Wir sind das Volk Archiv
31 Episoden
1 Stunde 18 Minuten
Thomas Loest ist der Sohn eines sehr berühmten Mannes – Erich Loest. Der war mindestens im Osten Deutschlands so etwas wie ein Volksschriftsteller. Es gab kaum einen Haushalt, in dem kein Roman von Erich Loest im Bücherregal stand. Der Schriftsteller behandelte in seinen Werken die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und seine Heimatstadt Leipzig. Aber Loest war auch einer, der schon in jungen Jahren aneckte. Nach dem Aufstand am 17. Juni engagierte er sich gegen die DDR-Oberen und wurde verhaftet. Nach vielen Jahren Zuchthaus und weiteren Repressalien reiste er in den Westen aus. Thomas Loest, der älteste Sohn, kam mit und gründete für die Loest-Bücher einen eigenen Verlag. Die Arbeit und das Leben des Vaters könnten kaum mehr mit dem Leben des Sohnes verknüpft sein. Fast bis zum Schluss. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
48 Minuten
Friederike Magirius ist die Tochter von Friedrich Magirius und spricht über ihren Vater. Der Pfarrer war Superintendent in Leipzig und mitverantwortlich für die Friedensgebete in der Nikolaikirche. Ohne die hätte es wohl die berühmten Montags-Demonstrationen nicht gegeben - bei denen 1989 Zehntausende um die Leipziger Innenstadt liefen und „Wir sind das Volk“ riefen. Friederike Magirius hat den Herbst 1989 in Leipzig miterlebt. Wir reden mit ihr genau darüber – und natürlich über ihren Vater als Mann der Kirche und seine Rolle Ende der 80ger Jahre, die heute teilweise auch kritisch gesehen wird. Und wir sprechen über ihr eigenes Leben als Tochter einer Persönlichkeit inmitten der Geschehnisse der Friedlichen Revolution. Wir wünschen viel Spaß beim Hören von Teil 2 unserer Staffel "Die Kinder der Anderen"!
1 Stunde 1 Minute
Ihre Mutter ist die berühmte Filmemacherin Freya Klier. Sie wollte aus der DDR fliehen, scheitertet, wurde verhaftet, hatte Berufsverbot, saß im Gefängnis und wurde schließlich ausgebürgert. Wir sprechen mit Nadja Klier über ihr Leben. Über den großen Einschnitt als sie 14 Jahre alt war, als sie zusammen mit ihrer Mutter ausgebürgert wurde und wie sie dann auf der anderen Seite der Mauer in West-Berlin gelebt hat. Mit diesem Gespräch starten wir eine neue Staffel. Sie trägt den Titel „Die Kinder der Anderen“. Denn wir möchten mit denjenigen reden, deren Eltern in der DDR aus verschiedenen Gründen nicht ins System gepasst haben - und die Kinder mit den Folgen leben mussten - oder noch heute müssen. Was hat dieses besondere Leben der Eltern mit ihren Kindern gemacht? Hat es deren Leben verändert, beeinflusst und wie blicken sie heute darauf? Wir wünschen viel Spaß bei den nächsten 10 Folgen, in denen es um die „Kinder der Anderen“ geht – und jetzt erst einmal viel Spaß mit dieser Folge!
3 Minuten
Die Kinder der Anderen. So lautet der Arbeitstitel für eine neue Podcast-Produktion, die wir in diesem Jahr zusammen mit der Stiftung Friedliche Revolution Leipzig planen und starten wollen. Worum soll es gehen? Wir möchten Kinder von Menschen vorstellen und porträtieren, die in der DDR zum Beispiel in der Opposition aktiv waren, die flüchteten, die umgesiedelt wurden... kurz, die mit den Repressionen des Staates leben mussten und/oder ihn verändern wollten. Was hat das mit ihren Kindern gemacht? Wie blicken sie heute darauf? Hat sich dadurch ihr Leben geprägt? Und viele Fragen mehr. Aufruf: Falls jemand so ein "Kind der Anderen" ist, oder eines kennt, meldet euch gern bei uns. Die ersten Arbeitstreffen (Cover) und Grübelrunden mit Gesine Oltmanns (Bürgerrechtlerin, Leipzigs Ehrenbürgerin & Vorstandsmitglied der Stiftung Friedliche Revolution) waren sehr vielversprechend.
1 Stunde 3 Minuten
Herzlich willkommen in Leipzig! Wir sind auf der letzten Station unserer Reise durch Ostdeutschland angekommen. Wir sitzen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz - mitten in der Stadt, direkt neben dem Innenstadtring, wo am 9. Oktober 1989 rund 70.000 Menschen demonstriert haben. Warum wir genau hier sind, klären wir mit unseren drei Gästen. Es sind die Künstlerin Bea Meyer, der Architekt Dirk Lämmel und Michael Grzesiak, der Kunst und Architektur verbindet. Es geht in dieser letzten Folge von der zweiten Staffel dieses Podcasts um das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig. Unsere drei Gäste haben es gemeinsam mit anderen entworfen. Und wir wollen unter anderem wissen, warum es genau so aussieht, wie es aussieht. Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören und verabschieden uns bei euch!
53 Minuten
Wir sind in dieser Folge in Thüringen - im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Hier wird seit Mai 2025 das Theaterstück „Wir sind das Volk" im Großen Haus aufgeführt. Das Theaterstück heißt genauso wie unser Podcast: „Wir sind das Volk". Es ist der Satz, der auf den Demonstrationen 1989 bei der Friedlichen Revolution laut gerufen wurde. Der Satz steht auch für "auf die Straße gehen, friedlich etwas verändern wollen, Freiheit haben wollen". Genau deswegen haben wir unseren Podcast auch so benannt. Und weil Theaterstück und Podcast so heißen, hat uns das Theater Weimar eingeladen, einmal vorbeizukommen. Das machen wir gern. Wir sprechen über die Inszenierung mit der Regisseurin Luise Voigt und der Dramaturgin Eva Bormann. Beim Gespräch mit dabei sind auch drei Thüringerinnen und Thüringer - deren Lebensgeschichten ins Theaterstück eingeflossen sind: die Journalistin Dietlind Steinhöfel, die Krankenpflegerin Conny Bartelt und der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens Wagner. Auf ihre Lebensgeschichten sind wir ganz besonders gespannt. Wir wünschen viel Spaß beim Hören! Übrigens: Das Stück wird in Weimar noch an folgenden Tagen aufgeführt: 14. November 2025, 29. Dezember 2025 und 25. Januar 2026.
57 Minuten
Was möchten junge Ostdeutsche? Wie geht es jetzt weiter? Welche Zukunft wollen wir? Ostdeutschland erlebt seit 1989 eine große Transformation. Vielleicht noch heute. Sicher ist jedoch, sie strahlt bis heute aus. Mit Fragen rund um die Zukunft Ostdeutschlands haben wir für diese Folge zwei sehr verschiedene Frauen eingeladen, die in den 1990er und 2000er Jahren im Osten aufgewachsen sind. Mai-An Ngyuen kam 1989 in Cottbus zur Welt. Sie hat migrantische Wurzeln, ihr Vater stammt aus Vietnam. Heute lebt sie als Theaterpädagogin in Berlin. Beatrice von Braunschweig ist zehn Jahre jünger. Sie ist im Osten in der Nähe von Halle/Saale aufgewachsen, ihre Eltern kamen aus dem Westen. Sie ist Journalistin und gründet gerade die Studienstiftung des Ostens. Wir wünschen viel Spaß bei dieser Folge!
47 Minuten
Eigentlich wollten wir uns für diese Folge unseres Live-Podcasts in Freiberg in Sachsen treffen. Doch daraus wurde nichts. Angefragte Veranstaltungsräume sagten erst zu - und dann wieder ab. Warum? Das besprechen wir in dieser Folge - in der wir uns passenderweise mit der Frage "Ist die Demokratie in Gefahr" beschäftigen. Als Gäste für unser Gespräch haben wir die Stadträtin Constance Bornkampf von der Initiative "Freiberg für alle" und den Historiker Andreas Kötzing vom Hannah-Arendt-Institut Dresden eingeladen. Das Gespräch wollten wir trotz der kurzfristigen Absagen der Veranstaltungsorte in Freiberg natürlich nicht ausfallen lassen. Es fand in den Räumen der Stiftung Friedliche Revolution in Leipzig statt - leider ohne Publikum. Aber sehr spannend ist es allemal, finden wir. Viel Spaß beim Hören!
1 Stunde 13 Minuten
"Kleinstadt Ost - Herausforderungen damals und heute". Für diese Podcast-Folge haben wir uns drei Gesprächspartner in die Stadtbibliothek Nordhausen eingeladen. - Hans-Joachim Junker, er ist der frühere Chef von Nordbrand Nordhausen mit dem bekanntesten Produkt Nordhäuser Doppelkorn. - Michael Pape vom Bündnis „Dorfliebe für Alle“, kommt aus der Kleinstadt Wurzbach in Südthüringen. - Und Philipp Baumgarten. Er ist Fotograf, Künstler und hat unter anderem in Zeitz das Kloster Posa wieder mit zum Leben erweckt. Wir besprechen unter anderem, wie es die größte Schnapsbrennerei der DDR in die heutige Zeit geschafft hat, warum die Trümmer der ehemaligen volkseigenen Betriebe (VEB) noch immer ein Thema sind, welche Herausforderungen es heute in ostdeutschen Kleinstädten gibt und warum es sich trotzdem lohnt, sich zu engagieren. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
56 Minuten
Bin ich eine Ostfrau? Wenn Ja, warum? Mit diesen beiden Fragen beginnen die Treffen des Ostfrauensalons. Das ist ein Gesprächsformat, das Isa Grütering 2024 initiiert hat. Dabei treffen sich in zahlreichen ostdeutschen Orten Frauen, die über sich und ihre Identität im Osten reden. Das haben wir zum Anlass genommen, um in dieser Folge auch über sogenannte Ostfrauen zu sprechen. Neben Isa Grütering haben wir Marie Möller eingeladen. Sie stammt ebenfalls aus dem Osten und leitet das Netzwerk HG Women in Greifswald. Der Live-Podcast wurde im Juni im St. Spiritus in Greifswald aufgezeichnet. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
1 Stunde 15 Minuten
Ostdeutsche Führungskräfte sind Mangelware. Einen Dax-30-Konzern gibt es im Osten nicht. Die Firmenzentralen sind oft im Westen. Auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die ostdeutsche und westdeutsche Wirtschaft nicht gleichauf. Genau darüber wollen wir reden - und haben uns zu unserem Live-Podcast aus der Hansestadt Rostock Isabelle Hoyer und Silvia Kohlmann eingeladen. Hoyer ist in Sachsen-Anhalt geboren, lebt in Bayern und hat zwei Firmen aufgebaut. Kohlmann ist in Mecklenburg-Vorpommern geboren, lebt nun nach Stationen im Westen wieder in ihrem Heimatbundesland und repräsentiert es als Wirtschaftsbotschafterin. Warum ist die Situation, wie sie ist? Was haben wir hier im Osten und was brauchen wir noch? Und vor allem, welche Chancen und Vorteile bieten die ostdeutschen Bundesländer? Es ging um diese Fragen und noch mehr. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
1 Stunde 4 Minuten
Eine junge Frau fährt ungebremst mit ihrem Auto frontal gegen eine Wand und stirbt. Waren das die 90ger Jahre in der ostdeutschen Provinz? Alkohol, Chauvinismus, Frauenmangel, Perspektivlosigkeit, Fresse kriegen... Über diese Szene und Frage u.a. haben wir bei unserem ersten Live-Podcast gesprochen - zusammen mit unseren Gästen Kerstin Kinszorra vom Netzwerk 3te Generation Ost und dem Schriftsteller Domenico Müllensiefen. Wo? In Stendal. In der Altmark. Eine ländliche Region, die wie viele andere nach 1989 einmal kräftig durchgeschüttelt wurde. Kerstin Kinszorra ist dort aufgewachsen, Domenico Müllensiefen lässt seinen aktuellen Roman dort spielen, der genau diese Zeit thematisiert. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
18 Minuten
Für diese Folge sind wir nach Berlin gefahren. In der Hauptstadt treffen wir Valerie Schönian. Sie ist 1990 geboren. Wenige Tage vor der deutschen Wiedervereinigung. Valerie Schönian ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Heute arbeitet sie als Autorin und Journalistin – unter anderem für die Ostausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT. Und sie hat das Buch „Ostbewusstsein – warum Nachwendekinder für den Osten streiten und was das für die deutsche Einheit bedeutet“ geschrieben. Beides finden wir spannend. Ihre Arbeit zur ostdeutschen Identität ist für uns der Grund, warum wir uns mit ihr treffen. Wir sind die Journalisten Pierre Gehmlich und Björn Menzel. Viel Spaß beim Hören.
18 Minuten
In dieser Folge sprechen wir mit Vanessa Beyer. Sie wurde 1997 bei Leipzig geboren – und hat die DDR nicht selbst erlebt. Aufgewachsen ist sie im vereinten Deutschland. Warum ist das wichtig? Vanessa Beyer setzt sich mit dem Ostdeutschsein auseinander, mit dem Osten und mit dem Westen – und sie setzt sich damit auseinander, was unser Land auch 35 Jahre nach der Einheit noch teilt und unterscheidet. Dafür hat sie ein Netzwerk gegründet. Das nennt sich (K)Einheit – mit dem K in Klammern. Also eigentlich Einheit, aber ein K davor. Klingt wie Keine Einheit, oder nur eine unvollständige Einheit. Was eigentlich und warum? Das wollen wir von ihr erfahren. Wir sind die Journalisten Pierre Gehmlich und Björn Menzel. Viel Spaß beim Hören.
16 Minuten
Herzlich willkommen zur zweiten Staffel von „Wir sind das Volk“. In der machen wir etwas Neues. Denn in den bisherigen Folgen haben wir zurückgeblickt auf die letzten Jahre der DDR. Wir haben die Menschen getroffen, die damals mit ihrem Mut etwas verändert haben. Wir haben auf die Zeit der Friedlichen Revolution geschaut. In dieser Staffel blicken wir auf die Jahre danach. Denn das Ende der DDR und die Wiedervereinigung waren für viele Menschen ein Einschnitt. Ihr Leben änderte sich radikal. In Deutschland wurde aus „Wir sind das Volk“ - „Wir sind ein Volk“. Doch war das wirklich so? Wie haben die Ostdeutschen die Wiedervereinigung erlebt? Welche Auswirkungen hatte diese Zeit für sie, für ihre Kinder? Wie prägen diese Erfahrungen bis heute? Und warum müssen wir heute (noch) darüber reden? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Oliver Barth. Er setzt sich mit seiner ostdeutschen Herkunft auseinander, indem er Bilder malt und Installationen anfertigt. Wir besuchen ihn in Aschersleben in seiner ersten Ausstellung. Sie trägt den Titel „Wo liegt dieses Ostdeutschland?“ Wir sind die Journalisten Pierre Gehmlich und Björn Menzel. Viel Spaß beim Hören.