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95 Episoden
46 Minuten
Die Jugend war's. Der Osten auch. Die Ampel sowieso. – Die Schuldzuweisungen standen schon wenige Stunden nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse fest. Die CDU feiert – als wäre sie in Langzeitbetrachtung nicht tief gefallen und als hätte sie nicht viele Wähler an die ebenfalls feiernde AfD verloren. Und die Regierung? Die sagt nicht viel – aber war das vor der Wahl anders? Und genau dieses Ungleichgewicht in der Kommunikation hat uns an diesen gefährlichen Punkt gebracht. Gefährlich auch deshalb, weil nun wieder die Grenzen des Sag- und Verlangbaren verschoben wurden, sind doch schon in dieser Woche erste Anträge der AfD gegen queere und eingewanderte Menschen gestellt worden. Dabei wären doch letztere eine riesige Chance für die deutsche Wirtschaft – das zeigte auch der African Investment Day, der Anfang Juni in Marokko stattgefunden und an dem Marc als "Botschafter" teilgenommen hat. Dort sprach er u.a. mit Asmaa Scherer und Sturmius Neubeck über Afrika als Wirtschaftsstandort. Und in Marokko durften Lisa und Marc dann auch schnell feststellen, wie stark der deutsche Populismus auch die Sicht auf das sehr herzliche, offene Nordafrika verklärt hat.
31 Minuten
Wie schwierig ist es wirklich, sich in Deutschland zu integrieren? Müssen sich Leute mit Migrationshintergrund nicht schlicht genauso stark anstrengen wie alle anderen? Oder gibt es tatsächlich so viel unbewussten Alltagsrassismus, der auch vor der Geschäftswelt nicht Halt macht? Hörer:innen dieses Podcasts werden die Antworten auf diese Fragen bereits kennen. In dieser Sonderfolge ist allerdings jemand zu Gast, der aus erster Hand berichten kann: Ein Unternehmer namens Serge Mbock, der aus Kamerun stammt, in Deutschland lebt und hier Geschäftsführer eines großen Unternehmens ist – und dennoch von diversen Erlebnissen nicht verschont bleibt.
38 Minuten
It's raining... Kot? In der Tat kam die ein oder andere Überraschung über die Grenze von Nord- und Südkorea und man kann sich nur noch fragen: Wo sind wir mittlerweile in der politischen Kommunikation gelandet? Naja. Immerhin ist in Deutschland nicht das aller-allerschlimmste ist eingetreten bei der Kommunalwahl in Thüringen – aber Moment mal, reicht nur das inzwischen schon, um uns glücklich zu machen? Hoffentlich nicht, denn die Grenzen des Vorstellbaren sind wie bekannt recht flexibel – wie man an dem Skandal sieht, den die EU sich geleistet hat: Asylsuchende werden in Marokko, Mauretanien und Tunesien in der Wüste ausgesetzt und ohne Wasser zurückgelassen – finanziert mit über 400 Millionen Euro seitens der EU. Hoppla? Findet Rassismus etwa doch in größerem Stil statt als in einem vereinzelten Urlaubsvideo von Sylt? Der Meinung ist Markus Lanz nicht, hat er doch Gilda Sahebi zwar als Gast zum Thema eingeladen, wollte ihre Meinung dann aber doch nicht hören. Das zeigt eben: Wir haben einen viel größeren blinden Fleck hinsichtlich Rassismus als wir einsehen wollen. Davon kann auch der Gast dieser Folge Lieder singen: Ein Unternehmer namens Serge Mbock, der aus Afrika stammt, in Deutschland lebt und hier Geschäftsführer eines großen Unternehmens ist – und dennoch von Alltagsrassismus nicht verschont bleibt.
33 Minuten
Ist das Recht wirklich so starr, wie wir stets vermuten? Braucht man als Richter:in Empathie? Und warum kann ein A*D-Wahlsieg in Thüringen für den Verfassungsschutz gefährlich werden? Prof. Dr. Nora Markard von der juristischen Fakultät der Uni Münster ist zu Gast und spricht außerdem darüber, wie sogenannte Law Clinics Hilfsangebote für Geflüchtete schaffen.
32 Minuten
Hoppla, wer wollte denn da populistischen EU-Wahlkampf machen und fällt plötzlich mit einem vermutlichen Schleuser-Spenden-Skandal auf? Es ist die NRW-CDU, die gerade scharf beobachtet wird. Das kennt auch die AfD, die, nun gerichtlich bestätigt, als Verdachtsfall eingestuft werden darf. Der Verdacht lag recht nahe, ist doch Höcke in dieser Woche wegen Nutzung einer SA-Parole verurteilt worden. Hätte Frau Merz doch bloß in sein Mikro gegriffen, so wie sie es bei einem heute-Show-Interviewer tat, um Leidkultur zu demonstrieren. So viel Jura und so viele Momente voller „Darf man das?“ – da haben wir uns nicht nehmen lassen, in dieser Woche eine Expertin einzuladen: Prof. Dr. Nora Markard von der juristischen Fakultät der Uni Münster ist zu Gast und spricht darüber, wie sogenannte Law Clinics Hilfsangebote für Geflüchtete schaffen.
25 Minuten
Hebammen und Geburt, das gehört zusammen – und das ist auch vermutlich allen klar. Aber wie teuer ist eigentlich so eine Geburt? Wieviel verdient eine Hebamme letztlich daran? Und wie sieht es sonst mit den Bedingungen der ältesten Profession der Welt aus? Genau darüber möchte Hebamme Franziska Junge in dieser Woche sprechen: Sie ist Teil von "Hebammenprotest", ein Zusammenschluss freiberuflich und angestellt arbeitender Hebammen, die sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzen.

Bitte ein Bot

42 Minuten
Agent Doppel-Null? Der AfD fliegt gerade ein Spionage-Skandal um die Ohren – (für die Partei) blöderweise kurz vor der EU-Wahl. Die ist nämlich in einem knappen Monat. Und schon jetzt macht sich eine Flut an Social Bots in den sozialen Kanälen bemerkbar. Social-was? Was das genau ist, wie man sie erkennt wird in der Folge erklärt. Weniger gut erklären lässt sich allerdings, was das Magazin Cicero Richtung Robert Habeck veranstalten wollte: Ein wild heubeigeschriebener Skandal, der keiner ist und auf den auch niemand angesprungen ist, blamiert derzeit das Blatt. Daneben gibt es natürlich viele Nachrichten, die es eigentlich nie in diesen Podcast schaffen – daher gibt es eine neue Kategorie: Die Zündholz Shorts mit Kurz-News.
32 Minuten
Erinnerungskultur in Deutschland ist vorbildlich und die Deutschen sind 1a über das Dritte Reich aufgeklärt – so wird es zumindest oft verkündet. Aber ist eigentlich allen bekannt, warum eine Holztür ein Erkennungssymbol für Holocaust-Leugner ist? Oder weshalb ein simpler Kugelschreiber im Zusammenhang mit dem Tagebuch von Anne Frank bis heute für Furore sorgt? Susi von dem TikTok- und Instagram-Kanal keine.erinnerungskultur ist in dieser Woche zu Gast und erklärt, warum sie dort auf so engagierte Weise aufklärt – und wieso sie damit erfolgreicher ist als so mancher Geschichtsunterricht.
42 Minuten
Trocken, trockener, Spanien: Schon im Januar hat das Land Wasserknappheit befürchtet, im Februar dann verkündet – und mittlerweile führt das u.a. zu Demos gegen Massentourismus mit Schildern wie "Tourists Go Home". Denn klar, mehr Menschen = mehr Wasserverbrauch. Heißt auch: Der Klimawandel klopft nicht mehr freundlich an, sondern tritt mittlerweile die Tür ein. Auch andere Grenzen wurden in der vergangenen Woche überschritten – etwa durch den Angriff des iranischen Regimes auf Israel mit noch ungewissen Folgen für den Nahost-Konflikt. Bei all den kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit schien es für Politiker:innen in Deutschland wohl naheliegend, das Thema Verteidigung zum EU-Wahlkampfthema Nr. 1 zu machen. Apropos EU-Wahl: Bitte nicht rechtsextrem wählen. Oder rechtsradikal. Moment mal... was war da nochmal der Unterschied? Während all diese Informationen unser Hirn überreizen und zu einem Kurzzeit-Gedächtnis führen, gibt es da jemanden, der unserer Erinnerung auf die Sprünge hilft: Susi von dem TikTok- und Instagram-Kanal keine.erinnerungskultur ist in dieser Woche zu Gast und erklärt, warum sie auf so beeindruckende Weise über den Holocaust aufklärt – und wieso sie damit erfolgreicher ist als so mancher Geschichtsunterricht.
36 Minuten
Sieht Rassismus in allen Ländern gleich aus? Kann man Deutsche wirklich trennscharf in "Rassisten" und "Nicht-Rassisten" unterteilen? Oder ruht nicht in uns allen ein wenig (oder bei manchen ein wenig mehr) Rassismus inne, den wir uns dank vielfältigen Angeboten an Narrativen gegenseitig beibringen? Unser Gast Gilda Sahebi, eine deutsch-iranische Journalistin, ausgebildete Ärztin und studierte Politikwissenschaftlerin, hat vor kurzem ihr neues Buch "Wie wir uns Rassismus beibringen" herausgebracht – beleuchtet darin wertfrei die deutsche Geschichte bis zur Reichsgründung 1871 und setzt Stück für Stück zusammen, warum unsere nationale Identität sich z.B. von der in Frankreich, Kanada und den USA unterscheidet.
43 Minuten
Der Service-Podcast Zündholz begibt sich auf die Suche nach Leistung – denn laut öffentlicher, hochgekochter Debatte findet die man nirgendwo mehr in Deutschland. Ist das wirklich so? Und wie viel ist Leistung uns wert, wenn an anderer Stelle nicht dafür gesorgt wird, dass geleistet werden kann, Stichwort Kitas? Darüber zerbricht sich die FPÖ in Österreich nicht lange den Kopf und will eine "Herdprämie" einführen. Eine deutlich innovativere Idee hatte eine Erfurter Wohnungsgenossenschaft, die Schlagzeilen mit ihrem ersten "Einsamkeitslotsen" macht – und nun gesunkene Nachbarschaftskonflikte und Räumungsklagen vorweisen kann. Und mit Emotionen geht es weiter: Frankreich will Empathie als Schulfach einführen, um gegen Mobbing vorzugehen. Als könnte es diese Woche nicht noch herzerwärmender werden, wird nach 100 Jahren wieder eine Seepferdchen-Population in der Nordsee vermutet. Auch etwas anderes hat eine Jahrhunderte alte Geschichte in Deutschland, nämlich das Thema Rassismus, weshalb wir in dieser Woche einen ganz besonderen Gast feiern: Gilda Sahebi, eine deutsch-iranische Journalistin, ausgebildete Ärztin und studierte Politikwissenschaftlerin, die vor kurzem ihr neues Buch "Wie wir uns Rassismus beibringen" herausgebracht hat.
35 Minuten
Was macht eigentlich eine Pflegekammer? Braucht man das? Und warum gab es das vorher noch nicht? Diese und mehr Fragen beantwortet Sandra "Sabine" Postel in dieser Folge – und erklärt auch, warum eine Positionierung gegen Rechtsextremismus keine Privatsache sein darf. Denn was wäre eigentlich, wenn die AfD an die Macht käme? Was macht das mit unserem Gesundheitssystem? Da hat sich auch unser "Störer" / Stimme aus dem Off Dr. Alexander Risse nicht mehr halten können und spontan (um nicht zu sagen: vollkommen ungeplant) ins Gespräch eingeklinkt.
30 Minuten
Zugegeben, in dieser Woche biegt Zündholz vielleicht ein wenig zu scharf in Richtung Oscar-Hysterie ab – insbesondere da mit "The Zone of Interest" ein Film als "Bester Film" ins Rennen gegangen war, in dem eine Familie beleuchtet wird, die direkt neben Auschwitz wohnte. Doch welche Art von Erinnerungskultur braucht es heutzutage, um tatsächlich noch als "Warnung" zu funktionieren? Was jedenfalls so gar nicht funktioniert, das ist das deutsche Anerkennungsverfahren: Im Bundesdurchschnitt warten Asylant:innen rund sechs Monate auf ihren Bescheid – wer das für lang hält, den wird schocken, dass Brandenburg mit rund drei Jahren aufwartet. Unterbesetzte Ämter? Strukturelle Diskriminierung? So oder so eine Zeitspanne, die wir uns nicht leisten sollten. Auch andere können sich bald vielleicht nicht mehr so viel leisten, denn 1. hat die Sparkasse Mittelbrandenburg dem rechten Magazin Compact die Bankkonten gekündigt, weil für die AfD gesammelt werden sollte, 2. sieht PayPal sich gerade mit einer ähnlichen Aufforderung konfrontiert. Man sieht also: Die Demos sind nicht das einzige, das man sich einfallen lässt, um Rechtsextremen so viele Hürden wie möglich in den Weg zu legen.
47 Minuten
Wilde Spekulationen gab es, warum die Folge in der letzten Woche ausfallen musste – das war allerdings nichts gegen die Spekulationen, die Lindner am Kapitalmarkt vorhat. Da könnte einem fast schwindelig werden, wäre das Hirn nicht eh schon vor lauter Fake News und Desinformation vernebelt. Oder was war genau dran am Abhörskandal der Bundeswehr, der spannenderweise passend kurz nach dem Tod Nawalnys aufploppte? Im Schatten dieser News stand die Liste der CDU, die ein potentielles Kabinett an Minister:innen bereithält für den Fall, dass die Regierung sich bereits vor den nächsten Wahlen auflöst (eben ein Schattenkabinett). Von "Aufbruch" und "Erneuerung" ist da allerdings nicht viel zu lesen. Ebenso veraltet kommt einem der US-Wahlkampf vor – zumindest mit direktem Blick aufs Alter der Kontrahenten. Hoffnung zieht man derzeit daher vor allem aus den anhaltenden Demos gegen Rechts. Auf einer kleineren davon war Zündholz unterwegs, genauer gesagt in der Kleinstadt Bützow, und sprach dort mit einer Lehrerin im Ruhestand, die den Kontakt auch zu den Schüler:innen nicht abreißen lässt, die sich radikalisieren.
30 Minuten
Och nö, eine Folge über Feminismus – muss das sein? Und was soll bitte weißer Feminismus sein? Geht es nicht immer irgendwie um Frauenrechte? Nein, sagt Autorin Rafa Zakaria in ihrem Buch "Against White Feminism", und schon gar nicht sind wir alle gleich – so gerne uns Marketing-Menschen das glauben lassen wollen. Denn der "Pinke-Blazer-Feminismus", wie wir ihn auf LinkedIn derzeit oft sehen, kratzt leider nur an der Oberfläche. Keine Sorge, das hier soll keine theoretische Abhandlung werden; vielmehr wird unter die Lupe genommen, wie denn das, was der Feminismus propagiert, tatsächlich in der Realität umgesetzt wird. Wir sprechen also über Ehrenmord (der hingegen deutscher Annahme nichts mit dem Islam zu tun hat), über Kolonialismus (den viele britische Frauenrechtlerinnen toll fanden) und darüber, was das alles jetzt überhaupt bringt.
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