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Fußball in Schlagzeilen – Dein Kick zum Frühstück Archiv

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Der Zufall hat es so gewollt, dass wir heute zweimal über einen Baumann schreiben müssen: über den einen Baumann, der Frank heißt und als Sportvorstand Schalke 04 zurück in die Bundesliga geführt hat, und den anderen Baumann, der Oliver heißt und das deutsche Tor bei der WM 2026 hüten soll.

Beide zeichnet aus, dass sie keine Show-Männer sind, sondern Leistungen für sich sprechen lassen. Das ist nicht immer einfach. Als er noch in Bremen arbeitete, machte man Frank Baumann für jede kleinste Formdelle persönlich verantwortlich, als ob er selbst noch das Werder-Trikot tragen würde.

Auf Schalke hat er für die damals darbende Truppe nicht nur einen perfekten Trainer geholt, der die Mannschaft aufweckte (Miron Muslic), sondern den Kader schrittweise auf Erstliga-Kurs getrimmt. Als Schalke am Samstag den Aufstieg feierte, blieb er auffallend zurückhaltend im Hintergrund. So ist er halt.

Bei Oliver Baumann würde ich mir manchmal wünschen, dass er seine angeborene Höflichkeit vergisst und auf den Tisch haut. Er ist unsere Nummer 1 im Tor und wird es bleiben. Daran ändern auch die Patzer gegen den VfB Stuttgart nichts. Er hätte jetzt allen Grund, in der Öffentlichkeit in die Offensive zu gehen.

Bei der TSG Hoffenheim ist er mitverantwortlich dafür, dass die Qualifikation zur Champions League zum Greifen nahe ist. Er hat Deutschland durch die wackelige WM-Qualifikation geführt, was nach dem Umbruch keine Selbstverständlichkeit ist. Wir könnten beiden Baumännern etwas mehr Dankbarkeit zeigen.
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Ich gebe ja zu: Ich war ein bisschen nervös, bevor wir Rudi Völler auf die Bühne im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund baten. Über 300 Gäste hatten sich eingefunden, um im O-Ton zu hören, wie der DFB-Sportdirektor seine Karriere betrachtet, die Tiefpunkte (Rijkaard-Spucke und Kutzop-Elfmeter) genauso wie die Highlights (WM-Sieg und Champions-League-Triumph). Außerdem wusste ich noch, wie er mit Fragestellern umspringt, wenn ihm etwas nicht passt (Waldi Hartmann, wir erinnern uns). So ein Podcast hält jedes Wort für die Ewigkeit fest. Trotzdem wollte und musste ich ihm die eine Frage stellen: Woher stammt sein Spitzname "Tante Käthe" eigentlich? Diese Hürde übersprang ich einigermaßen elegant. Mein Fett bekam ich während des Podcasts dennoch ab. Hört gerne mal rein: "Rudi Völler, wie war das damals?"
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Neun Tore in einem Champions-League-Halbfinale: Nach dem 4:5 gestern Abend in Paris müssen die Bayern nur ein Tor Rückstand aufholen, wenn's nächste Woche Mittwoch ins Rückspiel geht. In München wird vor allem eines wichtig sein: Dass die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany bei aller Liebe für Offensiv-Fußball endlich eine sichere Verteidigung auf die Beine stellt.

Fünf Gegentore im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain, eine Runde zuvor drei Gegentore im Rückspiel gegen Real Madrid: Das ist einfach zu viel, wenn man ins Finale der Champions League einziehen will. Denn auf diesem Top-Level gilt das alte Gesetz: Der Gegner nutzt jeden Fehler aus, und Harry Kane kann nicht immer so viele Tore erzielen, um die eigenen Abwehrschnitzer auszubügeln.

Wenn die Null hinten steht, reicht ein Tor vorne ja, dann ist die Niederlage wettgemacht, und zwei Tore in 90 Minuten, um das Endspiel in Budapest zu erreichen. Das Schöne an diesem scheinbar banalen Gedanken ist: Den Bayern ist ein eher taktisch geprägtes Ergebnis-Spiel zuzutrauen. Man muss es nur wollen. Spektakel bedeutet nicht automatisch Erfolg.
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Und für alle, die den WM-Spielplan mit seinen 104 Spielen noch nicht aufwendig kennen und die Übersicht mit allen Anstoßzeiten (deutsche Zeit) und TV-Sendern griffbereit im Smartphone haben wollen: Mit zwei Klicks kann man den WM-Spielplan jetzt in den Handy-Kalender importieren. Wie das geht, steht hier: Bitte klicken https://www.feverpitch.de/wm-spielplan/
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Wir in Hamburg durften uns ein Jahr lang glücklich schätzen, dass wir die einzige Stadt mit zwei Bundesligisten waren und der HSV zwischenzeitlich sogar zum besten Klub im Norden aufstieg. Nun droht dem Hochgefühl ein abruptes Ende.

Seit Wochen schwächeln der FC St. Pauli und der Hamburger SV im Gleichschritt und rutschen dem Abgrund entgegen. Es ist nicht mal ausgeschlossen, dass ihr Stadtderby kommendes Jahr eine Fortsetzung in der 2. Liga findet.

Dabei ist der Klassenerhalt kein unerreichbares Ziel: 34 Punkte, also im Schnitt ein Punkt pro Spiel, reichen zum Verbleib in Liga eins. Doch wenn St. Pauli nicht mal beim Tabellenletzten Heidenheim punktet, gehen die Argumente aus.

Eine Beobachtung aber verdient nicht nur Erwähnung, sondern sogar Respekt: St. Pauli und HSV sind (neben Heidenheim, logisch) sind die einzigen zwei Klubs in der unteren Tabellenhälfte, die ihren Trainer nicht ausgetauscht haben.

Die Loyalität zum leidenden Angestellten auf der Trainerbank ist keine Selbstverständlichkeit, auch in Hamburg nicht, sondern Ausdruck eines Realitätssinns: Es liegt nicht immer am Trainer, wenn die Mannschaft wackelt.
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Im vergangenen Jahrzehnt sind die Stuttgarter zweimal in die 2. Liga abgestiegen. Sie berappelten sich und lieferten dann: 2024 Vizemeister, 2025 DFB-Pokalsieger und 2026 mit dem 2:1 n.V. gestern Abend gegen Freiburg erneut Pokalfinalist. Man kann es nicht anders sagen: Der VfB Stuttgart erlebt unter Trainer Sebastian Hoeneß einen einzigartigen Aufschwung. Der Blick in den Kader verrät vielleicht das Geheimnis: Ein halbes Dutzend DFB-Nationalspieler trägt das weiße Trikot mit dem roten Brustring. Immer wieder hat der VfB den Verkauf wichtiger Spieler verkraftet, zum Beispiel den von Waldemar Anton, Serhou Guirassy und Nick Woltemade. Sowas zeichnet eine gute Vereinsführung aus. Wir dürfen gespannt sein, was der Titelverteidiger am 23. Mai in Berlin gegen den Rekord-Pokalsieger Bayern München schafft. Zwei Dinge erhoffe ich mir. Erstens: dass sich andere Vereine die Arbeit von Klubboss Alexander Wehrle zum Vorbild nehmen. Zweitens: dass der VfB Stuttgart diese schöne Zeit möglichst lange genießen darf.
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Serge Gnabry kann einem schon leidtun. Der Angreifer legte eine Bombensaison beim FC Bayern hin und machte vergessen, warum er 2024 aus dem EM-Kader gestrichen worden war. Seine Leistungen überzeugten Bundestrainer Julian Nagelsmann. Gnabry sollte eine feste Größte in seinem WM-Kader sein.

Gestern die schockierende Nachricht: Die Saison ist für Gnabry beendet, seine WM-Teilnahme nicht möglich. Die Diagnose: Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel. "Was sagt man da?", fragte DFB-Sportdirektor Rudi Völler hilflos zurück, als ihn die TV-Leute löcherten. Mehr als "Kopf hoch" fällt niemandem ein.

Uns führt das Gnabry-Malheur zwei Dinge vor Augen. Zum einen: Das Profileben eines Fußballers ist zwar am Reißbrett planbar (Vertragsverlängerung im Februar), aber einem ständigen Stresstest unterworfen. Zum anderen: Hinter dem Spieler steckt immer ein Mensch. Gnabry wird jetzt am Boden zerstört sein.
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Alles andere als ein Bayern-Sieg heute Abend bei Bayer 04 Leverkusen würde mich schon sehr überraschen. Nach dem 35. Meistertitel will der Rekordmeister die kleine Schmach wettmachen, dass man seit 2020 keinen DFB-Pokal mehr mit nach Hause gebracht hat. Armes Leverkusen: Fürs Halbfinale hat Trainer Vincent Kompany seine Stars beim Sieg gegen den VfB Stuttgart geschont, damit auch gar nix unter der Woche schiefgeht. So ist das, wenn die Bayern ernst machen: Das Pokalfinale am 23. Mai verlieren sie jetzt nicht mehr aus den Augen. Der Gegner heißt dann VfB Stuttgart oder SC Freiburg; das wird am Donnerstag ermittelt. Für die Statistiker: Die einen (Stuttgart) haben die Bayern in der Bundesliga 5:0 und 4:2 niedergebügelt, die anderen (Freiburg) 6:2 und 3:2. Im Schnitt 4,5 Tore pro Spiel: Das wird ja ein heiteres Pokalfinale in Berlin. Leverkusen, streng dich an!
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Kurzer Hinweis in eigener Sache. Wer hier in der Begrüßung "Guten Morgen, liebe Fußballfreunde" liest, kann die unpersönliche Anrede in drei Schritten entfernen:

Auf www.feverpitch.de oben rechts "Anmelden" anklicken,

mit der E-Mailadresse einloggen (eventuell mit Sicherheitscode),

im Konto den Vor- und Nachnamen eintragen - und speichern.

Das war's. Danach begrüße ich am frühen Morgen hier im Fever Pit'ch Newsletter höflich mit dem Namen und freue mich auf die gemeinsame Zeit.
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Wie will man die Bayern schlagen, wenn sie sogar mit dem lieben Gott Doppelpass spielen? Oder treffender gesagt: mit seinen Stellvertretern hier auf Erden. Samstag bekam der Rekordmeister an seiner Säbener Straße 52 Besuch von der Vatikan-Mannschaft aus Rom. "Trainer Vincent Kompany und Torwart Manuel Neuer empfingen die Gäste persönlich", notierte die gut informierte Tageszeitung "tz" und stellte fest: "Ein Treffen, das kaum feierlicher hätte sein können."

Danach war ja klar, wie das Sonntag-Spiel ausgehen würde: Mit dem Segen vom Vortag schickte die B-Elf des FC Bayern die Stuttgarter gestern mit 4:2 durch die Hölle und lachte sich schlapp. Die 35. Deutsche Meisterschaft im Schongang: Groß gefeiert wird nicht, weil ja Mittwoch das Pokalspiel in Leverkusen und Ende April das Halbfinale in der Champions League anstehen. Genau das ist der Meistertitel für die Bayern: eine Formsache. Eigentlich bräuchte man den Vatikan nicht.

Trotzdem und in aller Höflichkeit: Herzlichen Glückwunsch, FC Bayern! Wer in der Bundesliga am Ende Erster ist, weil sich die Gegner reihenweise in Hosen machen oder Platz 2 zum Saisonziel erheben, verdient keinen Vorwurf. Der Torrekord entlarvt eher das Abwehrproblem der Gegner. In keiner Top-Liga ist so oft Tag der offenen Tür wie hierzulande. Aber das ist jetzt ein anderes Thema. Alex Steudel spricht heute zunächst die Heiligsprechung in seiner Kolumne aus.