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Kulturwelle Archiv

72 Episoden
60 Minuten
Über vier Sendungen sind wir der Vertikalen auf der Spur. Diesmal begeben wir uns zu einer Grundlage der Mathematik: in die Topologie. Mit unserem Gast Daniel Lütgehetmann denken wir darüber nach, wieso wir uns überhaupt als dreidimensional wahrnehmen, warum wir Glück haben, aufrecht zu stehen und wie ein Strandurlaub auf donutförmigen Planeten aussähe. Und dann bleibt noch die Frage, was vierdimensionale Wesen in unserer Welt alles anstellen könnten – bitte nicht vorm Einschlafen hören!
60 Minuten
Zur Einstimmung in unsere Sendereihe rund um die »Vertikale« haben wir den Berliner DJ Grivola in das Studio eingeladen. Seinen Künstlernamen hat Grivola von einem Berg in den italienischen Alpen – und auch sonst hat er einiges zu Schichtung, Aufstieg und Drop zu sagen, bevor er unsere Gäste mit seinem 50-minütigem Set auch musikalisch hoch– und sanft wieder herunter bringt.
60 Minuten
Was haben Kühe, gefrorenes Wasser und der Herr der Finsternis gemeinsam? Früher oder später begeben sie sich in eine vertikale Trajektorie und fallen – mit mehr oder weniger einschlägigen Konsequenzen – vom Himmel. In der Kulturwelle Afterhour #14 eröffnen wir eine neue Sendereihe. Die nächsten Sendungen drehen sich um eine weithin übersehene Raumdimension: Die Vertikale. Zum Auftakt gibt es ein Potpourri zu den großen und kleinen, gefährlichen und rettenden, glaubwürdigen und abstrusen Dingen, die – buchstäblich und metaphorisch – vom Himmel fallen. Wir hören von großen und kleinen Tieren, von uralten und überraschend jungen Kulten, von High-Tech-Maschinen mit verheerenden und wohltuenden Nebenwirkungen. Dazu durchforsten wir obskure Nachrichtenmeldungen, blättern selbstverständlich in der Bibel und müssen unter dem Gewicht der Beweise Johannas Behauptungen über gefrorene Flugzeugausstöße bestätigen. Dazu wie immer Techno unter Creative-Commons-Lizenz.
60 Minuten
Wozu will der Sophist uns verführen? Zur Lüge? Oder zur Kritik? Zum Abschluss unserer Staffel über verdrängte Wissensformen nehmen wir uns den alten Angstgegner der Philosophen und Aufklärer vor: Den Sophismus. Wir fragen uns, was schon Aristoteles provozierte, die sprachfanatischen Provokateure dem Reich der Pflanzen zuzuordnen – und wie man heute mit so einer Einstellung umgehen kann. Mit dem Philosophen Samo Tomšič sprechen wir dazu über den Kitzel und die Produktivität des sophistischen Denkens und befragen den Rhetorikprofessor Bruce McCormiskey über die Ethik eines radikalen sophistischen Relativismus. Dazu Techno. Und Synthesizer.
60 Minuten
1460 bringt ein Gelehrter wiederentdeckte Schriften nach Florenz: Platons Dialoge und das »Hermetische Korpus«. Letzteres gilt als die älteste Schrift der Welt, und so lässt Cosimo de' Medici den Hermetischen Korpus auch zuerst – vor Platon – übersetzen. Der Inhalt erschüttert die Grundfesten des mittelalterlich-christlichen Weltbilds: Der Mensch wird darin als »Bruder« Gottes beschrieben, der auch in den Schöpfungsprozess eingreifen darf und soll. Was folgt, ist eine das 15. und 16. Jahrhundert umspannende Telenovela, in der allerlei Alchemiker variierender Dubiosität genauso mitspielen wie ein junges Königspaar, das in Prag eine »alchemische Dynastie« gründen will (was vom 30-jährigen Krieg verhindert wird). Auch ein gewisser Isaac Newton steckt tiefer mit drin, als man heute denken würde. Im Rahmen unserer Reihe zu nicht-hegemonialen Wissensformen nehmen wir uns diesen Freitag der Alchemie an. Welche Vorstellungen von Wissenschaft und Religion, von Materie und Geist prägen sie – und was ist ihre politische Position zwischen Aufklärung, Reformation und Frühkapitalismus? Diese und andere Fragen klären wir im Gespräch mit unserem Studiogast, dem Historiker und Kulturwissenschaftler Stefan Laube.
60 Minuten
In der Kulturwelle Afterhour setzen wir unsere Staffel zu verdrängten Wissensformen fort. Dazu machen diese 11. Ausgabe zur Astrohour. In einer bunt gemischten, mal versöhnlichen, mal streitlustigen Runde mit dem Astrologen Markus Jehle, dem Religionshistoriker Kocku von Stuckrad und dem Soziologen Edgar Wunder versuchen wir uns heranzutasten, wie man über Kontexte und Strukturen der heutigen Astrologie nachdenken kann.
60 Minuten
Die Kulturwelle Afterhour leitet eine neue Staffel ein: In den nächsten vier Sendungen holen wir verdrängte Wissenschaften aus der Versenkung. Als Einstimmung gibt es den vielleicht größten Stoff der deutschen Literaturgeschichte: Goethes Faust. Die schönsten Szenen aus Teil I und II (inkl. der klassischen Walpurgisnacht mit Mephistopheles, Homunculus, Thales), dazu wie gewohnt Techno – und die Frage, welche Konzepte von Wissen in den 17.000 Versen auftauchen.
60 Minuten
Am Sonntag werden die Oscars verliehen, die Berlinale ist gerade vorbei gegangen - Grund genug, mal eine ganze Sendung lang über Filme zu reden. Zu Gast im Studio sind Sven Angene und Karen Dohr, die die Berlinale 10 Tage lang begleitet und auf ihrem Blog 4Kinderund1Feldbett darüber berichtet haben. Mit ihnen unterhalten wir uns über die Höhe- und Tiefpunkte des diesjährigen Festivals, die Besonderheiten der deutschen Filmlandschaft und über das Verhältnis von Kino und Politik. Als Komoderatorin begrüßen wir in dieser Sendung zum ersten Mal Rosa Gruner.
57 Minuten
Greifen, spüren, hören. Kleine Härchen bewegen sich im Ohr, sie fühlen Schallwellen und machen daraus Klang. Das Tasten ist dabei nicht nur Metapher, eigentlich arbeitet unser Gehör haptisch – es ertastet die Druckschwankungen in der Luft. Aber der Schall fließt auch durch Materialien – als Vibration einer Eisenstange oder in der Membran eines Mikrofons. Jeder Stoff gibt die Schwingungen an seine Umgebung weiter. Ist Tasten also nicht nur Lesen, sondern auch Schreiben? Um diesen uneindeutigen Funktionen des Tastens in und jenseits des Körpers nachzuspüren, unternimmt das Afterhour-Team eine Reise durch die Materie. Dabei streifen wir so unterschiedliche Phänomene wie die nass schwappenden Windungen des Innenohrs, das Inferno des Luftschiffs Hindenburg und eine Cicero-Rede auf dem überfüllten Forum in Rom. Unterwegs spekulieren wir mit dem Medienwissenschaftler Wolfgang Ernst über das tastende Auslesen der gesamten Welt, lauschen der abgetasteten Musik des Klangkünstlers Martin Kay – und besprechen mit der Archäologin Erika Holter, was schon heute ganz konkret möglich wird, wenn wir erst einmal beginnen, Abtastvorgänge zu modellieren und dynamisch zu nutzen.
1 Stunde 3 Minuten
Wann ist ein Körper eigentlich vollständig? Woher kommt unsere Angst vor der Unvollständigkeit? Und wie wird damit in unterschiedlichen Medien umgegangen? Nachdem wir uns in unserer Themenreihe zum Körper bereits mit Klangkörpern, politischen Körpern und den kulturellen Verflechtungen eines bestimmten Körperteils beschäftigt haben, wenden wir uns in der aktuellen Sendung der Afterhour der Bedeutung unvollständiger Körper zu. Wir sprechen mit dem Kulturwissenschaftler Gerhard Scharbert über Verstümmelung im Film, fragen die Literaturwissenschaftlerin Irmela Marei Krüger-Fürhoff nach ‚versehrten‘ Alternativen zum ganzheitlichen Schönheitsideal und unterhalten uns mit dem Medienwissenschaftler Jan Claas van Treeck über die Ökologie der Körpergrenzen – und was Cyborgs damit zu tun haben. Dazu wie immer Techno – bis uns die Ohren abfallen.
1 Stunde 1 Minute
In Nikolaj Gogols Erzählung "Die Nase" von 1836 findet ein Barbier eine abgeschnittene Nase in seinem Frühstücksbrot. Gleichzeitig erwacht ein Beamter - wie sonst - ohne Nase. Er macht sich auf die Suche, begenet sogar seiner Nase, allerdings entwischt sie ihm. Seit Gogols modern-surrealistischer Erzählung avant la lettre muss sich niemand mehr wundern, so schreibt die Zeit zu Gogols 200. Geburtstag, wenn er eines morgens als Käfer erwacht. In der Afterhour #6 nehmen wir uns der Nase an - nicht nur der Erzählung, sondern des Körperteils, der so sehr ins Auge springt und seit der Aufklärung doch verdrängt scheint. Wo Gott Adam den Lebenshauch einflößte, ist heute der Sitz zweifelhafter Konnotationen - Nasen werden in fremde Angelegenheiten gesteckt, wer lügt bekommt eine lange Nase, ihr wisst, was man über Männer mit langen Nasen sagt - den Verbindungen vieler dieser Redewengungen und Klischees zum historischen und gegenwärtigen Antisemitismus wollen wir besondere Aufmerksamkeit schenkten. Ist die Nase ein verdrängter Körperteil, der immer wieder zurückkehrt? Außerdem: Techno und Nasenflötenmusik.
60 Minuten
Was hat Körperlichkeit mit dem Aufstieg des Rechtspopulismus zu tun? Hat die Trennung zwischen einem »vernünftigen«, politischen Kopf und dem »unvernünftigen«, triebhaften Körper jemals funktioniert? Ist Hillary Clinton nicht Präsidentin geworden, weil sie einen Frauenkörper hat? Die jüngsten politischen Entwicklungen stellen die Frage nach dem Zusammenhang von Körper und Politik mit neuer Dringlichkeit. In der Kulturwelle Afterhour #05 sprechen wir mit dem Affektforscher Rainer Mühlhoff und der Kulturwissenschaftlerin Claudia Bruns darüber, wie Politisches »verkörpert« wird und Körper politisch werden – und fragen danach, wie wir über die Geschichte und Theorie politischer Körper unsere Gegenwart besser verstehen können.
60 Minuten
Die vierte Ausgabe der Kulturwelle Afterhour eröffnet eine kleine Reihe zum Thema »Körper«. Zu Gast in der ersten Episode haben wir den Geigenbauer Peter Volkmer. Wir lauschen seinen selbstgebauten Instrumenten, sinnieren über den Effekt von Saitenzahlen und Stradivari, über Pink Floyd und das Mellotron. Dabei suchen wir den Klangkörper: Als experimentell geformtes Holz, als unstetes Gespann aus Musiker und Instrument und als die mal weniger, mal mehr geplante Hörsituation. Mit dem Kulturtheoretiker Jacques Attali zur Hand fragen wir uns, auf welche Arten diese Verbindungen lesbar sind und wie hier Körpergefühl, Klangfarbe und soziale Organisation zusammenspielen.
60 Minuten
In der dritten Ausgabe der Kulturwelle Afterhour haben wir den Philosophen und Lacanianer Samo Tomšič zu Gast. Mit seiner Hilfe forschen wir dem Verhältnis von Arbeit und Feiern aus psychoanalytischer Perspektive nach. Dazu nehmen wir die Diagnose von Karl Marx und den Tiefenblick Jacques Lacans mit in den Technoclub. Wie viel Politik, wie viel Produktivität und wie viel Subversion lassen sich hier eigentlich aufspüren – zwischen der alltäglichen Genussoptimierung und der maschinengestützten Tanzekstase? Dazu wie üblich Musik aus unserem Creative Commons-Fundus.
60 Minuten
In der Kulturwelle Afterhour #002 rufen wir die Filmwissenschaftlerin Barbara Flückiger in den österreichischen Bergen an und fragen nach, wie man in unserer digitalen Gegenwart Wirkung und Bedeutung von Filmfarben untersuchen kann.
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Ein Radio-Projekt mit Kulturwissenschaftshintergrund