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Dreierbob Archiv
95 Episoden
20 Minuten
Die Bob- und Skeleton-WM in Altenberg ist weitgehend eine rein deutsche Angelegenheit, bislang jedenfalls. Fünf der sechs am ersten Wochenende vergebenen Medaillen haben sich die Bobfahrer um Dominator Francesco Friedrich gesichert. Eine, die das jetzt entscheidend ändern kann, ist Janine Flock. Als Gesamtweltcupsiegerin tritt die österreichische Skeletonfahrerin in Altenberg an. WM-Silber hat sie schon gewonnen und im Vorjahr WM-Bronze. Fehlt also nur … Flock lächelt in der corona-konformen Videoschalte für den WM-Podcast Dreierbob, der dieses Mal zum Dreierskeleton wird. Sie ahnt, was kommt – und schüttelt noch vor Ende der Frage mit dem Kopf. „Der Plan wäre natürlich, definitiv auf die Goldmedaille zu gehen. Allerdings habe ich für diese Woche eine etwas andere Zielsetzung, denn ich habe von allen Topfahrerinnen wahrscheinlich die wenigsten Läufe hier in Altenberg“, erklärt die 31-Jährige. Zu den WM-Favoritinnen zählt sie sich deshalb ausdrücklich nicht, was außerdem noch am Wetter liegt. „Wir haben jetzt minus elf Grad Eistemperatur im Training gehabt, und das ist eine brutal rutschige Angelegenheit. Trotzdem muss ich das Maximale aus den insgesamt sechs Trainingsläufen herausholen, damit ich mich auf der Bahn wirklich sicher genug fühle“, sagt Flock. Zwar gehört die Österreicherin zu den erfahrensten Fahrerinnen, ist seit zehn Jahren im Weltcup und hat 2015 schon einmal die Gesamtwertung gewonnen. Aber, darauf haben zuletzt die Bobpiloten wieder hingewiesen: Altenberg ist Altenberg. Die mutmaßlich anspruchsvollste Strecke der Welt fordert auch Flock. Schlüsselstellen und einen eigenen Charakter habe jede Bahn, sagt sie, „aber Altenberg ist besonders, eine sehr technische Bahn“. Hört man ihr zu, scheint sich auf 1,4 Kilometer Länge eine Schlüsselstelle an die andere zu reihen. „Der Start ist flach und sehr lang, die Kurve vier, das Omega, der Kreisel ... Die müssen sitzen, da müssen die Lenkbewegungen wirklich auf den Punkt passen. Dabei muss ich den Schlitten stabil halten, um nicht zu rutschen“, beschreibt Flock. Dennoch ist Skeleton im Vergleich zu den anderen Kufensportarten noch am ungefährlichsten, wie sie erklärt, „weil bei uns der Schwerpunkt des Schlittens sehr tief ist“. Die Rodler liegen deutlich höher über dem Eis, auch die Kanten der Kufen sind schärfer. Und beim Bob kommt das hohe Eigengewicht der Geräte hinzu. Mut, sagt Flock, benötige man trotzdem, um sich zu überwinden, mit dem Kopf voraus den Eiskanal hinunterzufahren. Brenzlige Situationen gebe es immer wieder, in denen bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h die richtige Reaktion gefordert ist. „Es rauscht ganz ordentlich“, betont sie. Eine sichere Linie will Flock deshalb zunächst versuchen in den jeweils zwei WM-Läufen am Donnerstag- und Freitagvormittag. Was Vollgas, wie sie meint, nicht ausschließt. Eine Medaille bleibt ihr Ziel, nur die Farbe wäre ausnahmsweise egal. Außerdem spricht Flock in dem Podcast über ein Thema, das viele Skeletoni umtreibt: das gefühlte Schattendasein neben den Bob-Wettbewerben bei Weltmeisterschaften. In der Regel finden die Läufe im Skeleton donnerstags und freitags zu Zeiten statt, wo sie kaum jemand wahrnehmen kann. Abgesehen davon, dass das wegen Corona derzeit nicht möglich wäre, "finde ich das schade", sagt sie. Flock regt an, dass der Weltverband IBSF den Kalender verändern könne. "Ich denke schon, es wäre möglich, uns auch an Wochenenden starten zu lassen. Vielleicht teilt man es auf. Erste Woche Skeleton, zweite Woche Bob." Für potenzielle Zuschauer wäre das sicher wünschenswert. Denn Skeleton, die noch relativ junge olympische Sportart, hat inzwischen auch eine weltweit große Anhängerschaft. Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
19 Minuten
Die Party danach fiel diesmal aus, dabei hätte Laura Nolte allen Grund gehabt zum Feiern. Mit der Bronzemedaille bei der WM in Altenberg hat die Bobpilotin schließlich ihr Saisonziel erreicht und sich vor allem auch mit der Bahn im Osterzgebirge versöhnt. Bei der WM im Vorjahr an gleicher Stelle war die 22-Jährige noch schwer gestürzt und musste feststellen: "Der Sturz im letzten Jahr hat mich lange mitgenommen, selbst wenn ich es nicht zugeben wollte. Deswegen bin ich jetzt sehr froh. Das war für mich und meinen Kopf auch sehr wichtig", sagt sie im Podcast Dreierbob von Sächsische.de. Gefeiert wurde trotzdem nur im ganz kleinen Rahmen - wegen Corona natürlich und auch dem, was jetzt noch kommt: die WM-Entscheidung im Monobob am zweiten WM-Wochenende. Mono was? Erstmals ist eine Weltmeisterschaft für die Frauen nicht schon nach der ersten Woche vorbei, mit dem neuen Wettbewerb haben auch sie jetzt eine zweite Medaillenchance. "Monobob ist quasi der kleine Zweierbob, doch man muss als Pilotin alles alleine machen: anschieben, reinspringen, lenken. Und man bremst auch allein", erklärt Laura Nolte. Eine neue Disziplin, auf die sie sich freut, wie die junge Frau aus Unna in unserem WM-Podcast Dreierbob erzählt. Dabei ist alles andere als sicher, ob sie überhaupt eine Medaillenchance hat. Denn was so einfach klingt, entpuppt sich für Zweierbob-erfahrene Pilotinnen als echte Herausforderung - vor allem auf der anspruchsvollen Bahn in Altenberg. "Das ist schon eine ziemlich große Umstellung, damit hätten wir alle vor der Saison nicht gerechnet", sagt Laura Nolte und führt das auf die Lenkung zurück sowie ein komplett anderes Fahrverhalten des Monobobs. Der bricht im Heck, wo im Zweier sonst die Anschieberin sitzt, nun hin und wieder aus. "Auf der Hinterachse haben wir kein Gewicht, ohne Anschieberin fehlen einfach ein paar Kilo." Die Herausforderung aber nimmt sie an, schließlich gibt es im nächsten Jahr auch olympische Medaillen im Monobob zu gewinnen. Wobei Laura Nolte im Gespräch mit den Redakteuren von Sächsische.de gesteht, dass sie der Viererbob fast noch mehr reizen würde. Die Premiere im Dreierbob, so viel steht fest, hat sie sehr souverän gemeistert ... Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
22 Minuten
Am Tag nach seinem siebenten WM-Titel im Zweierbob, den zehnten insgesamt und damit der Krönung zum Rekordweltmeister, ist Francesco Friedrich in seinen ganz persönlichen Vierer gewechselt. Zu Hause in Pirna bei seiner Frau Magdalena und den beiden Söhnen sammelt der 30-Jährige die Kraft für neue Heldentaten. Der Triumph vom Sonntag war so eine: Mit 2,05 Sekunden Vorsprung fuhr Friedrich zusammen mit Anschieber Alexander Schüller zum Sieg - und dabei in einer anderen Liga. Die Konkurrenz staunt, und selbst Experten fragen sich: Wie macht er das nur? Immer auf den Punkt topfit, immer auf Sieg gepolt und seit 2017 im Zweier und Vierer bei Großereignissen ungeschlagen - den Versuch einer Erklärung für diese unglaubliche Dominanz wagen im WM-Podcast Dreierbob seine Trainer. "Er möchte sich immer in allen Punkten verbessern, möchte besser sein als alle anderen. Die Auswirkung sieht man jetzt: Er ist aus meiner Sicht auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere", sagt Bundestrainer René Spies und führt eine tatsächlich lange Liste an Details an, denen sich Friedrich wie kein anderer verschrieben hat. Auch Gerd Leopold, der Friedrich als Heimtrainer in den vergangenen zehn Jahren so eng wie kein anderer begleitet hat, hebt die Akribie und Detailversessenheit seines Schützlings hervor. Der siebente WM-Sieg hintereinander im Zweier, auch das hat niemand vor Friedrich geschafft, sei der Lohn dafür. "Ein toller Erfolg, ein toller Rekord. Dafür hat die ganze Mannschaft das ganze Jahr über hart gearbeitet", betont Leopold, der sich in der Stunde des Triumphs auch bedankt bei den Sponsoren, Förderern, Fans und Freunden von Team Friedrich, dessen Vereins BSC Sachsen Oberbärenburg und dem sächsischen Bobsport allgemein. Und Leopold verspricht: "Wir wollen es euch mit Leidenschaft, Ehrgeiz, mit Herz und Seele zurückgeben." Nächste Möglichkeit: bei der Viererbob-Entscheidung am zweiten WM-Wochenende. Auch da sind Friedrich und seine Anschieber die Favoriten. Doch die Konkurrenz ist größer als im Zweier. Außerdem geht es in dieser Podcastfolge um Friedrichs Förderung des österreichischen Piloten Benjamin Maier und einen Rekord, den er noch nicht innehat: die meisten Gesprächsteilnahmen im Dreierbob. Doch vielleicht stellt er diesen während der WM in Altenberg ja noch ein und nimmt noch einmal Platz im virtuellen Podcast-Studio von Sächsische.de ... Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
23 Minuten
Altenberg. Im vergangenen Jahr war sie als WM-Zweite noch die große Überraschung bei der Bob-Weltmeisterschaft in Altenberg - und diesmal mindestens genauso glücklich über die erneute Silbermedaille: Kim Kalicki, die Beste der vier deutschen Pilotinnen bei der Zweierbob-Entscheidung der Frauen am Samstag. "Ich bin jetzt voll und ganz zufrieden. Wir haben gezeigt, was wir können", sagt die 23-Jährige Wiesbadenerin am Tag nach ihrem Triumph im WM-Podcast Dreierbob. Nur eine war erneut besser: Kaillie Humphries. Die US-Amerikanerin setzt nach wie vor die Maßstäbe im Eiskanal, doch ihr Vorsprung wird kleiner - von 0,37 Sekunden im Vorjahr auf nun 0,35 Sekunden. Und hätte Kalicki nicht im ersten Lauf einen groben Fahrfehler gemacht, wäre es ganz knapp geworden. Insofern trifft das, was sie schon im Vorjahr sagte, auch diesmal zu: "Ich bin Perfektionist und wäre gerne ein bisschen besser gefahren." Keinen geringen Anteil an dem Aufstieg der hessischen Landespolizistin, die im Vorjahr zudem Junioren-Weltmeisterin wurde und vor zwei Wochen am Königssee ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt einfuhr, haben auch die Sachsen. In den vergangenen Jahren hat Kalicki oft und viel in Altenberg trainiert. Die Stützpunkttrainer René Thierfelder und Andreas Zschocke haben entscheidend an ihrer Entwicklung vom Talent zur WM-Zweiten mitgewirkt, zudem mittlerweile auch Stützpunktleiter Gerd Leopold. "Es ist immer von Vorteil, mit Profis zusammenzuarbeiten. Ich kann die Trainer alles fragen, jeder hat ein offenes Wort für mich", sagt Kalicki. Die 22-jährige Pilotin spricht auch über die noch am kommenden Wochenende anstehenden Monobob-Rennen. Dieser Wettbewerb ist neu. "Wir sind da noch nicht dort, wo wir im Zweier sind", bremst Kalicki etwas die Hoffnungen. "Aber nächstes hauen wir dann wirklich einen raus", setzt sie nach. Und 2022 sind, wenn nicht etwa so etwas wie Corona dazwischen kommt, Olympische Spiele in Peking. Und Corona ist natürlich auch ein Thema in dem Podcast-Gespräch. Denn anders als im vergangenen Jahr konnte bei dieser WM in Altenberg nicht mit Zuschauern oder zumindest der ganzen Mannschaft der gewinn der Silbermedaille gefeiert werden. "Wir saßen mit Abstand zueinander abends für eine halbe Stunde im Hotel bei offenem Fenster mit Maske." Das wird hoffentlich beim nächsten Titel ganz anders ... Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
24 Minuten
Altenberg. Eigentlich ist Marc Bodis Betriebsleiter einer Dresdner Firma, die auf die Nachrüstung von Fahrzeugelektronik spezialisiert ist. Mit Navigationssystemen kennt er sich bestens aus. Bei der Bob-WM in Altenberg ist er zwar auch den ganzen Tag mit Navigieren beschäftigt, allerdings hat das weniger mit Autos zu tun. Bodis sorgt an der Bahn für die Sicherheit. Athleten, Trainer, Bahnpersonal: Auf sein Kommando hören alle - und jetzt, da es spezielle Corona-Regeln gibt, erst recht. Denn zusätzlich ist Bodis nun auch Hygienebeauftragter. Im Dreierbob, dem Podcast zur WM von Sächsische.de, erzählt er, wie er zu dieser Aufgabe gekommen ist. Im Oktober habe ihn Bahnchef Jens Morgenstern gefragt, ob er es sich vorstellen könne, beim Erstellen des Hygienekonzepts mitzuwirken und auch die Funktion des Verantwortlichen zu übernehmen. "Ich durfte nur 'Ja' oder 'Ja' sagen. Die Entscheidung fiel mir aber auch leicht", scherzt Bodis. Welches Ausmaß die Aufgabe würde annehmen, war ihm allerdings im Frühherbst noch nicht klar. "Das Thema ist irgendwie immer größer geworden", stellt er rückblickend fest. "Angefangen hat alles mit Abstimmungen mit den Behörden, damit unser Hygienekonzept genehmigt wird." Danach seien viele logistische Herausforderungen zu bewältigen gewesen. Die größte wahrscheinlich das speziell für die Teilnehmer und Helfer bei der Weltmeisterschaft eingerichtete Corona-Testzentrum. Das befindet sich in der Feuerwache von Oberbärenburg, etwa zwei Kilometer entfernt von der Bobbahn. Zuerst haben Bodis und sein Team eine Raumplanung in Skizzen aufgezeichnet. "Es sollte sich während der Corona-Tests ja niemand begegnen. Das muss alles passen." Danach folgten der Aufbau der Anlage und die Einarbeitung von Personal. Dazu zählen Kräfte des DRK, freiwillige Helfer und Ärzte. "Und jetzt sind wir in der Lage dort 150 bis 180 Schnelltests pro Stunde zu machen." Insgesamt sollen es in den rund zwei WM-Wochen wohl 3.000 Test werden. Bei positiven Tests gibt es ein klares Prozedere, das Bodis überwacht. "Fällt ein Test positiv aus, muss sich die betreffende Person absondern. Zusätzlich wird noch ein PCR-Test genommen. Und der muss dann schnellstmöglich per Kurier in ein Labor nach Halle an der Saale." Binnen 24 Stunden, so der Plan, sollen spätestens zweifelsfreie Ergebnisse vorliegen. Bodis macht das alles freiwillig. "Ich bin seit 2016 jeden Winter an der Bahn dabei. Mein Vater hat hier auch schon im Eis gearbeitet." Er sieht seine Aufgabe weniger als Belastung, sondern gerade in der aktuellen Corona-Zeit als Abwechslung. "Und ich bilde mich auf einem neuen Gebiet weiter. Das hilft mir auch bei meiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr." Mehr Details zum Ablauf der WM unter Corona-Bedingungen und das ganze Gespräch mit dem Hygienebeauftragten Marc Bodis hören Sie im Podcast Dreierbob. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
23 Minuten
Altenberg. Wer im Zweier- und Viererbob bei der WM in Altenberg die Titel gewinnen will, muss an ihm vorbei: Francesco Friedrich. Der Pirnaer kommt in Bestform zu den Rennen an seine Heimbahn. Bei 15 von 16 Weltcups in diesem Winter hat er bisher immer ganz oben gestanden. Experten sind sich einig: Schlagen kann sich Friedrich eigentlich nur selbst. "Doch man sollte diesmal das Wetter nicht unterschätzen", warnt der Rekordweltmeister im Dreierbob, dem Podcast von Sächsische.de zur WM. In dem Gespräch, das er ganz Corona-sicher mit SZ-Reportern per Video-Schalte führt, beschreibt Friedrich die Tücken und Vorteile seiner Favoritenrolle. "Mein Team und ich, wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt. Seit Olympia 2018 kennen wir das Gefühl und die Erwartungen an uns." Mental brauche man sich im Bobteam Friedrich auf so wichtige Läufe nicht mehr einstimmen. Man habe den Kopf frei für andere Dinge. "Wir können deshalb viel mehr auf Details und das Drumherum achten. Es ist ja nicht nur so, dass man einen guten Lauf in der Bahn runter bringen muss." Der 30-Jährige richtet seinen Blick weit zurück in den Sommer und darüber hinaus. Auf präzises Athletiktraining und feine Arbeiten am Material. Darauf könne er sich mit seinen Anschiebern verlassen. Der Pilot des BSC Sachsen Oberbärenburg zweifelt im Grunde selbst nicht daran, am kommenden Wochenende im Zweier, seiner Spezialdisziplin, zu gewinnen. Im vergangenen Jahr deklassierte er die Konkurrenz und hatte dabei nach vier Läufen einen Vorsprung von 1,65 Sekunden. Im Bob-Sport sind das Welten. "Wenn die Bahn glatt wäre", sagt Friedrich und meint kaltes, auf jeden Fall aber klares Wetter, "könnte ich eine Prognose abgeben, dass nicht viel schiefgehen wird – und dass Hansi Lochner hinter uns einkommt." Der Pilot vom Königssee war im Vorjahr der Beste vom Rest, wiederum mit einigem Vorsprung vor allen anderen. "Sollte es schneien, was wahrscheinlich ist, kann das alles ganz anders aussehen." Außerdem redet Friedrich über die besondere Corona-Situation bei der WM. "Dass keine Zuschauer dabei sind, ist mega schade." Er und sein Team müssen sich an klare Regeln halten. "Doch im Grunde macht es für das Sportliche keinen Unterschied." Denn auch trotz Corona ist der Wettkampf ausschlaggebend für vieles, was folgt. "An den Ergebnissen hier hängt beispielsweise auch die Förderung fürs nächste Jahr." Und da finden Olympische Spiele statt ... Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
23 Minuten
Corona verändert alles. Auch die Reisepläne der Bob- und Skeleton-Sportler in diesem Winter. Eigentlich wäre von diesem Wochenende an bis zum 14. Februar im Eiskanal von Lake Placid um die Titel gefahren worden. "Weil aber im September vergangenen Jahres die Beschränkungen und Vorschriften in Nordamerika so aussahen, dass auf absehbare Zeit keine Großveranstaltungen dort stattfinden dürfen, sind wir eingesprungen", sagt Jens Morgenstern, Geschäftsführer der Wintersport Altenberg GmbH im Podcast Dreierbob. Dass Altenberg nach 2020 gleich im Folgejahr erneut die Weltmeisterschaft ausrichtet, musste im Spätsommer spontan entschieden werden. "Wir mussten innerhalb von drei, vier, Tagen nachdem die Idee im Raum stand dem Weltverband IBSF Bescheid geben." Die anderen deutschen Bobbahnen, die noch infrage gekommen wären, also Königsee und Winterberg, wollten nicht. Schließlich war noch St. Moritz in der Schweiz Kandidat. "Am Ende sind wir es geworden. Sicher auch deshalb, weil vergangenes Jahr alles so reibungslos geklappt hat." Doch diese WM wird anders, weiß auch Morgenstern. "Uns werden die Zuschauer fehlen, die diesen Sport ausmachen", sagt der Bahnchef während des Podcast-Gesprächs, das er, um Kontakte zu vermeiden, mit Reportern von Sächsische.de über eine Video-Konferenz führt. "Es gibt ein klares Hygienekonzept. Und wir können durch Kontrollen am Einlass zu jeder Zeit nachvollziehen, wer auf dem Gelände war", erklärt er. Ab dem Tor zum Bahngelände gelten demnach strikte Corona-Regeln. Als Bahnchef übernimmt Morgenstern bei der WM in Altenberg eine besonders wichtige Funktion. Die Stricke laufen, wenn man so will, bei ihm zusammen. Denn er ist auch Chef des Organisationskomitees. Er sorgt dafür, dass sich alle an die Corona-Auflagen halten. Und er hat Einfluss darauf, dass die Bedingungen für die Sportler stimmen. Über die besonderen logistischen Herausforderung und seine Aufgabe in diesen WM-Tagen am Eiskanal redet er im Dreierbob. Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.
18 Minuten
Nach 13 Tagen WM in Altenberg fährt der Dreierbob ins Ziel. Am Tag nach den finalen Wettkämpfen und den zahlreichen Medaillen für die deutschen Bob- und Skeleton-Sportler ziehen die Reporter Fabian Deicke und Tino Meyer Bilanz. Was war sportlich los und wie viel Organisation steckte hinter diesem Großereignis im Osterzgebirge? Vor allem legen sie noch einmal den Fokus auf die beiden emotionalen Höhepunkte des Sonntags. Da war auf der einen Seite Francesco Friedrich, der im Viererbob Gold gewann und sich mit seinem Team damit zum dritten Mal nacheinander Doppelweltmeister nennen darf. Seit 2017 holte die Mannschaft des Pirnaers nun jeden wichtigen internationalen Titel. Und dann war da noch Nico Walthers kurze, überraschende Rede direkt nach der Siegerehrung. Der in Altenberg groß gewordene Bob-Pilot erklärte vor heimischem Publikum seinen Rücktritt. Sichtlich und hörbar den Tränen nahe verabschiedete sich Walther als WM-Dritter von der Bühne des Bobsports. Außerdem in dieser finalen Episode des Dreierbobs: der Dresdner Skeleton-Pilot Axel Jungk. Er beschreibt, wie knapp es am Freitag war, als er sich nach vier Läufen mit der Winzigkeit von 0,02 Sekunden seinem Teamkollegen Christopher Grotheer geschlagen geben musste. Ist die Enttäuschung über den verpassten Titel bereits der Freude über Silber gewichen? Axel Jungk erklärt es und stimmt nach der Analyse seiner sportlichen Leistung kritische Töne am WM-Zeitplan an, der für die Skeleton-Sportler tatsächlich nicht optimal war. Dennoch: Die Bilanz der WM ist eine positive. So kamen zum Beispiel schon an den Trainingstagen mehr Zuschauer nach Altenberg als während der gesamten WM im kanadischen Whistler im vergangenen Jahr. Weitere Fakten, Zahlen und Hintergründe gibt es in dieser (vorerst) letzten Episode Dreierbob. Noch ein Hinweis: Alles, was bei der WM passierte, finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
26 Minuten
Kevin Kuske ist der Prototyp eines Bob-Anschiebers, auch zwei Jahre nach seinem Karriere-Ende. Fast zwei Meter groß, satte 120 Kilogramm schwer - der Mann macht Eindruck. In seiner Karriere im Eiskanal hat der mittlerweile 41-jährige Potsdamer alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Kuske ist: der beste olympische Bobfahrer, einer der erfolgreichsten Wintersportler überhaupt - und am letzten WM-Tag bei uns im Dreierbob. Im Podcast-Talk mit den SZ-Reportern Fabian Deicke und Tino Meyer erzählt er von seiner eindrucksvollen Laufbahn, einer Begegnung mit Bayern-München-Doc Müller-Wohlfahrt, der erst seine Karriere rettete und zugleich sein Leben veränderte. Und er verrät auch, was bei seiner Teilnahme am Sat-1-Promibacken nun tatsächlich in der technischen Prüfung schiefgegangen ist ... Und noch zwei Hinweise: Im Zusammenhang mit diesem Podcast veranstaltet Sächsische.de ein Gewinnspiel: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
19 Minuten
Seit gut einem Jahr ist Michael Nitsch Direktor des Institutes für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten, kurz FES. Er selbst würde das Berliner Institut wahrscheinlich nicht pauschal als Medaillenschmiede bezeichnen. Den Anspruch aber, für deutsche Spitzensportler auch Spitzengeräte zur Verfügung zu stellen, den hat er allemal. Bereits seit 1992 arbeitet Nitsch, der in Dresden studiert hat, als Entwicklungsingenieur bei der FES für verschiedene Sportarten. Seit 2000 als Projektleiter Bobsport. Klar also, dass er auch bei der Bob- und Skeleton-WM in Altenberg die Ergebnisse und Ereignisse genau im Blick hat. Über den Rekord-Weltmeistertitel im Zweier von Francesco Friedrich durfte sich der Ingenieur bereits am vergangenen Wochenende freuen. Der Bobpilot gewann in einem FES-Schlitten. Beim Vierer allerdings wird Friedrich mit einem Wallner-Schlitten an den Start gehen. Tut das weh? Und wie hart ist die Konkurrenz beim Material im Bobsport? Das haben die Reporter Tino Meyer und Fabian Deicke den Ingenieur Michael Nitsch im WM-Podcast gefragt. Außerdem wird in dieser Folge Dreierbob auch auf viele andere Sportarten geblickt, die in Deutschland von der FES mit Sportgeräten ausgerüstet werden. Und noch zwei Hinweise: Im Zusammenhang mit diesem Podcast veranstaltet Sächsische.de ein Gewinnspiel: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
20 Minuten
Der Sportart-Wechsel hat sich gelohnt, und wie. Als Leichtathlet wäre diese Erfolgsserie jedenfalls schier unmöglich, weiß der frühere 400-Meter-Läufer Martin Grothkopp. Deutscher Meister ist er immerhin in dieser ersten Leistungssport-Karriere geworden. Ein Sieg, der im Bobsport nicht viel zählt. Und den Titel hat der Dresdner seit seinem Umstieg in den Bob vor sieben Jahren nun schon zweimal gewonnen, was im Prinzip nicht der Erwähnung wert ist angesichts der internationalen Erfolge. Als Anschieber von Francesco Friedrich ist der 33-Jährige maßgeblich daran beteiligt, dass sich der Pilot aus Pirna inzwischen Rekord-Weltmeister nennen darf. Und Grothkopp? Olympiasieger ist er 2018 geworden, dazu jeweils zweimal Welt- und Europameister. Heißt konkret: Seit 2017 ist Friedrichs Vierer, den er auf Position drei anschiebt, bei den großen, den entscheidenden Rennen des Winters ungeschlagen. Die Krönung soll nun am Wochenende in Altenberg folgen, der dritte WM-Sieg hintereinander. Es wäre nach Friedrichs sechs WM-Titeln in Folge der nächste Rekord, auch das hat es in der langen Historie des Bobsports noch nie gegeben. Wie ist diese Dominanz entstanden? Und welchen Anteil hat ein Anschieber am Erfolg? Darüber und über die Besonderheiten bei einer Heim-WM redet Martin Grothkopp im WM-Podcast Dreierbob mit Fabian Deicke und Tino Meyer. Und noch zwei Hinweise: Das in dieser Folge erwähnte Gewinnspiel finden Sie hier: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
17 Minuten
Oberbärenburg hat rund 250 Einwohner. Ein Dorf also. Doch der Ort in unmittelbarer Nähe zum Eiskanal in Altenberg ist Heimat des erfolgreichsten Wintersportvereins der Welt, auf jeden Fall mindestens aber Deutschlands.Die Rede ist vom BSC Sachsen Oberbärenburg. Dessen Präsident ist Rainer M. Jacobus. Der 56-Jährige ist eigentlich Versicherungsmanager. Doch der Wintersport, insbesondere das Bobfahren, hat es ihm angetan. Seit Jahren engagiert sich Jacobus als Sponsor. Nach der Fusion des BRC Riesa und des SC Oberbärenburg im Jahr 2015 übernahm er bei dem dann neuen BSC Sachsen Oberbärenburg ehrenamtlich eine tragende Rolle. Bei der Heim-WM in Altenberg zählen die Athleten des Vereins zu den Top-Favoriten auf Medaillen. Im Bob ist an den Teams von Francesco Friedrich, Nico Walther, Richard Oelsner und Stephanie Schneider nur schwer ein Vorbeikommen. Bei den Skeletoni startet der Dresdner Axel Jungk für den Verein aus dem kleinen Erzgebirgsdorf. Auch Jacobus selbst startet bei der WM: im Spurschlitten zusammen mit Olympiasieger Harald Czudaj. In dieser Folge Dreierbob, dem Podcast zur WM in Altenberg, redet Jacobus über sein ehrenamtliches Engagement im Sport, wie Oberbärenburg zum Bob-Zentrum wurde und was so eine Spurschlittenfahrt so alles auslösen kann. Und noch zwei Hinweise: Das in dieser Folge erwähnte Gewinnspiel finden Sie hier: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
16 Minuten
Eigentlich ist die sportliche Heimat von Anja Selbach die Eisbahn am Königssee. Dort ist die ehemalige Skeleton-Pilotin groß geworden und lebt auch heute noch im nur wenige Kilometer entfernten Berchtesgaden. Doch in Altenberg kennt sich die Bayerin bestens aus. Hier feierte sie den größten Erfolg ihrer Karriere: 2008 mit Gold bei der WM, damals noch als Anja Huber. Zur diesjährigen Weltmeisterschaft im Osterzgebirge kommt die 36-Jährige nicht als aktive Sportlerin. Inzwischen trainiert sie Nachwuchsathleten. Also auch jene jungen Talente, die während dieser WM-Tage die Spurschlitten steuern. Über ihre aktuelle Aufgabe und die anspruchsvolle Arbeit im Nachwuchsbereich der olympischen Sportart spricht sie im Dreierbob mit den Reportern Tino Meyer und Fabian Deicke. Und noch zwei Hinweise: Das in dieser Folge erwähnte Gewinnspiel finden Sie hier: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
14 Minuten
In der zweiten WM-Woche in Altenberg folgen auf die Zweierbob-Rennen der Frauen und Männer die Wettkämpfe im Skeleton. Also in einem mindestens genauso rasanten Rennsport. Die Athleten rasen kopfüber mit Geschwindigkeiten jenseits von 100 km/h den Eiskanal runter. In der Wintersportregion Erzgebirge kommt man in Sachen Skeleton am Namen Sartor nicht vorbei. Das ist in erster Linie der Verdienst von Diana Sartor. Die heute 49-Jährige hat am Stützpunkt in Altenberg als Athletin in den 1990er und frühen 2000er Jahren Pionierarbeit geleistet. Der Einsatz zahlte sich aus: Sartor wurde 2004 am Königsee Weltmeisterin und schrammte 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin als Vierte knapp an einer Medaille vorbei. Bis heute setzt sie sich für den Skeletonsport im Erzgebirge ein. Im Podcast Dreierbob zur WM in Altenberg unterstützt sie Sächsische.de als Expertin. In dieser Folge spricht sie über ihre Karriere, das Leben danach und wie für sie der Leistungssport ganz ungewollt zu einem treuen Begleiter wurde. Außerdem werfen die Reporter Tino Meyer und Fabian Deicke zu Beginn der Episode noch einmal einen Blick zurück auf die Bob-Rennen des Wochenendes. Denn: Anders als bei früheren Weltmeisterschaften schien da die eigentlich oft entscheidende Material-Frage keine so große Rolle gespielt zu haben. Warum das so war und wie viel eigentlich Bob-Schlitten kosten, klären die beiden mit Hilfe von Experte Gerd Leopold auf. Und noch zwei Hinweise: Das in dieser Folge erwähnte Gewinnspiel finden Sie hier: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm
14 Minuten
Um punkt 16.53 Uhr am Sonntagnachmittag stand fest: Francesco Friedrich ist neuer Rekordweltmeister im Bobsport. Der Pirnaer hat das geschafft, wovon in den Wochen zuvor schon jeder geredet hatte. Der Erwartungsdruck war enorm, noch dazu vor heimischem Publikum in Altenberg. Doch den 29-Jährigen schien der Rummel um seine Person sprichwörtlich nicht von der Bahn abzubringen. In Friedrich-Manier, in sich ruhend, und wissend, alles perfekt auf die entscheidenden vier Läufe abgestimmt zu haben, stellte er den Rekord auf: sechsmal nacheinander Weltmeister im Zweier. Die bisherige Bestmarke, aufgestellt von Eugenio Monti in den 1960er Jahren, ist übertroffen. Und nun? "Jetzt geht es mit dem Vierer am kommenden Wochenende weiter", sagt Friedrich, der sich am Tag nach dem großen Triumph in den Dreierbob zu den Sächsische.de-Reportern Fabian Deicke und Tino Meyer gesetzt hat. In dieser Folge des WM-Podcasts spricht der Weltmeister über seinen Rekord und wie lange er überhaupt noch Bobfahren will. Und noch zwei Hinweise: Das in dieser Folge erwähnte Gewinnspiel finden Sie hier: https://www.saechsische.de/gewinnspiel-bob-skeleton-wm-altenberg-5173994.html Viele weitere Berichte, Hintergründe und Fakten zur Bob- und Skeleton-WM finden Sie auf unserer Themenseite unter: https://www.saechsische.de/thema/bobwm