Kontrafunk: Audimax
Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch – exklusiv im Kontrafunk. Für alle, die noch konzentriertes Zuhören...
Podcaster
Episoden
22.02.2026
53 Minuten
Der österreichische Journalist Karl-Peter Schwarz hatte das
Privileg, den 2019 verstorbenen großen liberalen Philosophen und
Ökonomen Anthony de Jasay noch persönlich kennenlernen zu dürfen.
In seinem Beitrag würdigt er den gebürtigen Ungarn, der heute zu
Unrecht in Vergessenheit geraten ist. De Jasay gehörte keiner
intellektuellen Schule an. Er war ein origineller Denker, der
radikalste unter den radikalen Individualisten, ein großer
Einzelgänger unter den politischen Philosophen des 20.
Jahrhunderts. Mit seiner originellen Analyse der wahren Natur des
Staates gelang es ihm, einen völlig neuen Blick auf dessen
Funktionsweise zu werfen. Nach seiner Theorie ist der Staat kein
Instrument in den Händen von Klassen oder Parteien, sondern ein
autonomer Akteur mit einem eigenen Willen und eigenen Zielen,
nämlich der Machtmaximierung und Selbsterhaltung.
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15.02.2026
51 Minuten
Die Nibelungensage ist bis heute Bestandteil deutscher Identitäts-
und Erinnerungskultur. Der Ausgangspunkt des Vortrages ist die
Beobachtung, dass das Nibelungenlied bis in die Gegenwart
politische Deutungskonflikte auslöst. Im Mittelpunkt steht die
Frage, wie und unter welchen historischen Bedingungen ein
literarischer Untergangsmythos im 19. Jahrhundert zum deutschen
Nationalepos werden konnte. Der Vortrag beschäftigt sich mit der
Transformation des Nibelungenliedes von dessen historischem Kern
über die mittelalterliche Erzählung bis hin zu seiner nationalen
und ideologischen Vereinnahmung im Kaiserreich und im
Nationalsozialismus. Dabei werden Konzepte wie die der Kulturnation
oder der Herkunft der Deutschen aus dem Germanentum im Verlauf der
deutschen Geschichte ab dem späten 18. Jahrhundert betrachtet.
Abschließend wird danach gefragt, inwiefern der Untergang der
Nibelungen als Deutungsmuster über 1945 hinaus fortwirkt und in
veränderter Form das politische und moralische Selbstverständnis im
Deutschland der Gegenwart prägt.
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08.02.2026
53 Minuten
Die Zivilgesellschaft ist ein Schlüsselbegriff des zeitgenössischen
Demokratieverständnisses. Ihre Wurzeln reichen in die Zeit um 1800
zurück, als sich die bürgerliche Gesellschaft vom Obrigkeitsstaat
emanzipierte und ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nahm.
Diese alte Zivilgesellschaft gibt es nicht mehr. Sie wurde
aufgesogen von einem immer globaler werdenden Netzwerk von NGOs,
Regierungen, Behörden, Stiftungen, staatsnahen Medien. Die
bürgerliche Gesellschaft muss neue Formen zur Gestaltung ihrer
Lebenswelt und zur Wahrnehmung ihrer Interessen
hervorbringen.
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01.02.2026
53 Minuten
Horst-Joachim Lüdecke, emeritierter Professor für Informatik und
Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes,
befasst sich schon seit langem mit der Auswertung von Klimadaten.
In seiner Vorlesung mit dem Titel „Klima und CO₂ – warum
Dekarbonisierung keine gute Idee ist“ beschreibt er viele mächtige
physikalische Prozesse, von denen CO₂ nur eine – wahrscheinlich
eher geringfügige – unter vielen ist, die unser Klima bestimmen.
Klima ist gerade wegen der Interaktion so vieler Einflüsse nur auf
kurze Sicht modellierbar, was die langfristigen Klimamodelle, auf
die sich Politiker berufen, eher fragwürdig erscheinen lassen.
Unter diesen Umständen ist es wenig sinnvoll, eine hochentwickelte
Volkswirtschaft mit enormen Kosten und um den Preis der
Deindustrialisierung zu dekarbonisieren. Denn es gibt keine Beweise
für eine bevorstehende katastrophale Erwärmung des Klimas durch die
industrielle Tätigkeit der Menschen.
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25.01.2026
53 Minuten
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld ein von Hobbes
aufgezeigtes Dilemma, dessen zwei Seiten oft mit den zwei Hörnern
eines wilden Stiers verglichen werden. Entweder herrscht in der
Gesellschaft der Naturzustand mit unkontrollierter Gewaltanwendung,
oder es wird mit dem sogenannten Gesellschaftsvertrag eine
Staatsgewalt mit uneingeschränkter Befugnis zur Setzung und
Durchsetzung von Recht errichtet. Dann allerdings bleibt die
Freiheit auf der Strecke. Der Vortrag zeigt dagegen Wege auf, wie
sowohl der gesellschaftliche Frieden als auch die Freiheit der
Bürger gesichert werden können.
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Über diesen Podcast
Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein
Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und
Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch –
exklusiv im Kontrafunk. Für alle, die noch konzentriertes Zuhören
pflegen.
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