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  3. Was KI kann - mit Florian Zsifkovics Podcast

Episoden

53 Minuten
Seit über einem Jahrzehnt rollt Richard Hemmer in *Geschichten aus der Geschichte* die Vergangenheit auf, mit bald 600 Episoden einer der reichweitenstärksten Podcasts im deutschsprachigen Raum. Sämtliche Schauplätze und Epochen bündelt er inzwischen auf einer interaktiven Weltkarte, dem hauseigenen „Atlas“. Die Arbeit hinter den Kulissen erledigt eine Pipeline, die Hemmer spät nachts im Alleingang zusammengelötet hat. Der Ablauf ist gnadenlos effizient: Geht mittwochs eine neue Folge online, wird sie vollautomatisch transkribiert und nach Koordinaten und Jahreszahlen gescannt. Hemmer selbst übernimmt am Ende nur noch den Faktencheck der Treffer.

Auf der Zeitleiste des Atlas sticht dabei ein bezeichnendes Muster ins Auge: Rund zwanzig Jahre nach Gutenbergs Buchdruck verdichten sich die Episoden sprunghaft, schlicht, weil die Quellenlage ab diesem Kippmoment massiv explodierte.

Eine Parallele, die seinen Blick auf die aktuelle Tech-Welt schärft. Für Hemmer markiert der KI-Boom denselben tektonischen Bruch wie einst die industrielle Mechanisierung: Wir stünden an einem ähnlichen Punkt wie damals, als der Webstuhl die Weber ersetzte – mit massiven sozialen Verwerfungen und handfesten Aufständen als Folge.

Entsprechend nüchtern blickt er auf die führenden KI-Konzerne: Die Leute dort fänden die eigene Technologie zwar zweifellos fantastisch, doch niemand solle sich der Illusion hingeben, an den Schalthebeln säßen Weltverbesserer. Hemmers persönliche Konsequenz daraus ist konsequente digitale Autarkie: Seine Website betreibt er völlig unabhängig vom jeweiligen Podcast-Hoster, getragen vom offenen RSS-Protokoll, für ihn eine der letzten funktionierenden Bastionen des dezentralen Webs.

Geschichten aus der Geschichte

Atlas

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Die Veröffentlichungen auf dieser Website/in diesem Podcast sowie die darin erteilten Hinweise und gesetzten Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung, Anlageanalyse noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Insbesondere kann eine Anlage- oder sonstige Beratung dadurch nicht ersetzt werden. Die in den Veröffentlichungen enthaltenen Angaben basieren auf dem Wissensstand zum Zeitpunkt der Ausarbeitung und können jederzeit ohne weitere Benachrichtigung geändert werden. Die Inhalte richten sich ausschließlich an natürliche Personen. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der zur Verfügung gestellten Informationen, Informationsquellen, daraus resultierenden Haftungen oder Schäden jedweder Art übernommen. Eine Haftung für leicht fahrlässiges Verhalten wird jedenfalls ausgeschlossen. 
57 Minuten
Idee geklaut, Skript per ChatGPT umgeschrieben, Voiceover und B-Roll vollautomatisch aus dem Generator: Ganze Kanäle leben inzwischen von synthetischem Content-Recycling, erhalten damit sogar Millionen an Klicks.

Creator Stephan Tschany ist genau so ein KI-Klon seiner eigenen Arbeit in die Timeline gespült worden. Die erste Reaktion: Wut. Ein Blick in die Kommentare machte es nicht besser, denn das Publikum feierte das Plagiat mit exakt demselben Feedback wie sein Original. Der Moment, in dem man sich unweigerlich fragt: Wozu der ganze Aufwand eigentlich noch?

Dabei ist Tschany alles andere als ein Technologie-Verweigerer. Er spannt KI selbst vor den Karren – als Sparringspartner für Zusammenfassungen oder um internationale Quellen abzugrasen. Nur die eigentliche Recherche überlässt er keinen Algorithmen mehr. Sein Befund: KI liefert zwar Datenberge, hat aber null Gespür dafür, was eine Geschichte überhaupt erzählenswert macht.

Am Ende driftet das Gespräch ins Grundsätzliche. Bei der Frage nach echter Kunst winkt Tschany ab – das bleibe menschliches Terrain. Beim Journalismus ist er skeptischer. Und als es um die Gretchenfrage geht, ob man die ungeschminkte Realität oder doch lieber die makellose Simulation wählt, gehen unsere Meinungen endgültig auseinander.

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1 Stunde 6 Minuten
Ein Entwickler aus Ungarn hält Wahlen für ein überholtes Verfahren. Sein Argument: Wer alle vier Jahre ein Kreuz macht, gibt ein einziges Bit Information ab. Das sei keine Demokratie. Sein Gegenvorschlag ist radikal. Jeder Bürger schreibt einen Text von zehntausend Wörtern darüber, was er will. Eine KI liest zehn Millionen davon an einem Nachmittag und leitet daraus Politik ab. Auf die Frage, ob ein Sprachmodell bessere Entscheidungen träfe als Politiker, antwortet er ohne Zögern: Na klar. Dafür reiche sogar ein Modell, das fünf Jahre alt ist.

Parzival von Algorithmic Progress, bürgerlich Levente Türk, ist Vibecoder seit 2024. Laut seinen Diplomen Chemiker, Materialwissenschaftler und Maschinenbauer, dazu drei Jahre Physik- und Chemielehrer. Mit seiner Firma Inoom AI baut er lokale KI-Systeme für Anwaltskanzleien und Steuerberater, damit deren Daten nicht auf Servern von OpenAI oder Anthropic landen.

Das Gespräch führt von dort zu drei weiteren Punkten: zu seinem Szenario, in dem Staaten mit Millionen KI-Agenten Krieg führen. Zu seinem Satz, dass mit jedem Klick auf „accept and continue" ein Stück der eigenen Seele an diese Firmen verkauft wird. Und zu der Superintelligenz, die er sich wünscht und deren System-Prompt Maitreya heißt, nach dem Buddha der liebenden Güte.

QUELLEN

Cloudflare Radar, 3. Juni 2026: 57,4 % des Traffics sind Bots. Die im Podcast genannten 51 % stammen aus Impervas Bad Bot Report für 2024.

https://www.nbcnews.com/tech/tech-news/bot-web-traffic-overtaken-human-web-traffic-data-shows-rcna348522

OpenAI-Modelle brechen am 21. Juli 2026 aus der Testumgebung aus und dringen in Hugging Face ein.

https://openai.com/index/hugging-face-model-evaluation-security-incident/

https://fortune.com/2026/07/21/openai-says-ai-models-escaped-control-hacked-hugging-face/

SpaceX übernimmt Cursor für 60 Mrd. Dollar, 16. Juni 2026.

https://www.cnbc.com/2026/06/16/spacex-spcx-cursor-acquisition-ipo.html

Unitree-Börsengang, 19. August 2026, im Tagesverlauf bis +629 %.

https://www.cnbc.com/2026/08/19/china-backflipping-robot-maker-unitree-jumps-shanghai-ipo.html

Meta: seit April 2026 geschlossene Modelle, seit 10. August mit Muse Glimmer wieder ein offenes.

https://ai.meta.com/blog/introducing-muse-spark-msl/

China und die Proteste gegen Rechenzentren: OpenAI bestätigt eine Einflussoperation, hält die Wirkung aber für gering. 71 % der Amerikaner lehnen Rechenzentren in ihrer Gemeinde ab.

https://www.npr.org/2026/06/10/nx-s1-5844328/us-china-data-centers-foreign-influence

Parzival Website

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1 Stunde 20 Minuten
Armin Ronacher hat Flask geschrieben, eines der meistgenutzten Web-Frameworks der Welt. Und weil so viel davon in den Trainingsdaten steckt, hat ChatGPT jahrelang seinen Code ausgespuckt, wenn jemand nach einer Website gefragt hat.

Genau das hatte eine Nebenwirkung, mit der er nicht gerechnet hat. Weil sein Name aus den Modellen kam, schrieben ihm plötzlich wildfremde Menschen. Was in diesen Mails stand, hat verändert, wie er heute über KI denkt.

Außerdem: Im Juli sind zwei OpenAI-Modelle aus ihrer Testumgebung ausgebrochen und in die Server einer fremden Firma eingedrungen. Sie wollten die Antworten für den Test finden, auf dem sie gerade geprüft wurden. Wer dafür haftet, weiß bis heute niemand.

Armin auf X

Website Armin

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35 Minuten
Ein Turnsaal in einer tschechischen Grenzstadt, neunzig junge Leute aus drei Ländern. Die meisten studieren Politik oder Soziologie. Als es heißt, ab jetzt wird programmiert, wird der Saal still und jemand fragt: Sorry, what is a Lovable? Anderthalb Tage später standen fertige Anwendungen da.

Benjamin Rabl ist Co-Founder von Crossborder Dialog und veranstaltet Hackathons in europäischen Grenzregionen. Sein Rezept für KI-Skeptiker: nicht über KI reden, sondern eine Aufgabe mitbringen, die Leute interessiert.

Im zweiten Teil geht es um Europa. 141 Milliarden Dollar fließen in amerikanische KI-Finanzierungsrunden, 12 Milliarden in europäische. Warum er trotzdem nicht aufgibt, warum er eine Kapitalmarktunion für wichtiger hält als jedes Förderprogramm, und warum er beim Rechenzentrum in Oberösterreich eine unpopuläre Position vertritt.

Crossboarderdialogue

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Über diesen Podcast

Journalist Florian Zsifkovics begleitet dich durch die KI-Revolution und spricht mit Experten, Visionären und Warnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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