Kontrafunk: Audimax Archiv
220 Episoden
54 Minuten
Bis heute genießt die Reformpädagogik einen guten Ruf. Die Landerziehungsheime, die Montessori-, die Waldorf- und die Jenaplan-Schulen sowie andere Reformprojekte entstanden nach Vorläufern im 18. Jahrhundert um und nach 1900. Ein Blick auf ihre Geschichte zeigt, dass sie trüben ideologischen Quellen entspringen und dass sie ihre pädagogischen Versprechen selten einhalten konnten. Ob die Ideen der Reformpädagogik wirklich den Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprechen, erscheint nicht erst seit den Skandalen der jüngsten Zeit fraglich.
54 Minuten
Es ist erschreckend, wie selten der Gedanke aufkommt, was die Corona-Regeln mit einem selbst wohl als Kind gemacht hätten. Eine persönliche Erinnerung von Felix Perrefort, Redakteur bei der "Achse des Guten", macht die traumatische Situation heutiger Kinder klar – und die Schuld, die die dafür Verantwortlichen auf sich geladen haben.
54 Minuten
Rousseaus ebenso naive wie totalitäre Idee vom natürlichen Gutsein des Menschen hat nicht nur das Unheil der Französischen Revolution begründet, sondern wirkt in den heutigen Vorstellungen von Ökosozialismus, Wokeness und ähnlichem Tugendterror fort. In diesem Essay geht der Philosoph Prof. Norbert Bolz dem Kitsch des Sündenstolzes, der um sich greifenden Gefühlsherrschaft und der Cancel Culture auf den Grund: es ist der Defekt einer Aufklärung, welche die Tatsache des Bösen in der Welt nicht erkennen will.
54 Minuten
Niemand ist in der öffentlichen Debatte so verachtet wie der Kapitalismus, der zum Sündenbock für alles Schlimme gemacht wird und deshalb abgeschafft, wenigstens reformiert gehört. Die Verdammungsfloskeln der Erz-Kapitalisten unterscheiden sich kaum noch von denen der Marxisten. Doch hinter dem Theaterdonner geht es für die einen darum, eine neue heißende, doch leider altbekannte Gesellschaft zu schaffen und für die anderen beim Umbau der Wirtschaft das Geschäft ihres Lebens zu machen: Prinz John, der Sheriff von Nottingham und Robin Hood haben ein Bündnis geschmiedet – gegen das Volk.
54 Minuten
Im politischen Kampfruf „Follow the Science“ spiegelt sich das hohe Ansehen, das „die Wissenschaft“ heute hat. Dieses Ansehen verdankt sich nicht zuletzt den Philosophen, die sich in den Jahren um 1930 unter dem Namen „Wiener Kreis“ zusammengefunden hatten. Ihr eigentliches Ziel der Begründung einer ratio-na-listischen Weltauffassung haben sie nicht erreicht. Aber in Auseinandersetzung mit Ludwig Wittgenstein und Karl R. Popper haben sie Impulse für das Wissenschafts- und Politikverständnis gegeben, die bis heute nachwirken.
52 Minuten
11.12.2022 - Während es in der modernen Gesellschaft immer schwieriger wird, einen Zusammenhang zwischen Leistung und Prominenz zu erkennen, gilt beim Fußball immer noch: Man wird kein weltberühmter Spieler, wenn man nichts kann. Natürlich spielt beim Spiel auch Zufall eine Rolle. Gerade der Fußball vermag deshalb aus einfachsten Regeln eine hohe Komplexität aufzubauen. Es lohnt sich, überhaupt einmal über die Funktion von Spiel und Wettkampf als großes Stimulans des Lebens nachzudenken. In einer Welt, wo Leidenschaften und Enthusiasmus nur noch verloren umherirren, generiert der Fußball jene Momente der Überraschung und Aufregung, die beglückend wirken.
55 Minuten
04.12.2022 - Mit dem Angriff russischer Truppen auf ukrainisches Staatsgebiet ist der Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt. Ein Kontinent, auf dem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die verheerendsten Kriege in der Geschichte der Menschheit stattgefunden haben, der aber nach 1945 weitgehend befriedet wurde. Seit dem Februar 2022 ist der Krieg nun wieder in aller Munde, Frontverschiebungen, militärische Offensiven und strategische Fragen sind ein wichtiger Teil der täglichen Nachrichten geworden. Der Krieg in der Ukraine erscheint, auf dem Hintergrund der Entwicklung des Krieges nach 1945, als ein Anachronismus, als Rückfall in eine frühere Epoche der Kriegführung. Grund genug, einmal die Geschichte des Krieges von seinen Anfängen bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Teil 1 dieses Vortrages behandelt die Kriegführung von ihren Anfängen bis zur französischen Revolution. Teil 2 behandelt die Ära der Weltkriege bis zu den sog. Neuen Kriegen. Die Einordnung des Ukrainekriegs beendet abschließend eine kurze Geschichte des Krieges.
Die hier gemachten Ausführungen finden sich, für interessierte Hörer, in detaillierter Form in der von Parviz Amoghli und mir 2018 veröffentlichten Studie: „Siegen oder vom Verlust der Selbstbehauptung“, erschienen in der Werkreihe von TUMULT.
Die hier gemachten Ausführungen finden sich, für interessierte Hörer, in detaillierter Form in der von Parviz Amoghli und mir 2018 veröffentlichten Studie: „Siegen oder vom Verlust der Selbstbehauptung“, erschienen in der Werkreihe von TUMULT.
54 Minuten
Am 1. November 1755 brachte das Erdbeben von Lissabon das europäische Denken in Verlegenheit. Es warf ein neues Problem auf: Ist die Welt für den Menschen eingerichtet oder muss er sich in ihr selbst einrichten? Mit jeder Naturkatastrophe, mit jedem Unglück stellte sich seitdem die Frage, was versäumt wurde und was künftig getan werden müsse. Die apokalyptischen Szenarien der Klimakatastrophe hingegen fallen dahinter wieder zurück in eine voraufklärerische Panik-Strategie.
51 Minuten
In „Entfesselt! – Eine Diskursgeschichte des Impfens“ erörtert Katja Leyhausen die Geschichte der „Biomacht“ in Frankreich, einem der Pionierländer des Impfens. Leyhausen entwickelt, wie die staatliche Kontrolle der Bevölkerung vor allem über das Impfregime implementiert werden konnte. Gerade vor dem Hintergrund der drohenden Verstetigung der Covid-„Schutzmassnahmen“, wie einer erneuten Impfempfehlung des deutschen Bundesgesundheitsministers, ist der historische Blick auf die Geschichte des Impfens lehrreich. Der Text erschien im Oktober 2022 in drei Teilen auf 1bis19.de - Magazin für demokratische Kultur.
53 Minuten
Worin besteht der Erfolg der deutschen Grünen? Dem Philosophen und Medienwissenschaftler Norbert Bolz zufolge haben die Grünen politische Ideen durch Rituale einer Zwangsneurose ersetzt, aus denen sich der Wohlstandsbürger der westlichen Welt seine eigene Privatreligion zusammenzimmern kann: sei es durch das Festkleben an Kunstschätzen, Strassen, oder wenigstens durch Hausmülltrennung. So haben die Grünen Politik zugunsten einer hysterischen Theologie der Katastrophe ersetzt, die die Apokalypse erfolgreich als Ware vermarktet und das rational-kritische Bewusstsein in Abrede stellt. Dabei wäre die Einsicht, dass Fortschritt mit Risiko, aber auch mit Chancen verbunden ist, die Grundüberzeugung wirklicher Aufklärung.
54 Minuten
In unserer Sendereihe Audimax – das Kontrafunkkolleg senden wir hierzu einen Essay des Germanisten Prof. Dr. Peter J. Brenner, in dem er sich mit der wesentlichen Frage der inneren Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt. In seinem Beitrag „Die Stunde des Verlierers. Gottfried Benn und Peter de Mendelssohn im Streitgespräch über die literarische Emigration“ dient Brenner die Auseinandersetzung zwischen den Dichtern Gottfried Benn und Peter de Mendelssohn als Beispiel.
56 Minuten
Der Medizinhistoriker Prof. Heinz Schott spricht über Grenzgebiete der ärztlichen Kunst. Schott lehrte jahrzehntelang Geschichte der Medizin an der Universität Bonn und war Direktor des dortigen Medizinhistorischen Instituts. Er hat auch mehrere Bücher zur Geschichte der Medizin verfasst oder herausgegeben. Daraus entstammen die folgenden Vorträge über Franz Anton Mesmer und die Geschichte des Mesmerismus sowie über den schwäbischen Arzt und Dichter Justinus Kerner.
Die damals entwickelten Ideen über geistiges Heilen und magische Einflüsse auf körperliche Vorgänge lassen sich zwar aus einer modernen wissenschaftlichen Perspektive der Biophysik als romantische Spinnerei abtun, doch sie sind angesichts der vielen rätselhaften, aber unleugbaren Wechselwirkungen zwischen Geist und Materie auch heute noch von Interesse.
Die damals entwickelten Ideen über geistiges Heilen und magische Einflüsse auf körperliche Vorgänge lassen sich zwar aus einer modernen wissenschaftlichen Perspektive der Biophysik als romantische Spinnerei abtun, doch sie sind angesichts der vielen rätselhaften, aber unleugbaren Wechselwirkungen zwischen Geist und Materie auch heute noch von Interesse.
46 Minuten
Die Themen Klima, Corona und aktuell der Ukrainekrieg haben das Problem der Masseneinwanderung in den letzten Jahren weitgehend verdrängt. Für den in Berlin lebendenösterreichischen Psychologen und Politologen Dr. Alexander Meschnig stellt sich die Frage, welche ökonomischen, sozialen und psychologischen Folgen die Verdrängung dieses essenziellen Themas hat. Er wirft dazu einen Blick in die Vergangenheit und durchleuchtet das gegenwärtig von Politik und Medien orchestrierte Schweigen von unterschiedlichen Seiten. „Die Wiederkehr des Verdrängten“ will so ein wenig die Erinnerung auf ein weitgehend tabuisiertes Thema lenken, das für die Zukunft Deutschlands und Europas von entscheidender Bedeutung sein wird.
Kontrafunk: Audimax
Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch – exklusiv im Kont...