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Steil & Kahl – Der Internationale Politik Talk Archiv

38 Episoden
30 Minuten
Man fasst auf die heiße Herdplatte, es tut weh und beim nächsten Mal lässt man es bleiben. So einfach kann Lernen sein. Aber gilt das auch für Staaten? Und was bedeutet es für die internationale Gemeinschaft, wenn sie aus ihren Erfahrungen nicht lernen oder sogar die falschen Schlüsse ziehen?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ sprechen Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil über das Lernen und Verlernen in der internationalen Politik. Ausgehend von verschiedenen Lerntheorien aus der Pädagogik diskutieren sie, wie Staaten Erfahrungen verarbeiten, ihr Verhalten verändern und sich an neue internationale Realitäten anpassen.

Dabei geht es um Donald Trump und die Frage, was er aus der Geschichte der US-Außenpolitik gelernt hat, um Russlands Fehleinschätzungen vor dem Angriff auf die Ukraine und um die schwierige Frage, wer eigentlich wann aus einer Krise lernt. Auch Afghanistan steht auf dem Prüfstand: Was hat der Westen aus zwanzig Jahren Intervention gelernt und war die Konsequenz tatsächlich ein Lerneffekt oder eher Rückzug und Trotz?

Außerdem wird die Türkei näher beleuchtet, die sich in den vergangenen 25 Jahren von einem Land auf dem Weg in die EU zu einer eigenständigen Regionalmacht entwickelt hat. Und was hat Deutschland eigentlich aus der Migrationskrise, dem Ukrainekrieg und der veränderten transatlantischen Beziehung gelernt?

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anmerkungen? Dann schreiben Sie uns gerne eine Nachricht an internationale-politik@uni-passau.de.
30 Minuten
Dürren, Überschwemmungen, Migration und Konflikte umRessourcen: Der Klimawandel ist kein neues Problem, aber der internationalen Gemeinschaft will einfach keine gute Bearbeitung gelingen. Über 190 Staaten mit höchst unterschiedlichen Interessen und wirtschaftlichen Voraussetzungen müssen sich auf gemeinsame Regeln einigen. Und selbst wenn Abkommen geschlossen sind, bleibt die Frage, wie verbindlich sie tatsächlich umgesetzt werden.

Warum setzen autoritäre Staaten wie China und Vietnam teilweise auf ambitionierte Maßnahmen, während Demokratien wie Deutschland beim klimapolitischen Wandel ins Stocken geraten? Welche Rolle spielen die USA unter Donald Trump, fossile Interessen und die Golfstaaten? Und hat Deutschland seine einstige Vorreiterrolle bei Windenergie und Wasserkraft verspielt?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ widmen sich Prof.Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil einem Thema, das längst nicht mehr nur Umweltpolitik ist, sondern auch die internationale Sicherheit und Weltwirtschaft betrifft.

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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36 Minuten
Frankreich versteht sich als Großmacht, Nuklearmacht, Motor der europäischen Integration und zugleich als eigenständiges Korrektiv zu den USA. Doch wie konstant ist die französische Außenpolitik tatsächlich? In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. SörenKeil, warum Frankreich außenpolitisch häufig deutlich aktiver und wandlungsfähiger auftritt als Deutschland – und ob dahinter strategische Anpassungsfähigkeit oder eher ein sprunghafter Kurs steckt.

Der Blick reicht dabei von Frankreichs Rolle in der europäischen Erweiterungspolitik über den Umgang mit Russland bis zumkolonialen Erbe in Afrika. Welche Folgen hat Frankreichs Selbstverständnis als Großmacht bis heute? Warum ist das französische Engagement in der Sahelzone weitgehend gescheitert? Und welche Verantwortung trägt Paris für diepolitischen Entwicklungen in seinen ehemaligen Kolonien?

Schließlich richtet sich der Blick auf das deutsch-französische Verhältnis und die Zukunft der europäischen Verteidigung.Kann Europa sicherheitspolitisch ohne eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich funktionieren? Und wie geht es für Frankreich und die europäische Gemeinschaft nach den französischen Präsidentschaftswahlen weiter?

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32 Minuten
Kriege mit dem Libanon, mit arabischen Nachbarstaaten, imGaza-Streifen, gegen den Iran. Dazu zwei große Aufstände, die Intifadas. Die Region rund um Israel ist seit Jahrzehnten schwer von Gewalt und Konflikten geprägt. Doch warum ist das so?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ blicken Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil zurück auf die Entstehung des Konflikts unddie Staatsgründung Israels und stellen sich dabei die zentrale Frage: Musste das wirklich so kommen?

Dabei nehmen sie vier Entwicklungen genauer unter die Lupe: Die jüdische und arabische Migration in die Region, die widersprüchlichen Versprechen der britischen Kolonialmacht, die Entstehung israelischer und palästinensischer Identitäten sowie den UN-Teilungsplan von 1947. Welche Rolle spielte der Holocaust für die Gründung Israels? Wie stark prägte die britische Politik den späteren Konflikt? Und warum entstand aus dem vorgesehenen Zwei-Staaten-Plan am Ende nur ein Staat?

Ein historischer Blick auf Migration und Staatenbildung – und darauf, wie alte Entscheidungen vom Ende des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute die Konfliktdynamiken im Nahen Osten beeinflussen.

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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36 Minuten
Was haben Venezuela und der Iran gemeinsam? Jede Menge Öl und eine US-amerikanische Invasion im Jahr 2026. Kaum ein anderer Rohstoff hat die internationale Politik so nachhaltig geprägt wie fossile Energieträger. Ob militärischeInterventionen, geopolitische Machtkämpfe oder wirtschaftliche Abhängigkeiten: geht es am Ende doch immer um Öl? In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil, welche Rolle natürliche Ressourcen für internationale Konflikte spielen. Sie erklären, warum rohstoffreiche Staaten häufig besonders konfliktanfällig sind und wie Öl gleichzeitig autoritäre Herrschaftsstrukturen stabilisieren kann. Dabei rückt auch dieGolfregion in den Fokus, deren politische Stabilität nicht zuletzt durch die weltweite Nachfrage nach Öl und Gas gestützt wird. Welche Rolle spielte Öl beim Angriff der USA und Israel auf den Iran im März 2026? Und was bedeutet einesinkende Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen für die Golfstaaten und entstehen dadurch neue Verteilungskonflikte?

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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31 Minuten
Serbien gilt als Schlüsselland des Westbalkans. Erst kürzlich hat der serbische Präsident Aleksandar Vučić angekündigt, demnächst zurückzutreten und Neuwahlen zu organisieren. Dass er weiterhin in der Politik bleibt, ist jedoch wahrscheinlich. Schließlich war Vučić bereits Premierminister. Andere Politiker auf dem Balkan wie Milo Djukanovic in Montenegro taten es ihm gleich.

Während Präsident Vučić enge Beziehungen zu Russland und China pflegt, verhandelt sein Land zugleich über einen EU-Beitritt und profitiert von europäischer Unterstützung. Wie gelingt dieser Spagat? Und warum setzt die Europäische Union trotz demokratischer Rückschritte weiterhin auf Belgrad?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil die innen- und außenpolitische Entwicklung Serbiens. Sie diskutieren, warum Vučić trotz anhaltender Massenproteste und zunehmender Autokratisierung außenpolitisch so erfolgreich agieren kann, welche Rolle geopolitische Interessen, von regionaler Stabilität bis zum serbischen Lithium, spielen und weshalb der Kosovo-Konflikt weiterhin ein zentraler Hebel serbischer Außenpolitik bleibt. Ist Serbien tatsächlich ein unverzichtbarer Partner Europas oder nutzt die politische Führung geschickt die Konkurrenz zwischen Brüssel, Moskau und Peking aus?

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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30 Minuten
Zehn Jahre nach dem Brexit ringt Großbritannien noch immer um seine Rolle in der Welt. Nach dem angekündigten Rücktritt von Premierminister Keir Starmer geht der vierte Premierminister in fünf Jahren, gescheitert an seiner eigenen Partei und an den Erwartungen des Amtes. Waswurde ihm zum Verhängnis?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr.Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil, weshalb die Vision eines „Global Britain“ bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Sie werfen einen Blick auf die schwierige Beziehung zu den USA unter Donald Trump, die britischeUnterstützung der Ukraine, die Folgen des EU-Austritts für Wirtschaft und internationale Handlungsfähigkeit sowie den Aufstieg Nigel Farages. Welche außenpolitischen Optionen bleiben London nach Jahren der politischen Turbulenzen? Und welche Rolle könnte eine erneute Annäherung an Europa dabeispielen?

 

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

 

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25 Minuten
Donald Trump, Wladimir Putin, Xi Jinping, Benjamin Netanjahu, Friedrich Merz: Überall sind die starken, weißen, älteren Männer sichtbar, die Politik über Gewalt und nationale Stärke definieren. Doch warum sind solche Führungsfiguren so präsent und was bedeutet die männlich dominierte Politik, das Streben nach einfachen Lösungen für die internationale Gemeinschaft?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ sprechen Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil über die Rückkehr des Machismo in derinternationalen Politik. Dabei geht es auch um feministische Perspektiven: Sind Trump und Putin das Problem oder doch die Machtstrukturen, in denen sie handeln? Was ist mit Politikerinnen wie Ursula von der Leyen oder der japanischenPremierministerin Sanae Takaichi, die ebenfalls eine „männliche Politik“ verfolgen können? Oder umgekehrt: Wie steht es um Personen wie Barack Obama, die als Mann eine Politik mit weiblichen Werten fahren? Und warum reicht es nicht, einfach mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen?

Der Blick richtet sich auch auf Deutschland: Auf Friedrich Merz, auf die Frage, was deutsche Politik heute bräuchte und warum es nicht reicht, einfach mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

„Steil & Kahl“ ist eine Produktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau. Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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27 Minuten
„Wir, die Völker der Vereinten Nationen, sind fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren.“

Mit diesen Worten beginnt die Charta der UNO von 1945. Achtzig Jahre später wirkt dieses Versprechen zunehmend fragil. Angesichts der zunehmenden Massenverbrechen und Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und anderswo stellt sich die Frage: Braucht die Welt die UNO überhaupt noch?

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ diskutieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil die Rolle der Vereinten Nationen in einer Zeit wachsender Großmachtrivalitäten. Warum wirkt der Sicherheitsrat oft handlungsunfähig? Welche Verantwortung tragen die USA, China und Russland für die Krise der UNO? Und wie schwer wiegt der Widerspruch zwischen den sichtbaren Misserfolgen und den oft übersehenen Erfolgen der Vereinten Nationen in Entwicklung, Bildung und humanitärer Hilfe?

Die beiden analysieren, warum die internationale Organisation trotz finanzieller Engpässe und politischer Blockaden weiterhin unverzichtbar erscheint, und welche Reformen die UNO möglicherweise zukunftsfähig machen könnten. Reicht eine Reform des Sicherheitsrats aus? Sollte die Generalversammlung gestärkt werden? Oder braucht die Welt langfristig ganz neue Formen internationaler Zusammenarbeit?

„Steil & Kahl“ ist eineProduktion der Professur für Internationale Politik an der Universität Passau.Eine neue Folge erscheint alle zwei Wochen.

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28 Minuten
Abschreckung galt lange als ein Begriff aus der Mottenkiste des Kalten Krieges. Doch spätestens seit Russlands Vollinvasion der Ukraine ist klar: Europa muss wieder darüber sprechen, wie internationale Eskalationen wirksam verhindert werden können.

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil, was Abschreckung heute bedeutet, warum klassische Konzepte wie die Zweitschlagskapazität nur bedingt auf hybride Angriffe rund um Drohnen, Desinformation und Cyberangriffe passen und weshalb Russland die EU und die NATO vor neue strategische Herausforderungen stellt.

Dabei richtet sich der Blick nicht nur nach Osten: Auch die USA unter Donald Trump werfen die Frage auf, ob Europa künftig nicht nur gegenüber Russland, sondern auch gegenüber seinem wichtigsten Verbündeten abschreckungsfähiger werden muss.

Vor dem Hintergrund deutscher Zurückhaltung wird die Frage aufgeworfen: Ist Europa bereit, Abschreckung neu zu denken und die eigene Bevölkerung in diese sicherheitspolitische Zeitenwende wirklich einzubeziehen?

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27 Minuten
Der Krieg im Jemen gilt als einer der verheerendsten und zugleich amwenigsten beachteten Konflikte der Gegenwart. Während die Huthis große Teiledes Nordens kontrollieren, die international anerkannte Regierung im saudischenExil sitzt und im Süden separatistische Kräfte eigene Interessen verfolgen, istder Staat in verschiedene Einflusszonen zerfallen.

In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahlund Dr. Sören Keil, warum der Jemen historisch so fragil ist, welche Rolle diegescheiterte Vereinigung und der Arabische Frühling dabei spielen und weshalbregionale Mächte wie Saudi-Arabien und der Iran den Konflikt weiter verschärfthaben.

Vor dem Hintergrund der Verantwortung des Westens wird die Frage gestellt: KönnenEuropa und China noch eine diplomatische Initiative für den Jemen anstoßen?

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29 Minuten
Welche Rolle spielt Deutschland in Europa und der Welt in einer Zeit der Krisen, Kriege und Machtverschiebungen? Nach einem Jahr Kabinett Merz ziehen Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil eine erste außenpolitische Bilanz und entgegnen Verteidigungsminister Pistorius: Es gibt einiges, was wir tun könnten!

Im Mai 2025 haben Keil und Stahl der deutschen Außenpolitik Arbeitsverweigerung vorgeworfen. Ein Jahr später nehmen die beiden diese These nun noch einmal unter die Lupe und suchen nach einem neuen Bild für das gegenwärtige Umherirren Deutschlands inmitten der Kriege in der Ukraine und Iran, der europäischen Sicherheit, transatlantischen Spannungen und der Frage, was von der liberalen Weltordnung noch übrig ist.

Was ein Feueralarm in Sören Keils Haus mit der Außenpolitik der Bundesregierung gemein hat, und wer in der Vergangenheit zu lang auf der Hollywood-Schaukel saß, erfahren Sie in den nächsten 29 Minuten!

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31 Minuten
Der Ukraine-Krieg hat der Erweiterungspolitik der Europäischen Union neuen Schwung verliehen: Mit der Ukraine, Moldau und Georgien rücken gleich mehrere Staatenin den Kreis der Beitrittskandidaten, auch auf dem Westbalkan gewinnt der Prozess an Dynamik. Doch ist diese Entwicklung Ausdruck strategischer Weitsicht oder eher politischer Aktionismus? In dieser Folge von „Steil & Kahl“ analysieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil, warum die Erweiterung plötzlich wieder zu einer Priorität in Brüssel geworden ist. Lange galt sie als eines der erfolgreichsten außenpolitischen Instrumente der EU – gerade, weil sie Staaten dazu bewegt, normative Standards und den europäischen Rechtsrahmen zu übernehmen. Gleichzeitig stellen sich grundlegende Fragen: Werden Beitrittsperspektiven vorschnell vergeben, obwohl zentrale Voraussetzungen noch fehlen? Droht die EU, durch beschleunigte Aufnahmeverfahren politische und institutionelle Probleme zu „importieren“? Und wie kann das politische Momentum über Jahre hinweg aufrechterhalten werden, obwohl Reformfortschritte in vielen Kandidatenländern nur schleppend vorankommen?

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30 Minuten
Terroranschläge in New York und Washington, Bankenkrise, Finanzkrise, Migrationskrise, Brexit, Covid-Krise, der russische Angriff auf die Ukraine. Das 21. Jahrhundert ist von Krisen geprägt. Trotzdem hält das komplexe System Europäische Union diesen Stand. Wie ist das möglich?

In dieser Folge von „Steil und Kahl“ diskutieren Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil wie gut die EU in Zeiten vieler Krisen noch funktioniert und welche Rolle die Erwartungen der Mitgliedstaaten dabei spielen.

Es gibt viele Gründe skeptisch zu sein, was die Zukunft der EU angeht – dennoch zeigen Stahl und Keil auf, warum die EU weiterhin für die Mitgliedsstaaten wichtig ist, und welche Rolle sie in einer sich ändernden Welt spielt – und spielen könnte, wenn sie ihr volles Potential nutzt, und wenn die Mitgliedsstaaten sie lassen. 

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33 Minuten
Im Januar 2026 jährt sich zum 15. Mal der Rücktritt des damaligen tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali und damit die erste erfolgreiche Revolution einer größeren Welle, die als Arabischer Frühling in die Geschichte einging. Lange Zeit galt Tunesien als dessen große Erfolgsgeschichte – bis zum Präsidentencoup im Jahr 2021 durch Kais Saied. In dieser Folge von „Steil & Kahl“ blicken Prof. Dr. Bernhard Stahl und Dr. Sören Keil auf die Entwicklung Tunesiens seit der Revolution zurück. Warum wurde das Land zunächst als Modellfall für erfolgreiche Demokratisierung in der arabischen Welt gesehen? Welche Faktoren haben zur autoritären Wende seit 2021 beigetragen – die Corona-Pandemie, der dschihadistische Terrorismus oder strukturelle Schwächen der jungen Demokratie? Während Saieds Regierung außenpolitisch auf Kooperation mit der Europäischen Union in der Migrationspolitik setzt, ist sie innenpolitisch mit erheblichen Problemen konfrontiert. Aber warum bleibt der gesellschaftliche Widerstand in Tunesien bislang begrenzt? Und könnte womöglich gerade Syrien eines Tages doch noch zu einer späten Erfolgsgeschichte des Arabischen Frühlings werden?

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