halten – fertig.

Wir finden: Ein verpflichtender Hundeführerschein ist längst überfällig.

Denn wer einen Hund hält, übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen, für dessen Verhalten und letztlich auch für die Sicherheit seiner Umwelt. Aber was müsste ein zukünftiger Hundehalter eigentlich wissen, bevor er einen Hund übernimmt? Es geht um Körpersprache und Kommunikation, rechtliche Grundlagen, Rasse und Genetik, Lernverhalten, Training und vor allem darum, einen Hund im Alltag sicher führen und Situationen richtig einschätzen zu können.

Dabei sollte eine solche Prüfung unserer Meinung nach vor allem eine Prüfung des Halters sein. Nicht der Hund sollte zeigen müssen, wie gut er Sitz, Platz oder Fuß beherrscht. Der Mensch sollte darlegen, dass er in der Lage ist, seinen Hund zu verstehen, zu führen, Risiken einzuschätzen und verantwortungsvoll mit ihm umzugehen.

Wir machen außerdem einen Ausflug zu einem besonders emotionalen Thema: Rasselisten. Wie kann es sein, dass ein Hund in Bundesland A als gefährlich gilt, während derselbe Hund in Bundesland B völlig anders bewertet wird? Und wie kann es sein, dass ein Lebewesen als gefährlich eingestuft wird, nur weil es im vermeintlich falschen Körper geboren wurde? Wir schauen kritisch darauf, wie sinnvoll und fachlich belastbar solche pauschalen Einstufungen eigentlich sind.

Natürlich stellen wir uns auch die Frage: Wie würden wir einen Hundeführerschein überhaupt aufbauen? Was müsste ein Halter wissen und praktisch können, damit wir wirklich von verantwortungsvoller Hundehaltung sprechen können?

Und dann wäre da noch die spannende Frage: Wie werden eigentlich die Profis geprüft? Die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz ist keine bundesweit einheitliche Prüfung mit einem standardisierten Kompetenznachweis. Die konkrete Ausgestaltung liegt maßgeblich bei der zuständigen Behörde. Gleichzeitig arbeiten noch immer viele alteingesessene Trainer mit Methoden, die längst nicht mehr dem aktuellen Wissensstand über Lernen, Verhalten und Training entsprechen.

Eine Folge über Verantwortung, Kompetenz, Rasselisten, Hundetrainer, veraltete Trainingsmethoden und die Frage, warum wir beim Thema Hundehaltung dringend über bessere Standards sprechen müssen.

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59 Minuten
Hundeauslaufgebiete klingen auf dem Papier nach einem ziemlich guten Konzept: kontrollierter Freilauf, Sozialkontakte ermöglichen und gleichzeitig die Umwelt vor frei laufenden Hunden schützen. Doch wie gut funktioniert dieses Konzept in der Realität?

In dieser Folge sprechen wir über die Hundeauslaufgebiete in Berlin und darüber, warum die Realität häufig ganz anders aussieht als die Idee dahinter. Denn obwohl am Eingang große Tafeln mit Regeln stehen, werden diese in der Praxis nicht selten konsequent ignoriert. Leinen, Rücksichtnahme und ein verantwortungsvoller Umgang miteinander? Fehlanzeige.

Stattdessen haben häufig die Mobber, Pöbler und sozial eher schwierigen Artgenossen die Vorherrschaft übernommen. Für Halter:innen mit unsicheren oder sozial weniger unkomplizierten Hunden kann ein Besuch dadurch schnell zum Spießrutenlauf werden – und im schlimmsten Fall zu einer richtig schlechten Erfahrung für Hund und Mensch.

Wir spielen deshalb einmal durch, wie wir ein Hundeauslaufgebiet betreiben würden. Was müsste sich verändern, damit wirklich unterschiedliche Hunde und ihre Menschen einen solchen Ort nutzen können, ohne anschließend traumatisiert wieder nach Hause zu gehen? Dabei geht es unter anderem um Regeln, Kontrolle, Struktur, Verantwortlichkeiten und die Frage, wie man kontrollierten Freilauf tatsächlich ermöglichen kann.

Natürlich fließen auch wieder unsere eigenen Erfahrungen aus der Arbeit mit Hunden und aus Besuchen in Hundeauslaufgebieten mit ein.

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Über diesen Podcast

Impulskontrolle ist der Podcast über Hunde, Menschen und all die Momente, in denen der Verstand kurz Auslauf hat. Die Hundetrainer Steven Grieger und Kevin Klinkenberg sprechen über Impulssteuerung, Alltag, Training und die Absurditäten menschlichen Verhaltens – humorvoll, ehrlich und herrlich überzeichnet.
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„Impulskontrolle“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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