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Zündholz Archiv
95 Episoden
49 Minuten
Wer war eigentlich in der Steinzeit dafür zuständig, das Essen auf den Tisch zu bringen? Diese absurde Frage tauchte in dieser Woche aufgrund eines sehr erfolgreichen, aber auch sehr "Fakten-unabhängigen" Podcasts auf, der derzeit Schlagzeilen macht. Ähnlich absurd war da nur der Gedanke, dass die Nationalsozialisten doch eigentlich sehr linkspolitisch unterwegs waren. (Hä?) Zum Glück ist nicht ganz Deutschland verwirrt worden, denn noch immer gehen viele Menschen auf Demonstrationen gegen rechts – zum Beispiel an diesem Sonntag in Bützow, auf dem auch Zündholz unterwegs sein wird. Nicht zuletzt die Berlin-Wahl, bei der die AfD Stimmen gewinnen konnte, hat nämlich gezeigt: Wir haben noch lange nicht fertig. Zumal wir leider auch noch lange nicht gelernt haben, wie tief Rassismus in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Sogar Bewegungen, die sich für Vielfalt einsetzen – Stichwort: Feminismus – sind nicht frei davon, wie wir in einem kurzen Exkurs in den weißen Feminismus lernen.
29 Minuten
Die Bauernproteste gehen weiter – aber wissen die meisten eigentlich noch, wieso? Was ist wirklich dran an Behauptungen wie "Bauern wählen gerne braun"? Und welche Ziele verfolgt eigentlich der Bauernverband? Darüber klärt in dieser Woche Janna Luisa Pieper auf, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklungan an der Georg-August-Universität in Göttingen.
45 Minuten
Nach einer kleinen Milchmädchenrechnung des Finanzministers wendet man sich auch in dieser Woche wieder erfreulicheren Dingen wie den anhaltenden Demonstrationen gegen Rechtsextreme zu – aber bringen diese überhaupt irgendetwas auf lange Sicht? Sie scheinen jedenfalls nachhaltiger zu sein als die Bauernproteste, die weiterhin im Gange sind, ihre Wucht aber verloren haben. Auch etwas anderes wurde scheinbar verloren: Wir sprechen ausgerechnet von Männlichkeit, denn junge Männer wählen und entwickeln sich laut Studien deutlich konservativer als junge Frauen und scheinen so (aufgrund fortschreitender Gleichberechtigung) auf einen gefühlten Bedeutungs- und Identitätsverlust zu reagieren. Apropos "früher war alles besser": Was ist wirklich dran an Behauptungen wie "Bauern wählen gerne braun"? Darüber klärt in dieser Woche Janna Luisa Pieper auf, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklungan an der Georg-August-Universität in Göttingen.
36 Minuten
Lassen sich gesellschaftliche Umschwünge – also z.B. ein möglicher Machtgewinn der AfD oder eine Zunahme an Radikalisierung – auf lange Sicht vorhersagen, indem man alle Datenspuren liest, die wir im Netz hinterlassen? Wie genau kann man sich auf "repräsentative Umfragen" verlassen? Und was hat das alles bloß mit Suppe zu tun? Das und mehr – u.a. warum uns hundertprozentig funktionierende Systeme wahrscheinlich nicht glücklich machen werden – erklärt uns Prof. Dr. Frauke Kreuter, Professorin für Statistik und Data Science an der Universität München sowie der University of Maryland, USA.
46 Minuten
Wer lindnert sich denn da in Teufelsküche? Es ist der Finanzminister vor dem Brandenburger Tor, der auf der Landwirts-Demonstration kurz vergisst, dass er maßgeblich daran beteiligt ist, wenn Subventionen gestrichen werden. Ähnlich unangenehm war da nur die Pressekonferenz von dem AfD-Bundesvorstand, expliziter Alice Weidel, die das Geheimtreffen zur Deportation aller Menschen mit Migrationshintergrund sowie "Andersdenkenden" als Privattreffen herunterspielt und jegliche Kritik an ihrer Partei von sich weist. Zum Glück kaufen ihr die meisten Deutschen das nicht ab und gehen seit einer Woche zu Zehntausenden auf die Straße, um für ein Verbot dieser Partei zu demonstrieren. Da helfen der AfD auch Fake News wie die Radwege in Peru, die der deutsche Steuerzahler angeblich finanziert, nicht weiter – oder doch? Woran könnten wir das merken, dass sich rechtsextreme Narrative doch stärker verfangen als wir es bisher annehmen? An dieser Stelle kommt Data Mining ins Spiel: In dieser Woche ist Prof. Dr. Frauke Kreuter, Professorin für Data Science an der LMU München und Maryland, USA zu Gast, um uns zu erklären, ob sich gesellschaftliche Umschwünge anhand von auswertbaren Datenmassen vorhersagen lassen.
35 Minuten
Ob Reichsbürger, Werteunion oder ein "Geheimtreffen" zur "Remigration" – bei all den "freien Radikalen" derzeit braucht es dringend eine Einordnung und dazu möchten wir hier gerne beitragen: Dana Buchzik, Journalistin und Radikalisierungsexpertin, ist in dieser Woche zu Gast und klärt auf, wie man mit Hasskommentaren im Netz umgehen sollte – oder auch mit Onkel Erwin, wenn dieser Verschwörungsideologien aufsitzt – und warum "kluge Argumente" uns hier nicht unbedingt weiterbringen.
35 Minuten
Das Jahr ist kaum ein paar Tage alt und schon wurden große Erwartungen enttäuscht: All die, die an Silvester nach Berlin-Neukölln reisten, um "kriegsähnliche Bilder" einzufangen – und für rechte Hetze zu nutzen –, wurden nicht wirklich fündig. Stattdessen: Bilder von Muslimen, die demonstrativ nach Silvester die Straßen fegen. Oder sich nach Bekanntwerden einer Terrorgefahr schützend vor den Kölner Dom stellen. Ärgerlich, denn man schimpft doch so gerne. Naja, macht nichts, die überschüssige Energie kann man ja zumindest als Landwirt derzeit auch woanders loswerden: Nach Gülle-geladenen Protesten soll nun am 8. Januar "Deutschland lahmgelegt" werden. Mit von der Partie: Rechtsextreme und -extremisten, von denen man sich zwar kurz öffentlich distanziert hat, die aber nach wie vor das Thema nutzen, um ihre Narrative zu verbreiten und Menschen aufzuhetzen. Feindbild: Die Grünen – bewundernswert, wissen wir doch, dass eine andere Partei 16 Jahre lang an der Macht war und alle Möglichkeiten hatte, für Verbesserungen zu sorgen. Doch aus dieser Zeit tauchen nun auch neue Erkenntnisse zum Thema Versagen in Afghanistan und fehlgeschlagene Evakuierung der Ortskräfte auf... Bei all den "freien Radikalen" derzeit braucht es daher dringend eine Einordnung: Dana Buchzik, Journalistin und Radikalisierungsexpertin, ist zu Gast und klärt auf, wie mit Onkel Erwin umzugehen ist, wenn dieser Verschwörungsideologien aufsitzt – und warum "kluge Argumente" uns hier nicht weiterbringen.
37 Minuten
Ende gut – alles gut? Oder doch erst der Anfang von vielem? So fühlt es sich an, schaut man zum Beispiel auf den Arbeitsmarkt inkl. Fachkräftemangel – positiv formuliert: Wir müssen wenig Angst haben, einen Job zu finden. Gleichstellung hingegen scheint in Deutschland weiterhin Mangelware zu sein, was nicht zuletzt der Fall Rammstein gezeigt hat: ein enormer Aufreger in den sozialen Kanälen und das ganz ohne Kl oder Deepfakes. Diese werden uns hingegen bestimmt nicht zuletzt bei den Wahlkämpfen in 2024 begleiten. Im nächsten Jahr werden uns also voraussichtlich allen die Köpfe rauchen. Die haben allerdings bereits im Hitzedom in diesem Sommer geraucht – den viele schon wieder vergessen zu haben scheinen. Fürs Klima wurde jedenfalls noch immer wenig getan, aber so richtig ins Demonstrieren wollen die Deutschen trotzdem nicht kommen. Eine Handlung, die sie in 2024 vielleicht lernen müssen?
43 Minuten
Nach dem Grippenspiel kommt das Krippenspiel: Deutschland hat die Weihnachtsdeko-Kiste vom Dachboden geholt und einmal über die Innenstädte ausgeleert. Auch der Spenden-Marathon hat bereits begonnen und diesmal ist es für die üblichen Verdächtigen auch okay, Kindern was zu geben – anders als bei der Kindergrundsicherung, die auch das restliche Jahr für Bescherung (eben in Form einer Grundsicherung) sorgen würde. Doch damit lässt man Deutschlands sogenannte Zukunft lieber allein – und das Gefühl, allein zu sein, kennen momentan sehr viele: Einsamkeit hat in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur. Zum Glück kann man dagegen etwas tun. Machtlos fühlt man sich hingegen bei dem Anblick der AfD-Wahlerfolge, wurde doch nun zum ersten Mal ein AfD-Oberbürgermeister ins Amt gewählt. Die gleiche AfD, die gegen Subventionen in der Landwirtschaft ist. Richtig gehört – sollten Landwirte da nicht viel lieber gegen die AfD demonstrieren, statt halb Berlin wegen höherer Diesel-Steuern lahmzulegen?
31 Minuten
Welche Rechte habe ich, wenn mich online jemand bedroht, erpresst, beleidigt oder Lügen über mich verbreitet? An wen kann ich mich in so einem Fall wenden? Und kann ich mir überhaupt leisten, dagegen vorzugehen? Auch eine Information, ein Bild, ein Video oder gleich eine ganze Persönlichkeit zu fälschen ist dermaßen leicht geworden, dass auch Fälle von Hass und Rache im Netz stark zunehmen. Glücklicherweise gibt es da die Organisation HateAid, die sich für Betroffene von digitaler Gewalt stark macht, sogar bei Gerichtsverfahren unterstützt – und nicht mal davor zurückschreckt, ganze Plattformen wie z.B. Facebook zu verklagen, um auch die "Big Player" zu zwingen, ihrer Verantwortung nachzukommen. In dieser Woche ist daher HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon zu Gast.
38 Minuten
Söder verbietet Gendern, Bürgergeld, Kl-Influencer, PISA-Studie, HateAid
32 Minuten
Lisa Wittlinger, Projektmanagerin bei Ziuz Visual Intelligence, ist in dieser Woche zu Gast und erklärt uns, dass künstliche Intelligenz nicht nur eine "nette Spielerei" ist, sondern längst auch eingesetzt werden kann, um etwa das Netz nach Gewaltdarstellungen oder gar Material von (Kindes-)Vergewaltigung zu scannen. Genau solche Tools entwickelt Ziuz nämlich und stellt diese z.B. Polizeibehörden zur Verfügung. Das Perfide: Auch die "Gegenseite" hat moderne Technik entdeckt, lässt sich immer neue Möglichkeit der Tarnung einfallen und nutzt mittlerweile selbst KI – und so gerät das Ganze schnell zu einem Hase-und-Igel-Spiel.
38 Minuten
"Hoppla, ich hab 60 Milliarden verloren" – einen Satz, den nicht viele in ihrem Leben sagen werden, die Mitglieder der Bundesregierung in dieser Woche aber schon. Was passiert nun mit dem Bundeshaushalt, wenn alle geplanten Investitionen nochmal infrage gestellt werden müssen? Ganz ohne Frage ist, dass eine AfD aus all dem Honig und Fake News schöpft – und sogar auf dem besten Wege ist, bei eventuellen Neuwahlen zweitstärkste, wenn nicht sogar stärkste Macht im Bundestag zu werden (kein Scherz). Wenn der Kampf gegen rechts genauso träge ist wie der gegen den Klimawandel, dann sieht es leider in beiden Fällen finster aus: Laut des Emissions-Gap-Reports der UN bewegen wir uns ziemlich sicher auf 3,0 Grad Erderwärmung zu – nur zur Erinnerung: 1,5 Grad waren das Ziel. Tja. Aber woran kann man heutzutage schon noch glauben, wenn man dank künstlicher Intelligenz und Dauer-Hetze bald keiner Information mehr vertrauen kann? Dabei ist KI längst nicht nur Unheil, sondern kann auch eingesetzt werden, um etwa das Netz nach Gewaltdarstellungen oder gar Material von (Kindes-)Missbrauch zu scannen.
42 Minuten
Mood: Strange / Bizarre, Happy / Cheerful, Comedy / Funny; BPM: 130; ISRC: CA0EK2203049; Audio Type: Shorts; URL Commercial Information: https://www.shutterstock.com/music
37 Minuten
Wir "wirtschaftswundern" uns – hat Deutschland doch Japan überholt und ist somit auf dem besten Wege, zur drittgrößten Volkswirtschaft zu werden. Pull-Faktor genug, um die sogenannte "irreguläre Migration" zu begünstigen, von der nun stets die Rede ist? "Nein", sagt die Migrationsforschung – und ist sich nicht erst seit gestern einig, dass finanzielle Pull-Faktoren bei der Wahl eines Landes quasi gar keine Rolle spielen. Was soll dann die ganze Wut? Das fragt man sich auch bei dem Thema digitale Gewalt. Die Organisation HateAid hat daher eine Petition ins Leben gerufen, durch die die Politik dazu gebracht werden soll, sich endlich intensiver mit Hass im Netz auseinanderzusetzen. Sehr viel Hass, den hat der Landesverfassungsschutz von Sachsen-Anhalt in dieser Woche auch gefunden: Die AfD von Sachsen-Anhalt gilt nun nach der AfD Thüringen ebenfalls als gesichert rechtsextremistisch, strebt sie laut Gutachten doch u.a. ein "ethno-kulturell homogenes Staatsvolk an". Würde man also der Agenda der AfD folgen, wäre es folglich bald sehr einsam in Deutschland. Damit genau das nicht passiert, arbeiten Menschen wie Integrationsmanagerin Andrea Boek (Klinikum Magdeburg) allerdings intensiv daran, Konflikten vorzubeugen und kulturell zu vermitteln.