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Episoden

30 Minuten
Eine Mama schreibt uns:

Ihr dreijähriges Mädchen hat seit zwei Wochen einen knallroten Ring um den Po. Zinksalbe, Pilzsalbe, häufiges Wickeln – nichts hilft. Jetzt weint das Kind beim Stuhlgang und hält ein.

Ihr Gefühl: Sie macht irgendwas falsch.

Die Wahrheit: Sie behandelt wahrscheinlich das Falsche.

In dieser Folge erklärt Dr. D, warum roter Po nicht gleich roter Po ist, wie man Windeldermatitis von perianaler Streptokokken-Dermatitis unterscheidet, wann Pilze wirklich schuld sind und wann Würmer dahinterstecken.

Außerdem: Warum eine Fissur durch Verstopfung entsteht, wann ein Antibiotikum nötig ist und warum es dann mindestens vierzehn Tage sein müssen.

Rot ist nicht gleich rot

Die wichtigste Unterscheidung zuerst: Ist die gesamte Windelfläche gerötet oder nur ein scharf begrenzter Ring direkt um das Poloch? Das macht den entscheidenden Unterschied bei der Diagnose.

Die häufigsten Ursachen im Überblick

Windeldermatitis – feuchtes Milieu, Reibung, Stuhlkontakt

Perianale Streptokokken-Dermatitis – scharf begrenzter roter Ring, schmerzhaft beim Stuhlgang, braucht Antibiotika für mindestens 14 Tage. Eine Salbe reicht nicht

Pilz – eher bei Säuglingen, typisch sind satellitenförmige Pusteln drumherum

Madenwürmer – Juckreiz vor allem nachts

Fissur durch Verstopfung

Warum der Teufelskreis gefährlich ist

Ein wunder Po macht Stuhlgang schmerzhaft. Das Kind hält ein. Der Darm dehnt sich. Die Verstopfung wird schlimmer. Früh behandeln lohnt sich.

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36 Minuten
Seit Mai 2026 ist Vitamin B12 Teil des Neugeborenenscreenings – und das aus gutem Grund. Ein Mangel ist häufiger als gedacht, verursacht irreversible Nervenschäden und ist gleichzeitig einfach zu behandeln.

Dr. D erklärt, warum vor allem stillende und schwangere Mütter besonders im Blick sein müssen, welche Kinder ein erhöhtes Risiko haben und warum vegane oder vegetarische Ernährung unterschätzt wird. Außerdem räumt er mit einem weit verbreiteten Fehler auf: Vitamin B12 im Blut zu messen ist sinnlos.

Was Eltern an Symptomen erkennen können, wann man gezielt testen sollte und ob man einfach allen Kindern B12 geben kann – das alles in dieser Folge.

Warum B12 so wichtig ist

Vitamin B12 ist entscheidend für Blutbildung und Nervenscheidenaufbau. Ein Mangel beim Baby führt zu Entwicklungsverzögerungen, Muskelschwäche und im schlimmsten Fall zu bleibenden neurologischen Schäden – die nicht mehr rückgängig zu machen sind, wenn man zu lange wartet.

Wer ist gefährdet?

Stillende Mütter mit eigenem B12-Mangel geben zu wenig an ihr Baby weiter

Vegan ernährte Schwangere und Stillende – B12 kommt ausschließlich aus tierischen Quellen

Vegetarierinnen, die Milchprodukte weglassen – eine unterschätzte Gruppe

Kinder mit chronischen Darmerkrankungen oder nach Darmoperationen

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22 Minuten
Willkommen zur sechsten Sommerfolge!

Heute beantworten wir zwei Fragen einer Mama, die uns beide sehr häufig erreichen.

Erstens: Wie viel Wasser darf ein Baby wirklich trinken – und muss man wirklich erst ab drei Beikostmahlzeiten damit anfangen?

Und zweitens: Ihr Zweijähriger will manchmal 500 ml Milch am Tag – ist das zu viel und was passiert eigentlich, wenn Kleinkinder zu viel Eiweiß bekommen? Dr. D räumt auf mit dem Mythos der Wasservergiftung, erklärt warum Milch keine Mahlzeit ersetzen kann und warum zu viel davon der häufigste Grund für Eisenmangel bei Kleinkindern ist. Und er wird sehr deutlich zu Eiweißpulver für Kinder.

Wie viel Wasser braucht ein Baby?

Eine Wasservergiftung durch normales Trinken ist so gut wie ausgeschlossen – die Babyniere scheidet überschüssiges Wasser problemlos aus. Trotzdem gilt: Voll gestillte oder formula-ernährte Babys brauchen kein zusätzliches Wasser, weil Muttermilch und Pre-Nahrung zu 85–90 % aus Wasser bestehen. Wasser einzuführen empfiehlt sich aber schon früh – nicht aus Flüssigkeitsgründen, sondern als Gewohnheit. Am besten gleich aus einem Becher, direkt zur ersten Beikostmahlzeit.

Wie viel Milch ist zu viel?

Milch ist keine Mahlzeit. 500 ml täglich bei einem Zweijährigen ist zu viel – und der häufigste Grund für Eisenmangel bei Kleinkindern. Richtwert für zwei bis drei Jahre: etwa 300–400 ml Milchprodukte täglich, Joghurt und Käse mitgerechnet. Den Rest der Flüssigkeit über Wasser regeln.

Zu viel Eiweiß – wirklich gefährlich?

Überschüssiges Eiweiß macht Kinder nicht krank, sondern dick. Leber und Niere gesunder Kinder kommen damit problemlos zurecht. Eiweißpulver für Kleinkinder ist trotzdem eine Katastrophe – nicht wegen der Organe, sondern weil es das falsche Signal sendet.

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29 Minuten
Willkommen zur fünften Sommerfolge!

Ein Mädchen war mit drei Jahren komplett trocken – tags und nachts. Mit vier fing das Einnässen wieder an, und drei Jahre später ist die Situation kaum besser. Zwei Spezialkliniken, Medikamente, Protokolle – und trotzdem kein Durchbruch. Dr. D hört sich den Fall an und kommt schnell auf den entscheidenden Punkt: Nicht die Blase ist das Hauptproblem, sondern der Darm. Chronische Verstopfung, unzureichend behandelt über Jahre, und jetzt neu aufgetretenes Stuhlschmieren als deutliches Warnsignal. Was das bedeutet, warum Macrogol allein nicht reicht und wie ein konsequenter Therapieplan aussieht – das besprechen wir in dieser Folge.

Der Zusammenhang, den viele übersehen

Blase und Darm liegen eng zusammen, ihre Nerven laufen gemeinsam. Wer chronische Verstopfung hat, hat fast immer auch Blasenprobleme. Das neu aufgetretene Stuhlschmieren ist kein Zufallsbefund – es ist ein klares Zeichen, dass die Verstopfung nie konsequent genug behandelt wurde.

Was jetzt zu tun ist

Verstopfung hat Vorrang – erst wenn der Darm funktioniert, kann die Blase folgen

Macrogol muss täglich und ausreichend dosiert gegeben werden – mindestens so lange, wie die Verstopfung bestand

Stuhltraining mit festen Zeiten, Fußbank, Ruhe und Zeit auf der Toilette

Propiverin vorerst pausieren – es kann Verstopfung verschlimmern

Miktionstraining mit Uhrerinnerung statt elterlichem Druck

Zöliakie ausschließen bei langanhaltender Verstopfung

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24 Minuten
Was SGA bedeutet – und was nicht

SGA steht für Small for Gestational Age – zu klein für das Gestationsalter, definiert als unter der zehnten Perzentile. Das klingt beunruhigend, ist aber nicht automatisch ein Problem. Entscheidend ist, ob eine echte intrauterine Wachstumsverzögerung vorlag und wie lange. Kinder, die nur in der letzten Schwangerschaftsphase unterversorgt waren, haben in der Regel eine gute Prognose.

Worauf man wirklich achten muss

Bei schwerer Wachstumsverzögerung können langfristig folgende Risiken auftreten:

Kleinwuchs – bis zu 30 % der betroffenen Kinder wachsen nicht vollständig auf

Erhöhtes Risiko für Stoffwechselprobleme und Übergewicht im späteren Leben

Subtile Auffälligkeiten in Motorik, Konzentration oder Verhalten

Für diesen konkreten Fall gilt: kein erhöhtes Risiko zu erwarten. Die Mama kann aufatmen.

Die wichtigste Botschaft

Elternbauchgefühl ernst nehmen, immer. Dass sie auf einem Eisenwert bestanden hat, war richtig. Kinder mit Risikofaktoren verdienen eine niedrigere Interventionsschwelle, keine Beruhigungspillen.

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Über diesen Podcast

Herzlich willkommen bei "Pädicus - Der Podcast für Kindergesundheit"! Dr. D ist einer der erfahrensten Kinderärzte. In diesem Podcast teilt er seine Expertise und Erfahrungen aus vielen Jahren Praxis mit Eltern, Erziehungsberechtigten und allen, die sich für die Gesundheit von Kindern interessieren. Es dreht sich alles um das Wohl der Kleinsten. Gemeinsam mit dem Kinderarzt und Chefarzt der Kinderklinik in Flensburg, Dr. D, sowie der Kinderkrankenschwester und wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Bereich Public Health, Jana, werden alle Aspekte der Kindergesundheit behandelt. In jeder Folge behandelt Dr. D ein Thema aus der Kindermedizin, von häufigen Erkrankungen und Impfungen bis hin zu Entwicklungsstörungen und psychischen Problemen. Er erklärt verständlich und praxisnah, was Eltern wissen müssen, um ihre Kinder optimal zu unterstützen und gesund aufwachsen zu lassen. Dabei geht Dr. D auch auf aktuelle Debatten und kontroverse Themen ein, wie zum Beispiel die Vor- und Nachteile von bestimmten Impfungen Auswirkungen von Bildschirmzeit auf die kindliche Entwicklung. Neben den medizinischen Themen bietet der Podcast auch Platz für Interviews mit anderen Experten aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedizin sowie für Fragen und Erfahrungsberichte von Eltern. Wenn ihr als Eltern oder Bezugsperson das Beste für euer Kind wollt und euch für alle Aspekte der Kindergesundheit interessiert, ist "Pädicus - Der Podcast für Kindergesundheit" die perfekte Informationsquelle für euch. Also hört rein und bleibt immer auf dem neuesten Stand!
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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