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Fußball in Schlagzeilen – Dein Kick zum Frühstück Archiv

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Die Zukunft der Bundesliga hängt von Dezimalstellen ab, die weit rechts vom Komma liegen. Genauer: von irgendetwas zwischen Komma Drei-Vier-Drei und Komma Null-Sieben-Eins. Das war der Stand gestern Abend um 20.39 Uhr.

Nein, das ist jetzt nicht Telekolleg II aus den dritten Programmen, sondern eine mathematisch anspruchsvolle Leistungsschau des europäischen Fußballverbandes Uefa unter dem Namen "Verbands-Koeffizienten der Saison" 2025/26.

In diesem Uefa-Ranking liegt Spanien hauchdünn vor Deutschland auf Platz 2, nur getrennt, was hinter 21 Komma steht. Die Differenz ist keine Petitesse. Wer Zweiter hinter England wird, schickt fünf statt vier Teams zur Champions League.

Und mehr Champions League heißt: eine größere Millionendosis für die Liga. Alleine die Bayern, die uns mit dem 4:3 gegen Real Madrid begeisterten und ins Halbfinale einzogen, haben sich schon jetzt 100 Millionen Euro Prämie erspielt.

Ihr Sieg und der vom SC Freiburg über Celta Vigo gestern Abend bedeutete: Nur zwei spanische Teams verbleiben in den Europacup-Wettbewerben, Atletico und Rayo, und können Punkte sammeln. Deutschland hat ebenso zwei Klubs am Start.

Die zwei sind Bayern und Freiburg. Dass Bayern am Sonntag zum 35. Mal Meister werden kann - geschenkt. Das spannendste und teuerste Millionen-Duell findet bis Ende Mai zwischen Spanien und Deutschland im Uefa-Ranking statt.

Neuer Zwischenstand gestern Abend um 22.59 Uhr: Spaniens Punktestand schrumpfte auf Komma Drei-Vier-Drei, während Deutschland nach der Mainzer Pleite bei Null-Sieben-Eins verharrte. Es bleibt spannend…
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Am Ende ging alles gut. Bayern München besiegte Real Madrid 4:3 und steht im Halbfinale der Champions League. Trotz der zwei Patzer, die Torwart-Legende Manuel Neuer zu Spielbeginn fabriziert hat. Damit hat sich wohl hoffentlich das nervige Dauerthema WM-Teilnahme erledigt: Neuer bleibt dahoam.

Wir können uns in aller Ruhe auf die Halbfinalpaarungen der Königsklasse in zwei Wochen konzentrieren: Paris Saint-Germain gegen Bayern München am 28. April und 6. Mai sowie Atletico Madrid gegen FC Arsenal am 29. April und 5. Mai. Das Spektakel wird nicht kleiner werden als das gestern Abend.
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Wenn es einer letzten Warnung Richtung Bayern München bedarf, dann kam sie gestern Abend: Atletico Madrid war aus dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League mit einem 2:0 aus Barcelona zurückgekehrt. Das Rückspiel erschien als Formsache. Am Ende gewann Barca 2:1 und vepasste das Halbfinale nur knapp.

Bayern München muss heute Abend gegen Real Madrid ein 2:1 aus dem Hinspiel verteidigen. Die Aufgabe wirkt einfacher, als sie ist. Ja, Heimspiel in der Allianz Arena, Formhoch der Mannschaft, ungetrübte Stimmung nach dem Bundesliga-Rekord von aktuell 105 Toren. Aber was heißt das schon gegen die Königlichen?

Ich, Berufspessimist und Verschwörungstheoretiker in Personalunion, zähle die Minuten, bis das Spiel heute Abend Punkt neun startet. Ich lege mir alle Wenns und Abers zurecht, schaue nochmals auf die Uhr und verzweifle nach der Lektüre von Alex Steudels Kolumne noch mehr daran, dass das heute gutgeht. Oder?

ODER? 
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Der Schalker Linksverteidiger Moussa Ndiaye wurde mit Gelb-Rot für ein Foul bestraft, das er nicht begangen hat. Beim 2:1 in Elversberg war's sogar umgekehrt gewesen: Gegenspieler Lukas Petkov war nicht Opfer, sondern Täter. Gestern sprach das DFB-Sportgericht Moussa Ndiaye von jeder Schuld frei und lässt ihn kommendes Wochenende wieder spielen. Das ist erstens ungewöhnlich, weil ein Platzverweis grundsätzlich mindestens ein Spiel Sperre nach sich ziehen soll, und zweitens nur möglich, weil Schiedsrichter Michael Bacher seine Fehlentscheidung eingestanden hat. Er habe sich "geirrt", wie er bei der Anhörung einräumte. Diese Ehrlichkeit ist ebenso sportlich und fair wie die Geste vom Augsburger Michael Gregoritsch vorige Woche in Hamburg, als er Schiedsrichter Deniz Aytekin vor einem falschen Freistoßpfiff bewahrte. Ehrlicher Fußball: Es gibt ihn wirklich.
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Man kann es deutschen Fußballfans kaum recht machen. Bei Gladbach wird Rocco Reitz geschmäht, weil er den Verein Richtung Leipzig verlässt. In Dortmund pfeifen sie Nico Schlotterbeck aus, weil er beim BVB bleibt. Was denn nun?

Schlimmer trifft's einen Beteiligten im Profifußball nur, wenn zwar Kompetenz zugestanden wird, aber das Geschlecht weiblich ist. Damit sind wir beim Thema des Wochenendes: Eine Frau wird Bundesliga-Trainerin.

Jeder wird's mitbekommen haben, trotzdem hier schnell die Fakten: Union Berlin trennte sich über Nacht vom zuletzt glück- und ratlosen Trainer Steffen Baumgart und setzte Marie-Louise Eta auf die Chefposition - eine Frau.

In der Überschrift zu seinem Kommentar im Hamburger Abendblatt bringt mein Kollege Kai Schiller die Situation auf den Punkt: "Diesen Kommentar sollte es gar nicht geben." Aber so weit sind wir 2026 noch nicht.

Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen Führungspositionen im Spitzenfußball einnehmen. Die Erkenntnis, dass die Befähigung für den Job nicht vom Geschlecht abhängig ist, setzt sich nur langsam durch.

Marie-Louise Eta geht ja nicht nur ein persönliches Risiko ein (wie jeder Trainer, der in der Bundesliga anheuert). Ihr unsichtbarer Gegner werden Vorurteile sein. Alex Steudel hat für seine Kolumne ein paar lesen müssen.

Wir dürfen da aber keine Unterschiede machen. Wenn sie taktische Glanzstücke zeigt, wird sie ebenso gefeiert, wie sie für Fehler am Spielfeldrand kritisiert wird. Nichts anderes wird sie wollen. Denn genau das ist: Gleichberechtigung.
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Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund hatten wir zuletzt Roman Weidenfeller zu Gast, Torwartlegende von Borussia Dortmund und Weltmeister von 2014. Ich möchte euch den Podcast empfehlen, weil er mich an zwei Stellen tief bewegt hat. Zum einen, als Weidenfeller vom Tod seines langjährigen Trainers und Freundes Teddy de Beer erzählt, und zum anderen, wie er das Bus-Attentat damals vorm Champions-League-Spiel gegen Monaco in Erinnerung ruft. Der Anschlag jährt sich am Samstag zum neunten Mal und darf nie vergessen werden. Allein dafür lohnt es sich, am Wochenende mal reinzuhören. Ich selbst werde heute Abend statt FC Augsburg gegen TSG Hoffenheim mir endlich die Özil-Doku in der ZDF-Mediathek reinziehen. Alex Steudel hat's schon getan - und hat meine Erwartungshaltung mit seiner Kolumne heute nochmals gesteigert.
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Ich hätte mir gewünscht, dass Julian Nagelsmann live im Stadion ist, wenn Bayern München bei Real Madrid gastiert. Er hätte erstens spüren können, wie seine Nationalspieler unter Druck arbeiten, und zweitens Manuel Neuers Weltklasse-Leistungen mit eigenen Augen gesehen. Vielleicht, drittens, bekommt man in einem Spitzenspiel sogar taktische Ideen oder sonstige Erkenntnisse vermittelt. Jedenfalls: Eine Dienstreise zum Bernabéu Stadion ist immer eine gute Investition Man wird nicht dümmer durch einen Stadionbesuch in der Champions League. Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel ließ sich die Fortbildung nicht entgehen.
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Eine Statistik, die ich am Osterwochenende entdeckt habe, hat mich überrascht. Es ging um die dienstältesten Trainer der aktuellen Bundesliga-Saison. Dass Frank Schmidt (1. FC Heidenheim) mit 18 Jahren und sechs Monaten auf Platz eins liegt, war klar. Dass Sebastian Hoeneß (VfB Stuttgart) inzwischen mit drei Jahren auf Platz zwei rangiert, fand ich zumindest bemerkenswert.

Nein, überrascht hat mich Platz drei: Den nimmt Vincent Kompany (FC Bayern) ein. Ich dachte: Hat der nicht gerade erst angefangen? Hat er nicht - und steht seit einem Jahr und neun Monaten in Diensten des Rekordmeisters. Sofort schossen mir zwei Gedanken durch den Kopf. Der erste: Schon erstaunlich, wie ein Trainer einen Verein in so kurzer Zeit ins Positive wenden kann.

Der zweite: Mit nicht mal zwei Jahren Amtszeit gehört man in der Bundesliga also schon zu den dienstältesten Trainern. Wie Alexander Blessin beim FC St. Pauli und Julian Schuster beim SC Freiburg. Das sagte eine Menge über die Haltbarkeit am vielleicht wichtigsten Arbeitsplatz eines Profivereins aus. Ein Jahr und neun Monate: Ein Trainer, der diese Zeit übersteht, hat was geleistet.
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