Jagdwissen to go

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Der Podcast zu Jagd, Hege ud Artenschutz von Mojohunting
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Episoden

Der Mäusebussard
27.07.2026
27 Minuten
Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Mitteleuropas — und trotzdem einer der missverstandensten. Diese Folge ist ein vollständiges Porträt: Biologie, Verhalten, Gefieder, Bestand und jagdrechtliche Einordnung.


Biologie und Steckbrief Körperlänge 51–58 cm, Spannweite bis 137 cm. Weibchen deutlich größer und schwerer als Männchen. Namensgeber: Wühlmäuse als Hauptbeute — bis zu 1.000 Stück im Jahr. Gefieder und Bestimmung Das variabelste Gefieder aller mitteleuropäischen Greifvögel: von cremeweiß bis dunkelbraun. Die drei Morphen, sichere Feldmerkmale wie Karpalflecken und Brustbinde sowie die Unterschiede zwischen Jungvogel und adultem Tier werden ausführlich erklärt. Lebensraum und Verbreitung Standvogel und Kurzstreckenzieher, verstärkt durch Wintergäste aus Nordosteuropa. Ideallebensraum: Kulturlandschaft mit Waldrändern und offenen Flächen — die mitteleuropäische Agrarlandschaft als Erfolgsrezept. Jagdweise und Brutbiologie Ansitzjagd, Thermikkreisen, Rütteln — drei Strategien eines Opportunisten. Brutzeit, Gelegestärke und Nestlingsdauer werden erklärt. Bestand und Gefährdung Ca. 80.000–135.000 Brutpaare in Deutschland — rund die Hälfte des gesamten mitteleuropäischen Bestands. Windkraftanlagen und Vermaisung als unterschätzte Bedrohung: In Schleswig-Holstein wurde auf Untersuchungsflächen ein Bestandsrückgang von 76 % festgestellt. Jagdrecht Der Mäusebussard ist Wild nach § 2 BJagdG — kein reines Naturschutzobjekt. Ganzjährige Schonung nach BJagdG i. V. m. Bundeswildschutzverordnung, bundesweit seit 1977. Gleichzeitig streng geschützt nach BNatSchG. Was das für den Jagdausübungsberechtigten konkret bedeutet, wird praxisnah erläutert.
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Gesellschaftsjagden
14.07.2026
21 Minuten
Gesellschaftsjagden sind mehr als viele Jäger auf einer Fläche. Hinter Drückjagd und Treibjagd steckt ein präzises System aus Wildbiologie, Wildmanagement, Recht und waidmännischer Kultur. In dieser Folge erklären wir, wie beide Jagdformen funktionieren, warum der Herbst kein Zufall ist — und was das Streckelegen mit Respekt zu tun hat. Auch für alle, die nicht jagen. Rechtsquellen


Bundesjagdgesetz (BJagdG) — Rahmengesetz für das Jagdrecht in Deutschland. Regelt jagdbare Tierarten, erlaubte Methoden und Strafvorschriften. Einschlägig für Jagdausübung und Jagdscheinpflicht: §§ 1, 15, 19, 21, 22 BJagdG. Seit der Föderalismusreform 2006 haben die Länder faktischen Vorrang bei der Ausgestaltung. Landesjagdgesetze — regeln Gesellschaftsjagden konkret, insbesondere die Pflicht zum Jagdleiter und die Definition ab welcher Teilnehmerzahl eine Gesellschaftsjagd vorliegt. Beispiele: LJG NRW, § 17a — Definition Gesellschaftsjagd (mehr als vier Personen), Pflicht zum Jagdleiter, Schießübungsnachweis für Bewegungsjagden auf Schalenwild SächsJagdG, § 20 Abs. 5 — Gesellschaftsjagden bei mehr als vier Jägern, Pflicht zur Bestimmung eines Jagdleiters UVV Jagd VSG 4.4 (Unfallverhütungsvorschrift der SVLFG) — schreibt die Funktion des Jagdleiters bei Gesellschaftsjagden verbindlich vor. § 4 VSG 4.4: Pflicht zur Bestimmung eines Jagdleiters, Einweisung der Schützen und Treiber, Bezeichnung des Schussbereichs je Stand, Verbot des Stände-Verlassens vor Beendigung des Treibens. Die VSG 4.4 ist über die SVLFG abrufbar (Suchbegriff: VSG 4.4). VO (EG) Nr. 853/2004 — EU-Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs, in Kraft seit 1. Januar 2006. Einschlägig für Jäger: Anhang III, Abschnitt IV, Kapitel I — Schulung von Jägern in Gesundheits- und Hygienefragen, Definition und Pflichten der kundigen Person, Merkmalsuntersuchung des erlegten Wildes. Durchführungsverordnung (EU) 2015/1375 — spezifische Vorschriften für die amtlichen Fleischuntersuchungen auf Trichinen, zuletzt geändert 2022. Gilt für Schwarzwild, Dachs und andere empfängliche Wildarten — vor dem Inverkehrbringen und beim Eigenverbrauch. Hebt die frühere VO (EG) Nr. 2075/2005 auf.


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Landesjagdgesetze variieren erheblich. Wer als Jagdgast in einem anderen Bundesland an einer Gesellschaftsjagd teilnimmt, sollte vorab prüfen, ob ein Schießübungsnachweis erforderlich ist. Anlaufstellen sind die jeweiligen Landesjagdverbände — eine Übersicht findet sich beim Deutschen Jagdverband (DJV).
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Wildbrethygiene und -vermarktung
22.06.2026
25 Minuten
Wildbrethygiene beginnt vor dem Schuss und endet auf dem Teller. Diese Episode erklärt, was Jäger wissen müssen, wenn sie Wild abgeben oder selbst verzehren wollen. Themen sind die Lebendbeschau als erster hygienischer Schritt, Schussdisziplin, Aufbrechen und Kühlung, die verschiedenen Vermarktungswege mit ihren jeweiligen Pflichten sowie die Trichinenuntersuchung – inklusive einer wichtigen Änderung: Die Nutria ist seit Juni 2020 nicht mehr untersuchungspflichtig, ältere Gesetzestexte im Netz sind insoweit überholt.


Ein Schwerpunkt liegt auf häufigen Fehlern in der Praxis: die Verwechslung der Stichtage für „kundige Person" und „ausreichend geschulte Person", die 100-km-Grenze bei der Abgabe an den lokalen Einzelhandel, die Registrierungspflicht als Lebensmittelunternehmer und die Tatsache, dass Schulung allein zur Trichinenprobenahme nicht berechtigt – es braucht zusätzlich die explizite Beauftragung durch das Veterinäramt.


Wer gegen die Trichinenuntersuchungspflicht verstößt, begeht eine Straftat mit gesetzlicher Mindeststrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe in schweren Fällen.


Rechtsgrundlagen: VO (EG) 852/2004, VO (EG) 853/2004, Tier-LMHV, VO (EU) 2015/1375, BGBl. I Nr. 30 vom 29.06.2020. Hinweis: In einer früheren Version gab es einen Misch-Fehler. Ich habe die Audio-Datei ausgetauscht.Vielen Dank für Eure Hinweise!
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SPECIAL - Gänsegeier in Norddeutschland
22.06.2026
14 Minuten
In diesem Special geht es um den außergewöhnlichen Vorfall vom Juni 2026, bei dem ein Gänsegeier in Niedersachsen (Klein Lobke/Sehnde und Algermissen) zweimal hintereinander Storchennester ausräumte.  Wir ordnen das biologisch ein: Warum Gänsegeier eigentlich keine lebende Beute jagen können, wie der Wiederansiedlungserfolg in Spanien und Frankreich aussieht, warum gerade Junggeier auf weite Erkundungsflüge bis nach Norddeutschland gehen – und warum das Verhalten zwar außergewöhnlich, aber biologisch erklärbar war.
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Wie Raben denken
08.06.2026
19 Minuten
Vier Arten, ein Thema: Kolkrabe, Rabenkrähe, Nebelkrähe und Elster — jagdrechtlich relevant nach § 2 BJagdG, ökologisch bedeutsam, kognitiv außergewöhnlich. Die Folge verbindet Biologie und Jagdpraxis mit Kognitionsforschung und der jahrtausendealten Erfahrung der Falknerei.


Alle Rabenvögel sind Singvögel (Passeriformes) — der Kolkrabe ist der größte Singvogel der Welt. Bestand in Deutschland: 20.000–28.000 Brutpaare, ganzjährig geschont.


Intelligenz: Episodisches Gedächtnis, Perspektivübernahme, Werkzeuggebrauch, individuelle Gesichtserkennung über Jahre, soziale Weitergabe von Erfahrungswissen — alles belegt.


Falknerei: Friedrich II. (De arte venandi cum avibus, ca. 1240) nutzte Corvidenverhalten systematisch zur Geländebeurteilung. Falkner lasen Mobbingverhalten als Anzeigedienst, nutzten Krähen als Konditionsindikator und Trainingspartner.


Quellen


Nieder et al. (2020), Krähen-Bewusstsein — doi:10.1126/science.abb1447


Clayton & Dickinson (1998), episodisches Gedächtnis — doi:10.1038/26216


Weir, Chappell & Kacelnik (2002), Haken-Biegen („Betty") — doi:10.1126/science.1073433


Moll & Nieder (2025), Werkzeuggebrauch Rabenkrähe — doi:10.1016/j.cub.2025.07.020


Marzluff et al. (2010), Gesichtserkennung — doi:10.1016/j.anbehav.2009.12.022


Cornell, Marzluff & Pecoraro (2012), soziales Lernen — doi:10.1098/rspb.2011.0957


Prior, Schwarz & Güntürkün (2008), Elster Spiegeltest — doi:10.1371/journal.pbio.0060202


Friedrich II., De arte venandi cum avibus — Vatikanisches Digitalisat
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Über diesen Podcast

„Jagdwissen to go" ist ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs.  Neue Folgen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat!
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