Der Zweite Gedanke Archiv
100 Episoden
32 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Ilko-Sascha Kowalczuk und Ruprecht Polenz ARD-ZDF-3Sat-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober 2026 Angesichts des Wahlerfolgs der AfD ist es höchste Zeit, ein neues Miteinander gegen den autoritären Trend zu finden. Der Zeithistoriker Ilko-Sascha Kowalczuk und der "Politikinfluencer" Ruprecht Polenz gehören zu den scharfsinnigsten Mistreitern aktueller Debatten in Deutschland. Auf der Frankfurter Buchmesse 2026 haben sie gemeinsam über Demokratie, Wahrheit und den richtigen Umgang mit Social Media nachgedacht. Ilko-Sascha Kowalczuk ist Historiker mit den Schwerpunkten Geschichte der DDR und des Kommunismus. Sein jüngstes Buch heißt "Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten" (C.H. Beck). Ruprecht Polenz ist CDU-Politiker mit großer Reichweite auf Social Media. Gerade ist sein Buch: "Wie ein Volk den Verstand verliert und was wir dagegen tun können" bei C.H. Beck erschienen. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:45 Der erste Gedanke: Jeder hat seine Wahrheit? 00:07:00 "Flood the Zone with Shit": affektive Polarisierung als Strategie 00:12:54 "Faschismus ist keine Meinung"? 00:17:20 AfD-Unterstützer in der CDU 00:19:42 "Toxische Räume": Social Media und Rechtsextremismus 00:27:48 Verteidigung der Freiheit in Zeiten sozialer Medien 00:30:55 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
55 Minuten
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Shila Behjat und Ilija Matusko Streng, patriarchal, emotional abwesend - so näherte sich die postmigrantische Literatur der Vaterfigur. Zur Frankfurter Buchmesse sprechen wir über zwei neue Bücher, die sich der Rolle der Väter in der Einwanderungsgesellschaft widmen und ein anderes Bild zeichnen. Die Journalistin und Autorin Shila Behjat hat deutsch-iranische Wurzeln. Zusammen mit Natalie Amiri, Minu Barati und Düzen Tekkal hat sie das Buch "Unsere Väter" geschrieben. Darin erzählen sie die Geschichte ihrer Väter zwischen Heimatverlust und Exil. Aber auch wie sie, gefördert von ihren Vätern, zu selbstbewussten und erfolgreichen Frauen wurden. Der Schriftsteller Ilija Matusko hat mit seinem Roman "Jugo" eine emotionale Vater-Sohn-Geschichte zwischen Ländern und Sozialen Klassen geschrieben. Nach 30 Jahren als Gastronom in Bayern, geht Matuskos Vater zurück nach Kroatien. Aber das Land seiner Jugend gibt es nicht mehr. Beide Bücher schließen eine Lücke in der postmigrantischen Literatur: für die Wertschätzung einer Generation von Vätern, deren Fleiß und Zuneigung bisher unsichtbar waren. Ilija Matusko, geboren 1980 in München, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Er lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin. Shila Behjat, geboren 1982 in Karlsruhe, ist Journalistin und Juristin und lebt in Berlin. Sie verantwortet bei ARTE Dokumentationen und neue Formate. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:20 Der "Baba-Chat" 00:04:11 Vater-Sohn-Beziehung 00:06:20 Alltägliche Diskriminierung 00:09:13 Ein Land, das es nicht mehr gibt 00:15:30 Selfcare als Strategie 00:22:45 Rückkehr als Fortsetzung von Brüchen 00:28:30 Mein Vater der Motivator 00:39:20 Es geht um den liebevollen Blick 00:42:45 Rückkehr in den Iran ist keine Option 00:45:30 Vater als Lektor 00:52:05 Geschichten unserer Väter sind Realität 00:54:40 Der Zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
60 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Jakob Hein und Norbert F. Pötzl Koproduktion mit DT Kontext, aufgezeichnet am 25. September 2026 im Deutschen Theater Berlin. In Jakob Heins Roman "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste" werden die Beziehungen zwischen Ost und West mit Hilfe einer psychoaktiven Pflanze rauschhaft durcheinandergewirbelt. In der deutsch-deutschen Realität versuchte ein gewisser Alexander Schalck-Golodkowski, den Kommunismus mit kapitalistischen, mafiösen Devisengeschäften zu retten. Ein Gespräch über die Spannungen zwischen Fakt und Fiktion, über Ostalgie, Humor und Aufklärung. Jakob Hein ist Schriftsteller und Kinder- und Jugendpsychiater mit eigener Praxis in Berlin-Mitte. Sein Roman "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste" ist 2025 bei Galiani erschienen. Norbert F. Pötzl war Redakteur beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel, u. a. als Büroleiter in Berlin. Sein Buch "Das Schattenreich des Alexander Schalck-Golodkowski" ist 2025 im Europa-Verlag erschienen. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke: Absurdistan und schöne Fiktion 00:13:33 "Humor Tragödie plus Abstand" (Jakob Hein) 00:16:30 Abhängigkeit der DDR von Westgeld 00:19:55 Schlaraffenland-Wirtschaftspolitik der DDR 00:25:50 Literatur als Utopie einer besseren DDR 00:27:46 Schalck und KoKo: "Devisennot kennt kein Gebot" 00:32:28 Milliardenkredit 1983 00:41:29 Sehnsucht nach dem "Friedensstaat DDR" 00:47:48 Publikumsfragen: Schalck ab 1989 / Milliardenkredit/ Aufarbeitung 00:55:52 Brauchen wir mehr Humor oder mehr Aufklärung? 00:58:47 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
55 Minuten
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Sebastian Bartels und Marcel Fratzscher "Wir können das Wohnungsproblem in Berlin lösen." (Marcel Fratzscher) In Berlin hat die Partei Die Linke die Abgeordnetenhauswahlen am 20. September mit über 25% klar gewonnen. Das zentrale Thema der Landespartei und ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp: Wohnungsnotstand. Ihre Antwort lautet „Vergesellschaftung“ großer Wohnungsbaukonzerne. Damit will Eralp als Regierende Bürgermeisterin die Hauptstadt wieder bezahlbar machen. Kritiker warnen: Viel zu teuer, dadurch entsteht keine einzige neue Wohnung. Der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Sebastian Bartels, unterstützt die Forderung einer Vergesellschaftung, weiß aber, dass das ein jahrelanger Prozess ist. Er plädiert für Sofortmaßnahmen: Mehr Sozialwohnungen und eine Mietpreisbremse, mehr Regulierungen wie etwa beim Verkehr. DIW-Präsident Marcel Fratzscher lehnt eine Vergesellschaftung prinzipiell ab. Er warnt davor, dass Investoren Berlin zukünftig meiden könnten. Außerdem würde durch Enteignung keine einzige neue Wohnung entsteht. Sebastian Bartels ist selbstständiger Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Berliner Mietervereins. Marcel Fratzscher lehrt als Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität in Berlin und ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:54 Pro und Contra Vergesellschaftung 00:09:50 Juristisch möglich 00:13:40 Unterschied Enteignung vs. Vergesellschaftung 00:24:10 Wir können uns Berlin nicht mehr leisten 00:30:20 Alter und neuer Volksentscheid 00:36:00 Bund und Karlsruhe reden mit 00:40:30 Vonovia kaufen 00:45:41 Die Sorge der Investoren 00:47:39 Wie wird Berlin wieder Stadt für alle? 00:54:52 Der Zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
56 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Laurynas Katkus und Oliver Moody "Man hat die Freiheit errungen." (Oliver Moody) Die sicherheitspolitische Lage im Ostseeraum hat sich in den vergangenen Monaten spürbar verschärft. Vor allem Finnland und die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind auf die Verteidigung gegen die russische Aggression eingestellt: „Je näher man an der Grenze zu Russland wohnt, desto höher ist die Bereitschaft, für Land und Bündnis zu kämpfen“, so der britische Journalist Oliver Moody. Mit dem litauischen Schriftsteller Laurynas Katkus spricht er über die Bedeutung historischer Erfahrungen, die Rolle der NATO und die Präsenz der Bundeswehr in Litauen. Aufgezeichnet am 10. September 2026 in Kooperation mit der Landesvertretung Schleswig-Holstein, dem Litauischen Kulturinstitut, der Academia Baltica e.V., der Europäischen Akademie Berlin und dem Europaministerium des Landes Schleswig-Holstein. Laurynas Katkus ist litauischer Schriftsteller, Essayist und Übersetzer. Seine Lyrik und Prosa wurde in viele Sprachen übersetzt, ins Deutsche u.a. der Essayband "Moskauer Pelmeni" (Leipziger Literaturverlag 2017) und sein Roman "Schwankende Schatten" (Klak Verlag 2022). Oliver Moody ist Berlin-Korrespondent der The Times und Sunday Times, Mit "Konfliktzone Ostsee – Die Zukunft Europas" (Klett-Cottag 2025) hat er ein vielbeachtetes geopolitisches Porträt des Ostseeraums. Kapitel: 00:02:44 Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Reaktionen in Litauen und Großbritannien 00:10:55 Was verbindet die baltischen Staaten? 00:15:20 Der baltische Weg - vereint gegen Russland? 00:23:20 Russisschsprachige Minderheiten im Baltikum 00:28:00 Vorbild Finnland? 00:32:00 Bundeswehr in Litauen 00:35:10 Zukunft der NATO 00:40:28 Vom Baltikum lernen 00:44:00 Publikumsgespräch: Demographie, Emotionen, Bildungsarbeit 00:55:00 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
1 Stunde 12 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Justus Bender und Heike Klüver "Wir haben Geschichte geschrieben", frohlockte die AfD nach ihrem haushohen Wahlsieg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Welche Geschichte? Erleben wir gerade ein zweites 1933, wie es der FAZ-Journalist Justus Bender in seinem aktuellen Buch "Deutschland 2033" nahelegt? Oder ist alles ganz anders – vor allem in Zeiten von Social Media? Beim Internationalen Literaturfestival Berlin hat die Politikwissenschaftlerin Heike Klüver mit Justus Bender am Wahlabend die ersten Hochrechnungen aus Sachsen-Anhalt kommentiert und über die Zukunft Deutschlands nachgedacht. In einer aktuellen Ergänzung schlagen sie konkrete Strategien gegen eine autoritäre, rechtsextreme Machtübernahme vor. In Kooperation mit dem internationalen literaturfestival berlin Aufgezeichnet am 6.September 2026 und ergänzt am 9. September 2026 Videomitschnitt vom 6. September 2026 beim ilb: https://www.youtube.com/live/GkCjTUes440 Justus Bender ist stellvertretender Leiter des Politikressorts der FAS. Sein Buch "Deutschland 2033. Ein Szenario" ist bei C.H.Beck erschienen. Heike Klüver ist Professorin für Politisches Verhalten im Vergleich an der HU Berlin, wo sie das Humboldt Governance Lab leitet. Derzeit arbeitet sie an einem Buch über evidenzbasierte Strategien zur Stärkung der Demokratie. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:08 Sind wir schon gescheitert? 00:09:01 Deutschland 2033, Alice Weidel und Jens Spahn 00:12:59 Rechtspopulisten an der Macht: keine Entzauberung 00:17:31 Ordnungsbedürfnis, Ängste und Problem-Übertreibung 00:23:03 Rechtsextremismus in Zeiten des Internets 00:32:20 Emotionale Kommunikation und Problemlösung 00:39:37 Publikumsfragen: Social Media, Ungleichheit, linke Parteien 00:48:44 Exit Polls aus Sachsen-Anhalt: AfD bei 44% 00:50:35 Vetternwirtschaft ohne Folgen 00:54:31 AfD-Landesverbände verbieten? 00:59:00 Publikumsfrage: Koexistenz AfD-CDU 01:01:10 Deutschland 1933 – AfD-Politik heute? 01:06:43 Der zweite Gedanke von Heike Klüver: Demokratie konkret verteidigen 01:08:45 Der zweite Gedanke von Justus Bender: Nähe und Vertrauen aufbauen 01:11:44 Outro: Resignation ist keine Lösung Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
56 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Barbara Steiner und Dorotty Szalma „Wir sind keine Heiler.“ (Dorotty Szalma)) Kultur ist entscheidend für die AfD in Sachsen-Anhalt: Die „Ursachen der aktuellen Misere“ seien „kultureller Art“, müssten also „durch gezielte Arbeit an den kulturellen Voraussetzungen geheilt werden“. So heißt es im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde und bei den Landtagswahlen mit über 40 Prozent Zustimmung rechnen kann. Gezielt attackiert die AfD diverse Kulturinstitutionen des Landes, besonders die Stiftung Bauhaus Dessau, aber auch das Landestheater der Altmark in der Hansestadt Stendal. Ihre Arbeit passt nicht zur AfD-Landeslosung „deutsch denken“. Barbara Steiner, die Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, und Dorotty Szalma, Intendantin des TdA Stendal, sprechen über ihre Vernetzung in der Region, über völkischen Kulturkampf und Selbstzensur. Barbara Steiner, geb. 1964 in Dörfles (Österreich), ist seit 2021 Vorständin und Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau. Dorotty Szalma, geb. 1974 in Budapest (Ungarn), ist seit 2023 Intendantin des Theaters der Altmark in Stendal. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:03:13 Kunstfreiheit und Heilung durch Kunst? 00:06:22 Bauhaus Dessau gestern und heute 00:09:13 Theater der Altmark Stendal 00:18:17 Politischer Druck in Dessau und Stendal 00:25:13 "Deutsch denken" statt "modern denken"? 00:33:44 Parallele Ungarn? Orbán/Fidesz und Selbstzensur 00:37:14 Parallele Österreich? FPÖ und Risse in Parteien 00:40:39 Solidarität, Manifeste, Kulturfördergesetz 00:49:36 Mehr Menschen erreichen 00:54:16 Der zweite Gedanke und Hinweis auf die nächste Folge: https://literaturfestival.com/events/zukunft-deutschland-afd-an-der-macht/ Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
59 Minuten
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Rieke Havertz und Agnes Mueller "Der American Dream ist von Lügen durchzogen." (Rieke Havertz) Die USA gelten als älteste moderne Demokratie der Welt. Am 4. Juli jährt sich die Unabhängigkeit zum 250. Mal. The Land Of The Free war lange ordnungspolitische Weltmacht und Vorbild demokratischer Staaten. Aber das amerikanische Wunschbild hat Risse bekommen. Heute wirken die USA in vieler Hinsicht fremd und bedrohlich. Im Inland spaltet die MAGA-Bewegung die Gesellschaft und zerstört das System der Checks and Balances. Nach außen wirkt Trumps Amerika als völlig unzuverlässiger Partner. Wie sehr klaffen heute Wunsch und Wirklichkeit der USA auseinander? Rieke Havertz ist internationale Korrespondentin der ZEIT und seit 2020 Co-Host des Podcasts »OK, America?«. Mehrere Jahre hat sie aus Washington über das Land berichtet. Ihr aktuelles Buch "Goodbye, America? Die USA und wir - eine Neuvermessung" ist bei Aufbau erschienen. Agnes Mueller ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Jüdische Studien an der University of South Carolina. Gerade ist bei Cambridge University Press ihr neues Buch "Holocaust Migration in German Jewish Literatures" erschienen. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:03:11 Freiheit Made in USA 00:08:45 Abgrenzung Liberty für Trump und Harris 00:11:14 Einschränkungen an den Unis 00:16:27 Reizwort Cancel Culture 00:25:52 Braindrain? 00:34:25 Amerika wählt pragmatisch 00:36:30 Wie gemeinsam 250 Jahre feiern 00:40:25 Erinnerungspolitik 00:45:07 Was ist aus der Soft Power geworden? 00:47:55 Distanziert sich Europa? 00:56:30 Der Zweite Gedanke Podcast-Tipp: Straße von Hormus - ein Wirtschaftsupdate https://1.ard.de/hormus-update Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de Wir verabschieden uns in die Sommerpause. Am 3.9. geht es weiter! Eine schöne Sommerzeit!
57 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Teresa Präauer und Regina Schilling "Therapie schadet nie." (Teresa Präauer) Ingeborg Bachmann lacht, als sie sagt: „Die Männer sind unheilbar krank. Wissen Sie das nicht? Alle!“ Der TV-Ausschnitt von 1971 ist zentral in Regina Schillings Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ zum 100. Geburtstag der Schriftstellerin. Sie wirkt plötzlich ganz aktuell: ihr Bewusstsein für das, was heute strukturelle männliche Gewalt genannt wird; ihre Suche nach Freiheit jenseits männlicher und weiblicher Zuschreibungen. Seit Bachmanns tragischem Tod im September 1973 hat sich viel verändert. Künstlerinnen sind keine Ausnahmen mehr. Geschlechter sind fluide und "auf Augenhöhe". Wirklich? Die Filmemacherin Regina Schilling und die Wiener Schriftstellerin Teresa Präauer denken über das Erbe der Ingeborg Bachmann und Frauen im Kunstbetrieb heute nach. Teresa Präauer ist bildende Künstlerin und Schriftstellerin. Ihre Bücher, u.a. "Kochen im falschen Jahrhundert", wurden mehrfach ausgezeichnet. Ihr neues Buch heißt "Nie mehr weinen – Tränenkunde für Fortgeschrittene" (Essay, Residenz Herbst 2026). Regina Schilling ist Dokumentarfilmerin. Zu ihren vielfach ausgezeichneten Filmen zählen "Bierbichler" (2007), "Geschlossene Gesellschaft – Der Missbrauch an der Odenwaldschule" (2011, Co-Regie Luzia Schmid,) "Titos Brille" (2014) und "Kulenkampffs Schuhe2 (2018). "Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war" mit Sandra Hüller, Paul Celan, Hans-Werner Henze und Max Frisch startete am 25.6.2026 in den deutschen Kinos. Kapitel: 00:00:00 Intro und Lieblingssätze 00:03:25 "Die Krankheit der Männer." 00:05:57 Erste Begegnungen mit Bachmann 00:09:23 Bachmann wiederlesen 00:14:23 Erste Gewalterfahrung (Sandra Hüller liest aus "Malina") 00:25:33 "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." 00:28:03 Kunstschaffende Frauen gestern und heute 00:33:53 Mit Männern leben 00:38:26 "Ich habe kein Geschlecht mehr." (Gebärmutter-OP) 00:41:04 Todesarten-Projekt 00:47:31 Aus der männlichen Position erzählen 00:50:57 Lese-Empfehlungen 00:53:27 Zweiter Gedanke: Die Männer sind unheilbar krank? 00:54:58 Outro und Podcast-Tipp: DER VERBOTENE VATER - Schicksal eines französischen Besatzungskinds https://1.ard.de/alles-geschichte-der-verbotene-vater Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
1 Stunde 5 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Ina Czyborra, Fatma Deniz und Bénédicte Savoy "Den Campus als Reallabor sehen" (Fatma Deniz) Als „Abgrund“, als Beweis für den „failed state“ Berlin wurde die plötzliche Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität im Mai 2026 bezeichnet. 96 Prozent der TU-Gebäude sind sanierungsbedürftig – eine Frage der Existenz, warnte die Uni-Leitung schon vor Jahren. Für die neue TU-Präsidentin Fatma Deniz ist es „ein seltsamer Widerspruch unserer Zeit: eine Infrastruktur der Vergangenheit, dort, wo für die Zukunft geforscht wird“. Steht die Exzellenz-Uni und mit ihr der Wissenschaftsstandort Berlin am Abgrund? Der jetzige Ausnahmezustand der TU erfordert ein Umdenken, wie Spitzenforschung in Berlin künftig gestaltet werden kann und sollte – darin sind sich Uni-Präsidentin Deniz, die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und die international renommierte Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy einig. Czyborra verteidigt die neue Hochschulbaugesellschaft, Deniz möchte die TU zum „Labor für die eigene Sanierung“ machen und Savoy betont, die Räume der Uni müssten auch als Räume der Demokratie verteidigt werden – wie Festungen in Kriegszeiten. Dr. Ina Czyborra ist SPD-Politikerin und seit 2023 Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin. Prof. Dr. Fatma Deniz ist seit April 2026 Präsidentin der TU Berlin. Von 2024 bis 2026 war sie Vizepräsidentin für Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie seit 2023 Professorin für Informatik an der TU Berlin. Prof. Dr. Bénédicte Savoy ist Leiterin der Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin und renommierte Forscherin zu NS-Kunstraub und postkolonialer Provenienzforschung. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Erster Gedanke: Wie konnte es soweit kommen? 00:09:43 Exzellenz der TU 00:13:55 Ikone der Architekturgeschichte, Denkmalschutz und Stromversorgung 00:20:19 Gebäudeschließungen, Neubau und Sanierungsstau 00:30:19 Wer ist verantwortlich? 00:40:08 Geplante Hochschulbaugesellschaft und Autonomie der Unis 00:54:21 Kurzfristige Lösungen für Hochschulbetrieb TU 00:57:26 Zukunft der TU und des Wissenschaftsstandorts Berlin 01:04:04 Der zweite Gedanke 01:05:14 Podcast-Tipp: Berlin Code - mit Linda Zervakis http://kurz.ard.de/berlincode Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
1 Stunde 20 Minuten
Die Debatte mit Michael Brenner, Ursula Krechel und Sebastian Schirrmeister Moderation: Natascha Freundel Im deutsch-jüdischen Kontext haben die Begriffe „Heimat“ und „Exil“ ein besonderes Gewicht, ging es doch im Nationalsozialismus darum, der Ermordung zu entkommen. Wer nach 1945 nach Deutschland zurückkehrte – als „Minderheit einer Minderheit“ (Ursula Krechel) – erlebte oft ein zweites Exil, eine doppelte Heimatlosigkeit. Wie offen ist Deutschland heute für Menschen, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen? Über Exil-Erfahrungen gestern und heute, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Remigration“, die neue europäische Abschottungspolitik und die Vielfalt migrationsgeprägter Literatur sprachen am 10. Juni 2026 in der W. M. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin die Schriftstellerin Ursula Krechel, der Historiker Michael Brenner und der Literaturwissenschaftler Sebastian Schirrmeister. Eine Kooperation mit dem Leo Baeck Institut: https://fuf-leobaeck.de/ Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der American University in Washington, D.C. Seit 2013 ist er Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur. Sein jüngstes Buch heißt "Der lange Schatten der Revolution: Juden und Antisemiten in Hitlers München" (Suhrkamp, 2025). Ursula Krechel schreibt Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke. Ihr Roman „Landgericht“ (Jung und Jung, 2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, 2025 erhielt Krechel den Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschienen der Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und der Essay „Vom Herzasthma des Exils“ (beide Klett-Cotta, 2025). Sebastian Schirrmeister ist Literaturwissenschaftler und forscht an der Universität Hamburg, Er ist Autor zweier Monografien zum deutsch-jüdischen ‚Exil‘ in Palästina/Israel („Das Gastspiel“, 2012 und „Begegnungen auf fremder Erde“ 2019) sowie vieler Aufsätze über deutsch-hebräische Literaturbeziehungen. Er ist auch aktiv im Jüdischen Salon in Hamburg. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:09 Der erste Gedanke: Heute über Exil sprechen 00:05:07 Deutsch-jüdisches Exil nach 1945 00:13:14 Begriff Remigration 00:15:49 Zweite Heimatlosigkeit? 00:23:33 Neues jüdisches Leben in Deutschland? 00:29:43 Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober 00:34:33 EU-Asylpolitik heute (GEAS) 00:40:59 Migrationserfahrungen in der Literatur 00:43:51 Weltbürgerrecht? 00:50:26 Deutschland heute verlassen? 00:53:13 Publikumsgespräch (u.a. mit Raphael Gross, Bodo Ramelow) 01:14:40 Humanismus - Wie schaffen wir das? Mehr Infos und eine Fotogalerie s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.
47 Minuten
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite Billerbeck "Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen." (Maite Billerbeck) Das US-Nationalarchiv hat Millionen von Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur? "Immer mehr Menschen fragen, wie konnte es dazu kommen, wie konnten Menschen im Nationalsozialismus mitmachen, Das lernen wir über die Biografien und die Sozialgeschichte der Täterschaft, so Gedenkstättenleiterin Andrea Genest. "Wenn wir Erinnerungskultur lebendig machen wollen, müssen wir die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen, mit ihrem Gefühl", betont Maite Billerbeck, Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur. Dr. Andrea Genst ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.Zuvor hat sie u.a. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin gearbeitet. Maite Billerbeckist Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., nach Recherchen in der eigenen Familiengeschichte. Der Dokumentarfilm "Das vergessene Massaker - Tikun Olam 2025: ein deutsch-italienischer Schüleraustausch“ (Regie: Richard Moritz Schmidt) wurde im April 2026 uraufgeführt. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:26 Die persönlichen Familiengeschichten 00:07:48 Die Morde am Lago Maggiore 00:09:41 Die neuen Recherchetools 00:14:28 Tikkun Olam 00:17:23 Mauer des Schweigens und transgenerationelles Trauma 00:22:50 Wandel der Erinnerungskultur? 00:24:40 Jugendprojekt zwischen Berlin und Mailand 00:30:56 Herausforderungen der Gedenkstätten 00:35:52 Begegnung der Nachkommen von Opfern und Tätern 00:39:15 Baseballschlägerjahre haben Kinder bekommen 00:45:27 Der Zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de Hörtipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/ Darin besonders: Traumata der NS Zeit - Wie sie Kinder und Enkel belasten https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:bd2bb39edaa22434/
1 Stunde 3 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Marko Martin und Kateryna Mishchenko "Die Dystopie klarer denken, um sie nicht Gestalt werden zu lassen." (Marko Martin) "Atomkraft? Nein danke" war schon zum Motto der gesamtdeutschen Energiepolitik geworden, da zeigte Russlands umfassender Überfall auf die Ukraine, wie abhängig Deutschland von russischen Energielieferungen war. Mehr noch: Russland droht Europa mit Atomwaffen und hält damit die europäische Verteidigung in Schach. Plötzlich taucht in der deutschen Energie- und Verteidigungspolitik eine neue Atom-Debatte auf. Der Schriftsteller Marko Martin und die ukrainische Essayistin und Verlegerin Kateryna Mishchenko über den Supergau in Tschernobyl vor 40 Jahren, über den deutschen Atomausstieg und die russische Besetzung der AKW Tschernobyl und Saporischschja in der Ukraine. Aufgezeichnet im Deutschen Theater Berlin am 18. Mai 2025 – in Kooperation mit DT Kontext zu "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt. Marko Martin ist Schriftsteller und Sachbuchautor. Zuletzt erschien von ihm "Freiheitsaufgaben" (Klett-Cotta/Tropen 2025), worin er beschreibt, wie er zur vieldiskutierten Rede beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue im Februar 2024 kam. Kateryna Mishchenko ist eine ukrainische Essayistin, Übersetzerin und Verlegerin. 2023 erschien ihr zusammen mit Katharina Raabe herausgegebenes Buch „Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine“. 2025 folgte darauf "Geteilter Horizont, Die Zukunft der Ukraine". Kapitel: 00:00:00 Into/ Der erste Gedanke 00:01:50 Müssen wir die Atombombe wieder fürchten? 00:13:35 Supergau Tschernobyl 1986 – Erfahrungen DDR und Ukraine 00:27:03 Besetzung AKW Saporischschja und Tschernobyl (2022) 00:33:29 Atomausstieg Deutschland und neue Atomkraft-Debatte (SMR) 00:42:29 Russlands Atombomben-Drohung 00:48:39 Neue europäische Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien? 00:54:06 Zuschauerfrage: Von Kubrick zum MAD-Magazin 00:56:50 Alltagsheldinnen, Verantwortung, Widerstand, Würde 01:00:20 Outro/ Der zweite Gedanke Podcast-Tipp: NEIN DANKE? - Warum Atomkraft uns spaltet (6 Folgen) https://www.ardsounds.de/sendung/nein-danke-warum-atomkraft-uns-spaltet/urn:ard:show:455af99291b87cc8/ Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
56 Minuten
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Martin Adam und Terézia Mora „Wir müssen bei Null anfangen.“ (Terézia Mora) Ungarn hat einen neuen Ministerpräsidenten: Péter Magyar hat den Rechtspopulisten Viktor Orbán besiegt und verspricht, das korrupte System seines Vorgängers zu beseitigen und Ungarn zu liberalisieren. Ähnlich wie schon drei Jahre zuvor Donald Tusk in Polen. Dessen Bürgerkoalition gewann 2023 gegen die PiS-Partei. Ist der Rechtspopulismus in Polen und Ungarn damit besiegt? Oder sind die Schäden am Rechtsstaat irreparabel? Weder Magyar noch Tusk sind links, doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ungarn und Polen auf dem Weg zurück zu liberalen demokratischen Strukturen. Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora nennt Magyar einen Populisten, der aber sehr inklusive Inhalte vertrete. Der ehemalige Warschau-Korrespondent Martin Adam beobachtet eine Schädigung des politischen Systems durch Illiberale, die nur mit eigenen, liberalen Ideen zu besiegen seien. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry zieht Parallelen zum Mauerfall 1989. Martin Adam ist freier Journalist und war bis September 2025 ARD-Korrespondent in Warschau und Host des Podcasts „In Polen“. Im Quadriga-Verlag ist sein Buch erschienen: „Experyment - Was wir aus Polens Kampf gegen den Rechtspopulismus lernen können“. Terézia Mora ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Deutschen Buchpreis sowie dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:31 Aktuelle Aufbruchstimmung in Ungarn 00:06:49 Die Wende in Polen 2023 00:10:37 Lebensrealität unter FIDESZ und PiS 00:15:55 It´s the economy stupid- Es geht um Geld 00:22:38 Schreckgespenst EU-Austritt 00:29:40 Unterschiede Ungarn und Polen 00:31:16 Kann der Wandel schnell kommen? 00:36:40 Stolpersteine Gerichte und Präsident 00:40:23 Herausforderer sind keine Linken 00:48:45 Was kann Deutschland lernen? 00:54:57 Der Zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
59 Minuten
Die Debatte mit Natascha Freundel, Christoph Möllers und Thea Dorn "Dass der Verfassungsschutz Buchhandlungen beurteilt, ist wahrscheinlich rechtswidrig." (Christoph Möllers) Vom Antisemitismus-Skandal bei der documenta fifteen über Förderklauseln und die Fördergeldaffäre in Berlin zu „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ beim Buchhandlungspreis – im deutschen Kulturbetrieb wachsen Misstrauen, Verunsicherung, Vorwürfe. Kunst und Kultur sind aktivistisch-politischer geworden, die Kulturpolitik in Bund und Ländern restriktiver, wem sie Kulturförderung zukommen lässt. Der Verfassungsschutz kontrolliert, der Kulturstaatsminister kolportiert Extremismusverdacht, ohne dass Details an die Öffentlichkeit gelangen. Wir frei ist unsere grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit? Thea Dorn und Christoph Möllers debattieren an vielen konkreten Beispielen über Kunst, die polarisiert und Kulturpolitik, die offenbar die Kunst- und Meinungsfreiheit scheut. Christoph Möllers ist Verfassungsrechtler an der HU Berlin und ab Herbst 2026 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Seine jüngsten Bücher zum Thema sind „Unverbindlicher Eigensinn“ und mit Nils Weinberg: „Öffentliche Kunstfreiheit“ (Suhrkamp, 2026) – hervorgegangen aus zwei Rechtsgutachten für das BKM nach der documenta 15. Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sachbuchautorin und Sprecherin des PEN Berlin (mit Deniz Yücel). Von 2017 bis 2019 war sie festes Mitglied beim »Literarischen Quartett« im ZDF, seit 2020 ist sie die Gastgeberin der Sendung. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:05:20 Kunstfreiheit im Grundgesetz und wehrhafte Demokratie 00:13:16 Kulturförderung in Deutschland 00:23:42 documenta fifteen 2022 und Fassbinder "Der Müll, die Stadt und der Tod" 1985 00:29:24 Überforderung und Angst in Kulturinstitutionen? 00:34:10 Förderrichtlinien in Bund und Ländern und Fördergeldaffäre Berlin 00:41:33 Haber-Verfahren: Verfassungsschutz-Kontrolle der Kulturförderung? 00:48:22 Kunstfreiheit wie Wissenschaftsfreiheit verteidigen 00:52:35 Resilienz und freiwillige Selbstbeschränkung? 00:57:29 Outro / Der zweite Gedanke Mehr Infos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
Der Zweite Gedanke
Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, V...