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Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier Archiv

70 Episoden
14 Minuten
Stellen Sie sich vor, Sie sind 20 Jahre alt, voller Träume, voller Energie und Sie setzen sich ans Klavier, um ein Stück zu schreiben, das alles kann: funkeln, toben, verzweifeln und triumphieren. Genau das tat Robert Schumann im Jahr 1830. Und das Ergebnis? Die Toccata C-Dur op. 7, ein Werk, das wie ein musikalisches Tagebuch seiner Jugend klingt: wild, poetisch und voller Überraschungen. Heute tauchen wir ein in dieses Meisterwerk und in die Welt des jungen Robert Schumann, der mit dieser Toccata nicht nur seine Fingerfertigkeit, sondern auch seine Seele auf die Tasten bannt. Ich habe mich für diesen Podcast dazu entschieden, erst das Werk und Schumanns-Leben rund um das Werk kurz vorzustellen und Ihnen, liebe Zuhörende, die Toccata in voller Länge (sie dauert ca. 6 ½ Minuten), im Anschluss an meine Worte zum Hörgenuss anzubieten. Das Jahr 1830 ist kein gewöhnliches Jahr ... es ist das Jahr der Juli-Revolution in Frankreich. Die Menschen gehen auf die Barrikaden, kämpfen für Freiheit und gegen die Restauration der alten Monarchien. Die Wellen schlagen bis nach Deutschland: Studentenverbände wie die "Burschenschaften" fordern Einheit und Demokratie, die Zensur wird strenger, die Stimmung ist elektrisch. Schumann, der in Heidelberg Jura studiert, ist mittendrin. Er liest die Schriften der jungen deutschen Dichter, hört die Geschichten von den Aufständen in Paris und spürt: Die Welt verändert sich. Und er will Teil davon sein. Doch Schumanns Revolution ist eine stille: Er setzt sich ans Klavier. Die Toccata wird zu seinem musikalischen Aufstand gegen die Konventionen, gegen die Erwartungen seiner Familie, gegen die Enge der bürgerlichen Welt. Die rasanten Läufe, die plötzlichen Stürme im Stück ... das ist nicht nur Virtuosität, das ist der Klang einer Generation, die nicht mehr warten will. Sie wollen mehr wissen und die Toccata hören? Na dann!!! Ab in den Podcast ... wir freuen uns auf Sie. Herzlichts & à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
18 Minuten
Kennen Sie das Gefühl, wenn Weihnachten eigentlich bald da ist, Sie aber noch gar nicht so richtig in der Weihnachtszeit und -Stimmung angekommen sind? Genau darum kommt unser Podcast zur rechten Zeit … Töne & Temperamente für Eilige Nr. 52: wo Jazz auf Weihnachten trifft und Nostalgie auf Swing! Denn kennen Sie das Geheimnis hinter dem berühmtesten Weihnachtsalbum aller Zeiten? Nein, es ist nicht Bing Crosby, Frank Sinatra oder Mariah Carey. Und auch nicht Weihnachtsmusik wie „Last Christmas“ oder „Feliz Navidad“. Es ist das Vince Guaraldi Trio mit „A Charlie Brown Christmas“. Der vielleicht schönsten Weihnachtsmusik, die je komponiert wurde … Also, wenn Sie dieses Jahr wieder mal in der Weihnachtsstressfalle stecken, zwischen Geschenke kaufen, Plätzchen backen und Verwandte bespaßen, dann nehmen Sie sich 35 Minuten Zeit, setzen Sie sich hin und lauschen in „A Charlie Brown Christmas“ hinein. Am besten mit einer Tasse heißer Schokolade, das Lächeln im Gesicht kommt bei uns dann stets von selbst. Denn manchmal braucht es nicht mehr als ein paar Klavierklänge, um uns daran zu erinnern, was Weihnachten wirklich ausmacht: Zusammensein, Wärme und die Gewissheit, dass selbst der größte Verlierer wie Charlie Brown am Ende nicht allein ist. Doch hören Sie mehr im Podcast … Schöne Weihnachten & à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
35 Minuten
Eine wörtliche Zeitreise in Bachs Weihnachtsoratorium (BWV 248) Wenn wir heute an Weihnachten denken, stellen sich viele von uns automatisch eine sehr bestimmte Stimmung vor: warme Lichter, geschmückte Bäume, der Duft von Zimt und Vanille, vielleicht Schnee, vielleicht Familientrubel, definitiv aber ein paar freie Tage. Weihnachten fühlt sich für uns nach einer Mischung aus Entspannung, Ritual und auch ein wenig Kitsch an. Doch wenn wir uns zurückversetzen in das Jahr 1734, als Johann Sebastian Bach sein Weihnachtsoratorium präsentierte, treffen wir auf eine Welt, die zugleich vertraut und fremd wirkt. Das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs, das kurz auch WO genannt wird, ist der ungebremste Renner in der Advents- und Weihnachtszeit. Sechs Kantaten, die die Geschichte von Jesu Geburt, von den Hirten auf den Feldern bis zur Ankunft der Weisen aus dem Morgenland erzählen. Und da die Adventszeit wieder vor der Tür steht, Johann Sebastian Bach immer wieder fasziniert und uns Menschen auch interessiert, dachte ich mir, dass ich in diesem Podcast Bach und sein WO vielleicht einmal anders … also mehr in einer „geschichtlichen Darstellung“ anbiete. Also eben weniger Noten & Musik, sondern mehr WORTE. Ich dachte dabei an die Geschichte des Werks, die Zeit Bachs und das Wirken beider bis in unsere heutige Adventszeit. Also lassen Sie sich überraschen und genießen Sie beim Zuhören vielleicht eine Tasse duftenden und wohltemperierten Tee, Glühwein oder Punsch … Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören und eine wohltemperierte Adventszeit. À bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
15 Minuten
Heute, am 21. Oktober 2025, wurden die Preisträger des 19. Internationale Chopin-Wettbewerbs bekanntgegeben, eines Wettbewerbs, der einer der ältesten und angesehensten Musikwettbewerbe der Welt ist. Pianisten spielen eine bemerkenswerte Rolle in unserem kulturellen Leben. Zum einen gibt es die Superstars wie Lang Lang, Daniel Trifonov, Martha Argerich, Igor Levit, Hélène Grimaud, Yuja Wang & Maria João Pires, um nur einige zu nennen, man könnte sie auch Kassenmagneten nennen. Und zum anderen die Pianisten aus der 2. Reihe, die auch eine beachtliche, wenn auch bedeutend kleinere Anhängerschaften haben. Sie verzaubern alle und jeder auf seine ART ihr Publikum. Und gleichwohl sind alle Pianisten bestrebt, sich zu unterscheiden, einen Eindruck zu hinterlassen, eine besondere ästhetische und soziale Wirkung auszuüben. Das nennen wir dann „die Persönlichkeit eines Pianisten“. Sie wollen mehr erfahren? Na, dann … ab in den Podcast! Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Ihre zwei Lutschewitze
18 Minuten
Stellen Sie sich vor: Eine Katze, eine Maus, ein Klavier und zwei der größten Klavier-Genies aller Zeiten: Chopin & Liszt! Was klingt wie das verrückteste Musik-Experiment aller Zeiten, ist in Wahrheit ein musikalisches Feuerwerk voller Witz, Drama und virtuoser Tastenakrobatik. In diesem Podcast für Eilige möchte ich zwei scheinbar unvereinbare Welten zusammenbringen: Die klangvolle Welt der klassischen Klaviermusik und die turbulente Welt von Tom und Jerry, der wohl berühmtesten Katze-und-Maus-Dynastie der Zeichentrickgeschichte. Tom ist der perfekte Vertreter für Liszts Musik: wild, ungestüm, leidenschaftlich und oft am Scheitern. In „The Cat Concerto“ sehen wir ihn, wie er das Klavier mit einer Energie bearbeitet, die fast übermenschlich wirkt, nur um von der kleinen, cleveren Maus sabotiert zu werden. Liszt und Tom, das sind zwei Energiebündel, die aufeinanderprallen und gemeinsam ein Spektakel schaffen, das elektrisiert und gleichzeitig, so bei Tom, zum Lachen bringt. Ganz anders als Liszt war Chopin. Er war der Meister der leisen Töne, der melancholischen Melodien und der zarten Nuancen. Seine Musik klingt, als würde sie uns eine geheime Geschichte zuflüstern. Chopin war eher ein schüchterner, kränklicher Mann, der vor allem für das Klavier schrieb und in Paris lebte. Seine Musik ist poetisch, melancholisch und voller feiner Nuancen. Jerry, die kleine Maus, ist wie Chopin, so finde ich: clever, zurückhaltend, aber mit einem unüberhörbaren Einfluss. Denn diese kleine Maus gewinnt die Schlachten nicht durch rohe Gewalt, sondern durch Einfallsreichtum und Eleganz. So wie Chopins Musik zart und trotzdem voller Kraft ist, ist Jerry flink und Tom häufig einen Schritt voraus. Sie wollen mehr wissen und hören? Dann ab in unseren Podcast #49 Und denken Sie bitte `dran: Manchmal sind es die kleinsten Noten und die frechsten Mäuse, die die größte Geschichte erzählen. Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
43 Minuten
Was ist Schönheit? Was macht Musik schön? Und wie veränderte sich die menschliche Vorstellung von Schönheit im Laufe der Geschichte? In unserem Podcast nehmen wir Sie mit auf eine spannende Reise in die Welt von Wolfgang Amadeus Mozart, genauer gesagt zu seinen Duport-Variationen, einem kleinen, aber faszinierenden Werk voller Witz und Tiefe. Dabei verbinden wir Mozarts Musik mit den Einsichten aus Umberto Ecos „Die Geschichte der Schönheit“ und zeigen, warum Schönheit keine feste Größe ist, sondern ein lebendiger Prozess – voller Überraschungen und Variationen. Ob Musikliebhabende oder Kulturinteressierte … hören Sie rein, lassen Sie sich inspirieren und entdeckt Sie Schönheit neu! Viel Spaß beim Zu- & Hin-hören! Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
15 Minuten
Im Podcast spreche ich von Oscar Peterson, einem der größten Jazzpianisten, der vor 100 Jahren geboren wurde. Er war nicht nur ein famoser Leader, sondern auch ein Begleiter mit bestem Gespür für seine Partner. Und niemand weniger als Duke Ellington, der einer der berühmtesten und erfolgreichsten amerikanischen Jazzmusiker war, nannte Oscar Peterson den „Maharadscha der Tasten“. Wenn man von „Virtuosität“ im Jazz spricht, fällt stets der Name Oscar Peterson. Mit über 200 aufgenommenen Alben, sieben Grammy Awards, und einer Karriere, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckte, war Peterson nicht nur ein technisch brillanter Pianist, er war ein musikalisches Kraftwerk. • Aber wer war Oscar Peterson? • Wie kam er zum Klavier? • Und was macht seinen Stil bis heute so einzigartig? Unzählige Pianisten nennen ihn als Vorbild. Und seine Aufnahmen gehören bis heute zum Pflichtprogramm für Jazzliebhaber weltweit. Doch Oscar Peterson war nicht nur Musiker, sondern auch ein engagierter Mensch. Als Schwarzer Musiker aus Kanada war ihm Rassismus nicht fremd und er sprach immer wieder offen darüber. Er war ein Mann mit Haltung, ein Künstler, der sich nicht scheute, Stellung zu beziehen. Besonders, wenn es um Rassismus und soziale Gerechtigkeit ging. Sie wollen mehr zu diesem großartigen Jazzpianisten erfahren? Na, dann lauschen Sie in unseren Podcast ... Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
55 Minuten
Ein einzigartiges Vermächtnis einer Holocaust Überlebenden. Franz Kafkas Prag, der Zauber Chopins und das Ghetto von Theresienstadt … Kultur und Barbarei haben die Pianistin Alice Herz-Sommer geprägt. Sie hat ein Jahrhundert voller Umbrüche und Grausamkeiten erlebt und sich doch die Liebe zu den Menschen bewahrt. Die Geschichte ihres Lebens handelt vom Kampf einer Mutter um ihr einziges Kind und von der Kraft der Liebe und der Musik. Liest man das Buch „Alice Herz Sommer - ein Garten Eden inmitten der Hölle“, das beim Knaur Verlag 2006 erschien, so liest man sehr diverse und auch schöne Geschichten. Geschichten, die von Alice Herz Sommer handeln, die mit Kafka in Prag gespielt hat, die Hitler in Theresienstadt ermorden wollte, die von Chopin gerettet wurde und die von dem tschechischen Nachkriegs-Antisemitismus nach Israel floh und die ihre letzten Lebensjahre bis zu ihrem Tod in London lebte. Eine Frau, die an Demut glaubte und an die Macht der Liebe und die der Musik. Eine Frau, die davon überzeugt war, dass die Menschheit vor allem an einem krankt: dass sich die Menschen zu wichtig nehmen. Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz Buchempfehlung: Alice Herz-Sommer „Ein Garten Eden inmitten der Hölle“ Melissa Müller & Reinhard Piechocki Knaur Taschenbuch 2011 ISBN 978-3-426-78515-7 CD-Empfehlung: Robert Schumann (1810-1856) The Koroliov Series Vol. IX Evgeni Koroliov (Piano) Tacet 153 Instrument: Steinway D-274 STEREO 4-009850-015307 Musikbeispiele im Podcast: Robert Schumann Kinderszenen Op. 15 1. Stück: von fremden Ländern und Menschen 2. Stück: Kuriose Geschichten 3. Stück: Hasche-Mann 4. Stück: Bittendes Kind 5. Stück: Glückes genug 6. Stück: Wichtige Begebenheit 7. Stück: Träumerei 8. Stück: Am Kamin 9. Stück: Ritter vom Steckenpferd 10. Stück: Fast zu ernst 11. Stück: Fürchtenmachen 12. Stück: Kind am Einschlummern 13. Stück: Der Dichter spricht (Live-Aufnahme aus einem Konzertmitschnitt) Unsere Podcast-Inhalte sind sorgsam recherchiert. Bei Fragen und Interesse freuen wir uns über eine Nachricht an: Kontakt(at)lutschewitz.de Wir wollen die klassische Musik näher heranrücken an den Alltag aller Zuhörenden und laden sie ein, einzutauchen in die Kraft der Musik, verbunden mit Psychologie & Philosophie. Ein Kaleidoskop aus: - Musik, - Philosophie & - Psychologie Die Zeit zu lernen ist: JETZT! Den klingenden Teil gestaltet der Pianist Andreas Lucewicz. Die menschlichen & humorvollen Teile gestalte ich . www.andreaslucewicz.de/ Eine Bitte an unsere Hörerinnen & Hörer: • Wir freuen uns über eine Bewertung unseres Podcasts - SEHR. • Holen Sie daher bitte gerne für uns 5 Sterne vom Podcast-Himmel und schreiben Sie, was Ihnen besonders gefällt oder gefallen hat. • Das schenkt noch mehr Menschen unsere Inhalte, da der Podcast durch das bessere Ranking öfter vorgeschlagen wird. • Herzlichen Dank
8 Minuten
Perücke oder Tarnkappe? Wieder einmal ein Podcast für Eilige … Bei den englischen Richtern hat sich der seltsame Haupt- und Haarschmuck noch erhalten, unter dem sich ein ganzes Jahrhundert, das Jahrhundert des Johann Sebastian Bachs, versteckte. Den Thomaskantor kennen wir von Bildern & Skizzen nur im Schmuck der Perücke und sie verleiht ihm ein feierlich-strenges Aussehen. Ob ohne Perücke ein kahles Haupt zum Vorschein gekommen wäre? Wir wissen es nicht! Doch einen von der Perücke befreiten Thomaskantor finden wir in einer Erzählung von der man annehmen möchte & kann, dass sie nicht erfunden, sondern wahr ist. Wollen Sie wissen, was Bach wieder einmal überraschendes tat? Im (heiligen) Zorn? Na dann, ab in den Podcast. Mit wohltemperierten Grüßen & à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
28 Minuten
Ein kleiner blonder Junge im Ringelhemd, er sitzt tief gebeugt an seinem Spielzeugklavier, ganz in die Musik vertieft. Er verehrt Ludwig van Beethoven, spielt dessen Werke ausdauernd auf seinem Kinderklavier, dessen schwarze Tasten nur aufgemalt sind. Sein Name: Schröder! Am 2. Oktober 1950 erschien das erste Heft der Comicserie Peanuts, geschaffen vom US-amerikanischen Zeichner Charles Monroe Schulz. Schröder der in den Übersetzungen in allen Sprachen ohne Vornamen auftritt, ist nicht alt genug für den Kindergarten, als er zum ersten Mal ein Piano berührte, einen winzigen Kinder Flügel. Lucy fragte Schröder einmal, warum er Beethoven lieber mag als sie. Woraufhin Schröder erwiderte: „Beethoven war eben Beethoven und du bist du!“ Schnippisch wiederum erwiderte Lucy: „Das lässt keinen Spielraum zur Diskussion!“ Und in einer weiteren Anekdote lehnt Lucy, bei Schröder am Flügel und nervt, wie nur Verliebte nerven können. Was wohl die Antwort auf das Leben sei, fragt sie Schröder, und Schröder brüllt in dicken Großbuchstaben, die Lucy fast aus dem Bild schleudern: BEETHOVEN! Die Musik hat also auch in den Peanuts-Comics eine Gestalt. Schröder! Sie wollen mehr wissen & hören? Na dann, … ab in unseren Podcast Nr. 44. Viel Freude & Kurzweil beim Lauschen. Mit wohltemperierten Grüßen und à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz
15 Minuten
(M)Eine Liebeserklärung an Roger Willemsen … Stellen Sie sich einen Mann vor, der mit den Worten eines Philosophen, dem Charme eines Pariser Flaneurs und dem Musikwissen eines Plattenladenbesitzers ausgestattet ist. Er hätte in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert und daher dachte ich diese Tage … ach ich denke so häufig an ihn, seine Eloquenz, seinen Charme, seine Art zu denken und ich lese seine Bücher so, so gern … Roger Willemsen Schriftsteller, Intellektueller, Ästhet, Menschenfreund & leidenschaftlicher Zuhörer. Was brachte diesen klugen & besonderen Kopf eigentlich immer wieder zum Strahlen? (M)eine Antwort: Musik. Was war Musik für Roger Willemsen? Unterhaltung? Trost? Bildung? Oder doch etwas viel Tieferes? Im Podcast „Töne & Temperamente“ lasse ich mir dazu unterschiedliche Gedanken durch herz & Hirn wandern … und ja meine Gedanken mäanderten … Nach meinem Verständnis war für Roger Willemsen Musik kein Hintergrundrauschen, sondern ein Lebenselixier. Er sprach von Musik, als sei sie (s)eine Geliebte. Oder zumindest ein besonders temperamentvoller Mitbewohner: manchmal laut, manchmal leise … aber immer präsent. Für Willemsen (so meine ich) war Musik als Spiegel der Seele zu verstehen. Musik als eine Art psychologischer Spiegel … nur eben mit Tonspur statt als Therapiesitzung. Musik als ein Ort des Verstehens … Jetzt denken manche/r vielleicht: „Okay, intellektueller Typ, der hört wahrscheinlich nur Wagner bei Kerzenlicht und trinkt dazu teuren Rotwein.“ Falsch gedacht. Roger Willemsen hörte alles UND nicht alles gleich. Er verehrte Glenn Gould, diesen kanadischen Exzentriker am Klavier. Er schwärmte für indische Ragas, bei denen die Zeit sich auflöst wie Zucker im Tee. Und gleichzeitig konnte er auch mit staunender Offenheit über die Beatles, und ja, sogar über Techno sprechen – wenn er darin Sehnsucht oder Idee erkannte. Nicht das Radiotaugliche, sondern das Seelentaugliche. Roger Willemsens Hommage an die Musik gibt einem das Gefühl, am Leben zu sein. Ganz im Sinne seines geformten Satzes auf seiner Traueranzeige: „Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten.“ Ich freue mich, wenn Sie in unseren Podcast Nr. 43 hineinlauschen, dem ich den Titel „Roger Willemsen – Musik ein Lebensgefühl“ gab. Als Musik wählte ich aus Robert Schumanns Kinderszenen, Op. 15 „Aus fremden Ländern und Menschen“ und „Bittendes Kind“ Einfühlsam & besonders gespielt von Andreas. Mit wohltemperierten Grüßen & à bientôt Claudia & Andreas Lutschewitz Buchempfehlung: „Musik! Über ein Lebensgefühl“ Roger Willemsen S. Fischer Verlag 2018 Musik im Podcast: Robert Schumann Kinderszenen Op. 15 Intro: „Von fremden Ländern und Menschen“ Outro: „Bittendes Kind“ Live-Konzertmitschnitt: Pianist Andreas Lucewicz Instrument: Steinway C Eine Bitte an unsere Hörerinnen & Hörer: Wir freuen uns über eine Bewertung unseres Podcasts - SEHR. Holen Sie daher bitte gerne für uns 5 Sterne vom Himmel und schreiben Sie, was Ihnen besonders gefällt oder gefallen hat. Das schenkt noch mehr Menschen unsere Inhalte, da der Podcast durch das bessere Ranking öfter vorgeschlagen wird. Herzlichen Dank
58 Minuten
In Thomas Mann`s Romanen wirkt Musik auf die unterschiedlichste Weise. Und er scheute sich nicht, Rat einzuholen, wenn er seine eigenen Kenntnisse an Grenzen geführt glaubt. So wird Theodor W. Adorno für „Doktor Faustus“ zu einem zentralen Einflüsterer – zu einem Beethoven-Einflüsterer! In diesem Roman verbindet Thomas Mann Musik, Philosophie, Geschichte und Mythos auf einmal. Und als Musik schwingt im Roman Beethovens letzte Klaviersonate Op. 111 c-Moll mit. Op. 111 ist nicht nur ein musikalisches Werk, sondern ein philosophisches Statement. Eine Reise von Schmerz zu Frieden, von Dunkelheit zu Licht. Beethovens letzte Klaviersonate steht wie ein Leuchtturm zwischen Tradition und Aufbruch, Kampf und Erlösung. In einer Welt, die oft von Spaltung und Oberflächlichkeit geprägt ist, erinnert uns ihre tiefe Botschaft daran, dass wahres Miteinander nur aus dem ehrlichen Dialog, dem gemeinsamen Ringen und der Kraft der Kunst entstehen kann. Denn Musik ist mehr als Klang, sie ist unser innerstes menschliches Echo, unser Kampf & unsere Hoffnung. Hören Sie gerne mehr im Podcast … À bientôt Ihre Claudia Lutschewitz
42 Minuten
Was machte Wien zu diesem magnetischen Punkt für Musiker & Komponisten im 18. und 19. Jahrhundert? Daher entführe ich Sie heute in die bezaubernde Stadt Wien. Aber eben nicht wegen ihrer atemberaubenden Architektur oder des berühmten Schnitzels, sondern weil sie jahrhundertelang das Zuhause von einigen der größten Musiker aller Zeiten war. Warum lebten und wirkten Künstler wie Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms und sogar Vivaldi in Wien? Warum ausgerechnet Wien? Warum diese Stadt und nicht, sagen wir mal, Paris oder London? Also, schnappen Sie sich einen Kaffee oder Melange, lehnen Sie sich zurück und lassen Sie uns eintauchen in das musikalische Wien! Und ach ja, als Musik wählte ich für diesen Podcast Beethovens Sonate Nr. 1 f-Moll op. 2 Nr. 1. Diese Sonate stammt aus dem Jahr 1795 und ist Joseph Haydn gewidmet, bei dem Beethoven zwischen Ende 1792 und Anfang 1794 Unterricht nahm. Es handelt sich jedoch keineswegs um eine Schülerarbeit, sondern um ein sehr individuell geprägtes Werk, das sich zwar formal an die Vorbilder seines Lehrers anlehnt, sich von diesen aber im musikalischen Duktus und Ausdruck deutlich absetzt. Die Sonate ist in 4 Sätzen aufgebaut: 1. Allegro (also "rasch", "munter", "heiter" oder "fröhlich" ) 2. Adagio (im Sinn von langsam - bequem, behaglich und ruhevoll) 3. Menuetto-Allegretto (etwas schneller, etwas bewegter) 4. Prestissimo (äußerst schnell) … Wien war nicht nur das Zentrum der klassischen Musik – es war auch der Ort, an dem Musiker ihre kühnsten Visionen verwirklichten, sich inspirieren ließen und miteinander in einer einzigartigen kreativen Atmosphäre arbeiteten. Was diese Stadt für die Musik bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Denn durch die Kombination eines reichen kulturellen Erbes und der Förderung von Musik durch die Mächtigen, wurde Wien zu einer Stadt, in der Komponisten wie Mozart, Beethoven, Brahms und viele andere ihre Spuren hinterließen. Also… eine ganz besondere musikalische Geschichte, die Wien schrieb und immer noch schreibt. Doch hören Sie mehr im Podcast … À bientôt Ihre zwei Lutschewitze ️
7 Minuten
This is my first attempt at translating our podcasts into English. Given that the "Naschkatzen" episode on Wolfgang Amadeus Mozart was among one of the most frequently listened to, it seemed a suitable choice to serve as the pilot. I would be grateful to hear your thoughts on it. "Welcome to T&T short version, if time is tight – today’s topic: How Mozart ended up in a sweet treat – how did he manage that? If you have a well-known name, or even better, if you're a celebrity, it can be turned into a brand – giving your fame an extra boost, and potentially leading to greater income. Unfortunately, for Wolfgang Amadeus Mozart, this merchandising effect only kicked in many, many years after his death. The most famous merchandising product worldwide… you guessed it – is the Mozartkugel (or in English: Mozart praline). So, how did our dear Wolfgang Amadeus Mozart end up in a praline? You would like to know and hear more? Well, start hearing our podcast ... ️ With warmest regards, Claudia Lutschewitz
18 Minuten
Heute habe ich mir eine – für mich – monumentale Aufgabe vorgenommen … Ich möchte die Johannes Passion und die Matthäus Passion von Johann Sebastian Bach vergleichen oder anders gesagt nebeneinanderstellen und betrachten. Zwei monumentale Kunstwerke, die das gleiche Thema behandeln, aber ästhetisch, theologisch und musikalisch völlig unterschiedlich ausfallen – so zumindest meine Meinung. Für mich zeigt Bach mit beiden Passionen, dass der christliche Glaube nicht in ein EINZIGES Bild passt. In der einen Passion werden wir hineingezogen in ein Ereignis, das größer ist als wir. In der anderen dürfen wir verweilen, trauern, hoffen. Und wer genau hinhört, merkt: Bach hat nicht nur für Gott komponiert – sondern auch für uns, mit Empathie, Genie und Menschlichkeit. Wenn Sie also und vielleicht das nächste Mal denken: „Och nööööö, der Bach, der ist mir zu schwer…“ Dann hören Sie mit aufmerksamen Ohren & offenem Herz in beide Passionen rein – es lohnt sich! Zwei Werke, zwei Seelen & ein Komponist, der wusste: Die Wahrheit ist oft mehrstimmig. Man könnte auch sagen, die eine Passion nimmt Sie an der Hand – und die andere an der Kehle – aber beide führen Sie zum Herzen. Mit herzlichen Grüßen Ihre Claudia Lutschewitz