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Kontrafunk: Audimax Archiv

220 Episoden
53 Minuten
Grenzen sind lästig, und wenn sie dazu dienen, nationale Interessen zu schützen und Fremde vom eigenen Wohlstand auszuschließen, dann erscheinen sie auch als verwerflich. Aber während unablässig die Abschaffung von Grenzen gefordert wird, hat sich seit der Jahrtausendwende die Zahl der Grenzanlagen im globalen Maßstab und auch in der EU dramatisch erhöht. Denn Grenzen haben sich bewährt; sie sind Konfliktzonen ersten Ranges, aber sie schützen auch und sie stiften Identität.
53 Minuten
Eine der Grundfragen, mit denen sich die Menschheit seit Menschengedenken beschäftigt, ist die Frage nach der Entstehung der Welt. Gab es wirklich einen Urknall, und wenn ja, wie viele? Die Physik hat eine vorläufige Antwort darauf gefunden: Das Weltall entstand in einer gigantischen Explosion und dehnt sich seither immer weiter aus. Die Urknalltheorie kann vieles erklären, aber in letzter Zeit mehren sich die Zweifel. Die Theorie enthält allerhand „Flicken“, also Hilfstheorien, die ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirken. Und dann sind da die neuen Daten des James-Webb-Teleskops, das noch weiter schauen kann als die bisherigen Teleskope. Kommt da wieder eine Revolution unseres Weltbildes auf uns zu?
53 Minuten
Es werden die beiden in der westlichen Moderne dominierenden Kapitalismusvarianten vorgestellt: der traditionelle Produktionskapitalismus und der gegenwärtig bestimmende angelsächsisch-amerikanisch geprägte Finanzkapitalismus. Die irreparable Krise des Finanzkapitalismus wird verstärkt, weil die unipolare Weltmachtstellung der USA zerbrochen ist. Die Konvergenz der wirtschaftlichen und der weltpolitischen Krise ist das zentrale Charakteristikum der westlichen Gegenwart.
56 Minuten
Welche Entwicklung wird unsere Gesellschaft nehmen, wenn das Klima-Regime in absehbarer Zukunft zusammenbricht, wie auch das Corona-Regime seinerzeit zusammengebrochen ist? Danach wird nicht von selbst eine Rückkehr zur Freiheit und zur demokratischen Rechtsordnung erfolgen. Womöglich wird die in den vergangenen Jahrzehnten entstandene Verflechtung von Staatsapparat und Unternehmen, der militärisch-industrielle Komplex, ein neues ideologisches Betätigungsfeld finden, um seine Herrschaft zu sichern und auszubauen. Krieg und Kriegsvorbereitung sind dabei durchaus Optionen. Das Mittel der Entmündigung der Bürger in immer neuen ideologischen Wellen ist das Fiat-Geld. Es ist die Herrschaftsgrundlage des militärisch-industriellen Komplexes. Die Rückkehr zum Geld als realem Gut ist eine Bedingung für seine Entmachtung.
53 Minuten
Wasser wird überall gebraucht, und in Mitteleuropa steht es auch überall zur Verfügung. Seine Nutzung erfordert aber einige Anstrengung. Über Jahrzehnte und oft Jahrhunderte hinweg müssen Infrastrukturen aufgebaut werden, an die die nächsten Generationen gebunden bleiben. Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Elektrizitätsgewinnung, Binnenschifffahrt, Hochwasserschutz sind technische Herausforderungen, denen politische Entscheidungen vorangehen. Deshalb ist Wasserwirtschaft immer mit der Ausübung von Herrschaft verbunden.
53 Minuten
Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz, behandelt in seiner Vorlesung die Frage, wie eine freiheitliche Ordnung ohne Blutvergießen und fast unbemerkt durch eine linke autoritäre Herrschaft abgelöst werden kann. Er folgt dabei den Gedanken des Soziologen Helmut Schelsky, der in seiner 1973 erschienen Schrift „Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung“ die Strategie der revolutionären Linken analysiert. Schelsky versteht diese als Revolution neuen Typs: nicht als den Sturm auf den Staat, sondern als langen Marsch durch Universitäten, Schulen, Medien und Kirchen und später auch durch die staatlichen Institutionen.
52 Minuten
Eineinhalb Jahre nach der Wahl von Papst Leo XIV. zieht David Berger, promovierter Philosoph und habilitierter Theologe, Bilanz über dessen bisheriges Pontifikat. Große Bedeutung hat dabei die erste Enzyklika des Papstes, „Magnifica Humanitas“, in der er zur Achtung des Menschen und dessen Würde gemahnt. Er geht darin auf die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz sowie des Trans- und Posthumanismus ein und benennt die Gefahr, die nicht nur in der Technik selbst, sondern in dem Menschenbild besteht, das mit ihr einhergeht. Während der Papst mit dieser Enzyklika an die große humanistische Tradition der katholischen Kirche anknüpft, scheint er anderen wichtigen Traditionen gegenüber zurückhaltender zu sein.
53 Minuten
In diesem Beitrag blicken wir auf die lange Tradition der Energie und der Rohstoffe in Deutschland und erfahren, wie daraus die heutige Industriestruktur gewachsen ist. Hans-Bernd Pillkahn zeigt die fatale Wirkung auf, die fehlerhafte politische Entscheidungen auf das empfindliche, aufeinander aufbauende Netzwerk von Energie, Rohstoff und verarbeitender Industrie haben. Es ist dabei, zerstört zu werden – ein Prozess, der irreversibel wird, wenn Deutschland nicht konsequent umdenkt. Der Autor skizziert notwendige Voraussetzungen, die das Land aus der Krise und zu neuer industrieller und wissenschaftlicher Kraft führen können.

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Hans-Bernd Pillkahn ist studierter Hüttenmann, war Werksleiter, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied in der Rohstoffindustrie. Er führt heute seine Ingenieurgesellschaft für Sekundärrohstoff-Aufbereitung und berät Unternehmen bei Rohstoff- und Energiestrategien.
53 Minuten
Das Begriffspaar „Hass und Hetze“ ist zu einer wirkungsmächtigen Formel im politischen Alltagsgeschäft geworden. Diese Begriffskarriere ist das Resultat einer Emotionalisierung der Politik, wie sie sich seit 2015 beobachten lässt. Die Ächtung des „Hasses“ bis hin zur strafrechtlichen Verfolgung ist keineswegs selbstverständlich, und sie birgt auch Risiken. Der Hass hat durchaus seine soziale Funktion, wie ein Blick auf die Geschichte zeigt. Eine Gesellschaft, die glaubt, den Hass ignorieren oder einhegen zu können, macht sich wehrlos gegenüber denen, die ihn als politische Waffe einsetzen.
53 Minuten
Kernkraftwerke sind eine wichtige, unerlässliche Komponente der zukünftigen Stromerzeugung. Sie bieten viele Vorteile: Sie sind optimal in Stromnetze integrierbar, sind grundlastfähig, ihre Brennstoffe stehen fast unendlich zur Verfügung. Sie produzieren langfristig preiswerten Strom und sie erzeugen kein Kohlendioxid. Die von den Kernkraftgegnern behaupteten großen Risiken sind nicht real, die Probleme der Sicherheit sind technisch lösbar und beherrschbar. Professor Hans-Joachim Lüdecke hat am Max-Planck-Institut in Heidelberg über ein kernphysikalisches Thema promoviert und war Professor für Informatik und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. In seiner Vorlesung beleuchtet er die Funktionsweise und die Technik moderner Kernkraftwerke und setzt sich kritisch mit übertriebenen Bedrohungsszenarien auseinander.  
53 Minuten
Die Anrede ist eine alltägliche Sprachpraxis, einerseits in pronominaler Form (Du, Sie), andererseits nominal: Herr/Frau Müller, sehr geehrte Damen und Herren und so weiter – oder nur mit Vor- und/oder Nachnamen. In der Vorlesung geht es in erster Linie um die pronominale Anrede: Wer sagt zu wem in welcher Situation Du oder Sie? Die Grenze zwischen beiden verschiebt sich seit den 1970er-Jahren zugunsten des Du und neuerdings so stark, dass schon von einer „Epidemie des Duzens“ die Rede ist. Wird also das Sie aussterben? Ein Blick auf die neuhochdeutsche Sprachgeschichte zeigt, dass diese – erst seit 18. Jahrhundert verbreitete – Anredeform schon immer keinen guten Ruf hatte: Grammatiker lehnten sie als „widernatürlich“ ab, und die Dichter benutzen sie nicht – Gedichte mit Sie-Anrede sind extrem selten.
53 Minuten
Der österreichische Journalist Karl-Peter Schwarz hatte das Privileg, den 2019 verstorbenen großen liberalen Philosophen und Ökonomen Anthony de Jasay noch persönlich kennenlernen zu dürfen. In seinem Beitrag würdigt Schwarz den gebürtigen Ungarn, der heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. De Jasay gehörte keiner intellektuellen Schule an. Er war ein origineller Denker, der radikalste unter den radikalen Individualisten, ein großer Einzelgänger unter den politischen Philosophen des 20. Jahrhunderts. (Wiederholung vom 22. Februar 2026)
51 Minuten
Die Nibelungensage ist bis heute Bestandteil deutscher Identitäts- und Erinnerungskultur. Ausgangspunkt von Alexander Meschnigs Vortrag ist die Beobachtung, dass das Nibelungenlied bis in die Gegenwart politische Deutungskonflikte auslöst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und unter welchen historischen Bedingungen ein literarischer Untergangsmythos im 19. Jahrhundert zum deutschen Nationalepos werden konnte. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Transformation des Nibelungenliedes von dessen historischem Kern über die mittelalterliche Erzählung bis hin zu seiner nationalen und ideologischen Vereinnahmung im Kaiserreich und im Nationalsozialismus. (Wiederholung vom 15. Februar 2026)
52 Minuten
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld die Frage, wie Staaten offensichtliches, schweres Unrecht in anderen Staaten behandeln sollen. Sollen sie, wenn sie die Machtmittel dafür zur Verfügung haben, gegen das Unrecht vorgehen? Dies scheint moralisch geboten, doch ist der Weg mit dem republikanischen Rechtsstaat nicht vereinbar, denn er höhlt die Grundlage des Rechtsstaats aus und fügt den eigenen Bürgern Schaden zu. Auch wenn humanitäre Prinzipien in einem fremden Land schwer verletzt werden, ist es deshalb falsch, militärische Mittel zur Behebung des Unrechts einzusetzen. Das Beispiel von Sokrates zeigt einen Ausweg aus diesem Dilemma: Er führt vor, wie man sich selbst weigern kann, Unrecht zu tun, ohne dabei mit Gewalt gegen andere vorzugehen.(Wiederholung vom 1. März 2026)
53 Minuten
Die meisten Nationen pflegen Großerzählungen aus ihrer Geschichte, die sie zu sozialen Einheiten formen und den Zusammenhalt stärken sollen. Solch eine Erzählung ist für Frankreich die Revolution von 1789, für Russland der Große Vaterländische Krieg gegen Deutschland. Die deutsche Kollektivlegende der Gegenwart unterscheidet sich markant von diesen Erzählungen. Sie beinhaltet das Bekenntnis zur „singulären“ deutschen Schuld an zwei Weltkriegen und die Verpflichtung zum „Antifaschismus“, um so die Vergangenheit zu „bewältigen“.

Die staatlich gepflegte Erinnerungskultur war berufen, diese Großerzählung zu festigen. Dabei spielte der sogenannte Historikerstreit 1986/1987 eine entscheidende Rolle, im Laufe dessen jeder mögliche Widerspruch medial vernichtet wurde. Wie aber verträgt sich mit dem aggressiven Antifaschismus die kriegerische Verteidigung der Ukraine, eines Nachfolgers der Alliierten des Nazi-Regimes?

(Wiederholung vom 18. Januar 2026)
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Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch – exklusiv im Kont...