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Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier Archiv

70 Episoden
20 Minuten
Johann Sebastian Bach war einer der bedeutendsten Komponisten der Barockzeit und ein Meister sowohl in der geistlichen als auch der weltlichen Musik. Seine Werke zeichnen sich durch tiefe Religiosität, kompositorische Raffinesse und große emotionale Tiefe aus. Den Text aus dem Johannes Evangelium setzt er in der Johannes Passion in eindrucksvolle Musik um und sie stand lange im Schatten des Riesenwerks der Matthäus-Passion, obwohl beide letztlich unvergleichbar ihren eigenen Gesetzen folgen. Und heute schätzen viele Musiker die dramatische, direkte Ausdruckskraft, die Klarheit und kompositorische Dichte der Johannes Passion. Mein Fazit, warum die Johannes Passion so bedeutsam ist: • Da sie dramatischer, kürzer und unmittelbarer als die Matthäus-Passion ist. • Da sie einen dichten musikalischen Diskurs bietet. • Und last but not least, da sie belegt, wie Bach das Johannes Evangelium musikalisch auslegt & durchlebt. Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
15 Minuten
Heute widme ich mich einem besonderen Werk von Johann Sebastian Bach – dem Osteroratorium (BWV 249). Es ist ein Werk, das tief in der christlichen Osterbotschaft verankert ist, mit einer Musik, die sowohl festlich als auch tief spirituell ist. Doch hinter diesem Werk steckt auch eine Geschichte, die einen Einblick in Bach`s Leben und seine Zeit gibt. Stellen Sie sich vor, es ist Ostern im Jahr 1725. Die Kirchenglocken läuten, die Gemeinde strömt in die Nikolaikirche in Leipzig, und alle sind gespannt, was der Thomaskantor heute für sie bereithält. Und dieser Thomaskantor, das ist niemand Geringeres als Johann Sebastian Bach. Bach hatte in dieser Zeit bereits einige der größten geistlichen Werke seiner Karriere komponiert, darunter die „Johannes-Passion“ und die „Matthäus-Passion“. Doch während er in der Passionsmusik den Leidensweg Christi thematisierte, griff er im Osteroratorium das freudige Ereignis der Auferstehung Jesu auf – das Herzstück des christlichen Glaubens. Während die Passionen von Bach häufig die menschliche Tragödie und das Leiden Christi betonen, geht das Osteroratorium den anderen Weg: Es feiert die Erhebung und die Erneuerung. Bach nutzt die Musik als Medium, um Glauben und Hoffnung zu verbinden, so bringt die Musik die Freude über das Leben und den Sieg über den Tod in die Ohren der Zuhörer. Das gesamte Werk zeigt eine Überwindung der Dunkelheit durch das Licht und das Leben. Daher ist das Osteroratorium von Johann Sebastian Bach mehr als nur ein Werk der Musikgeschichte – es ist eine Feier des Lebens, des Glaubens und der Freude über die Auferstehung. Es erinnert uns daran, dass Musik nicht nur als Unterhaltung dient, sondern als Ausdruck der tiefsten menschlichen Sehnsüchte und auch Emotionen sowie der Hoffnung. Herzlichst Ihre Claudia Lutschewitz
14 Minuten
„Musik beginnt da, wo die Worte aufhören.“ (wird Claude Debussy zugeschrieben - ohne Überlieferung) Gänsehaut & Tränen – immer wieder erwischen mich diese Gefühle, wenn ich „Clair de Lune“ lausche - ein poetisches Klavierstück aus der Suite Bergamasque, das eine träumerische Atmosphäre mit impressionistischen Klangfarben verbindet. Als Synästhetikerin entfacht dieses Stück bei mir ein Kaleidoskop aus den wunderbarsten Pastelltönen & Changierungen. Debussy`s Musik ist schillerndes Mosaik aus Klängen, das mehr andeutet als erklärt, mehr flüstert als deklamiert. „Clair de Lune“ beginnt mit sanften, schwebenden Akkorden, die eine träumerische Atmosphäre schaffen. Seine zeitlose Schönheit und emotionale Tiefe machen es zu einem herausragenden Beispiel für Debussy`s Fähigkeit, Klangbilder zu malen und Gefühle musikalisch auszudrücken. Es ist Musik, die nicht nur gehört, sondern gefühlt werden kann … Mehr dazu und natürlich das Klavierstück im Podcast ... Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
37 Minuten
Wandern bedeutet die Geheimnisse der Welt neu zu entdecken, ihre Schönheit - wo immer sie sich zeigt - zu bewundern und die Wirkung der Farben und Formen der Natur auf sich wirken zu lassen. Mehrere Millionen Zellen gehören zum Sehzentrum des menschlichen Gehirns, aber wir wissen, dass das Bild, das wir sehen, tatsächlich erst schöpferisch gestaltet werden muss, damit wir es als solches erkennen können. Der britische Neurophysiologe Charles Scott Sherrington hat das Gehirn einen verzauberten Webstuhl genannt, auf dem unsere Erlebnisse sinnvoll gewoben werden. Ich würde das Wort verzaubern gerne in verzaubernd abändern, denn Schauen ist primär nicht schon Wissen, sondern eher Gestalten. Damit meine ich, dass der wandernde Mensch, als staunend Erlebender, alles fantasievoll für sich umgestaltet. Die Natur lehrt uns das Staunen, denn in ihr begegnen wir den ungezählten Herrlichkeiten, der wunderbaren Kontinuität des immer wieder neuen Kreislaufs von Tod und Auferstehung. Und die Verwandlungen der Natur, die immer wiederkehrenden Wechsel der Jahreszeiten und ihre Erscheinungen lassen uns den Zusammenhang und das Zusammenwirken eines lebendigen Ganzen erkennen – einer Urkraft! Das Geborgensein in der Natur. Und diese Urkraft, diese Geborgenheit war vermutlich und unter anderem auch Schuberts persönliche Beziehung zum Wandern. Und was passt zu diesem Natur- und Wanderthema besser als seine Wanderer-Fantasie? Diese Fantasie ist eines seiner virtuosesten & innovativsten Klavierwerke und Franz Schubert selbst gab zu, das Werk nie beherrscht zu haben - er soll sogar gesagt haben: „Der Teufel soll dieses Zeug spielen!“ Sie wollen mehr wissen und auch Schuberts Wanderer-Fantasie hören? Na dann, ab in den Podcast … Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
11 Minuten
Früher waren Wohnzimmerkonzerte - auch Hauskonzerte genannt - gang und gäbe, irgendwann schickte sich das Musizieren zu Hause aber nicht mehr, man ging lieber aus, in die Philharmonie, zu großen Events, in Konzertsäle … Dabei ist ein Hauskonzert viel mehr als gemeinsames Musizieren, denn ein Hauskonzert ist ein ganz besonderer Musikgenuss. Für mich ist ein Hauskonzert ein Rundum-Wohlfühl-Paket. Mitte März dieses Jahres trafen wir in Heidelberg das Heidelberger Klavierduo Adelheid Lechler & Martin Smith. Und auf dem Programm stand u.a. Francis Poulenc … Genauer das "Capriccio d'après Le Bal Masqué", ein Werk für zwei Klaviere, das 1952 entstand. Das Capriccio wechselt abrupt zwischen fröhlichen, fast tänzerischen Abschnitten und düsteren, geheimnisvollen Passagen. Die für mich sehr gelungene Interpretation von Adelheid & Martin nutzt diese Kontraste bewusst und übertreibt sie vielleicht sogar leicht, um die theatralische Qualität der Musik zu betonen. Die Klangfarben der beiden Klaviere werden für meine Ohren nicht vermischt, sondern dialogisch gegenübergestellt. Ein Ohrenschmaus und Genuss ... Denn Francis Poulenc war bekannt für seinen charmanten, oft schelmischen Humor in der Musik und nicht selten scheint er seine Musik mit einem Augenzwinkern zu präsentieren. Doch hören Sie selbst … Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz P.S.: von Herzen DANK an die beiden Pianisten Adelheid Lechler & Martin Smith. P.P.S.: Ihr seid wunderbar (und das nicht nur als Freunde )
8 Minuten
Herzlich willkommen zu T&T für Eilige – heute zum Thema: Wie Mozart in die Kugel kam – wie hat der Typ das nur geschafft? Wenn man einen bekannten Namen hat, eventuell sogar ein Star ist, dann lässt sich daraus eine Marke machen, die der Bekanntheit einen zusätzlichen Schub gibt - womit man am Ende höherer Einnahmen erzielen könnte. Schade nur, dass bei Wolfgang Amadeus Mozart dieser Merchandising Effekt erst viele, viele Jahre nach seinem Tod eingesetzt hat. So heißt der Flughafen in Salzburg Airport W. A. Mozart, der EC Mozart der österreichischen Bundesbahn verkehrt auf der Strecke Salzburg - München. Es gibt ein Kaffeeservice, Bettwäsche, Parfüme, Seniorenheime, Hotels und Kreuzfahrtschiffe, die seinen Namen tragen, um nur einige(s) zu nennen. Doch wie kam der Wolfgangerl jetza in die Kugel? Und warum gerade eine Kugel für Mozart? Vielleicht weil er selber eine Naschkatze war? Sie wollen mehr wissen und sind jetzt neugierig? Na, dann ab in den Poscast! Pfiat di, Servus & Baba und mit wohltemperierten Grüßen Claudia & Andreas Lutschewitz
11 Minuten
Herzlich willkommen zu T&T für Eilige Heute zum Thema: Stille in der klassischen Musik! Und haben Pausen Farben ...? Kurt Tucholski sagte einmal: „Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille.“ In der klassischen Musik gibt es - so mein Verständnis – zwei Arten von Stille. Einmal die Stille, die um die Musik herum am Anfang und am Ende sein muss. Die sogenannte Einbettung in die Minuten oder Sekunden vor dem ersten Ton, also zur Vorbereitung und die Zeit nach dem letzten Ton, zum Nachschwingen, wenn also der letzte Ton des Konzerts erklang und leise verklingt …. Und daneben gibt es die Stille, in der Musik. Die Stille, die die Musik aus sich heraus erzeugt. Man könnte diese Momente vielleicht auch Ton-Pausen nennen … also vertonte Ruhe. Bei dieser Art Stille, denkt der eine oder die andere vielleicht an John Cage ... Ja? Neugierig, wie es weiter geht? Na dann, ab in den Podcast Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
19 Minuten
Wer kennt es nicht das Lied … "Ein Freund, ein guter Freund Das ist das Beste, was es gibt auf der Welt Ein Freund bleibt immer Freund Und wenn die ganze Welt zusammenfällt Drum sei auch nie betrübt Wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt Ein Freund, ein guter Freund Das ist der größte Schatz, den's gibt" Ja, … wir Menschen sind nicht gern allein. Der Philosoph Aristoteles hatte einen schönen Gedanken dazu, er sagte: „Freundschaft entsteht durch eine geteilte Leidenschaft oder eine geteilte Begeisterung“. Die besten Freunde jedoch, so sagte Aristoteles weiter, sind solche, die sich gemeinsam für das Wahre und Gute begeistern. Menschen, die sich wechselseitig darin unterstützen glücklich zu werden, Erfüllung zu finden, Sinn zu entdecken. Menschen, die Freude daran haben, wenn es dem anderen gutgeht. Ja, und dann gibt es da noch Immanuel Kant, der von der Pflege der Freundschaft spricht. Einer Art Pflicht zur Pflege, auch wenn wir heute nicht gern von Pflicht und Disziplin hören. Doch Kant scheint Recht gehabt zu haben, denn wie viele Freundschaften sind auf der Strecke geblieben, weil wir nicht die Disziplin aufbrachten, sie zu pflegen und zu hegen?! Freundschaft muss man immer auch wollen, und das ist manchmal anstrengend. Neigung allein reicht da oft nicht aus, es muss schon ein gutes Stück Pflichtgefühl hinzukommen. Wobei dieses Pflichtgefühl aber auch nur wenig Nachhaltigkeit haben dürfte, wenn es nicht in einem liebenden Herzen verwurzelt ist. Diese Liebe zur Freundschaft und auch die Liebe zum Miteinander, die Liebe zur Begegnung, ja, die Liebe Zeit miteinander zu verbringen, bringt mich zu Franz Schubert. Genauer zu den nach ihm benannten Schubertiaden … Schuberts Lebensfreude war die Musik. Aus ihr zog er Kraft und mit ihr blühte er auf. Musik war für Schubert Struktur, Freude, Energie, Liebe und Freundschaft. Er liebte die Musik so sehr, dass er nicht nur für seine Freunde und Bekannten musizierte, sondern auch mit Ihnen und das regelmäßig … diese Abende wurden also Schubertiaden genannt. Sie wollen mehr wissen? Na, dann `ran an den Podcast … Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
31 Minuten
Große AutorInnen, InterpretInnen, PublizistInnen hören mit ihrem Tod nicht auf zu wirken. Viele werden zu Idolen, zu bedeutenden Gestalten aus dem fernen Gestern und von einigen verblasst die Biografie. So entstand bei mir die Idee, in unserem Podcast immer wieder bekannte und verstor-bene MusikerInnen & InterpretInnen – Menschen, die Andreas und mir nahe & wichtig sind, obwohl sie bereits verstorben sind – zu präsentieren. Und für den heutigen Podcast wählte ich eine für mich sehr bewundernswerte Sopranistin. Eine Sopranistin, deren Lebens-Weg mitunter steinig war und zugleich sehr erfolgreich, eine Sopranistin die nur 53 Jahre alt wurde und zugleich ein intensives und reiches Leben lebte. Maria Callas Über sich selbst sagte Maria Callas: „Es gibt Leute, die zum Glücklichsein geboren werden, und andere, die zum Unglücklichsein bestimmt sind. Ich habe einfach Pech gehabt.“ Als Musik wählte ich für diesen Podcast Robert Schumanns Blumenstück (Des-Dur, Op. 19), weil Maria Callas auf mich wie eine zarte und auch fragile Blume wirkt die gleichzeitig vielen Wettergegebenheit trotzen konnte und ihre farbige Pracht künstlerisch grandios zeigte. Schumann komponierter das Blumenstück während eines Aufenthaltes in Wien 1838/39 und dieses Klavierwerk nimmt nach den Worten Schumanns eine Sonderstellung ein. Er bezeichnete es meist als „Stück für Damen“. Das Blumenstück wirkt graziös und die Komposition scheint Schumanns reiner Spielfreude entsprungen zu sein. Doch hören Sie selbst … Viel Freude & Kurzweil! Mit wohltemperierten Grüßen Claudia & Andreas Lutschewitz
21 Minuten
Warum fühlen wir Mensch? Schon ein bisschen suspekt diese Frage, oder? Denn es ist doch eigentlich selbstverständlich, dass wir fühlen. Egal wie alt wir sind und wo wir auf dieser Erde leben oder welchem Beruf wir nachgehen - wir alle fühlen! Seit 300.000 Jahren - also so ca. - gibt es unsere Art, die wir Menschen in der uns so typischen Bescheidenheit "Homo sapiens", also der Weise Mensch, nennen. Was zum Ausdruck bringen soll, dass es die Intelligenz ist, die uns von unseren ersten Vorfahren und allen anderen Tieren unterscheidet. In der Tat, der Neandertaler hat das Rad nicht erfunden, Delfine können weder lesen noch schreiben und Eulen konstruieren keine Wolkenkratzer. Doch ist tatsächlich die Intelligenz, die uns Menschen ausmacht? Ich denke, was uns wirklich auszeichnet, ist unsere Fähigkeit zu fühlen. Johann Wolfgang von Goethe soll einmal gesagt haben „Gefühl ist alles“ Und lauschen wir auf die Musik, bzw. lassen wir uns in sie fallen, so verstehen wir Menschen schnell, was fühlen auch ist. Denn Musik löst Emotionen aus, weckt Erinnerungen, lässt uns mit den Fingern im Takt klopfen, mit den Füssen wippen und bringt uns zum Tanzen. Ja, Musik – sie beeinflusst Körper & Geist, das haben wir wohl alle schon selbst erlebt. Musik bewegt uns! Viel Spaß, Freude & Kurzweil am Podcast! Mit wohltemperierten Grüßen Claudia & Andreas Lutschewitz P.S.: im Podcast passierte mir leider ein "Versprecher" .... uiuiui!!!!!! Den Homo Sapiens gibt es natürlich nicht erst seit ca. 30.000 Jahren, sondern bereits seit 300.000 Jahren - ich hoffe, Sie verzeihen mir meinen "Versprecher"!
15 Minuten
Ja, Händels Musik sprüht im wahrsten Sinne Funken … Sie ist spritzig, festlich, feurig, brillant. Fanfaren, Pauken, Streicher, Holzbläser, wieder Fanfaren im Echo, wie aus verschiedenen Ecken. Ganz nach dem Motto: „Sollen es doch alle Teile der Erden hören: "Es herrscht Frieden!“ Händels Feuerwerkersmusik belebt, sie reißt mit - und das nicht nur Klassik-Fans. Seine Musik begeistert, sie strahlt Freude aus. Beim Lauschen dieser Musik entstehen wunderbare, bewegte und tänzelnde Bilder – und als Zuhörender hat man gar keine andere Möglichkeit, als im Takt mitzuwippen, zu tanzen, zu jubeln – ja, sich zu freuen. Herzen und Hirn schlagen Salti. Sie wollen mehr wissen und erfahren? Na dann ,`ran an den Podcast für Eilige #28 – ich kann Ihnen kurzweilige 15 Min versprechen Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz (Silvester 2024)
30 Minuten
Beim Hören des Weihnachtsoratoriums hat man das Gefühl in eine tiefe, elementare Schicht menschlicher Gedanken und Gefühle vorzudringen. Nicht so sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Konflikte des individuellen Lebens, wie zum Beispiel Leiden, Schuld und Liebe sind thematisiert, sondern vielmehr unsere Rolle in der Welt, unsere Beziehung zur Welt. Die klingende Botschaft des Lichts durchzieht das ganze Oratorium. Immer wieder ist vom Licht die Rede, das als „Morgenlicht“ anbrechen und unsre Herzen durchleuchten soll. Sogar die Angst vor dem Sterben vermag ein lichtvolles C-Dur zu überwinden, in einer Arie, in der ein Echo, wie aus einer anderen Welt, immer wieder die Gewissheit gibt, dass wir das Sterben nicht scheuen müssen. Bleiben Sie behütet und haben Sie eine schöne WeihNACHT! Mit wohltemperierten Grüßen Claudia & Andreas Lutschewitz Am Morgen des 24. Dezember 2024
24 Minuten
Seit Urzeiten singen Eltern ihre Babys in den Schlaf. Was Eltern intuitiv spüren, nämlich die beruhigende Wirkung der singenden Stimme auf ihr Kind, ist heute wissenschaftlich belegt, vor allem für die Baby- und Kleinkindzeit und sogar schon für die pränatale Zeit, denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Baby bereits im Mutterleib hört. Das Wiegenlied, mit all seinen Facetten und Funktionen, schafft Kindern Geborgenheit und Nähe – und wenn ich es recht betrachte, dann gewiss nicht nur den Kindern, sondern auch den singenden und lauschenden Erwachsenen. Das Wiegenlied baut eine Brücke zwischen Jung und Alt. Hören Sie auf diesem Podcast die Wiegenlieder: “Müde bin ich, geh zur Ruh“ „Guten Abend, gut Nacht“ “Abends will ich schlafen gehen“ “Der Mond ist aufgegangen“ Es singen & spielen - Christian Elsner (Tenor) & seiner Tochter Paulina, am Klavier Leonhard Elsner - Ingeborg Danz, am Klavier Michael Gees - Sibylla Rubens & Ingeborg Danz, am Klavier Elisabeth Föll - Christoph Pregardien, am Klavier Juliane Ruf Mit wohltemperierten Grüßen die zwei Lutschewitze
23 Minuten
Ich mag den Gedanken, dass wir Menschen durch unser Leben wandern. Als Reisende erleben wir auf unserer Lebens-Wanderschaft Freudvolles, Leidvolles & auf jeden Fall Sinnvolles. Wir erklimmen Gebirge, durchschreiten Täler, erfrischen uns an Gewässern und ertragen unseren Durst in der Wüste. Bis wir hinübergehen - unser Lebensbuch mit dem letzten Kapitel beschließen, das Buch zuklappen … Leben & Liebe & Tod Vereinigung. Eins-werden, nicht nur mit dem geliebten Menschen, nicht nur mit dem Tode. Ist nicht das Größere, was da erscheint auch das Ziel des Hinübergehens und wird dieses Hinübergehen nicht gerade in der Musik eindringlich hörbar? Lauschen Sie ... Fühlen Sie ... Leben Sie ... Lieben Sie ... Herzlichst Andreas & Claudia Lutschewitz
22 Minuten
In einem Brief an seinen todkranken Vater schrieb der 31-jährige Mozart im April 1787: „Ich lege mich nie zu Bette, ohne zu bedenken, dass ich vielleicht - so jung ich auch bin - am anderen Tag nicht mehr sein werde.“ Der Tod, sinniert Mozart, sei der wahre Endzweck unseres Lebens, der wahre beste Freund des Menschen, der Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit. Das waren nicht einfach beruhigende Worte, die Mozart fand, um dem sterbenden Vater Trost zu schaffen. Nein, schon früh gab es in Mozarts Musik eine Mischung aus Verzicht und Lebensmut, eine Art heitere Melancholie. 1791 - ein besonderes Jahr in vielerlei Hinsicht - ein Jahr der Freiheit und der Menschenrechte! In Washington werden die Bill of Rights in Kraft gesetzt – Rede-, Presse- und Religionsfreiheit garantierend. In Frankreich wird eine Verfassung geschaffen, die zum Vorbild aller bürgerlichen Verfassungen im 19. Jahrhundert wird und in Wien hat das Genie Wolfgang Amadeus Mozart vielleicht das größte Jahr seines Lebens an dessen Ende er stirbt. War Mozart als Widerständler? War es ihm bewusst, dass er Abschiedswerke schrieb? Wer sich mit Mozarts letztem Lebensjahr befasst, fällt von einem Staunen ins andere. Wahrhaftig nicht sein Requiem ist das letzte Werk, letztes Werk ist das ganze Jahr 1791 und alles, was darin entstanden ist! Wollen Sie mehr wissen? Na, dann hören Sie sich doch in unsere Podcast hinein ... Mit wohltemperierten Grüßen, die zwei Lutschewitze