Neben Der Spur Archiv
40 Episoden
2 Stunden 22 Minuten
In Teil II der Reihe zu Haiti geht es diesmal um die politische und wirtschaftliche Entwicklung nach der frühen Unabhängigkeit. Haiti scheint frei, sieht sich aber nicht nur weiter kolonialem Trauma und ethnischer Spaltung im Innern ausgesetzt, sondern bald auch der Rache der Kolonialmächte. Es dauert ein verlorenes Jahrhundert und eine gescheiterte US-Invasion, bis es der wohl berüchtigsten Dynastie der Karibik gelingt die Macht auf Dauer an sich zu reißen: die Familie der Duvaliers. Papa Doc und Baby Doc, führen Haiti brutal aber auch geschickt durch den Kalten Krieg, bevor sich Anfang der 90er für die Welt und auch Haiti alles ändert. Neue politische Hoffnungsträger erscheinen auf der politischen Bühne der Insel, aber auch der Neoliberalismus schifft sich im Schlepptau ausländischer Hilfe unwiderruflich auf Haiti ein.
2 Stunden 21 Minuten
Einst galt sie als „Die Perle der Antillen“, eine Insel so reich an natürlicher Schönheit wie an wirtschaftlichen Chancen. Zumindest für einige: die europäischen Kolonisatoren, die Haiti Ende den 15. Jahrhunderts „entdeckten“. Heute hingegen scheint dieser Name lange vergessen und ist einem viel düsteren Bild der aktuelle politische und wirtschaftliche Lage der kleinen Südseenation gewichen. Ein Land am Abgrund, Opfer von Naturkatastrophen wie staatlichem Zerfall. Doch was ist passiert? Wie wurde aus einer kleinen Insel, die profitabelste Kolonie des 17. Jahrhunderts? Wie und warum etablierten die europäischen Eroberer auf ihr nicht nur eine florierende Plantagenwirtschaft, sondern auch eine der brutalsten Sklavengesellschaften des Kolonialismus überhaupt? Und wie erklärt sich der global einzigartige Sonderweg, den Haiti in den folgenden Jahren von dort aus nahm über die Emanzipation bis zur frühen Unabhängigkeit? Wir betrachten in dieser Folge die Logiken der kolonialistischen Wirtschaft, die Etablierung des transatlantischen Sklavenhandels, die außergewöhnlich grausame Gesellschaft, die er auf Haiti hervorbrachte aber auch den blutigen Weg über den ersten und einzigen erfolgreichen Sklavenaufstand des Kolonialismus bis hin zur Unabhängigkeit der ersten afrokaribischen Nation.
2 Stunden 20 Minuten
Der Wahlkampf in den USA neigt sich dem Ende zu. Neben der entscheidenden Frage wer gewinnen wird, scheint dabei vor allem eine Frage im Vordergrund zu stehen: wie steht es um das politische System der USA, geht es zu Ende mit der ältesten Demokratie der Welt? Fragen die allgegenwärtiger denn je wirken, auf die es aber trotzdem oft nur vage Antworten gibt. Dabei haben die USA im Verlauf ihrer Geschichte bereits mehrere autoritäre Phasen durchlebt. Wir befassen uns diesmal mit diesen Phasen des „subnationalen Autoritarismus“, genauer dem Stable South und seinen Methoden, die sich vom US-Bürgerkrieg, über das Civil Rights Movement der 60er Jahre, bis in die Gegenwart der republikanischen Wahlmanipulation reichen. Und stellen uns dabei den Fragen: Wie lässt sich eine Demokratie erfolgreich aushebeln? Warum ist gerade das politische und verfassungsrechtliche System der USA dafür so anfällig? Und wie eingeschränkt ist die US-Demokratie schon heute?
1 Stunde 53 Minuten
Debatten, Auftritte, Wahlkampfspots, Policy und Katzen-Memes: der Wahlkampf in den USA geht in die entscheidende Phase. Zwischen den Kandidaten Trump und Harris ist es diesmal so knapp wie vielleicht noch nie und weiterhin sind viele Amerikanerinnen unentschlossen. Zeit für uns also einmal den bisherigen Wahlkampf zu rekapitulieren und auf das zu blicken was noch kommt. Diesmal nicht alleine, sondern mit einem Gast, zugeschaltet aus Washington. Ein Gespräch über Wahlkampfauftritte, Strategien, Memes, relevante Themen, Stärken und Schwächen der Kandidatinnen und die entscheidenden Swing States.
2 Stunden 22 Minuten
In Bangladesch passiert historisches: Nach Jahren des politischen Stillstands unter einem zunehmend autoritären Regime hat ein vor allem von Studierenden getragener Volksaufstand die politische Ordnung hinweggefegt. Wie ist es dazu gekommen? Warum jetzt? Was sind die tieferliegenden historischen politischen und wirtschaftlichen Ursachen für diese Entwicklung? Und vor allem wohin steuert das Land nun? Von den Wurzeln der Unabhängigkeit bis zu den aktuellen Herausforderungen beleuchtet der Podcast diesmal die Kräfte, die dieses südasiatische Land geformt und an den aktuellen Punkt geführt haben, zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und Hoffnung, aber auch Korruption, politische Polarisierung und der Klimakrise.
2 Stunden 35 Minuten
Europa hat in den letzten zwei Monaten diverse Male gewählt, aber während Europa mit sich selbst beschäftigt war, fand auch anderen Ortes eine entscheidende Wahl statt. Die größte Wahl der Welt im bevölkerungsreichsten Land der Welt: Indien. Und es stand viel auf dem Spiel, das Fortbestehen der indischen Demokratie, ebenso wie vielleicht auch dessen weitere wirtschaftliche Entwicklung. Grund also einmal das politische System in Indien zu betrachten, anzuerkennen, welche gewaltige Leistung die Wahl darstellt, aber auch auf die Gefahren für die indische Demokratie zu schauen: den Hindunationalismus und Modis Aufstieg zur Macht. Wie steht es um die indische Demokratie und Wirtschaft? Steht Indien vor einem goldenen Jahrhundert oder droht ein rückwärtsgewandter autoritärer Hindu-Staat?
2 Stunden 12 Minuten
Nachdem wir in der vergangenen Folge schon über die europäische Seite des Ruanda-Gesetztes gesprochen haben, richten wir unseren Blick diesmal auf den Namensgeber dieser Gesetzesinitiative: Ruanda. Dafür vagen wir diesmal einen Deepdive in die ruandische Geschichte und Gegenwart. Angefangen bei der ruandischen Kolonialgeschichte, über den Völkermord 1994 bis zu den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen des Landes. Um am Ende die Frage beantworten zu können, warum will und brauch Ruanda diesen Deal und was bedeutet das eigentlich für das europäisch-afrikanische Verhältnis.
1 Stunde 47 Minuten
Großbritannien schlägt ein neues Kapitel in der europäischen Migrations- und Asylpolitik auf. Denn diesen Monat ist es der britischen Regierung nach vielen rechtlichen und politischen Zweifeln (endlich) gelungen, ihr strittiges „Ruanda-Gesetz“ auf den Weg zu bringen. Geht es auch nach deutschen Politikerinnen und Migrationsforscherinnen, dann bald auch ein Modell für Deutschland und die EU. Grund also, sich das Gesetz einmal genauer anzuschauen und in einer Doppelfolge zu fragen, wo steht Europa aktuell in der Asyl- und Migrationspolitik? Ist das Modell rechtlich und politisch tragbar? Welche Ideologie steht dahinter? Und was kann man aus Australien lernen, die mit ihrer "pazifischen Lösung" die Grundlage für die neuen Vorstöße aus Europa geschaffen haben?
1 Stunde 48 Minuten
Während Jahrzehnte andauernden Kriege und Staaten in Langzeitkrisen schon mal medial hinten runterfallen, sind es manchmal die kleinen diplomatischen Possen, die grobe Schlagzeilen machen. Wie die Forderung von Botswanas Präsidenten in Richtung der deutschen Umweltministerin doch bitte 20.000 Elefanten aus seinem Land aufzunehmen. Der Vorwurf, der der Forderung vorherging: europäische Verbotsmentalität im Umgang mit der Trophäenjagd, wirtschaftliche Ignoranz und vor allem Bevormundung bis hin zu neokolonialer Praxis. Wir fragen uns also diesmal, was ist dran an den Vorwürfen? Welche ökonomische Bedeutung hat die Trophäenjagd für Mensch und Saat in Botswana? Wie Steht es um Naturschutz und Land? Welche Auswirkungen hat die Jagd und betreibt Europa mit seinem Naturschutz in Afrika neokoloniale Politik?
2 Stunden 6 Minuten
Während diverse Konflikte und Kriege auch weiterhin Nachrichten und öffentliche Debatte bestimmen, scheinen andere nie wirklich aufgegriffen worden zu sein. Und das, obwohl sie sich erst im vergangenen Jahr massiv zugespitzt haben und heute Millionen von Menschen direkt betreffen, die von Hunger und Tot bedroht sind. Der größte und verheerendste von ihnen hat seinen Ausgangspunkt im Sudan, der seit vergangenem Jahr in einer wahren Explosion der Gewalt versunken ist. In hiesige Diskussionen hat er es aber seitdem vor allem geschafft, durch die Kritik, dass gerade eben niemand über ihn redet. Höchste Zeit das zu ändern, mit einem Deepdive in die Geschichte der Sudans, die Wurzeln und vorlaufenden Faktoren des Konfliktes und die Frage, warum ist der internationalen Gemeinschaft bisher nicht gelungen die Gewalt zu beenden, geschweige denn nur größeres Interesse für die Situation aufzubringen?
2 Stunden 12 Minuten
Weiterhin spitzt sich der Krieg in Gaza zu, aber längst hat der Konflikt auch an anderen Orten weitere kleinere und größere Brände ausgelöst. Einer dieser Konflikte steht dabei besonders im Fokus, denn er bedroht längst nicht „nur“ Israel, sondern auch einen der neuralgistischen Punkte des internationalen Handels - den Suezkanal und das Rote Meer. Die Rede ist von den Huthi, die mit ihren Angriffen auf Handelsschiffe in der Region den Welthandel, wie die USA, herausgefordert haben. Wie reagiert der Westen? Lässt sich der Konflikt noch stoppen und was bedeutet das eigentlich für den Dauerkonflikt im Jemen und die Krisenherde in der ganzen Region? Ein Podcast über die Entstehung der Huthi, die Herausforderungen, die sie darstellen und das Sicherheitsdilemma der USA.
1 Stunde 54 Minuten
Gewalt in Zentralafrika ist in unserer Wahrnehmung allgegenwärtig. Seien es Putsche oder auch religiöse motivierte Gewaltakte durch Gruppen wie Boko Haram. Welche Bedingungen der Gewalt den Weg ebnen, welche Faktoren sie begünstigen und welche Motive dahinterstehen, bleibt jedoch oft unklar. Gerade in einer öffentlichen Debatte, die sich schwertut, mehr zu sehen als die Gewaltakte selbst, die oft vor allem eines auslösen, nämlich Verständnislosigkeit. Zeit, dieser zu begegnen, mit einem detaillierten Blick auf einen dieser religiösen Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik. Ein Podcast über die Frage, welche historischen, wirtschaftlichen und politischen Faktoren die Gewalt bedingen? Wie entwickeln sich religiöse Spaltungen, lässt sich die Gewalt verhindern? Und wie man sie medial vielleicht eher nicht verhandeln sollte.
1 Stunde 58 Minuten
Nun ist es also doch passiert. Argentinien hat Javier Milei zum neuen Präsidenten des Landes gewählt und wir fragen uns wie konnte es nur so weit kommen? Was hat seinen Aufstieg ermöglicht? Warum findet das Land keinen Weg aus der Krise und kann Milei sie lösen oder wird er sie eher vertiefen? Ein Deepdive in die Geschichte des Landes, dessen schwerwiegenden und diversen wirtschaftlichen und politischen Krisen und ein Blick auf die Risiken der Zukunft unter einem Präsidenten Milei.
2 Stunden 24 Minuten
Wir blicken auf Israels direkte und entfernte Nachbarn, konkret: Libanon, Jordanien, Ägypten, Syrien, Irak, Iran und Saudi Arabien. Welche Geschichte teilen diese Staaten mit Israel? Wie stehen sie zum Gaza-Krieg? Warum wollen sie keine Flüchtenden aufnehmen? Ein Podcast über politische Dogmen, Hungersnöte und neue Allianzen.
1 Stunde 57 Minuten
Seit dem 7.Oktober ist Israel ein Anderes. Die terroristischen Angriffe der Hamas haben die israelische Bevölkerung und auch den Israelischen Staat unvorhersehbar in eine schwere Krise gestürzt und das Sicherheitsempfinden erschüttert. Genau so wie es der Plan ein jeder terroristischen Strategie ist. Doch wie funktionieren terroristische Strategien, wie regiert der Staat und aus welchem Umfeld gehen sie hervor? Das soll diesmal im Mittelpunkt stehen, wenn wir versuchen den Konflikt, die Gewaltspirale in Gaza und dem Westjordanland, wie auch das Leben derer die darunter Leiden und selbst zu Terroristen werden zu beleuchten. Ein Podcast über die Kämpfe zwischen Fatah und Hamas, die Autonomiebehörde, Siedlerprojekte, Gewaltherrschaft, politischer Zerrüttung und die Frage, was ist die Antwort auf Gewalt?