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tierisch! – Eine Reise in die wilde Welt der Tiere mit der Wildtierbiologin Frauke Fischer Archiv

175 Episoden
38 Minuten
Wie? Was? Schon ein halbes Jahr rum??? Schon 24 Folgen Tierisch! rausgehauen? Wie kann das denn sein?!  

Ist aber so. Und zur Feier unseres Staffelfinales haben wir mit einem Live-Event in Köln die Vielfalt des Tierreichs zelebriert. Es war ein sehr bunter Abend, an dem Schnaps verlost wurde, es tierische Rätselrunden, Science Slams und Live-Musik gab. Und natürlich haben wir die letzte Folge der ersten Staffel Tierisch! aufgezeichnet! Für diese Folge kramen wir in den Giftschränken unserer Forschung, denn: Bei Forschung in freier Wildbahn kann so einiges schief gehen. Transekte liegen statt im Pantanal in Grönland und enden nach 10 Metern in einem Blutsturz, Antilopen hören den Knall und lassen sich deshalb nicht betäuben, und in Fallen sitzt alles, aber nicht das Tier, das man eigentlich fangen wollte. 

Eine wissenschaftliche Studie zu konzipieren und durchzuführen ist ein kreativer Prozess. Unter anderem, weil in der Feldforschung oft alles anders kommt als gedacht, aber auch eigentlich ganz grundlegend. Man beginnt damit, sich eine Forschungsfrage zu überlegen, und dann wird eine Methodik entwickelt, mit der diese Frage beantwortet werden kann. Also – optimalerweise. Wenn nicht wieder alles schief geht. So wundern sich zum Beispiel die Bewohner eines Dorfes in der Elfenbeinküste darüber, dass der Klopapierkonsum der ohnehin schon dubiosen Forscher im nahegelegenen Nationalpark auf einmal eklatant in die Höhe schießt. Und dann wundern sie sich im weiteren Verlauf noch mehr über Termitenhügel, die plötzlich in rosa Toilettenpapier gehüllt in der Savanne stehen. Dabei handelt es sich hier um eine geniale Vermessungsmethode für Oberflächen aller Art!  

Hört rein, um unter anderem zu erfahren, warum Lydia in diesem Jahr mit dem Forscherauto durch eine Wand fuhr. Feiert mit uns, und dann sehen wir uns nach einer kleinen Pause zur zweiten Staffel wieder – pünktlich am 22.11.2023! Danke für eure Treue, bis dahin! 

 

Links: 

Termitenstudie: https://www.researchgate.net/publication/225348258_Thermoregulation_of_termite_mounds_What_role_does_ambient_temperature_and_metabolism_of_the_colony_play 

Ameisenbärenstudie in Akazienplantagen: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/mammalia-2011-0049/html 

Buch über Forschungsfails und ihre Vorteile: https://press.princeton.edu/books/hardcover/9780691161891/failing-in-the-field 

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36 Minuten
Wir fragen ja regelmäßig nach Hörerwünschen, und in dieser Folge nehmen wir uns einem Wunsch von Ann-Christin an: Die wollte gerne mehr über Schlüsselarten erfahren! Eine Schlüsselart ist eine Tier- oder auch Pflanzenart, ohne die sich das Ökosystem dramatisch verändern würde oder sogar aufhören könnte zu existieren. Schlüsselarten haben eine geringe funktionelle Redundanz, das bedeutet, wenn die Art aus dem Ökosystem verschwindet, ist keine andere Art in der Lage sie zu ersetzen.  

Oft sind Schlüsselarten Prädatoren. Also Räuber, die ihre Beutetiere mengenmäßig in Schach halten. Wie wir in unserer Folge „Tierische Baumeister“ aber auch gesehen haben, können sogenannte „Ökosystemingenieure“, also Lebewesen, die bauen oder graben und so die Natur umgestalten, ebenfalls entscheidend für ihre Gesundheit sein. Und dann gibt es noch solche Arten, die einen Dienst am Volk leisten, in dem sie zum Beispiel das ganze Jahr über Früchte liefern und viele Tiere so durch harte Zeiten bringen. Wie die Acurí-Palme im Pantanal. Oder Bestäuber wie die gute alte Biene. Oder… ach hört doch selbst. 

Auf Englisch heißen Schlüsselarten Keystone Species, nach dem zentralen Stein, der zum Beispiel einen Kirchenbogen stabilisiert. Ähnlich wie auf diesem Stein, lastet auf einer Schlüsselart, obwohl sie das ganze Ökosystem stabilisiert, vielleicht gar nicht der größte Druck. Sie muss zum Beispiel nicht groß und auch nicht häufig sein. Daher ist es oft gar nicht so einfach einzuschätzen, welche Arten Schlüsselarten, und damit überlebenswichtig für die Natur sind. Mal wieder ein Grund, schön die ganze Natur zu schützen, gell? Und das nicht nur auf Artenebene, sondern auch auf genetischer Ebene: Da wir einfach nicht in der Lage sind, die Komplexität von Ökosystemen zu durchschauen, ist der wichtigste Schlüssel, um unsere Natur gesund und stabil zu halten, Arten erst gar nicht selten werden zu lassen! 

Nächste Woche gibt es übrigens eine ganz besondere Folge. Die haben wir live vor Publikum aufgezeichnet! 

Weiterführende Link:

Übersicht zum Thema Schlüsselarten: https://utopia.de/ratgeber/schluesselarten-welche-bedeutung-haben-sie-fuer-oekosysteme/ 

Studie zu Schlüsselgenen der Uni Zürich: https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2022/Schl%C3%BCsselgen.html 

Bakterium aus dem menschlichen Darm: https://www.mdpi.com/2304-8158/12/13/2485 

Treiberameisenstudie: https://www.nationalgeographic.com/science/article/an-entire-world-follows-the-march-of-the-army-ants 

Lemminge: https://www.spektrum.de/news/klimafolgen-das-schweigen-der-lemminge/1945627 

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41 Minuten
Nach drei Monaten ist Lydia aus dem Pantanal zurück. Wir sind also immerhin schonmal beide wieder in Deutschland. Ins Tierisch!-Studio in Köln hat es aber erstmal nur Lydia geschafft. Immerhin können wir diese Aufnahme also schonmal ohne schreiende Chaco Guans aufnehmen, Frauke sitzt jedoch noch ein letztes Mal unter ihrem guten, alten Wäscheständerstudio in Frankfurt. 

Wir diskutieren in dieser Folge über einige interessante Natur- und Artenschutz-Neuigkeiten aus den letzten Wochen. Lydia schaut nochmal aufs Pantanal – welche Entwicklungen es politisch für die Natur dort und in Brasilien im Allgemeinen gibt. Frauke bringt eine gute Neuigkeit und eine schlechte mit. Die schlechte Nachricht ist, dass wir es leider so gar nicht schaffen unsere Meere zu schützen. Die Gute ist, dass man mittlerweile eine Idee hat, wie mit 2000 “übriggebliebenen” Nashörnern umgegangen werden könnte. Eigentlich wollten wir noch den Waldrapp feiern, dazu haben wir uns aber zu sehr verquatscht. Also zumindest hier: Waldrapp rockt!  

 

Weiterführende Links: 

Nashörner: https://www.nationalgeographic.com/animals/article/2000-rhinos-up-for-auction-what-happened-is-good-news 

Meeresschutz: https://www.nature.com/articles/d41586-023-02746-8 

Brasilien Abholzung: https://www.theguardian.com/world/2023/jul/06/brazil-amazon-deforestation-lula 

Sondergesetz fürs Pantanal: https://agenciadenoticias.ms.gov.br/lei-do-pantanal-e-aguardada-com-expectativa-e-sera-elaborada-com-participacao-social/ 

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35 Minuten
Es wird viel gewandert im Tierreich. Sehr viel. So viel, dass wir letzte Woche nicht durchgekommen sind und heute nochmal loswandern! Aber – warum wandern Tiere eigentlich? Was löst diese Wanderungen aus? Und: Wohin wandern sie? Wir schauen uns einige der größten Wanderbewegungen an. Zum Beispiel die weite Reise der Monarchfalter, die tausende von Kilometern durch Amerika flattern. So meiden sie zu große Kälte und zu starke Trockenheit, und surfen auf der Welle der immer frisch-grünen Vegetation. Lachse schwimmen weit, um die Eier in ihrer Heimat zu befruchten und abzulegen, und brauchen dafür kaltes Wasser. So weit, so gut, aber das Wasser wird durch die Veränderung des Klimas immer wärmer. Die Lachse verlieren dadurch die Energie, die sie für ihre gewagte Reise dringend benötigen und sterben manchmal, bevor sie die Laichgebiete erreichen. Ähnliches können wir überall auf unserem Planeten beobachten: Der Klimawandel und die Existenz des Menschen machen Wanderungen von Tieren nötiger, aber auch gefährlicher denn je. Und: Tiere reagieren in ihren Wanderbewegungen unterschiedlich auf den Klimawandel – darum kommt es zu Unordnung in den Ökosystemen. Eine Richtung haben die durch den Klimawandel verursachten Verschiebungen von Arten und ganzen Ökosystemen aber gemein: Sie bewegen sich vom heißer werdenden Äquator weg und aus den wärmeren Tiefenlagen nach oben auf die Berge. Eine Rolltreppe ins Aussterben? 

 

Weiterführende Links: 

Studie Rolltreppe ins Aussterben:  https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1817416115  

Artikel von Benjamin von Brakel: https://www.klimareporter.de/erdsystem/auf-der-rolltreppe-ins-aussterben#!Crested_Quetzal___Wiebe  

Nasa Tools um Wanderungen zu erforschen: https://appliedsciences.nasa.gov/what-we-do/projects/ecosystems-transition-decision-support-tools-measure-monitor-and-forecast 

Klimawandel und die Änderung von Abläufen übers Jahr: https://par.nsf.gov/servlets/purl/10342746 

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30 Minuten
In dieser Folge geht’s auf Safari nach Tansania! Dort war Lydia kürzlich mit Erik vom Weltwach Podcast unterwegs und hat unter anderem die Great Migration, also die große Wanderbewegung von Huftieren, in der Serengeti erlebt. Große Vogelschwärme hat man ja vielleicht schon gesehen – aber mehrere Millionen Gnus, Zebras und Antilopen? Noch nie. Es sind so große Mengen an Säugetieren, dass die Savanne am Horizont ganz schwarz aussieht. Unglaublich beeindruckend. Findet auch Frauke, die für einige Zeit in der Serengeti mit Löwenforschern arbeiten durfte!  

Aber warum machen Tiere eigentlich solche oft anstrengenden und spektakulären Wanderbewegungen? Was sind da die Vorteile? Warum legt zum Beispiel eine Küstenseeschwalbe über 50.000 Kilometer im Jahr zurück? Und während ihr schon den Taschenrechner an den Start bringt, um auszurechnen wie viele Kilometer das pro Tag sind, schauen wir uns außerdem an, wie solche Wanderungen eigentlich erforscht werden können. Bei Gnus läuft man hinterher. OK. (Was übrigens nicht heißt, dass die Wanderbewegung der Gnus gut erforscht ist.) Aber einer Küstenseeschwalbe kann man ja schlecht hinterherfliegen. Es wird also beringt oder zunehmend besendert. Oder, wie bei Walen oft gemacht: akustisch die Wanderrouten überwacht. 

Ob Wale, Vögel oder Huftiere: In Zeiten in denen überall Menschen leben und auch noch der Klimawandel die Welt verändert, haben es wandernde Tiere oft schwer. Wanderungen müssen eingestellt oder Wanderrouten verlegt werden. Was da die Effekte sein können, schauen wir uns in der nächsten Folge an. Dann wandern wir nochmal los! 

Weiterführende Links: 

System um weltweite Wanderbewegungen zu analysieren: https://www.researchgate.net/publication/356993320_The_Movebank_system_for_studying_global_animal_movement_and_demography 

Parasiten die Wanderungen induzieren: https://www.researchgate.net/publication/361920707_Should_I_stay_should_I_go_or_something_in_between_The_potential_for_parasite-mediated_and_age-related_differential_migration_strategies 

Die große Wanderung in Tansania: https://www.serengeti.com/great-migration-africa.php 

Die großen und kleinen Wanderungen der Gnus: https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rstb.2017.0012 

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41 Minuten
Leute, es gibt so viele schlechte Nachrichten. Manchmal fühlt man sich demotiviert, dabei wollte man doch dazu beitragen, die Welt zu retten!  

Wir zeigen heute mit Erfolgsgeschichten aus dem Artenschutz, dass es immer lohnt sich einzusetzen und anzupacken. Der Iberische Luchs ist eine dieser Erfolgsgeschichten und auch verschiedenste blaue Papageien sind wieder so häufig, dass sie Lydia im Pantanal morgens aus dem Bett brüllen. Buckelwalpopulationen vor Australien erholen sich und Geier feiern überall auf der Welt ihr Comeback. Nicht alle, aber viele dieser Tiere gibt es noch, weil sie, während sie in freier Wildbahn ausgestorben waren, in Zoos überleben konnten. Dort können sie nachgezüchtet und dann wieder ausgewildert werden. Aber: Biologische Vielfalt ist nicht nur der Reichtum an Arten, sondern auch die genetische Variation innerhalb einer Art. Die brauchen Tiere, um widerstandsfähig zu sein. Geht der gesamte Bestand einer Art aber auf sehr wenige Tiere zurück, geht diese genetische Vielfalt und damit auch die Widerstandskraft einer Art verloren. Viel besser ist es daher, die Tierarten und ihre Lebensräume zu schützen, bevor sie sehr selten sind und schon Alarmstufe rot besteht. Das spart übrigens auch viel Geld – denn Wiederansiedlungs- und Renaturierungsprojekte sind oft sehr teuer. Viel teurer als Natur einfach in Ruhe zu lassen. 

Und zum Schluss noch die richtig guten Neuigkeiten: Zum Abschluss unserer ersten Staffel Tierisch! wird es am 12.09.23 eine Live-Veranstaltung in Köln geben! Bei einem bunten Kneipenabend im Weltempfänger zeichnen wir die letzte Folge der aktuellen Staffel auf. Die Band „The Bushbabys“ spielt, wir raten Tiergeräusche, Lydia und Frauke erzählen von ihrer Forschung und wir machen es uns lustig! Kommt alle, der Eintritt ist frei, wenn es voll ist, ist es voll. Weitere Infos gibt es die Tage bei Instagram im Weltwach-Channel!  

 

Weiterführende Links 

Iberischer Luchs: https://news.mongabay.com/2021/03/conservation-actions-see-iberian-lynx-claw-back-from-brink-of-extinction/ sowie https://www.reuters.com/world/europe/captive-breeding-helps-endangered-iberian-lynx-population-hit-record-2023-05-19/ 

Buckelwale: https://abcnews.go.com/International/marine-scientists-australia-humpback-population-rebounds/story?id=100610377 

Weißstorch: https://www1.wdr.de/nachrichten/immer-mehr-stoerche-in-nrw-100.html 

Spix Ara Programm: https://www.act-parrots.org/spix-ara/ 

Geier-Schutz-Projekt: About us - Vulture Conservation Foundation (4vultures.org) 

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3 Minuten
Juhu, unser Podcast Label „Weltwach“ launcht einen neuen Podcast: "Reiseflops – Vom Scheitern unterwegs". Ihr könnt die Show ab sofort abonnieren. Frauke und Lydia werden auch zu Gast sein und von ihren Fails berichten!

Und darum geht es:

Niemand scheitert gern – auch nicht auf Reisen. Aber im Nachhinein betrachtet ergeben die kleinen (und etwas größeren) Pleiten und Pannen unterwegs oft die schönsten Erinnerungen – und amüsantesten Geschichten. Genau die gibt es in dieser Show: Erik Lorenz, Moderator des Weltwach Podcasts, zelebriert mit seinen Gästen genüsslich Stories von großen Rückschlägen und kleinen Fettnäpfchen, von Zumutungen und schmerzhaft erlangten Einsichten, fernab von Instagramability und aalglatten Abenteuergeschichten. Warum? Weil ein bisschen Schadenfreude glücklich macht. Und weil sich immer wieder zeigt: Hinter der Niederlage lauern wertvolle Lektionen. So mündet auch das hingebungsvollste Jammern für gewöhnlich unweigerlich: in einer Liebeserklärung an das Reisen.

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32 Minuten
Bei einem Glas Wein schauen wir uns in dieser Folge an: Wie sieht es eigentlich im Tierreich mit dem Alkoholkonsum aus? Trinken Tiere auch gerne mal einen über den Durst? Die Antwort lautet wie so oft: Ja und Nein. Im Tierreich gibt es durchaus Gewohnheitstrinker wie Fledermäuse, die in den Tropen leben. Anders als Fledermäuse in unseren Breitengraden, können die ganz schön was wegstecken – und immer noch geradeaus fliegen! Pegeltrinker sind die Federschwanztupaias, wie uns Annette Zitzmann erzählt, eine Zoologin, die diese Tiere in Malaysia erforscht hat. Die kleinen Spitzhörnchen haben eigentlich rund um die Uhr einen Pegel, ähnlich wie wenn wir eine Flasche Vodka trinken würden. Ihr Tagesgeschäft bekommen sie aber trotzdem auf die Reihe. Eine Alkoholabhängigkeit, die das normale Verhalten einschränkt, können sich Wildtiere nämlich gar nicht leisten. Einige sind also alkoholtolerant, wie besagtes Hörnchen, oder auch die Fruchtfliege, die sogar ihren Nachwuchs in Alkohol großziehen kann, andere sind eher zurückhaltend mit dem Fusel. Gelegenheitstrinker gibt es aber durchaus. Hier und da mal ein bisschen Palmwein? Oder schön vergorene Früchte? Da sagen auch Schimpansen und Brüllaffen nicht nein. Und die große Frage ist: Ist ein kleiner Rausch ab und an eventuell ein evolutiver Vorteil für uns Affen? Diese gewagte wissenschaftliche Hypothese nennt sich die “Drunken Monkey Hypothesis”. Spoiler: eher nicht. Nun aber erstmal: Prost! 

 

Links:

Schimpansen trinken Palmwein: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/alkohol-wilde-schimpansen-trinken-literweise-palmwein-a-1037988.html 

Werkzeuggebrauch, um sich einen reinzulöten, bei Schimpansen: https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.150150  

Drunken Monkey Hypothesis: https://repository.si.edu/bitstream/handle/10088/3748/Stephens_and_Dudley.pdf 

Trinkfeste Malayisches Spitzhörnchen: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/alkoholkonsum-malaysisches-spitzhoernchen-ist-trinkfest-a-568580.html  

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38 Minuten
Lydia ist gerade für ihre Säugetierforschung in Südamerika. Tief im brasilianischen Busch beobachtet sie dort vor allem: Ameisenbären! Aber auch vier Stunden von der nächsten Stadt entfernt gibt es mittlerweile Internet. Und so nutzen Frauke und Lydia die Gelegenheit sich in dieser Folge von ihren Erlebnissen als Forscherinnen in der Wildnis zu erzählen. Lydia auf der Terrasse ihrer Forscherhütte, vor der ein Hirsch schläft und in den Bäumen Papageien und vor allem Chaco Guans lärmen, und Frauke unter einem Wäscheständer und haufenweise Decken (gute Akustik ist ja so wichtig!) in ihrer Frankfurter Wohnung. Auch Frauke kann so einige Abenteuer erzählen, die sie in ihrer Zeit als Antilopenforscherin an der Elfenbeinküste erlebt hat. 

Egal ob in Afrika, in Südamerika oder sonst wo auf der Welt: Es gibt nichts Schöneres als eine starke Natur, in der man als Mensch nur zu Gast ist, und entspannte Tierbeobachtungen. 

 

Links: 

Lydias Zuhause im Pantanal (hier kann man auch Urlaub machen!): https://fazendabarrancoalto.com/en/home-en/ 

Die Forschungsstation im Comoé (es ist eine modernere Version der Station, in der Frauke zehn Jahre lebte): https://www.uni-wuerzburg.de/forschung/afrikazentrum/forschung/biologie/die-comoe-station-darf-nicht-sterben-wiederaufbau-einer-forschungsstation/ 

Lydias Buch über ihr Leben in Brasilien: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/ebooks/autobiografie/ich-glaub-mein-puma-pfeift/id_3343818 

Ameisenbären individuell unterscheiden: https://ceda.ic.ufmt.br/files/cobra/papers/9Mocklinghoff2018_JNH.pdf 

Eine der zahlreichen Publikationen von Frauke zur Kob Anitlope: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1046/j.0141-6707.2000.00302.x 

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30 Minuten
Jeder, der schonmal in einer Wohngemeinschaft gewohnt hat, weiß: Damit das klappt, braucht es klare Regeln. So sieht es auch im Tierreich aus, vor allem wenn man mit einem potentiellen Killer zusammenwohnt. Wir hoffen natürlich, dass euch das noch nie passiert ist, aber bei Kaninchen ist das gang und gäbe. Sie teilen sich nämlich häufig den Bau mit Füchsen. Die natürlich eigentlich gerne Kaninchen fressen. Nur nicht die in ihrem Bau. Warum sie die verschonen, finden wir hier bei Tierisch! raus. Aber mal ehrlich: Wie todesmutig müssen die ersten Kaninchen gewesen sein, die in den Fuchsbau marschierten und das herausfanden???  

Hat man sich erstmal arrangiert, verspricht so ein starker Mitbewohner dann natürlich Sicherheit. Das weiß unter anderem der dicke, tapsige Wendehalsfrosch, der wahlweise mit stinkenden Ameisen oder Skorpionen zusammenlebt. Oder Frösche, die ihre Wohnung mit Taranteln teilen – die Schöngeister in der Rocker-WG! Kleine Snacks kredenzen derweil die Bewohner des Faultiers: Die Motten, die in seinem Fell wohnen, züchten leckere Algen für ihren Vermieter. Ich krieg die Motten! ist also ein freudiges Ereignis bei Faultieren. Um die Motten zu bekommen, begeben sich Faultiere sogar jede Woche mit einem langwierigen Stuhlgang in Todesgefahr. Wer jetzt wissen will, wie das, und warum, der sollte – ihr ahnt es schon – diese neue Folge hören! 

 

Weiterführende Links 

Mehr über WG-liebende Wendhalsfrösche in Afrika gibt es in Lydias Buch “Die Supernasen” im Kapitel “Mit Klebeschnurrbart, Tarnkappe und Hautkrankheit”. Das gibt’s hier: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-supernasen/978-3-446-44874-2/ 

Wohngemeinschaft Fuchs und Kaninchen: https://www.morgenpost.de/printarchiv/biz/article105104437/Seltsame-Wohngemeinschaft.html 

Wie können Anemonenfische mit nesselnden Anemonen zusammenwohnen? https://www.taylorfrancis.com/chapters/oa-edit/10.1201/9781003125365-22/cohabitation-competition-anemonefishes-maya-srinivasan-geoffrey-jones 

Wohngemeinschaften zwischen Schimpansen und Gorillas: https://www.nytimes.com/2022/10/11/science/gorillas-chimps-friends.html 

Frösche: https://www.deutschlandfunk.de/froesche-in-afrika-die-raetselhaften-100.html 

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36 Minuten
Es gibt bekanntermaßen giftige Tiere. Schlangen. Klar. Spinnen, Frösche, Käfer, kennt man. Aber es gibt auch giftige Vögel und sogar giftige Säugetiere! Wie das genau läuft, warum man nicht an Mähnenratten lecken sollte und warum sich giftige Tiere eigentlich nicht ständig selbst vergiften – darum geht’s in dieser Folge von Tierisch! 

Und natürlich haben Frauke und Lydia auch wieder wilde Geschichten aus dem Busch auf Lager. Frauke erlebte in der Elfenbeinküste einen Roadtrip um Leben und Tod, nachdem ein Kollege von einer Schlange gebissen wurde. Lydia erfuhr am eigenen Leib, dass der Stich der 24 Stunden-Ameise echt wehtut, aber tatsächlich nur in etwa 24 Stunden lang. 

Weiterführende Links: 

Warum sterben Gifttiere nicht an ihrem Gift? https://www.livescience.com/why-poisonous-animals-dont-poison-themselves.html 

Giftige Mähnenratten: https://www.nytimes.com/2020/11/25/science/african-crested-rat-poison.html 

Plumplori Gift: https://www.scielo.br/j/jvatitd/a/74YyrpCWT8YCnrqwy7sTrRB/ 

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29 Minuten
Für diese Folge geht ihr am besten auf einen schönen Waldspaziergang. Einmal tief ein- und ausatmen und den erholsamen Effekt des Waldes auf sich wirken lassen. Das ist nämlich eine seiner vielen Qualitäten. Wälder sind aber auch entscheidend für das Weltklima. Durch CO2-Bindung, klar, aber auch weil sie für den Wasserhaushalt ganzer Kontinente zuständig sein können. Regenwälder heißen ja nicht so, weil es da so viel regnet, sondern weil sie so viel Regen generieren, der dann in fliegenden Flüssen Wasser in andere Teile der Welt bringt!  

Wir brauchen also Wald, aber wie können wir die Wälder schützen, die es heute noch gibt? Was gibt es für Lösungen? Wie können wir Menschen oder sogar ganze Länder beim Erhalt von Wald unterstützen?  

Dabei ist Wald nicht gleich Wald: Wer einen Wald möchte, der die vielen Ökosystemleistungen liefern kann, die wir für unser Überleben brauchen, muss auch die Tiere darin schützen. Und das ist dringend: In den letzten 40 Jahren hat sich die Menge an Waldtieren halbiert! Es gibt ganze Wälder, in denen die Bäume zwar noch stehen, die Tiere jedoch verschwunden sind. Warum das nicht lange gut geht und was Elefantenzertifikate und Flughundwälder sind? Auch das klären wir in dieser Folge. Also: Losspaziert und eingeschaltet! 

Weiterführende Links: 

Was brauchen wir für effektiven Waldschutz?  

https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rstb.2021.0065 

Einfluss von Abholzung auf Waldtiere: https://ecologi.com/articles/blog/how-does-deforestation-impact-wildlife-and-biodiversity-what-you-need-to-know 

Verlust an Waldtieren in den letzten 40 Jahren: https://www.theguardian.com/environment/2014/sep/29/earth-lost-50-wildlife-in-40-years-wwf 

Empty forests: https://acervo.socioambiental.org/sites/default/files/documents/L3D00001.pdf 

Fliegende Flüsse: https://economictimes.indiatimes.com/news/new-updates/flying-rivers-the-essential-lifelines-that-keep-amazon-forest-alive/articleshow/98991711.cms?from=mdr 

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34 Minuten
Als wir die Idee hatten, einen famosen Tierpodcast zu starten, haben Frauke und Lydia eine Pilotfolge aufgenommen. Für eine gute Akustik bei dieser Aufnahme lag Frauke unter einem Deckenberg bei sich zuhause... Wenn auch etwas verspätet, wir wollen euch unseren Start ins Tierisch!-Abenteuer nicht vorenthalten. Es geht, super passend für ein Audioformat, um Geräusche, die Tiere machen und auch hören, die wir Menschen mit unserem Hörspektrum aber nicht wahrnehmen können. 

Geräusche, die für uns zu tief sind, um sie zu hören, bezeichnet man als Infrasound. Damit kommunizieren Elefanten, Wale, vielleicht Ameisenbären und natürlich auch der Helmkasuar! Geräusche, die zu hoch sind, als dass wir sie hören, liegen im Ultraschall-Bereich. Klar, das kennt man von jagenden Fledermäusen. Aber auch Delfine nutzen sie, unter anderem um Schwangerschaften festzustellen! Tiere können aber auch Geräusche im Ultra- oder Infraschall nutzen, die sie gar nicht selbst produzieren. Das könnte zum Beispiel Seevögel bei der Orientierung helfen!

Weiterführende Links: 

Navigation bei Seevögeln: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fevo.2021.740027/full 

52Hz-Wale: https://www.theguardian.com/environment/2021/jul/13/loneliest-whale-in-the-world-search 

Elefant Listening Project: https://www.elephantlisteningproject.org/ 

Fisch Fürze: https://www.science.org/content/article/farting-fish-keep-touch 

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30 Minuten
Habt ihr euch auch schonmal gefragt, ob sich Schnecken eigentlich auch mal langweilen oder ungeduldig werden, wenn da vorne so ein leckerer Salat steht und sie einen halben Tag brauchen, um dort hinzukommen? Es ist natürlich eine etwas philosophische Frage, wie Tiere Zeit wahrnehmen. Tatsächlich ist Zeitwahrnehmung aber zumindest in gewissem Maße wissenschaftlich messbar, und das schauen wir uns heute an. Relativ zu unserer Zeitwahrnehmung erleben Schnecken zum Beispiel alles im Zeitraffer. Fliegen im Gegensatz dazu in Zeitlupe. Macht Sinn, wenn man sehr schnell fliegt. Andere Tiere wie der Schwertfisch können bei der Jagd den Matrix-Move machen und auf Zeitlupe umstellen! Und dann gibt’s noch die schnellste Bewegung des Tierreichs und Tiere, die Speedmodels aus China alt aussehen lassen. Welche das sind? Hört selbst! 

 

Weiterführende Links: 

Wanderfalke: https://kinder.wdr.de/tv/wissen-macht-ah/bibliothek/kuriosah/bibliothek-die-schnellsten-tiere-der-welt-100.html) 

Schnellste Bewegung im Tierreich: https://news.illinois.edu/view/6367/727667) 

Zeitwahrnehmung bei Tieren: https://www.sciencefocus.com/science/animal-time-perception/ 

Metabolismus und Zeit: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0003347213003060 

Spitzmausforscher: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/das-leben-mit-der-maus-5449867.html 

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43 Minuten
Die Antwort auf die Frage, was die Mücke je für uns getan hat, ist einfach: Schokolade! Das weiß Frauke sehr genau, denn neben ihren vielen Engagements im Naturschutz ist sie auch noch Unternehmerin, genauer: Schokoladenproduzentin. Mit ihrer Firma PERÚ PURO produziert sie, zusammen mit Kleinbauern in Peru, international ausgezeichnete Schokolade, die Biodiversität fördert statt zerstört. Wir gehen heute mit ihr auf die Reise ins entlegene Urubambatal, wo im Bergregenwald der Ur-Kakao Chuncho wächst. Wir finden heraus, warum Agroforst-Systeme besonders in den Tropen sehr viel ertragreicher sind als Monokulturen und gleichzeitig den Regenwald schützen können.  

Warum das dann nicht alle machen? Weil es nicht so einfach ist. Dieses Mal gibt’s also ausnahmsweise weniger Tiere, dafür geht’s um Schokolade. Das ist ja wohl auch fantastisch. 

 

Weiterführende Links: 

Schokolade! www.perupuro.de 

Fraukes Buch über Biodiversität: https://www.oekom.de/buch/was-hat-die-muecke-je-fuer-uns-getan-9783962382094 

Youtube Kanal von PERÚ PURO mit vielen Videos aus Peru: https://www.youtube.com/channel/UCqtJJHFZexcjDn2BNndMdKQ 

Doku über nachhaltigen Konsum bei Arte (ca. ab Minute 7 geht's um PERÚ PURO) https://www.arte.tv/de/videos/108338-006-A/agree-to-disagree/       

WWF über Schokolade: https://blog.wwf.de/schokolade-regenwald/ 

Koordinaten der Bauernkooperative: https://goo.gl/maps/B9E5Ei7LhgFiqNzM9 

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