Podcast #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland Archiv
72 Episoden
42 Minuten
Im aktuellen Podcast #2021JLID spricht Shelly Kupferberg mit Katharina von Schnurbein, der Antisemitismusbeauftragen der Europäischen Kommission. In dieser Aufgabe hält sie von Brüssel aus Kontakt zu jüdischen Gemeinden und Organisationen in der gesamten EU und entwickelt unter anderem Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus oder zur Unterstützung jüdischer Kultur in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Ein Gespräch darüber, wie europäische Vorhaben vor Ort Wirklichkeit werden, wie vielfältig jüdisches Leben in Europa ist – und wodurch es bedroht wird.
50 Minuten
Antisemitismus in allen politischen Lagern treibt Anna Staroselski um. Als Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) meldet sie sich regelmäßig zu aktuellen Debatten zu Wort und arbeitet daran, die Perspektive der jüdischen Community deutlicher in die Öffentlichkeit zu bringen. Anna Staroselski wurde 1996 in Stuttgart geboren, studiert Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin und arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Parlamentsbüro der FDP-Bundestagsabgeordneten Linda Teuteberg. Schon als Schulkind hat sie selbst Erfahrungen mit Antisemitismus im Alltag gemacht. Jüdischen Themen verschafft sie heute auch als Vorstandsmitglied des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Gehör – und sie lebt ihre jüdische Identität. Im Gespräch mit Mirna Funk erzählt sie, wie sie die jüdischen Feste feiert, was sie an jüdischer Philosophie interessiert und wie sie zu ihrem Bachelor-Thema in Geschichte gekommen ist: Jüdische Parteifunktionäre in der SED.
39 Minuten
Jüdischer Widerstand während der Nazizeit – das Thema wird selten in der Öffentlichkeit diskutiert. Die Historikerin Prof. Dr. Andrea Löw, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München, hat ihn anhand vieler Beispiele und Gegebenheiten erforscht. Derzeit ist sie für einige Monate als Senior Scholar in Residence am United States Holocaust Memorial Museum und erforscht die Frage, welche Vorstellungen Juden und Jüdinnen hatten, die „gen Osten“ deportiert wurden. Welche Funde und Erfahrungen sie dabei macht, berichtet sie im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
49 Minuten
Mirna Funk trifft auf Burak Yılmaz. Er studierte Germanistik und Anglistik und lebt als selbstständiger Pädagoge und Autor in seiner Heimatstadt Duisburg. Yilmaz initiierte 2012 das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“. An Schulen und in Gefängnissen arbeitet er zu den Themen Gewalt und patriarchale Männlichkeit, Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft und Antisemitismus. Im Sommer 2021 erschien sein Buch „Ehrensache – Kämpfen gegen Judenhass“. Im Podcast #2021JLID sprich Mirna Funk mit Burak Yilmaz über seinen stetigen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Wie entwickelte sich sein Bewusstsein für Lücken in der Bildungsarbeit und welche Lösungen konnte er finden? Wie waren die Erfahrungen bei seinem Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“? Und welche Parallelen aber auch Unterschiede gibt es beim Antisemitismus in der muslimischen Community und der der Mehrheitsgesellschaft? Diesen und weiteren Fragen widmen sich Yilmaz und Funk im einstündigen Podcast.
39 Minuten
Er ist viel unterwegs, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Der Historiker Andreas Kahrs bietet als Bildungsreferent und Projektkoordinator Erinnerungs- und Bildungsfahrten an, spezialisiert hat er sich dabei auf die Orte der nationalsozialistischen Verbrechen – auch solche, die im öffentlichen Bewusstsein keine große Erwähnung finden. Warum er das macht und was Fußballclubs und Unternehmen davon haben, sich für eine solche Reise zu entscheiden, darüber spricht er mit Shelly Kupferberg.
49 Minuten
Mirna Funk trifft auf Susan Sideropoulos. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin wurde 1980 in Hamburg geboren und ist die Tochter eines Griechen und einer jüdischen Mutter. Bekanntheit erlangte sie durch die Serie „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“, in der sie zehn Jahre lang die Rolle der Verena Koch übernahm. In diesem Jahr erschien ihr erstes Buch „Rosarotes Glück“, in dem es um persönliche Weiterentwicklung geht, Sideropoulos lebt mit ihren beiden Söhnen und ihrem Mann in Berlin. Im Podcast #2021JLID spricht Mirna Funk mit Susan Sideropoulos darüber, was es bedeutet seit 20 Jahren in der Öffentlichkeit zu stehen und wie eben diese Öffentlichkeit mit Sideropoulos‘ offen gelebtem Jüdischsein umgeht. Hat sie Diskriminierungserfahrungen machen müssen und wie erlebt sie die Entwicklung des Antisemitismus in den letzten Jahren, wie war ihre Kindheit mit einem griechischen Vater und einer israelischen Mutter und mit welchen Erinnerungen verbindet sie die jüdischen Ferienfreizeiten Machanot – diese Fragen haben Funk und Sideropoulos besprochen.
49 Minuten
Mirna Funk trifft auf Nadiv Molcho. Er wurde 1990 in Wien als Sohn von Samy Molcho, dem berühmten Pantomimekünstler, und Haya Malcho, der israelischen Köchin und Gastronomin, geboren. Nadiv studierte an der American Academy of Dramatic Arts Schauspiel und lebt heute als Schauspieler und Stand-Up Comedian in Los Angeles. Im Podcast #202JLID sprich Mirna Funk mit Nadiv Molcho über jüdischen Humor, sein neues Stand-Up-Special „Der, die, das“, in dem Molcho insbesondere viele jüdische Motive und Gegebenheiten aus seiner Kindheit eingebaut hat, aber auch über sein Aufwachsen als Sohn des berühmten Pantomimekünstlers Samy Molcho in Wien und sein Leben in Los Angeles. Wie unterscheidet sich Jüdischsein, in den USA zu jüdischem Leben in Deutschland oder Österreich? Diesen und anderen Fragen gehen beide gemeinsam nach.
41 Minuten
Ob am Schabbat, zu den Feiertagen, ob auf Hochzeiten, Beerdigungen oder zur Einsegnung von Mädchen und Jungen: Isidoro Abramowicz ist ganz nah dran an den Lebenszyklen seiner Gemeindemitglieder. Er ist Hauptkantor und Musikdirektor der Synagoge Pestalozzistraße-Berlin und leitet auch die Kanto-renausbildung am Abraham Geiger Kolleg, dem liberalen rabbinischen Se-minar, in dem Rabbiner*innen und Kantor*innen ausgebildet werden. Der ge-bürtige Argentinier mit familiären Wurzeln in Osteuropa, hatte schon früh eine große Liebe zur Musik, wollte zunächst Opernsänger werden, entschied sich dann aber für eine Ausbildung zum Chasan. Über seine vielen kantoralen Aufgaben, sein Aufwachsen in Buenos Aires und seine Liebe zum Tango be-richtet er im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
40 Minuten
Das Leben, das Akiva Weingarten heute in Dresden lebt, unterscheidet sich sehr von seinem Aufwachsen in der ultraorthodoxen Gemeinde New Yorks. Akiva Weingarten ist ein so genannter „Aussteiger“. Bereits früh bemerkte er, daß er andere Fragen hatte, als viele Menschen seiner Umgebung. Nachdem er bereits eine eigene Familie gegründet hatte, entschied er sich zu einem radikalen Schritt, der ihm wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Inzwischen hat er eine eigene Organisation gegründet, die anderen Aussteigern dabei hilft, in ihrem neuen Leben anzukommen. Wie er seinen Weg gefunden hat, erzählt er im Gespräch im Shelly Kupferberg.
44 Minuten
Sie begreifen sich Beide als jüdische Aktivistinnen und gestalten im Rahmen ihrer Arbeit bei der Jewish Agency for Israel eine Plattform für Ideen junger jüdischer Menschen. Auf „Nevatim“ können aktive Menschen ihre Projekte einreichen und fördern lassen, Fortbildungen bekommen, Netzwerke bilden. Was hier alles bereits entstanden ist, ist auch auf InstaJews zu sehen, einem weiteren Projekt von Anastassia und Margaryta. Über das, was sie dazu gebracht hat, sich aktiv für jüdische Sichtbarkeit und Diversität in Deutschland einzusetzen, erzählen die Beiden im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
55 Minuten
Mirna Funk trifft auf Elio Adler. Er wurde 1971 als Sohn des Shoah-Überlebenden Dr. Samuel Adler und Dr. Katharina Adler in Essen geboren und studierte Zahnmedizin. Ab 2011 war Dr. Adler aktives Mitglied des Nahost-Friedensforums NAFFO e.V. sowie dessen stellvertretender Vorsitzender von 2016-2019. 2014 gründete er die WerteInitiative gemeinnütziger e.V., deren Vorsitzender er seit 2018 ist. Die WerteInitiative ist eine jüdisch-deutsche überparteiliche Initiative zur Sicherung der jüdischen Zukunft in Deutschland. Im Podcast #2021JLID spricht Mirna Funk mit Elio Adler über seine Arbeit als Vorsitzender der WerteInitiative; die schwierige politische Aufgabe, demokratisches Handeln im Bewusstsein einer Gesellschaft zu verankern und darüber, wieso der Kampf gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben eng damit verknüpft ist. Darüber hinaus diskutieren sie die Entwicklungen der letzten zehn Jahre, die aufgezeigt haben, das Sätze wie „Nie wieder“ nur dann von Bedeutung bleiben, wenn sie mit echtem Inhalt gefüllt werden.
39 Minuten
Schon immer hat sich Dalia Grinfeld engagiert, eingebracht und gesellschaftspolitische Debatten um Diskriminierung und jüdisches Leben in Deutschland mit großem Interesse verfolgt. Ihr Interesse wurde zu ihrem Beruf: Dalia ist Stellvertretende Direktorin für Europäische Angelegenheiten bei der Anti-Defemation League, Co-Vorsitzende und Gründungsmitglied des LGBTIQ*-jüdischen Vereins Keshet Deutschland e.V. Zudem ist sie die ehemalige Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland. Was sie bei all ihren Tätigkeiten antreibt und warum sie sich für jüdische Stimmen in Deutschland stark macht, darüber berichtet sie im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
56 Minuten
Mirna Funk trifft Samuel Salzborn. Er wurde 1977 in Hannover geboren und studierte Politik, Soziologie, Psychologie und Rechtswissenschaft. Salzborn ist der Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus und Professor für Politikwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Podcast #2021JILD spricht Mirna Funk mit Samuel Salzborn über seine Arbeit als Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin, seine Forschungen und insbesondere über die Entwicklungen innerhalb unserer Gesellschaft der letzten zehn Jahre. Wie konnte es zum Narrativ der kollektiven Unschuld unter deutschen Nichtjuden*Nichtjüdinnen kommen und welche Gefahren ergeben sich daraus zukünftig für die jüdische Gemeinschaft.
33 Minuten
Mitten in Köln, vor dem Rathaus der Stadt, hat man schon vor Jahrzehnten bei Grabungen große Entdeckungen gemacht: Hier lässt sich anhand alten Gemäuers und spezieller Funde das jüdische Leben des Mittelalters rekonstruieren. Inzwischen entsteht an diesem Ort das MiQUa, das Museum im Quartier. Was genau geplant ist und welche Entdeckungen im Zuge der Forschung und Ausstellungsentwicklung gemacht worden ist, darüber berichtet Dr. Christiane Twiehaus, die Leiterin der Abteilung für jüdische Geschichte und Kultur am MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Viertel Köln.
43 Minuten
Mirna Funk trifft Sascha Chaimowicz. Er ist 1984 in München geboren und aufgewachsen. Seine Mutter stammt aus Trinidad. Sein Vater ist Kind polnischer Holocaust-Überlebender. Seit Ende 2020 ist er Chefredakteur des ZEITmagazins. Aktuell arbeitet Sascha Chaimowicz an einem Buch über seine Familiengeschichte, das im Verlag Kiepenheuer und Witsch erscheinen wird. Im Podcast 2021 JILD spricht Mirna Funk mit Sascha Chaimowicz über Fragen der Identität in woken und post-kolonialen Zeiten sowie seine Kindheit im beschaulichen München. Was macht die Geburt eines Kindes plötzlich mit dem eigenen Jüdischsein und wie löst man halachische Probleme für sich selbst, aber auch seine Nachkommen: darüber haben Chaimowicz und Funk sich ausgetauscht.