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Episoden

34 Minuten
In dieser Folge geht es um das physikalische Fundament jeder Jagd: die Ballistik von Jagdwaffen. Behandelt werden Innenballistik (Zündung, Druckaufbau, Drall), Außenballistik (Trajektorie, Luftwiderstand, ballistischer Koeffizient), Munitionsarten bei Büchsen (Deformation, Teilzerlegung, bleifreie Geschosse) sowie Endballistik (Wundkanal, Schockwirkung, Auftreffenergie). Abschließend werden die Besonderheiten der Schrotflinte und die Gefährdungsbereiche beider Waffenarten behandelt.

Das Rotwild

19 Minuten
Der Rothirsch (Cervus elaphus) — Deutschlands größtes regelmäßig freilebendes Wildtier und nach dem Elch die größte Hirschart Europas. Eine Folge über Biologie, Verhalten, Lebensraum und jagdliche Verantwortung — für Jäger und Naturinteressierte.

Ernährungsökologisch ist Rotwild ein Intermediärtyp nach Hofmann: flexibel zwischen Raufaser und nährstoffreichen Konzentraten — anders als das Reh, das als Konzentratselektierer auf leicht verdauliche Nahrung angewiesen ist. Das Leittier des Kuhrudels ist definitionsgemäß ein führendes Alttier mit Kalb — ein jagdpraktisch oft unterschätztes Detail.

Schwerpunkt der Folge ist die genetische Verarmung deutscher Rotwildpopulationen durch Lebensraumfragmentierung und die gesetzliche Beschränkung auf Bewirtschaftungsgebiete. Sichtbares Symptom in betroffenen Populationen ist die Brachygnathia inferior — eine Unterkieferverkürzung als Folge von Inzuchtdepression.

Quellen

Westekemper & Balkenhol (2022) — Genetische Untersuchung deutscher Rotwildvorkommen, Universität Göttingen, gefördert vom DJV: www.jagdverband.de/content/rotwild-genetisch-verarmt

Arnold et al. (2015) — Winteranpassung des Rotwildes, Vetmeduni Wien, American Journal of Physiology: www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinfo2015/hirsche-winter

Rotwild — Steckbrief und Jagdzeiten, Deutscher Jagdverband: www.jagdverband.de/content/rothirsch-cervus-elaphus

Rotwild als Wildtier des Jahres 2026, NABU: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/30840.html
26 Minuten
Das Aneignungsrecht nach § 1 Abs. 1 BJagdG gibt dem Jagdausübungsberechtigten das ausschließliche Recht, Wild zu hegen, zu erlegen und sich anzueignen — einschließlich Fallwild, krankem Wild und Abwurfstangen (§ 1 Abs. 5 BJagdG). Es ruht nicht in der Schonzeit; diese beschränkt nur die aktive Jagdausübung.

Greifvögel und Falken unterliegen dem Jagdrecht; die BWildSchV enthält für sie kein Besitzverbot gegenüber dem Jagdausübungsberechtigten (Anlage 4 BWildSchV). Federn sind als „ohne weiteres erkennbare Teile" nach § 1 Abs. 2 BWildSchV ebenfalls Wild — Aufnehmen, Behalten und Verschenken ist zulässig, Verkaufen nicht. Bei verletzten Greifvögeln gilt: Tier sichern, Revierinhaber und untere Naturschutzbehörde unverzüglich informieren (§ 45 Abs. 5 BNatSchG).

Bei der Kitzrettung schließen rechtfertigende Pflichtenkollision und rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB) die Rechtswidrigkeit oft aus — die enge Absprache mit dem Revierinhaber bleibt aber der beste Weg.

Unbefugtes Aneignen von Wild ist in allen Fällen Wilderei nach § 292 StGB. Das Verhältnis von Jagd- und Artenschutzrecht bestimmt sich nach § 37 Abs. 2 BNatSchG und dem Grundsatz lex specialis.

Rechtsquellen § 1 Abs. 1, 2, 4, 5, § 2, § 22 Abs. 1 BJagdG · § 1 Abs. 2, Anlage 1, Anlage 4 BWildSchV · § 37 Abs. 2, § 44 Abs. 1, § 45 Abs. 5 BNatSchG · § 34, § 292 StGB · § 17 TierSchG
27 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über jagdrelevante Neozoen und invasive gebietsfremde Tierarten in Deutschland und Europa: Biologie, Ökologie, rechtliche Pflichten und praktische Maßnahmen für den Jäger.

Besprochene Arten: Marderhund, Waschbär, Nutria, Amerikanischer Nerz (Mink), Sikawild und Nilgans; kurz erwähnt: Damhirsch, Muffelwild, Fasan

HInweis: In einer früheren Version des Audio-Tracks gab es einen Schnittfehler. Ich habe den Track aktualisiert. (22.8.2026)

Relevante Quellen & Links:

EU-Verordnung 1143/2014 (IAS-Verordnung): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32014R1143

Aktuelle EU-Unionsliste invasiver Arten: https://www.bfn.de/art-4-unionsliste#anchor-14747
27 Minuten
Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Mitteleuropas — und trotzdem einer der missverstandensten. Diese Folge ist ein vollständiges Porträt: Biologie, Verhalten, Gefieder, Bestand und jagdrechtliche Einordnung.

Biologie und Steckbrief Körperlänge 51–58 cm, Spannweite bis 137 cm. Weibchen deutlich größer und schwerer als Männchen. Namensgeber: Wühlmäuse als Hauptbeute — bis zu 1.000 Stück im Jahr.

Gefieder und Bestimmung Das variabelste Gefieder aller mitteleuropäischen Greifvögel: von cremeweiß bis dunkelbraun. Die drei Morphen, sichere Feldmerkmale wie Karpalflecken und Brustbinde sowie die Unterschiede zwischen Jungvogel und adultem Tier werden ausführlich erklärt.

Lebensraum und Verbreitung Standvogel und Kurzstreckenzieher, verstärkt durch Wintergäste aus Nordosteuropa. Ideallebensraum: Kulturlandschaft mit Waldrändern und offenen Flächen — die mitteleuropäische Agrarlandschaft als Erfolgsrezept.

Jagdweise und Brutbiologie Ansitzjagd, Thermikkreisen, Rütteln — drei Strategien eines Opportunisten. Brutzeit, Gelegestärke und Nestlingsdauer werden erklärt.

Bestand und Gefährdung Ca. 80.000–135.000 Brutpaare in Deutschland — rund die Hälfte des gesamten mitteleuropäischen Bestands. Windkraftanlagen und Vermaisung als unterschätzte Bedrohung: In Schleswig-Holstein wurde auf Untersuchungsflächen ein Bestandsrückgang von 76 % festgestellt.

Jagdrecht Der Mäusebussard ist Wild nach § 2 BJagdG — kein reines Naturschutzobjekt. Ganzjährige Schonung nach BJagdG i. V. m. Bundeswildschutzverordnung, bundesweit seit 1977. Gleichzeitig streng geschützt nach BNatSchG. Was das für den Jagdausübungsberechtigten konkret bedeutet, wird praxisnah erläutert.
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Über diesen Podcast

„Jagdwissen to go" ist ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs.  Neue Folgen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat!
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„Jagdwissen to go“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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