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313 Episoden
12 Minuten
Mamoru Hosoda hat sich viel vorgenommen: Ein Coming-of-Age-Film über Suzu, die ihre Mutter verloren hat, ein Film über Faszination und Gefahren eines virtuellen Metaversums (hier heißt es „U“) und ein Film über das vielschichtige Motiv eines hübschen Mädchen und einem gefährlichen Mann, der seine Identität hinter einer Maske verbirgt (Die Schöne und das Biest). Nicht überraschend ist die kunsthandwerkliche Perfektion – aber der Einfallsreichtum und die so noch nicht gesehene bunte Bildermacht in der Darstellung der virtuellen Welt ist einfach umwerfend.

Aber die besondere Qualität liegt in den nachvollziehbaren Charakteren, zu denen wir in zwei Stunden Film eine Beziehung aufbauen. Dabei spielen schwierige Themen wie die Identität in einer virtuellen Welt, die Gefahren der Social Media-Kommunikation und vor allem Gewalt gegen Kinder eine Rolle. Die Botschaft lautet am Ende: Das in einer virtuellen Welt gewonnene Selbstvertrauen kann helfen, die Herausforderungen im realen Leben zu bestehen. Im Podcast sind Helena und Malte von Sneaky Monday mit Thomas einig: Ein großartiger Film. Steffen von Vilmferrückt stellt kritische Fragen.
5 Minuten
Man wünscht sich, dass die sehr talentierte Regisseurin Riho Kudo einfach ihren sehr guten Szenen und Bildern vertrauen würde. Aber sie dehnt und wiederholt die Elemente, bis der eigentliche Film dahinter verschwindet. Im Zentrum stehen zwei junge Männer, die sich zueinander hingezogen fühlen. Aber sie haben nicht den Mut, sich ihre Liebe einzugestehen und auszuleben. Stattdessen flüchten sie sich in Raufereien und Kämpfe, um sich zu spüren und nahe zu sein. Ein großartiges Bild, wenn es nicht bis zum Überdruss gedehnt und wiederholt würde. Im Podcast trauern DieMelanie, Andras und Thomas einer robusten Schnittfassung nach.
9 Minuten
MY BROTHER, THE ANDROID AND ME kombiniert viele Versatzstücke des Gothic-Horror-Genres: Das Frankensteinmotiv, neues Leben zu erschaffen, das Doppelgängermotiv der phantastischen Literatur, das Spukhaus, das Labor, der verrückte Wissenschaftler …

Kaoru ist hochbegabt und soll an der Universität nicht nur lehren sondern auch Roboter für den Straßenbau entwickeln. Stattdessen arbeitet er daran, eine Androidenkopie von ihm selbst zu erstellen – vielleicht in der Hoffnung, sich dann selbst aus dem Leben zurückziehen zu können. Immer wieder versagt ihm dabei das rechte Bein seinen Dienst, als wäre es eine defekte Prothese. In Wirklichkeit leidet Kaoru an einer Wahrnehmungsstörung: Er ist überzeugt, dass sein Bein ein Fremdkörper ist und will es loswerden. Aus der einst florierenden Privatklinik seines Vaters wird bei Kaoru ein Horrorhaus mit Labor.

Junji Sakamoto setzt diese Geschichte mit sicherem Stilgefühl um: Es regnet unablässig, der großgewachsene Kaoru in dunklem Regenmantel mit Kapuze wirkt selbst wie Frankensteins Monster, selbst das Radfahren wirkt gruselig. Im Podcast direkt nach dem Film weht nach Mitternacht ein scharfer Wind (den man auf der Aufnahme etwas hören kann). Lucas (Longtake), Malte (Sneaky Monday) Andras und Thomas sprechen über die dichte Atmosphäre, über Musik und das Verlorensein des Protagonisten und des Zuschauers.
5 Minuten
Ein Entwicklungsroman ohne Entwicklung? Tasuku ist überfordert, seine Freundin hat gerade ein Mädchen zur Welt gebracht und der Verantwortung scheint er nicht gewachsen zu sein. Als er sich dann auch noch beim örtlichen Maskenkult vor laufenden Kameras bis auf die Knochen blamiert, haut er ab nach Tokio. In Takuma Satos Film lernt der Protagonist aber wenig dazu und das prägt auch seine Rückkehr nach mehr als zwei Jahren … Im Podcast reden DieMelanie, Malte und Thomas übers Erwachsenwerden und über Bräuche, die niemand braucht. Nach dem Spoileralarm beschreibt Malte das durchaus spannende Ende des Films.
19 Minuten
Nippon Connection ist wieder ein Präsenzfestival und es startet mit Sho Miyakes Film SMALL SLOW BUT STEADY – ein Boxerdrama, um die gehörlose Keiko, die es geschafft hat, Profiboxerin zu werden. Aber sie hat nicht nur mit ihren Gegnerinnen zu kämpfen sondern auch mit ihrer Umwelt und mit sch selbst. Und dann droht auch noch ihr Gym zu schließen … Nach dem Film kam es wieder zu einem Stelldichein der Japanfilmverliebten: Lucas, Johannes, Fang Yi, Max und Thomas. Im ersten Eindruck loben sie die Stille des Films, die Geduld mit den Charakteren und die wundere 16-mm-Ästhetik.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0

Quelle: SchönerDenken

Musik von Johannes Klan

Small Slow But Steady

Japan 2022, 99 Min., Regie: Sho Miyake
12 Minuten
Es gibt anspruchsvolle Familiendramen, es gibt SF-Actionfilme, es gibt chaotische Ideensexplosionen. Die Daniels haben das alles untrennbar ineinander verwoben: Das berührende Familiendrama erzählt vom Scheitern der Kommunikation und vom Gefangenbleiben in Konventionen und Alltagskonflikten, bis der Film beginnt im wahrsten Sinne den Wortes die Grenzen des Universums zu sprengen, mit Jackie-Chan-Einlagen bis zur Nasenspitze ins Action-Genre zu springen, bevor sich in den verschiedenen Universen die grenzenlose Fantasie der beiden Regisseure Bahn bricht. Der Film ist übervoll an schrägen, surrealen Ideen, da haben plötzlich alle Menschen wabbelige Hotdogartige Finger oder unsere Protagonistin ist ein berühmter Filmstar oder … ein Stein. Vor allem aber gibt der Film einer älteren Frau mit chinesischer Migrationsgeschichte, also einer Figur, die auf der Leinwand wie in der Gesellschaft fast immer unsichtbar ist, ein Gesicht, eine Kraft und eine laute Stimme.

Alle Darsteller tragen diese Geschichte, aber vor allem Michelle Yeoh ist in einer unerwarteten Vielgestaltigkeit sehr überzeugend – die perfekte Antagonistin: Jamie Lee Curtis als Steuerprüferin Deirdre. Da brennt die Leinwand zwischen diesen Frauen. Direkt nach dem Film, den wir im wunderbaren Capitol in Mainz gesehen haben, sortieren Johanna und Thomas in der 12-Minuten-Podcast-Episode erst einmal die vielen, vielen Eindrücke. Während Johanna auf die eine oder andere absurde Idee hätte verzichten können, hat Thomas vor allem die anarchistische Freiheit dieses Films genossen. Besonders empfehlenswert!
59 Minuten
Herzlich willkommen zum offiziellen Podcast des japanischen Filmfestivals Nippon Connection 2022 – endlich darf das Festival wieder vor Ort stattfinden – mit etwa 100 Filmen vom 24. bis zum 29. Mai in Frankfurt am Main. Wir haben Programmchef Florian Höhr wieder in den Podcast eingeladen und sprechen mit ihm darüber, wie es sich anfühlt, wieder ein Festival für echte Menschen in echten Kinosäalen zu machen und über den Nippon Honor Award für den Schauspieler Masatoshi Nagase, der vielen aus Jarmuschs Mistery Train (1989) oder aus Kawases Kirschblüten und rote Bohnen (2015) bekannt sein wird. Wir reden über den Schwerpunkt Stories of Youth, über das Sekten- und Familiendrama Under The Stars (2020) von Tatsushi Omori, über Keita Fujimotos Just The Two of Us (2020) – hier spielt Nagase einen Querschnittsgelähmten. Wir reden über die Benshis (Stummfilmerzähler) in der Komödie Talking The Pictures (2019) von Masayuki Suo und über den lange ersehnten Yakuza-Thriller Last of the Wolves (2021) von Regisseur Kazuya Shiraishi. Mehr Informationen – auch zum Kartenvorverkauf und zum Onlinefestival vom 30. Mai bis zum 6. Juni erfahrt Ihr unter https://nipponconnection.com. (Normalerweise wäre Alexander Sobolla von den Abspannguckern ebenfalls im Podcast zu hören – er hatte auch bei den Vorbereitungen des Podcasts geholfen. Während der Aufnahme hat er sich um seine süßen Kinder gekümmert und konnte bei der Aufnahme nicht dabei sein. Liebe Grüße an Alex!)
9 Minuten
Die hübsche blonde Studentin Tree hatte im ersten Teil HAPPY DEATHDAY den Tag ihrer Ermordung immer wieder erlebt. Im zweiten Teil HAPPY DEATHDAY 2U erfährt sie, wer wirklich dahinter steckte: Student:innen und Quantenphysikexperimente. Und schwupps gerät sie zum zweiten Mal in die Zeitschleife. Allein Jessica Rothe als angepisste Tree durch den Film stampfen zu sehen, ist pures Comedy-Gold. Noch mehr Tode, noch mehr Pointen und sogar ein Handlungsfaden mir emotionaler Tiefe – der zweite Teil setzt in jeder Hinsicht einen drauf. Beide Teile bilden zusammen ein perfektes Double-Feature für einen fröhlichen Heimkinoabend, finden Tom und Tom in der kurzen Podcastepisode.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0

Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste)

Musik von Johannes Klan

Happy Deathday 2U

USA 2019, 101 Min., Regie und Buch: Christopher Landon
12 Minuten
Hübsche blonde Studentin, rausgeputzt für die nächtliche Party, wird von einem Maskierten verfolgt und mit einem langen Messer massakriert: Was wie SCREAM anfängt, entwickelt sich schnell zu einer Horrorkomödienvariante von GROUNDHOG DAY. Tree, unsere hübsche Blondine, durchlebt den Tag ihrer Ermordung immer wieder, egal, was sie tut. Bis sie versucht, ihren Mörder zu entlarven …

Eine großartig aufgelegte Jessica Rothe als Tree trägt den Film, der sein Timing, seine Pointen und seine Genre-Elemente souverän im Griff hat. Ja, machmal ist der Anspruch so dünn wie das kurze Röckchen von Tree in der Nacht ihrer Ermordung. Aber in jeder Minute macht dieser familientaugliche Slasher einen Riesen-Spaß. Tom und Tom sprechen im kurzen Podcast direkt nach der Heimkinovorführung über Macher und Schauspieler, über FSK und Filmzitate.

Text und Podcast stehen unter der Creative Commons-Lizenz BY-NC-ND 4.0

Quelle: SchönerDenken (Direkter Download der Episode über rechte Maustaste)

Musik von Johannes Klan

Happy Deathday

USA 2017, 96 Min., Regie: Christopher Landon
1 Stunde 14 Minuten
Dominik Graf, vielen eher als Krimi-Regisseur vertraut, inszeniert die vielleicht ein bisschen wahre Liebesgeschichte der Lengefeldschwestern mit dem mittellosen aber überaus charmanten Friedrich Schiller. Die Schwestern haben sich geschworen alles zu teilen – also auch Schiller. Sprache und Schrift spielen in diesem Film eine besondere Rolle:

Die Handschrift ihrer Liebesbriefe rückt dabei ebenso in den Vordergrund wie die Druckschrift der literarischen Zeitschriften. Es ist eine Epoche, in der das Lesen und Schreiben in die Welt fast aller Menschen vordringt – eine Zeit der Aufklärung, der Revolution, des Aufbruchs, der Veränderung, der Abhängigkeiten und des unbedingten Freiheitswillens. Graf will diese Zeit umfassend abbilden und erzählt dabei viele Geschichten ineinander und nebeneinander, während die Figuren in den wunderbaren Bildern immer wieder ineinander verschmelzen.

Mit Lucas hat Thomas den perfekten Partner gefunden, um diesem Film nachzuspüren. In der Podcastepisode sprechen die beiden über die Stimme des Regisseurs, die aus dem Off durch den Film führt, über eine der beeindruckendsten und dabei wenig freizügigen Sexszenen der Filmgeschichte, über Bill Clinton und Blut, das über die Pflastersteine in Paris läuft und stellen Vergleiche mit BRIGHT STAR und BARRY LYNDON an.

Zitate

"Arm sind wir erst, wenn wir nur noch einen Diener haben."

"Sie grinsen schon die ganze Zeit weit unter ihrem Niveau!"

"Schiller ist Flüchtling auf einem eisig kalten Planeten."

Über unseren Gast

Der Filmkritiker Lucas Barwenczik ist bekannt als Podcaster bei cuts und Kulturindustrie, er schreibt für kino-zeit.de, den Filmdienst, Filmstarts und auf Twitter ist er zu finden unter @kinomensch. Dass er alle Filme, die jemals gedreht worden sind, gesehen haben soll (zwei Mal!), ist natürlich nicht wahr – aber es fühlt sich so an Seit wir 2017 gemeinsam im TEE Rheingold unterwegs waren, ist Lucas ein häufiger und besonders lieber Gast von SchönerDenken. Hier alle Episoden von SchönerDenken, bei denen Lucas zu Gast war – viele gemeinsame Episoden haben wir auf dem japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt am Main aufgenommen.

Die geliebten Schwestern

D 2014, 139 Min., Regie und Buch: Dominik Graf
9 Minuten
Zwei Dinge lernen wir im Podcast: Was der Unterschied zwischen einem Hamster und einer Zigarette ist und dass Thomas das Wort „Marshmallowmännchen“ nicht aussprechen kann GHOSTBUSTERS: AFTERLIFE wurde von vielen Zuschauer:innen als würdige Fortsetzung der ersten beiden Filme gelobt. Dem können sich Tom und Tom anschließen: Mit starken Spielberg-Vibes geht es auf eine Reise in die Vergangenheit, Nerd-Mädchen Phoebe entdeckt das Geheimnis ihres Großvaters, Egon Spenkler, und setzt sich in den Kopf, die Welt zu retten. Alle Rollen sind perfekt gecastet, vor allem Mckenna Grace als Phoebe, Logan Kim als Podcast, Finn Wolfhard (der sich in STRANGER THINGS noch als Ghostbuster verkleidet hatte) als Phoebes Bruder Trevor und natürlich Paul Rudd als niedlicher Love Interest der Mutter (Carrie Coon). Der Film traut sich, eine andere Geschichte zu erzählen, Familie und Coming of Age in den Vordergrund zu stellen und dann kommen nach und nach aus Gozas Nebel die Requisiten und Zutaten eines guten alten Ghostbusterfilms ins Spiel. Wir verraten nicht, wer alles einen Cameo-Auftritt hat, aber eines können wir sagen: Ohne eine richtige Geisterfalle kommt man nicht weit.
56 Minuten
Nein, wir verraten nichts über diesen Film. Diesen Film muss man sich ohne Vorwissen, kalt und ungespoilert anschauen. Daher ist diese Episode – spätestens nach der Spoilerwarnung – nur für Euch Glückliche, die den Film schon gesehen haben. Also erst schauen, dann hören. Nur so viel sagen wir: Was für eine geile Sch’*+XX@!
40 Minuten
Drei junge Frauen aus Vietnam sind nach Japan zu kommen, um dort Geld zu verdienen, das sie an ihre Familien schicken. Der Druck auf die jungen Frauen ist groß, in der Heimat wird das Geld erwartet, gleichgültig wie katastrophal die Arbeitsbedingungen sind. In sehr düsteren, fast dokumentarischen Bildern erzählt Akio Fujimoto vom Überlebenskampf der drei Frauen, ihrer Flucht in einen anderen, nicht ganz so grausamen Job und einer Schwangerschaft, die eine der drei Frauen völlig aus der Spur wirft. Fujimoto richtet den Blick auf die Schwächsten: Für die Japaner sind sie nur Arbeitsmigranten, die mal mehr mal weniger sklavenähnlich ausgebeutet werden, in ihren eigenen Familien können sie als Frauen nicht über sich selbst entscheiden. Und Fujimoto sorgt dafür, dass wir den Blick nicht abwenden, bis wir das verstanden haben. Danke an Michael Meier von Kompendium des Unbehagens und Daniel Haberkorn vom Altstadtkino, dass ich hier noch einmal Gelegenheit hatte, über diesen Film zu sprechen. Große Empfehlung meinerseits auf jeden Fall – einer der besten Filme des Nippon Connection Online Festivals 2021.
12 Minuten
A QUIET PLACE war für uns ein Überraschungsfilm: Tom und Tom hatten damals im Kino mitgefiebert mit der Familie, die (fast) keine dämlichen Fehler macht beim Kampf ums Überleben. Entsprechend gespannt waren wir auf den zweiten Teil. Ausgangssituation von A QUIET PLACE 2: Mann weg, Baby da, und ein geheimer Trick, der gegen die blinden aber extrem gut hörenden Alien helfen kann. Regisseur Krasinski baut wieder eine einfache Geschichte auf – auch wenn sie sich in zwei Handlungsstränge aufteilt. Kurz und gut: Auch der zweite Teil funktioniert gut, sehr spannend, sehr unterhaltsam und wieder mit beeindruckenden Darsteller:innen. Sehenswert – finden Tom und Tom direkt nach dem Film auf dem heimischen Sofa.
35 Minuten
Vor seinem Willen weichen Mensch und Tier zurück: Der reiche Farmer Phil Burband ist ein harter Westerner, eine Führungsfigur, ein Alpha-Mann, jähzornig, und grausam gegen seine neue Schwägerin Rose, die seinen schwächlichen Bruder George geheiratet hat. Eine Konstellation wie in einem griechischen Drama: König, Bruder des Königs, Frau des Bruders und dann kommt Peter, der Sohn von Rose, auf die Ranch – er ist die Reagenz, die dramatische Ereignisse auslösen wird. Peter ist ein schlaksiger, ungeschickter, unmännlich wirkender Student, der andere Seiten verborgen hält. Aber auch der harte Phil Burbank (atemberaubend: Benedict Cumberbatch) ist anders, als es auf den ersten Blick aussieht.

Phil und Peter bekriegen sich, bis Phil sich für den Jungen öffnet. Wer die spärlichen Hinweise auf kommende Tragik erkennt, bekommt zum fesselnden Psychodrama vor umwerfender Landschaft, noch eine richtige Schippe Hitchcock dazu. Das alles in perfekter Langsamkeit von Jane Campion meisterhaft inszeniert. Ein Präriekammerspiel über sichtbare und unsichtbare Stärke, über die Zerbrechlichkeit von Männerbildern und von unerfüllter, verdrängter Sexualität. Ein großer Film, der seine ganze Wucht vielleicht erst beim zweiten Anschauen entfaltet. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Götz und Thomas, die über Hände in einer Waschschüssel, über Moral, Schuld und Andeutungen diskutieren.
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Der erste Eindruck direkt nach dem Kino