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Episoden

42 Minuten
Die niederländische Monarchie gilt als eine der stabilsten und volksnächsten Europas – und doch zieht sich durch ihre Geschichte ein Faden, der selten offen thematisiert wird: die enge, oft komplizierte Verbindung zu Deutschland. Ob Prinz Hendrik, der 1901 in das Haus Oranien-Nassau einheiratete, oder Prinz Claus, dessen Wehrmachtsvergangenheit in den Niederlanden ein Streitthema war – deutsche Ehepartner haben die niederländische Königsfamilie immer wieder geprägt und herausgefordert. Auch andere europäische Monarchien kennen dieses Muster: Königin Silvia von Schweden, gebürtige Deutsche, oder Königin Elisabeth von Belgien, die als bayerische Prinzessin geboren wurde. In dieser Folge schauen wir uns an, wie das Nachbarland Deutschland – historisch belastet durch Besatzung und Krieg – in den Königshäusern Europas Fuß gefasst hat, wie die Niederlande mit dieser deutschen Präsenz auf dem Thron umgehen, und was der unlängst stattgefundene Staatsbesuch von Bundespräsident Steinmeier über das heutige Verhältnis zwischen König Willem-Alexander und dem Land seines Vaters, Prinz Claus, verrät. Unser Gast ist Kemal Rijken, Historiker, Politologe und Investigationsjournalist. Er schreibt für Wochen- und Tageszeitungen etwa HP/DeTijd und NRC Handelsblad. 2023 erschien von seiner Hand eine umfassende Studie mit dem Titel Monarchie über die Königshäuser in Europa ab 1940. Zusammen mit dem Kommunikationswissenschaftler Chris Aalberts präsentiert er seit einem Jahr einen Duitslandpodcast über historische und tagespolitische Themen Deutschland betreffend.

Literatur: Kemal Rijken, Monarchie. Koningshuizern in Europa vanaf 1940, geschiedenis, uitdagingen en overlevingskansen. Amsterdam: 2023. Duitslandpodcast: www.duitslandpodcast.com

Korrekturen: Im Eifer des Interviews sind Kemal Rijken zwei Fehler unterlaufen: König Otto war König von Griechenland und nicht von Dänemark und Prinz Claus ist nicht in Afrika geboren, sondern in Hitzacker.
43 Minuten
Am 15. September 2026 – dem traditionellen dritten Dienstag im September, in den Niederlanden auch Prinsjesdag genannt – hat der niederländische König Willem-Alexander die Thronrede zur Eröffnung des neuen parlamentarischen Jahres gehalten. Es ist die erste Thronrede im Namen der Regierung des Ministerpräsidenten Rob Jetten, die am 23. Februar 2026 vereidigt wurde. Die Minderheitsregierung aus der linksliberalen D66, der rechtsliberalen VVD und der christdemokratischen CDA verfügt gemeinsam nur über 66 der 150 Sitze in der Zweiten Kammer und ist damit – anders als die meisten niederländischen Kabinette zuvor – bei nahezu jedem Gesetzesvorhaben in wechselnden Mehrheiten auf die Opposition in der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments angewiesen. Übrigens, mit 39 Jahren ist Jetten der jüngste Regierungschef in der Geschichte der Niederlande und zugleich der erste Ministerpräsident progressiv-liberalen D66. Rund sieben Monate nach Amtsantritt und der ersten Prinsjesdag unter seiner Führung ist an der Zeit eine erste Bilanz zu ziehen: Wie hat sich das Experiment Minderheitsregierung bislang bewährt? Welche Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag mit dem Titel „Aan de slag“ (An die Arbeit) sind bereits umgesetzt, welche stecken fest? Darüber spreche ich mit unserem Haus-Politologen Dr. Markus Wilp, Geschäftsführer des Zentrums für Niederlande-Studien der Universität Münster.
36 Minuten
November 1918. In zwei Nachbarländern brodelt es gleichzeitig. In Deutschland stürzt das Kaiserreich, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht rufen zur sozialistischen Revolution auf. Und in den Niederlanden steht der Sozialdemokrat Pieter Jelles Troelstra im Parlament auf und verkündet: Jetzt ist auch hier die Stunde der Revolution gekommen. Nur – in den Niederlanden passiert danach: nichts. Kein Umsturz, keine Räte, keine Revolution. Die Geschichte kennt diesen Moment heute nur noch als "Vergissing van Troelstra" – Troelstras Irrtum. Ein Mann, der sich blamiert hat, weil er die Lage falsch eingeschätzt hat. Aber war das wirklich nur ein Irrtum? Oder stand die niederländische Gesellschaft 1918 tatsächlich näher an einer Revolution, als wir bisher dachten? Und warum ist die deutsche Revolution zwar gelungen, aber trotzdem am Ende auch gescheitert – zumindest aus sozialistischer Sicht? Genau darum soll es heute gehen: um einen deutsch-niederländischen Vergleich zweier gescheiterter – oder zumindest unvollendeter – Revolutionen, um die Frage, was eine "revolutionäre Situation" überhaupt ausmacht, und um zwei ganz unterschiedliche Revolutionäre-Typen: den vorsichtigen Parlamentarier Troelstra und die überzeugten Radikalen Luxemburg und Liebknecht. Unser Gast ist Lorenz Schulze-Marmeling, der zu dieser Frage eine Studie vorgelegt hat.
25 Minuten
Wenn man an die Niederlande denkt, fallen einem wahrscheinlich zuerst Grachten, Windmühlen oder die Nordseeküste ein. Aber wusstet ihr, dass unser Nachbarland auch ein echtes Paradies für das Wandern ist? Gut ausgeschilderte Fernwanderwege, abwechslungsreiche Landschaften und ein dichtes Netz an Wanderwegen machen die Niederlande zu einem spannenden Ziel. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie das Wandern in den Niederlanden organisiert ist, welche Rolle der Naturfreundeverein Nivon und die Organisation Wandelnet dabei spielen und warum der grenzüberschreitende Maas-Niederrheinpad ein ganz besonderes Wandererlebnis bietet. Außerdem werfen wir einen Blick darauf, warum Wandern immer beliebter wird und was wir in Deutschland vielleicht von den Niederlanden lernen können. Unsere Gäste sind John Janssen und Lothar Herweg.
20 Minuten
Am 7. August 1876 wird in einer kleinen friesischen Stadt ein Mädchen geboren, das später zu einem der bekanntesten Namen des frühen 20. Jahrhunderts werden soll. Kaum ein anderer Name steht so sehr für Verführung, Geheimnis und Verrat wie dieser: Mata Hari. Und doch – wenn wir genauer hinschauen, zerfällt der Mythos in etwas viel Komplizierteres. Eine Frau, die sich neu erfand, weil ihr die Gesellschaft kaum eine andere Wahl ließ. Eine Künstlerin, die zur Projektionsfläche männlicher exotischer Fantasien wurde. Und am Ende: ein Opfer eines Krieges, der Sündenböcke brauchte. Heute, zu ihrem 150. Geburtstag, wollen wir uns ihre Geschichte genau ansehen – nicht die Legende, sondern so gut es die Quellenlage erlaubt, den Menschen dahinter. Wir schauen auf ihre Kindheit, ihre unglückliche Ehe, ihren kometenhaften Aufstieg als Tänzerin in Paris, ihre Verstrickung in die Geheimdienstwelt des Ersten Weltkriegs, ihren Prozess und ihre Hinrichtung – und schließlich darauf, wie aus einer komplizierten realen Frau der Inbegriff der „femme fatale“ wurde, der sie bis heute in der Populärkultur ist.
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Über diesen Podcast

Hallo Nachbar! Wissenswertes über die Niederlande ist ein Podcast der Bundesgemeinschaft für deutsch-niederländische Zusammenarbeit. Er richtet sich an alle, die an den Niederlanden interessiert sind. In Wortbeiträgen und Interviews möchte der Podcast das gesamte Spektrum der niederländischen Gesellschaft auf unterhaltsame Weise präsentieren. Politische und gesellschaftliche Aspekte des Zusammenlebens in den Niederlanden werden ebenso behandelt wie Themen aus den Bereichen Kultur, Literatur, Musik, Umwelt und Wissenschaft, kalendarische Highlights und Kurioses im Land der Tulpen und Windmühlen. Auch werden Niederländer, die die Welt durch neue Ideen und Erfindungen verändert haben, vorgestellt. Auf jeden Fall möchte der Podcast brandaktuell sein und auf aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse schnell reagieren. Anregungen für Themen werden gerne per E-Mail (info@bdnz.eu) entgegen genommen.
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