Für alles Mögliche im Leben brauchen wir einen Führerschein, eine
Ausbildung oder zumindest einen Nachweis, dass wir wissen, was
wir tun. Nur beim Hund gilt vielerorts noch: Anschaffen, halten –
fertig.
Wir finden: Ein verpflichtender Hundeführerschein ist längst
überfällig.
Denn wer einen Hund hält, übernimmt Verantwortung für ein
Lebewesen, für dessen Verhalten und letztlich auch für die
Sicherheit seiner Umwelt. Aber was müsste ein zukünftiger
Hundehalter eigentlich wissen, bevor er einen Hund übernimmt? Es
geht um Körpersprache und Kommunikation, rechtliche Grundlagen,
Rasse und Genetik, Lernverhalten, Training und vor allem darum,
einen Hund im Alltag sicher führen und Situationen richtig
einschätzen zu können.
Dabei sollte eine solche Prüfung unserer Meinung nach vor allem
eine Prüfung des Halters sein. Nicht der Hund sollte zeigen
müssen, wie gut er Sitz, Platz oder Fuß beherrscht. Der Mensch
sollte darlegen, dass er in der Lage ist, seinen Hund zu
verstehen, zu führen, Risiken einzuschätzen und
verantwortungsvoll mit ihm umzugehen.
Wir machen außerdem einen Ausflug zu einem besonders emotionalen
Thema: Rasselisten. Wie kann es sein, dass ein Hund in Bundesland
A als gefährlich gilt, während derselbe Hund in Bundesland B
völlig anders bewertet wird? Und wie kann es sein, dass ein
Lebewesen als gefährlich eingestuft wird, nur weil es im
vermeintlich falschen Körper geboren wurde? Wir schauen kritisch
darauf, wie sinnvoll und fachlich belastbar solche pauschalen
Einstufungen eigentlich sind.
Natürlich stellen wir uns auch die Frage: Wie würden wir einen
Hundeführerschein überhaupt aufbauen? Was müsste ein Halter
wissen und praktisch können, damit wir wirklich von
verantwortungsvoller Hundehaltung sprechen können?
Und dann wäre da noch die spannende Frage: Wie werden eigentlich
die Profis geprüft? Die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz ist
keine bundesweit einheitliche Prüfung mit einem standardisierten
Kompetenznachweis. Die konkrete Ausgestaltung liegt maßgeblich
bei der zuständigen Behörde. Gleichzeitig arbeiten noch immer
viele alteingesessene Trainer mit Methoden, die längst nicht mehr
dem aktuellen Wissensstand über Lernen, Verhalten und Training
entsprechen.
Eine Folge über Verantwortung, Kompetenz, Rasselisten,
Hundetrainer, veraltete Trainingsmethoden und die Frage, warum
wir beim Thema Hundehaltung dringend über bessere Standards
sprechen müssen.
Schreibt uns eure Fragen, Themenvorschläge oder eigenen
Geschichten — vielleicht landen sie schon in einer der nächsten
Folgen.
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Habt eine schöne Woche und denkt immer daran – ein bisschen mehr
Impulskontrolle schadet niemandem.
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