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Episoden

55 Minuten
Stoizismus trifft japanische Lebenskunst – das klingt nach einer spannenden Verbindung. Anne und Alex haben Ken Mogis Buch „Der alte Weg zu einem guten Leben: Stoizismus für moderne Zeiten“ gelesen. Mit Neugier angefangen, mit einigen Fragezeichen wieder herausgekommen. Was bedeutet es eigentlich, stoisch zu sein? Reichen Bescheidenheit, Selbstakzeptanz und Durchhaltevermögen – oder geht dabei der Kern der antiken Philosophie verloren? Anne und Alex diskutieren Mogis Umgang mit Kontrolle, Gefühlen und Höchstleistung. Dabei entdecken sie schöne Gedanken über unsere individuelle Einzigartigkeit, stolpern aber auch über Begriffe und Zuordnungen, die aus ihrer Sicht nicht passen. Eine Buchbesprechung mit Licht und Schatten, unterschiedlichen Lesarten und Lust auf einen genaueren Blick in die japanische Lebenskunst. Zum Abschluss empfiehlt Alex „Ted Lasso“ als humorvolles Refugium und Beispiel dafür, was kleine Gesten zwischen Menschen bewirken können.
34 Minuten
Senecas 15. Brief fragt, wann körperliche Selbstoptimierung zur falschen Priorität wird und warum ständiges Streben nach mehr uns nicht zufrieden macht. Anne und Alex diskutieren seine Kritik am Körperkult, ziehen Parallelen zu heutigen Fitness- und Schönheitstrends und hinterfragen seine scharfe Trennung von Körper und Geist. Dabei geht es um gesunde Maßstäbe für Ehrgeiz, den Vergleich mit der eigenen Entwicklung und eine stoische Dankbarkeit, die das gegenwärtige Leben nicht aus dem Blick verliert.
33 Minuten
Standhaft bleiben oder lieber keinen Anstoß erregen? In seinem 14. Brief gibt Seneca einen Rat, der erst einmal überrascht: Der Weise soll den Zorn der Mächtigen meiden – wie ein Seefahrer den Sturm. Aber wie passt das zum stoischen Anspruch, mutig und gerecht zu handeln? Anne und Alex sprechen über körperliche Verletzlichkeit, die Angst vor drohendem Leid und die schwierige Balance zwischen klugem Rückzug und notwendigem Widerstand. Dabei geht es auch um Senecas überraschende Kritik an Cato, um Diplomatie und den richtigen Zeitpunkt zum Handeln. Ist das praktische Weisheit – oder klingt es doch nach Opportunismus? Zum Schluss gibt es noch ein philosophisches Bonbon über Reichtum und die Freiheit, ihn nicht zu brauchen.
55 Minuten
Warum reden wir mit ChatGPT, Claude oder Gemini so, als wären sie Personen? In Episode 108 erklärt Alex den ELIZA-Effekt – und nimmt euch mit in eine Werkstattdiskussion darüber, was der Stoizismus mit modernen LLMs zu tun haben könnte. Ausgehend von Joseph Weizenbaums frühem Chatbot ELIZA sprechen Anne und Alex über unsere Neigung, sprachfähigen Systemen Empathie, Absichten und Persönlichkeit zuzuschreiben. Es geht um persönliche Krisen, falsche Urteile, die stoischen Disziplinen, Oikeiosis und die Frage, mit wem wir eigentlich unsere Gedanken teilen. Alex skizziert außerdem eine ungewöhnliche Idee: Wenn wir KI-Systeme ohnehin wie Quasi-Personen behandeln, sollten wir sie vielleicht auch transparenter als solche gestalten – mit klaren Rollen, Fähigkeiten, Zielen und einer überprüfbaren inneren Struktur. Aus künstlicher Intelligenz könnte so vielleicht einmal eine „künstliche Person“ werden. Anne und Alex diskutieren, was daran spannend ist und wo die Grenzen des Vergleichs liegen. Eine Folge über Sprachfluss, Projektion, Alignment und die Frage, wie eine 2.000 Jahre alte Philosophie uns beim Bau der Zukunft helfen kann.
54 Minuten
Was bedeutet Mut – und was hat das mit Stoizismus zu tun? Anne und Alex nehmen sich in Episode 107 Ryan Holidays Buch "Courage Is Calling" vor, auf Deutsch erschienen als "Mut: Das Glück ist mit dem Tapferen". Das Buch ist in drei große Teile gegliedert: Angst, Mut und Heldentum. Ryan Holiday erzählt darin viele kurze historische Anekdoten – von Florence Nightingale, Ulysses Grant und den Spartanern bis zu Cato, Churchill, Charles de Gaulle und Peter Thiel. Anne und Alex schauen genauer hin: Welche dieser Geschichten zeigen tatsächlich stoischen Mut und wo wird Mut eher als Mittel zum Erreichen eines Ziels verstanden? Es geht um Angst im Kopf, alltäglichen Mut, Handeln und Aushalten, historische Vereinfachungen und die Frage, ob "Courage Is Calling" wirklich ein stoisches Buch ist. Besonders spannend finden Anne und Alex das persönliche Nachwort, in dem Ryan Holiday von einer eigenen Situation bei American Apparel erzählt, in der er sich gegen das Leaken privater Bilder stellte.
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Über diesen Podcast

Der Weg der Stoa“ ist der Podcast für Menschen, die ihr Leben auf der Grundlage der stoischen Philosophie bewusster, klarer und verbundener gestalten möchten. Wir beginnen bei den Originaltexten von Seneca, Epiktet und Mark Aurel, lesen sie aufmerksam und fragen, was ihre Gedanken für ein gelingendes modernes Leben bedeuten können und wo sie Kritik und Ergänzung benötigen. Dabei geht es nicht um schnelle Lebenshilfe oder bloße Zitatesammlung. In gründlichen und zugleich zugänglichen Gesprächen rekonstruieren wir zentrale Ideen der Stoa und entwickeln sie als Theorie und Praxis stoisch inspirierter Selbstentwicklung kritisch weiter: für den Umgang mit Emotionen, Krisen und Unsicherheit, für Selbstführung, Mut, Weisheit, Gerechtigkeit und die Gestaltung tragfähiger Beziehungen. „Der Weg der Stoa“ versteht die Stoa nicht als Rückzug in die eigene Unabhängigkeit, sondern auch als Philosophie sozialer Verantwortung und menschlicher Verbundenheit. Dialoge, Gäste, Reflexionen und praktische Übungen laden dazu ein, eigene Antworten zu finden und im Alltag zu erproben. Begleitend gibt es eine Meetup-Lesegruppe, thematische Seminare, einen Raum für Dialoge und den YouTube-Kanal „Der Weg der Stoa“ Wenn Du den "Weg der Stoa" unterstützen willst, so kannst Du das über die Steady-Seite des "Wegs der Stoa" tun: https://steady.page/de/der-weg-der-stoa/about
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