Knapp 76 Millionen elektronische Patientenakten sind eingerichtet, rund 100 Millionen Dokumente liegen darin. Im Schnitt ist das gerade einmal ein Dokument pro Akte. Trotzdem zieht Hausarzt Stefan Spieren nach der Urlaubszeit eine positive Bilanz: Bei Vertretungspatienten, im Notdienst und nach Klinikentlassungen liefert die ePA heute schon Informationen, die früher schlicht fehlten. Und jede Information ist mehr wert als keine. Jan Zeggel und Stefan Spieren sprechen in dieser Folge darüber, was eine gut gefüllte ePA konkret im Praxisalltag verändert: Arztbriefe landen per Klick im System, die elektronische Medikationsliste ersetzt das Abtippen von Medikamenten, und MFAs gewinnen Zeit für Aufgaben, die wirklich beim Patienten ankommen. Sie schauen aber auch auf die offenen Baustellen: Kliniken, die ihrer Befüllungspflicht kaum nachkommen, Pflegeheime ohne Anbindung, Peripheriegeräte wie EKG und Ultraschall, die ihre Daten nicht automatisch weitergeben, und ein Zugriffskonzept, das ohne ePA-App keinen dauerhaften Zugriff für Fachärzte erlaubt. Im zweiten Teil geht es um die Zukunft der ePA als zentrale Datendrehscheibe. Wearable-Daten, Patientenfragebögen und strukturierte Laborwerte werden mehr, nicht weniger. Wer bereitet diese Datenmengen so auf, dass Ärztinnen und Ärzte damit arbeiten können? Welche Rolle spielen PVS-Hersteller, DiGAs und KI? Und wer kontrolliert die KI, die künftig in der ePA arbeitet? Dazu die Frage, wie viel Zugriff Krankenkassen auf ePA-Daten haben sollten, und ob der TI-Messenger eine Lücke schließt oder nur einen weiteren Kanal aufmacht. Eine Folge mit vielen Impulsen aus der Live-Community bei LinkedIn und einem klaren Appell: Befüllt die ePA. Alles Weitere baut darauf auf.
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