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59 Minuten
Es ist zwei Uhr morgens. Ein ungewöhnlicher Login, auffällig viele Downloads und die Frage: Ist das ein Angriff? Wer darf jetzt eingreifen? Und was passiert, wenn ausgerechnet die Gegenmaßnahme den Betrieb lahmlegt?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange mit Lora Schedlik von CANCOM darüber, was ein Security Operations Center leisten kann, wie sich die Leistungen in einem Cyber Defense Center erweitern und welche Rolle KI dabei spielt. Im Mittelpunkt stehen Menschen, Prozesse und die Entscheidungen, die Unternehmen vor dem Ernstfall treffen müssen.

Lora ist seit mehr als zehn Jahren in der Cybersecurity unterwegs. Im Gespräch erzählt sie von ihren Stationen in Security Operations, Architektur, regulatorischen Themen und DevSecOps sowie ihrer Rückkehr in das SOC- und CDC-Umfeld. Sie bringt die Perspektive eines Dienstleisters mit, der technische Erkenntnisse mit den Anforderungen und Abläufen seiner Kunden zusammenbringen muss.

Schon beim Einstieg wird deutlich: Ein externer Dienstleister kann nur dann sinnvoll unterstützen, wenn die Grundlagen stimmen. Welche Systeme gibt es? Welche Anwendungen sind für das Geschäft kritisch? Wer ist erreichbar und wer darf welche Entscheidung treffen? Ein 24/7-Monitoring hilft nur begrenzt, wenn nachts niemand auf Kundenseite Verantwortung übernehmen kann und mögliche Reaktionen nicht vorher vereinbart wurden.

Besonders anschaulich erklärt Lora die Priorisierung mit einem Einbruchsszenario: Weiß jemand nur, wo das Haus steht, schaut er bereits durchs Fenster oder befindet er sich schon im Wohnzimmer? Das Bild macht die unterschiedliche Dringlichkeit greifbar. Für die tatsächliche Einordnung braucht das SOC aber den Geschäftskontext und den Schutzbedarf des Kunden. Auch bewusst akzeptierte Risiken müssen bekannt und dokumentiert sein.

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um KI. Sie kann dabei helfen, Zusammenhänge in historischen Daten zu erkennen, Analysen zu beschleunigen und Routineaufgaben zu erleichtern. Gleichzeitig diskutieren die drei, warum das keine saubere Datenbasis, verlässliche Prozesse oder kritisches Denken ersetzt. Wenn es um die Verifikation eines verdächtigen Zugriffs oder die Folgen eines Eingriffs in die Produktion geht, bleibt menschliches Urteilsvermögen entscheidend.

Dazu kommen Threat Intelligence, Schwachstellenmanagement und Incident Response. Lora beschreibt, warum ein eingespielter Patch allein noch nicht jede Frage zu einem möglichen früheren Angriff beantwortet. Entscheidend ist auch, welche Spuren vorhanden sind, was tatsächlich beobachtet wurde und ob weiter untersucht werden muss. Die Folge zeigt, wie eng Prävention, Erkennung und Reaktion zusammenhängen.

Auch die Perspektive der Geschäftsführung kommt zur Sprache: Woran erkennt man, ob das SOC gute Arbeit leistet? Reaktionszeiten und bearbeitete Meldungen sind relevant, beantworten aber nicht automatisch die Frage nach dem Nutzen. Lora erklärt, warum nachvollziehbare Berichte über konkrete Prüfungen, erkannte Risiken und durchgeführte Analysen mehr Orientierung geben können als eine reine Aufzählung von Tickets.

Zum Schluss geht es um Datenmengen und Kosten. Nur weil Logs in einem SIEM liegen, werden daraus noch keine wirksamen Erkennungen. Dafür braucht es passende Use Cases, Detection-Regeln und die richtigen Datenquellen. In der Schnellfragerunde diskutieren die drei unter anderem Eigenbetrieb, externe und hybride Modelle, die Zukunft von Analysten und die Frage, wer nachts über einen Produktionsstopp entscheiden darf.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Wie SOC-Leistungen in ein umfassenderes Cyber Defense Center eingebettet werden

Warum Asset-Übersicht und Sichtbarkeit die Grundlage der Überwachung bilden

Welche Systeme und Anwendungen besonderen Schutzbedarf haben

Weshalb Eskalationspfade und Entscheidungsbefugnisse vorab geklärt werden müssen

Was 24/7-Monitoring ohne erreichbare Ansprechpartner leisten kann

Welche Voraussetzungen Unternehmen für die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister brauchen

Wie Prioritäten anhand von Geschäftskontext und Dringlichkeit entstehen

Warum ein Alert zunächst geprüft werden muss, bevor daraus ein Incident wird

Wie technische Analysen die Dokumentation und Meldung von Vorfällen unterstützen können

Wie mit bekannten, bewusst akzeptierten Risiken umgegangen wird

Wo KI Analysten entlasten und die Auswertung beschleunigen kann

Weshalb KI-Ergebnisse nachvollziehbar sein und hinterfragt werden müssen

Warum Threat Intelligence und Incident Response eng zusammenarbeiten

Welche Rolle Social Engineering und persönliche Verifikation spielen

Welche Kennzahlen dem Management tatsächlich Orientierung geben

Warum gespeicherte Logs noch keine wirksame Angriffserkennung bedeuten

Wie Detection Use Cases die Auswahl relevanter Datenquellen beeinflussen

Was für externe oder hybride Betriebsmodelle spricht

Warum Tools, Menschen und Prozesse gemeinsam betrachtet werden müssen

Der rote Faden der Folge: Gute Cyberabwehr beginnt nicht mit dem Kauf eines Tools oder der Unterschrift unter einem SOC-Vertrag. Sie braucht Klarheit über Systeme, Risiken und Verantwortung. KI kann diese Arbeit unterstützen und beschleunigen. Welche Entscheidungen für das eigene Unternehmen tragbar sind, muss jedoch vorher gemeinsam geklärt werden.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, IT-Leitungen, Security-Verantwortliche und alle, die ein SOC auswählen, weiterentwickeln oder dessen Nutzen für ihr Unternehmen besser beurteilen möchten.

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1 Stunde 6 Minuten
Die IT soll alles absichern, neue Ideen möglich machen und gleichzeitig weniger kosten. Wenn ein Digitalprojekt dann stecken bleibt, steht schnell der vermeintliche Innovationsverhinderer fest. Aber liegt das Problem wirklich bei der IT oder fehlt dem Unternehmen das gemeinsame Fundament?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ spricht Nico Freitag mit Sonna Barry darüber, wie Cybersicherheit im Mittelstand zum Wettbewerbsvorteil werden kann. Im Mittelpunkt stehen klare Prioritäten, belastbare IT-Strukturen, Lieferfähigkeit und die Frage, wie Geschäftsführung, Fachabteilungen und IT gemeinsam handlungsfähig werden.

Sonna ist VP Business Development & Strategy bei secida und beschäftigt sich mit Cybersicherheit und IT-Infrastrukturoptimierung. Im Gespräch beschreibt sie ihre Erfahrung aus mehr als 20 Jahren im IT-Umfeld und dem Vertrieb komplexer Softwarelösungen. Ihr Schwerpunkt: technische Zusammenhänge so übersetzen, dass auch Geschäftsführungen daraus Entscheidungen ableiten können.

Der Einstieg führt direkt in den Alltag vieler Mittelständler: steigende Kosten, knappe Ressourcen und immer mehr Anforderungen. Sonna plädiert dafür, zuerst zu verstehen, welche Expertise bereits vorhanden ist und wo Unterstützung fehlt. Entscheider müssen nicht jedes technische Detail selbst beherrschen. Sie brauchen aber verlässliche Informationen und Menschen, denen sie vertrauen können.

Besonders konkret wird es beim Unterschied zwischen dokumentierter Vorbereitung und tatsächlicher Wiederherstellungsfähigkeit. Welche Systeme halten den Betrieb am Laufen? Wie lange dürfen sie ausfallen? Und wurde schon einmal geprüft, ob ein Backup wirklich wieder eingespielt werden kann? Diese Fragen lassen sich nicht allein in der IT beantworten. Fachabteilungen und Geschäftsführung müssen den betrieblichen Bedarf benennen, damit die IT die technischen Abhängigkeiten einordnen kann.

Ein weiteres Beispiel: Ein Pilotprojekt funktioniert in einer kleinen Abteilung hervorragend und soll anschließend im ganzen Unternehmen ausgerollt werden. Erst dann fallen fehlende Schnittstellen, gewachsene Strukturen und Sicherheitsfragen auf. Sonna erklärt, warum frühe Einbindung der IT und ein tragfähiges technisches Fundament darüber entscheiden können, ob aus einer guten Idee ein nutzbarer Wettbewerbsvorteil wird.

Auch Schatten-IT und selbst beschaffte Cloud-Dienste kommen zur Sprache. Statt nur nach Regelverstößen zu suchen, lohnt sich der Blick auf die Bedürfnisse dahinter: Warum haben Fachabteilungen eigene Lösungen aufgebaut? Welche Daten und Prozesse lassen sich sinnvoll zusammenführen? IT-Optimierung wird damit zugleich zur Prozessverbesserung und zu einer Aufgabe, bei der Mitarbeitende mitgenommen werden müssen.

Bei der Erfolgsmessung geht es um greifbare Veränderungen: weniger Wartezeit, einfachere Anmeldungen, automatisierte Routineaufgaben und schnellere Prozesse. Besonders kritisch betrachtet Sonna widersprüchliche Anreize. Wenn Sicherheit verbessert werden soll, der Bonus aber ausschließlich an sinkenden IT-Kosten hängt, passen Ziel und Steuerung nicht zusammen.

Zum Schluss rücken Lieferketten, Kundenvertrauen und Krisenkommunikation in den Mittelpunkt. Ein Wiederherstellungsplan hilft erst dann wirklich, wenn die Abläufe geübt wurden. Dazu gehören neben der Technik auch Entscheidungen der Geschäftsführung und die Kommunikation mit Betroffenen. Die Folge endet mit einer Schnellfragerunde und einem konkreten Einstieg: das Gespräch mit der eigenen IT suchen und ehrlich klären, was gut läuft, wo es hakt und welche Risiken Aufmerksamkeit brauchen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum Cybersicherheit im Mittelstand mehr ist als ein zusätzlicher Kostenblock

Wie Geschäftsführungen trotz begrenzter technischer Expertise entscheiden können

Weshalb Vertrauen und verständliche Beratung den Einstieg erleichtern

Warum allgemeine KI-Ratschläge keine unternehmensspezifische Analyse ersetzen

Wo Compliance-Dokumentation und gelebte Sicherheit auseinanderliegen können

Welche Fragen zu kritischen Systemen und Ausfallzeiten zuerst geklärt werden sollten

Warum ein vorhandenes Backup noch kein erfolgreicher Wiederherstellungstest ist

Weshalb Geschäftsführung und Fachabteilungen die IT bei der Priorisierung brauchen

Wie Digitalisierungsprojekte zwischen Pilot und unternehmensweitem Rollout scheitern

Warum die IT frühzeitig in neue Vorhaben eingebunden werden muss

Wie Schatten-IT und Cloud-Wildwuchs sichtbar gemacht werden können

Welche Chancen in besser verbundenen Daten und Prozessen stecken

Wie Single Sign-on und automatisierte Routineaufgaben im Alltag helfen können

Warum neue Ziele passende Kennzahlen und Anreize brauchen

Welche Rolle Lieferfähigkeit und Sicherheitsnachweise für Geschäftsbeziehungen spielen

Wie transparente Kommunikation nach einem Vorfall Vertrauen erhalten kann

Weshalb Notfallübungen auch Geschäftsführung und Fachabteilungen einbeziehen sollten

Wie Unternehmen vom Abwarten zu konkreten nächsten Schritten kommen

Der rote Faden der Folge: Cybersicherheit wird dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie mit den Zielen und Abläufen des Unternehmens verbunden wird. Ein belastbares IT-Fundament, getestete Wiederherstellung und klare Verantwortlichkeiten schaffen die Grundlage dafür, neue Ideen schneller umzusetzen und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT-Leitungen, CISOs, Verantwortliche für Digitalisierung und alle, die im Mittelstand Sicherheit, wirtschaftliche Prioritäten und Innovationsfähigkeit zusammenbringen müssen.

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Sonna Berry - LinkedIn Profil

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48 Minuten
Heute verschlüsselt heißt nicht automatisch, dass Daten auch in zehn Jahren noch geheim bleiben. Was passiert, wenn Angreifer Informationen bereits heute abgreifen und erst später entschlüsseln? Und wie schnell könnte ein Unternehmen seine Verschlüsselungsverfahren austauschen, wenn genau das notwendig wird?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange über Post-Quanten-Kryptografie, das Risiko „Harvest now, decrypt later“ und die Frage, warum Unternehmen sich mit der Zukunft ihrer Verschlüsselung beschäftigen sollten, bevor daraus ein akutes Problem wird.

Dabei geht es bewusst um die unternehmerische Perspektive: Welche Daten müssen wie lange vertraulich bleiben? Wo steckt Kryptografie überhaupt im Unternehmen? Wer trägt die Verantwortung dafür? Und wie lässt sich ein weiteres Sicherheitsthema angehen, wenn IT und Geschäftsführung bereits mit Tagesgeschäft, KI und regulatorischen Anforderungen beschäftigt sind?

Ein zentraler Gedanke zieht sich durch das Gespräch: Es reicht nicht, auf ein vermeintlich für immer sicheres Verfahren zu warten. Unternehmen müssen in der Lage sein, kryptografische Verfahren, Schlüssel und Zertifikate kontrolliert zu wechseln. Ann-Katrin beschreibt das mit einem einfachen Bild: Das Schloss soll sich austauschen lassen, ohne dafür die gesamte Tür ersetzen zu müssen. Genau darum geht es bei Kryptoagilität.

Konkret wird die Diskussion bei der sogenannten Drei-Zeiten-Regel. Wie lange müssen Informationen geheim bleiben? Wie lange dauert eine Umstellung? Und welcher Zeitraum wird bis zu einem kryptografisch relevanten Quantencomputer angenommen? Diese Perspektive macht deutlich, warum ein zukünftiges Risiko bereits heute Entscheidungen auslösen kann – gerade bei Betriebsgeheimnissen oder langfristig schützenswerten Daten.

Als praktischer Einstieg kommen Datenklassifizierung und Krypto-Inventur zur Sprache. Am Beispiel eines Krankenhauses zeigen Nico und Ann-Katrin, wie schnell sich die Fragen vervielfachen: Welche Daten liegen wo? Welche Systeme und Hersteller sind beteiligt? Wie werden die Informationen geschützt und wer kann Änderungen tatsächlich umsetzen? Eine Richtlinie allein beantwortet diese Fragen noch nicht.

Auch aus der OT bringt Nico Beispiele mit. Zertifikate mit jahrzehntelanger Laufzeit wirken im Alltag bequem, verschieben aber die Frage, wie ein Austausch im Ernstfall funktionieren soll. Damit führt das Gespräch zurück zu Security by Design: Wechselmöglichkeiten müssen von Anfang an mitgedacht werden, statt sie erst unter Zeitdruck nachzurüsten.

Zum Schluss geht es um Kosten, begrenzte Ressourcen und die Rolle externer Partner. Gerade Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht die IT ist, brauchen einen realistischen Einstieg und klare Zuständigkeiten. Die Frage nach künftiger Verschlüsselung betrifft deshalb auch die Geschäftsführung: Sie muss Prioritäten, Budget und langfristigen Schutzbedarf zusammenbringen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Was hinter „Harvest now, decrypt later“ steckt

Warum langfristig vertrauliche Daten schon heute in die Planung gehören

Weshalb Betriebsgeheimnisse auch nach vielen Jahren noch wertvoll sein können

Warum die Diskussion über Quantencomputer für Unternehmen oft schwer greifbar bleibt

Was Kryptoagilität bedeutet und weshalb Austauschbarkeit so wichtig ist

Wie die Drei-Zeiten-Regel Schutzbedarf, Migrationsdauer und Zukunftsrisiko verbindet

Warum eine Krypto-Inventur ein konkreter erster Schritt sein kann

Welche Rolle Datenklassifizierung für die Priorisierung spielt

Wie Abhängigkeiten von Software, Maschinen und Herstellern eine Migration erschweren

Weshalb Schlüsselverwaltung und Verantwortlichkeiten mit auf die Agenda gehören

Warum digitale Signaturen und die Prüfung von Echtheit ebenfalls relevant sind

Was das Beispiel Krankenhaus über die Komplexität gewachsener Systeme zeigt

Weshalb Verschlüsselung im Alltag häufig unsichtbar bleibt

Welche Probleme sehr lange Zertifikatslaufzeiten im OT-Umfeld schaffen können

Wie Security by Design spätere Wechsel erleichtern kann

Warum neue Anforderungen auf begrenzte Budgets und knappe IT-Ressourcen treffen

Welche Rolle Dienstleister und externe Expertise für den Mittelstand spielen

Weshalb Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie eine Führungsaufgabe ist

Der rote Faden der Folge: Unternehmen brauchen einen Überblick über ihre Daten und die eingesetzte Kryptografie und einen realistischen Weg, diese weiterzuentwickeln. Wer Schutzbedarf, Abhängigkeiten und Wechselmöglichkeiten frühzeitig kennt, kann eine Migration planen, bevor Zeitdruck entsteht.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, IT- und OT-Verantwortliche, Informationssicherheitsbeauftragte und alle, die verstehen möchten, was Post-Quanten-Kryptografie für ihr Unternehmen bedeutet und wie ein sinnvoller Einstieg aussehen kann.

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Nico Freitag - LinkedIn Profil

Ann-Katrin Lange - LinkedIn Profil

Zum Weiterlesen

BSI - Kryptografie quantensicher gestalten

NIST - What Is Post-Quantum Cryptography?

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45 Minuten
Ein eigenes CRM in zwei Tagen entwickeln, ein Abrechnungsprogramm selbst bauen oder mit einem Prompt die nächste App erstellen: KI macht vieles möglich, wofür früher ein ganzes Entwicklungsprojekt nötig war. Aber wird daraus automatisch gute Software? Und braucht es noch Softwareentwickler, wenn der Code von der KI kommt?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange mit Pierre Wilken über die Zukunft der Softwareentwicklung, die Grenzen von Vibe Coding und die Frage, wie Unternehmen neue Möglichkeiten nutzen können, ohne Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.

Pierre kommt selbst aus der Softwareentwicklung und dem Softwarebetrieb, hat unter anderem mit Kubernetes und Private Clouds gearbeitet und Unternehmen dazu beraten. Heute unterstützt er IT-Selbstständige und IT-Unternehmer beim Aufbau und der Weiterentwicklung ihres Geschäfts und beschäftigt sich außerdem mit der sicheren Einführung von KI in Unternehmen.

Seine Antwort auf die Einstiegsfrage fällt differenziert aus: Wer sich ausschließlich darauf konzentriert, Code zu erzeugen, wird sich verändern müssen. Wer dagegen versteht, welches Problem ein Kunde wirklich lösen möchte, gute Fragen stellt und tragfähige Lösungen entwickelt, bleibt gefragt. Pierre sieht KI vor allem als Beschleuniger für schnellere Feedbackzyklen. Ideen lassen sich früher ausprobieren und konkret zeigen, bevor Fachleute daraus eine belastbare Lösung entwickeln.

Besonders konkret wird das Gespräch beim Unterschied zwischen Prototyp und produktivem System. Pierre findet es ausdrücklich gut, wenn Menschen ohne Entwicklungshintergrund eigene Ideen ausprobieren. Kritisch wird es dort, wo ein schnell zusammengebautes CRM plötzlich echte Kunden- und personenbezogene Daten verarbeitet. Ein funktionierender Bildschirm sagt noch nichts darüber aus, ob die Anwendung sicher betrieben werden kann. Deshalb geht es immer wieder um dieselbe Frage: Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Auch die wirtschaftliche Seite kommt nicht zu kurz. Eine selbst entwickelte Lösung verspricht eingesparte Lizenzkosten und Funktionen, die genau zum eigenen Unternehmen passen. Doch Wartung, Absicherung und die vielen zunächst übersehenen Anforderungen verschwinden dadurch nicht. Pierre erzählt außerdem offen, wie er früher selbst technisch spannende Werkzeuge eingeführt hat, deren Nutzen den zusätzlichen Aufwand im Nachhinein nicht rechtfertigte. KI kann auch diesen Effekt beschleunigen, wenn klare Ziele fehlen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Abhängigkeiten von KI-Anbietern. Was passiert mit den eigenen Abläufen, wenn ein Modell deutlich teurer wird oder nicht mehr verfügbar ist? Die drei sprechen über Wechselmöglichkeiten, hybride Ansätze und die Bedeutung realistischer Ausfallszenarien. Dazu kommt die Frage, wie Open-Source-Projekte mit einer wachsenden Menge KI-generierter Schwachstellenmeldungen umgehen können, wenn hinter den Projekten weiterhin Menschen mit begrenzter Zeit stehen.

Im letzten Teil geht es um die Weiterentwicklung von Fachkräften und Freelancern. Pierre spricht über Markt- und Zielgruppenverständnis, persönliche Sichtbarkeit und den Wert guter Fragen. Auch regulatorische Themen wie der Cyber Resilience Act und der Umgang mit Softwareabhängigkeiten kommen zur Sprache. Sein persönlicher Ansatz: Neue Anforderungen zunächst verstehen, ihre Bedeutung für das eigene Geschäft einordnen und daraus einen konkreten Plan machen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum KI reine Codeproduktion verändert, aber echte Problemlösung nicht überflüssig macht

Woran Kunden kompetente Softwareentwickler erkennen können

Weshalb gute Fragen oft mehr über Expertise verraten als schnelle Antworten

Warum KI vor allem Feedbackzyklen und das Ausprobieren von Ideen beschleunigen kann

Wo die Grenze zwischen einem Prototyp und produktiver Software liegt

Weshalb echte Kundendaten in schnell gebauten Eigenlösungen besondere Risiken schaffen

Warum der Nachbau von CRM- und Abrechnungssystemen häufig unterschätzt wird

Wie man Experimentierfreude fördert, ohne Sicherheitsrisiken zu verharmlosen

Weshalb zusätzliche Tools und Agenten nicht automatisch einen wirtschaftlichen Mehrwert liefern

Warum Führung ein klares Zielbild für den Einsatz neuer Technologien schaffen muss

Welche Belastung KI-generierte Schwachstellenmeldungen für Open-Source-Projekte bedeuten können

Wie Abhängigkeiten von Modellen und Anbietern entstehen und warum Wechselmöglichkeiten wichtig sind

Weshalb Softwareentwickler ihre Neugier behalten und weiterlernen sollten

Wie sich regulatorische Anforderungen in konkrete Aufgaben übersetzen lassen

Warum Freelancer den Markt und die Probleme ihrer Zielgruppe verstehen müssen

Welche Rolle Positionierung, Sichtbarkeit und Vertrauen bei der Kundengewinnung spielen

Warum ein Security-Scanner kein Ersatz für Architekturverständnis und verlässliche Entwicklungsprozesse ist

Weshalb Tests, Reviews und Sicherheitsprüfungen systematisch in die Entwicklung gehören

Wie Pierre auf Junior-Entwickler, Produktionszugriffe und Verantwortung für KI-generierten Code blickt

Der rote Faden der Folge: Gute Softwareentwicklung beginnt beim Verständnis des Problems und endet nicht mit erzeugtem Code. KI kann Ideen schneller greifbar machen und Rückmeldungen beschleunigen. Ob daraus eine sichere, wirtschaftliche und wartbare Lösung wird, hängt weiterhin von Fachwissen, klaren Prozessen und bewussten Entscheidungen ab.

Eine Folge für Softwareentwickler, IT-Freelancer, Geschäftsführungen, IT- und Security-Verantwortliche sowie alle, die mit KI eigene Anwendungen bauen oder beurteilen müssen, wann aus einem Experiment ein produktiv nutzbares System werden kann.

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Podcast von Pierre - IT Business Growth

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1 Stunde 5 Minuten
KI liefert Antworten, schreibt Code und übernimmt immer mehr Aufgaben. Je überzeugender die Ergebnisse werden, desto leichter gerät eine entscheidende Frage aus dem Blick: Verstehen wir noch, was die Systeme tun, und können wir erkennen, wenn sie falschliegen?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ spricht Nico Freitag mit Marco Eggerling über den Schritt vom Chatbot zur agentischen KI, die Grenzen unseres Vertrauens und die Frage, wie Unternehmen aus technischen Möglichkeiten tatsächlich einen sinnvollen Nutzen ziehen können.

Marco ist erneut im Podcast zu Gast. Er bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in IT und Informationssicherheit mit und berichtet von seiner aktuellen Tätigkeit bei UiPath, wo er sich mit EMEA und Asien beschäftigt. Im Mittelpunkt steht diesmal, wie unterschiedliche Modelle, Agenten und bestehende Automatisierungen zusammenarbeiten und welche Rolle der Mensch dabei behält.

Zum Einstieg geht es um die Geschwindigkeit der Entwicklung und den eigenen Umgang mit KI. Marco erzählt, wie er verschiedene Modelle für unterschiedliche Aufgaben kombiniert und wie selbstverständlich selbst Menschen ohne technischen Hintergrund inzwischen mit Chatbots sprechen. Genau darin liegt aber auch eine Herausforderung: Eine Antwort kann schlüssig und überzeugend klingen und trotzdem falsch sein. Seine klare Aussage: KI ist keine „Truth Engine“.

Im weiteren Gespräch wird es konkret: Was unterscheidet einen Chatbot von einem Agenten, der tatsächlich Aufgaben ausführt? Marco beschreibt das Zusammenspiel spezialisierter Agenten mit dem Bild einer Fußballmannschaft. Nicht jeder muss alles können. Entscheidend ist, dass Fähigkeiten, Aufgaben und Steuerung zusammenpassen. An Beispielen aus der Prozessautomatisierung und einer automatisch bestellten Pizza wird greifbar, was daraus entstehen kann und welche Zugriffe dafür erforderlich sind.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kosten und Abhängigkeiten. Nico hinterfragt, wie selbstverständlich wir KI inzwischen nutzen und was passieren würde, wenn ein genutztes Modell ausfällt, nicht mehr verfügbar ist oder deutlich teurer wird. Marco erläutert, wie die Orchestrierung verschiedener Modelle Abhängigkeiten reduzieren kann. Beide diskutieren, weshalb ein hoher Token-Verbrauch noch kein gutes Ergebnis bedeutet und warum Unternehmen vom gewünschten Resultat aus denken sollten.

Auch beim Vibe Coding bleibt der Blick kritisch. Nur weil sich Software schnell erzeugen lässt, sind Wartung, Verständnis und Verantwortung nicht erledigt. Wer bestehende Unternehmenssoftware nachbauen möchte, muss mehr berücksichtigen als den ersten funktionierenden Prototyp. Ähnlich ist es beim Prompting: Viel Kontext und lange Eingaben führen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen, können aber zusätzliche Kosten verursachen.

Zum Abschluss geht es um spezialisierte Modelle, den Einstieg in KI, die Ausbildung von Nachwuchskräften und die Rolle der Unternehmenskultur. Marco spricht sich dafür aus, die Möglichkeiten aktiv zu erkunden und menschliches Urteilsvermögen weiterzuentwickeln. Nico betont, warum Unternehmen einen geregelten Umgang mit KI gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden gestalten sollten, bevor sich die Nutzung an ihnen vorbei etabliert.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum überzeugend formulierte KI-Antworten nicht automatisch richtig sind

Wie sich Chatbots und handelnde KI-Agenten unterscheiden

Welche Rolle spezialisierte Agenten, Orchestrierung und menschliche Kontrolle spielen

Warum bestehende Automatisierungen auch in agentischen Abläufen wertvoll bleiben

Wie ein Assistenzsystem eine Pizza passend zur Ankunft bestellen könnte und welche Daten es dafür benötigt

Weshalb Unternehmen vom gewünschten Ergebnis aus planen sollten

Warum möglichst viele verbrauchte Tokens kein sinnvolles Erfolgsmaß sind

Wie unklare Prompts und unnötiger Kontext Kosten verursachen können

Weshalb KI-generierter Code weiterhin Verständnis, Prüfung und Wartung braucht

Welche Abhängigkeiten durch die Konzentration auf einzelne Modelle und Anbieter entstehen

Wie lokale Modelle, Alternativen und Failover-Mechanismen in die Überlegungen einfließen

Warum KI zugleich eine Chance für das Geschäft und eine Aufgabe für das Risikomanagement ist

Wie Nico und Marco die Grenzen von Guardrails und die Nutzung von KI auf Angriffs- und Verteidigungsseite diskutieren

Weshalb synthetische Inhalte neue Fragen an die Verlässlichkeit von Wissen stellen

Warum Nachwuchsausbildung und menschliche Expertise weiterhin gebraucht werden

Wie Unternehmen Mitarbeitende beim Einstieg begleiten können

Weshalb reine Verbote die Frage nach einem sinnvollen Umgang mit Schatten-KI nicht lösen

Welche Entwicklung Marco bei spezialisierten Sprachmodellen und den Kosten von KI erwartet

Der rote Faden der Folge: Der Wert von KI entsteht durch sinnvolle Ergebnisse, nachvollziehbare Abläufe und einen bewussten Umgang mit Risiken. Wer Agenten Aufgaben überträgt, muss weiterhin verstehen, was sie tun dürfen, wie Ergebnisse geprüft werden und welche Abhängigkeiten dabei entstehen. Menschliches Urteil bleibt ein entscheidender Teil der Arbeit.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, IT- und Security-Verantwortliche, Verantwortliche für KI und Automatisierung sowie alle, die KI-Agenten im Unternehmen einsetzen und dabei Nutzen, Kosten und Kontrolle zusammenbringen möchten.

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Über diesen Podcast

Der wöchentliche Podcast „Cybersecurity ist Chefsache“ ist eine Plattform, auf der verschiedene Experten aus der Welt der Digitalisierung und Cybersecurity zusammenkommen, um über aktuelle Themen, Trends und praktische Anwendungen zu sprechen. Die Hosts Nico Freitag und Ann-Kathrin Lange laden regelmäßig Freunde, Kollegen und Gleichgesinnte aus unterschiedlichen Branchen ein, um ihre Erfahrungen und Perspektiven zu teilen. Gemeinsam diskutieren sie aktuelle Themen rund um Digitalisierung, Cybersecurity, OT-Sicherheit, Datenschutz und Informationssicherheit sowie deren praktische Umsetzung. Die Themen werden durch die Community mitbestimmt, sodass die Zuhörer:innen relevante, praxisnahe und aktuelle Einblicke erhalten.
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