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Dreierbob Archiv

95 Episoden
37 Minuten
Steht, fertig ... und! Mit dem Startkommando von Bobdominator Francesco Friedrich und seinem Team beginnt jede Folge "Dreierbob". Angefangen hat alles in Altenberg bei den Bob- und Skeletonweltmeisterschaften im Februar 2020. Ziemlich genau drei Jahre später feiert der Wintersportpodcast von Sächsische.de, der 2021 mit dem deutschen Lokalsportpreis ausgezeichnet wurde, nun Jubiläum: die 50. Folge erscheint. Und auch das stilecht – in St. Moritz, der Wiege des Bobsports. Auf der dort 1904 erstmals und seitdem jedes Jahr neu errichteten Natureisbahn findet derzeit die Weltmeisterschaft statt. Das Auftaktwochenende hätte aus sächsischer Sicht kaum besser laufen können: Zweimal Skeleton-Gold für die Dresdnerin Susanne Kreher, die anschließend bei ihrer ersten Fahrt im "Dreierbob" von dem sensationellen Erfolg erzählt. Zudem gab es die Silbermedaille im Zweierbob für den Piloten Friedrich, der wie Kreher für den BSC Sachsen Oberbärenburg startet und sich nach einer Muskelverletzung gehandicapt lediglich seinem größten Herausforderer Johannes Lochner geschlagen geben musste. Lochner genoss dabei quasi sächsische Hilfe. Sein Anschieber Georg Fleischhauer war für viele Jahre als Leichtathlet beim Dresdner SC aktiv und hatte seine Anfänge im Bobsport ebenfalls in Oberbärenburg. Fleischhauers Trainer jetzt: Boblegende Kevin Kuske. Im "Dreierbob"-Gespräch spricht der frühere Anschieber über die WM, seine guten wie schlechten Erinnerungen an St. Moritz und macht überdies noch ein Versprechen: Dem "Dreierbob" will er zum 50. eine Torte backen.
33 Minuten
Als sie kam, ging es bergauf mit dem deutschen Bobsport. Könnte man sagen - weil es zeitlich passt. Die wahren Gründe, wieso nach dem Debakel bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi gänzlich ohne Bob-Medaille eine bis heute andauernde Erfolgsära angebrochen ist, sieht Brigitte Schmailzl aber nicht bei sich. "Es ist das gesamte Team", sagt die Physiotherapeutin der Bob-Nationalmannschaft und damit die Frau, die aktuell für die "Adduktoren der Nation" zuständig ist, im Podcast "Dreierbob". Jene Adduktoren sind die von Francesco Friedrich. Der Bob-Dominator hat sich kurz vorm Jahreswechsel verletzt - ausgerechnet an seiner "seiner sensiblen Stelle", wie Schmailzl weiß. Die in München lebende und praktizierende Physiotherapeutin hat Friedrich bereits mehrfach vor großen Wettkämpfen fit gemacht und damit WM-Titel ermöglicht. "Stundenlanges Behandeln" sei auch diesmal nötig, damit der 32-Jährige bei der WM in St. Moritz am kommenden Wochenende zu der gewohnten Höchstform findet. Mehr will und darf sie nicht verraten. Dennoch gewährt Schmailzl tiefe Einblicke in ihre Arbeit und die ihrer Kollegen mit den Sportlern. Auch darüber, was Friedrichs Adduktoren-Anfälligkeit mit langen Flugreisen zu tun haben könnte, verrät sie einige Details. Und wie die Zusammenarbeit überhaupt zustande gekommen ist, Stichwort Nasendusche. Schließlich geht es in dem Podcast um "den Franz" (gemeint Francesco Friedrich), der nach Schmailzls Erzählungen eine besondere Gabe zu haben scheint. "Er kann nicht nur das Maximum aus seinem Material herausholen, sondern auch aus den Menschen, die mit ihm Arbeiten". Schmailzl beschreibt das, was an der Behandlungsbank passiert, als etwas Magisches. Friedrich könne, wie kaum ein anderer durch das exakte Beschreiben dessen, was er in seinem Körper spürt, die Physiotherapeutin wie von Geisterhand leiten.
13 Minuten
Nach der EM ist vor der WM und das binnen einer Woche. Der nacholympische Winter im Eiskanal ist eng getaktet an Höhepunkten. Als am späten Sonntagnachmittag in Altenberg noch die besten Männerteams des Weltcup-Rennens inklusive Europameisterschaftswertung gekürt wurden, waren die Frauen längst unterwegs ist gut 750 Kilometer entfernte St. Moritz. Im mondänen Schweizer Skiort, der mit seiner Natureisbahn auch als Wiege des Bobsports gilt, finden nun die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften statt. Mit zwei EM-Goldmedaillen im Gepäck und deshalb zudem mit einem sehr guten Gefühl hat sich Laura Nolte auf den Weg gemacht. "Eine WM-Medaille wäre schön - und das ist auch das Ziel. Es muss auch nicht unbedingt die Goldene sein", sagt die Olympiasiegerin in der neuen Folge des Dreierbobs, dem Wintersportpodcast von Sächsische.de - der sich diesmal ganz der WM und den Frauen widmet. Nolte weiß um die starken Konkurrentinnen, allen voran Kaillie Humphries. Die US-Amerikanerin hat in Altenberg sowohl mit dem Monobob als auch im Zweier gewonnen, und sie gilt auch in St. Moritz als Topfavoritin. Mindestens Außenseiterchancen werden die Gastgeberinnen eingeräumt, und da insbesondere dem Duo Melanie Hasler/Nadja Pasternack. "Natürlich träumen wir von Medaillen, aber auch ein Top-5-Resultat wäre ein Traum", sagt Pilotin Hasler, die in Altenberg zuletzt die Plätze acht (Mono) und drei (Zweier) belegte. Und generell gilt: Auf St. Moritz freuen sich alle, Frauen wie Männer. "Darüber müssen wir nicht viel reden. Geile Bahn, meisten super Wetter, nette Leute - das werden zwei schöne Wochen", meint Kim Kalicki, neben Nolte, Lisa Buckwitz und Maureen Zimmer eine der vier deutschen WM-Starterinnen, und bringt die Vorfreude damit auf den Punkt.
25 Minuten
Ohne sie, die Männer und Frauen im Spurbob, geht nichts. Denn mit ihrem Schlitten, der vor jedem Wertungslauf zum Einsatz kommt, prüfen sie den Zustand der Bahn und dass die Sicht passt. Besonders bei Nebel oder Schnee muss die Jury danach abwägen, ob ein Rennen gestartet wird. Und auf ihr Urteil war dabei stets Verlass: Pilot Harald Czudaj, Vierer-Olympiasieger von 1994, und sein Anschieber Rainer Jacobus - ein rund um den Eiskanal hochgeschätztes Duo und zu Gast in der neuen Folge "Dreierbob", dem Wintersportpodcast von Sächsische.de. Letzte Ausfahrt Altenberg hieß es vergangenen Samstag im Rahmen des Weltcups im Osterzgebirge schließlich für Czudaj und Jacobus, die in den nächsten Wochen jeweils ihren 60. Geburtstag feiern. Eine gute Gelegenheit also, um endgültig Abschied zu nehmen - nachdem Czudaj seine Leistungssport-Karriere bereits 2001 beendet hatte und fünf Jahre später dann mit Jacobus den Neuanfang im Spurbob startete. Ergeben hat sich das bei einem Firmenevent. "Dann haben wir es zusammen bei der Senioren-EM in Innsbruck probiert und seitdem fahren wir Spurbob in Altenberg. Nach 2008 und vergangenes Jahr ist das jetzt unsere dritte Heim-WM", erzählte Jacobus 2021 bei der WM in Altenberg. In der Podcastfolge jetzt und bei ihrem Abschied blicken beide nun zurück auf prägende Erlebnisse, sprechen über Veränderungen im Bobsport in den vergangenen 20, 30 Jahren und sagen, wie sie auch künftig ihre Sportart unterstützen. Außerdem wird in dieser Folge vorausgeblickt: auf das anstehende zweite Weltcup-Wochenende in Altenberg und die schon Ende nächster Woche beginnende WM in St. Moritz.
21 Minuten
Es ist das beherrschende Thema am Eiskanal verbunden mit der einen großen Frage, auch am Wochenende beim Weltcup in Altenberg wieder und jetzt in der neuen Folge "Dreierbob", dem Wintersportpodcast von Sächsische.de: Wie schwer ist Francesco Friedrich denn nun verletzt? Die Ergebnisse nach seinem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich, den er sich kurz vorm Jahreswechsel beim Training zugezogen hat, lassen jedenfalls Konkurrenz und Fans gleichermaßen rätseln. Beim Weltcup in Winterberg belegte Team Friedrich die Plätze sechs (Zweier) und eins (Vierer), am ersten von zwei Wochenende in Altenberg waren es die Ränge drei (Zweier) und vier (Vierer). Fest steht: Der Weltklasse-Pilot aus Pirna, seit 2017 in allen großen Rennen unbesiegt und in seiner Sportart so dominant wie keiner vor ihm, ist nicht im Vollbesitz der Kräfte und durch die Verletzung vor allem am Start stark gehandicapt. Bis zu 0,2 Sekunden Rückstand handelt sich Friedrich derzeit auf den ersten 50 Metern ein - weil er auf jeden Schritt achtet und jedes Risiko meidet, wie er im "Dreierbob", dem Wintersportpodcast von Sächsische.de erzählt. Und Friedrichs Heim- und Co-Bundestrainer Gerd Leopold aus Riesa verrät zudem, was das alles für die Weltmeisterschaft in St. Moritz in knapp zwei Wochen bedeutet. Wer beim Saisonhöhepunkt des nacholympischen Winters Friedrichs Hauptkonkurrenten sein werden, ist spätestens seit den Rennen in Altenberg klar: Johannes Lochner vom Königssee mit seinem bärenstarken Anschieber Georg Fleischhauer, der übrigens für den BSC Sachsen Oberbärenburg fährt, sowie der Brite Brad Hall und dessen Team. Lochner (Zweier) wie Hall (Vierer) haben zuletzt eine überzeugenden Eindruck gemacht - und betonen, dass ihnen die Favoritenrolle nichts ausmacht. Das letzte Wort in dieser Podcast-Folge aber gebührt diesmal nicht Trainern oder Piloten, sondern Martin Grothkopp, dem Anschieber im Team Friedrich. Und das aus gutem Grund.
22 Minuten
Zwei Weltcup-Wochenenden in Bob und Skeleton hintereinander, das hat es noch nie gegeben am Eiskanal in Altenberg. Und den gibt es immerhin schon seit 40 Jahren. Besonders werden die kommenden 14 Tage im Osterzgebirge aber nicht nur deshalb. Es gibt gleich mehrere Gründe, wie in der neuen Folge "Dreierbob" dem Wintersportpodcast von Sächsische.de, zu hören ist. Angefangen damit, dass es nach zwei Pandemie-Wintern jetzt erstmals wieder Zuschauer an der Bahn geben wird. Altenbergs Bahnchef Jens Morgenstern erklärt rückblickend auf die Corona-Zeit, dass es schwerfiel, unter den damals herrschenden Bedingungen in Stimmung zu kommen. "Und die ist hier legendär", sagt der Bahnchef und hofft auf großen Andrang. Aus sportlicher Sicht könnten die Rennen kaum in eine spannendere Zeit fallen. Ende Januar steht die WM in St. Moritz auf dem Programm. Die Tage in Altenberg gelten deshalb als Generalprobe. Dass ausgerechnet jetzt Seriensieger und Lokalmatador Francesco Friedrich an einer Verletzung laboriert, erhöht die Brisanz. Kann die Konkurrenz daraus Kapital schlagen? Auch diese Frage sowie der geplante Abschied von Martin Grothkopp, langjähriger Anschieber im Bobteam Friedrich, sowie von den Spurbob-Urgesteinen Harald Czudaj und Rainer Jacobus werden im Podcast besprochen.
39 Minuten
So schnell wie er sind nur wenige in Deutschland auf den ersten 30 Metern unterwegs: 2,77 Sekunden und Tempo 38 km/h sei sein Spitzenwert gewesen auf dieser Strecke, erzählt Martin Grothkopp in der neuen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de. Der Dresdner gehört seit 2013 zum Team von Bob-Dominator Francesco Friedrich. Im Januar beim Heim-Weltcup in Altenberg plant der 36-Jährige nun letztmals als Anschieber bei einem Bobrennen zu starten. Nach 27 Jahren Leistungssport, einer erfolgreichen Karriere als 400-Meter-Läufer und einer noch erfolgreicheren Zeit im Eiskanal verabschiedet sich Grothkopp, der im Bobteam Francesco Friedrich 2018 zum Olympiasieg fuhr sowie zu drei WM-Titeln, rundum glücklich und zufrieden. "Ich habe alles erreicht in meiner sportlichen Karriere bis hin zu dem absoluten Traum, Olympiasieger zu sein, der man ja bekanntlich ein Leben lang ist. Ich denke, ich habe nichts verpasst. Ich habe auch viel in der Welt gesehen und die Zeit geht weiter", sagt der gebürtige Dresdner, der inzwischen auch schon die Karriere nach der Karriere angeschoben hat. Seit Anfang November arbeitet Grothkopp bei der Firma Solarwatt in Dresden. Nachdem er also jahrelang Bob angeschoben hat, tut er dies nun in Sachen Energiewende mit dem Vertrieb von Photovoltaik-Anlagen. Und eine Fläche hat er da unter anderem in Dresden ganz konkret vor Augen: das Dach des gerade im Bau befindlichen neuen Heinz-Steyer-Stadions. "Das wäre natürlich super schön. Und es ist ja auch in Planung, dass da eine Anlage drauf soll", sagt Grothkopp. Noch ist die Ausschreibung dafür aber nicht erfolgt, und noch ist ja auch seine Bobkarriere noch nicht endgültig beendet. Drei bis fünf Trainingseinheiten absolviert Grothkopp pro Woche, während die Teamkollegen um Weltklasse-Pilot Friedrich derzeit in Nordamerika die ersten Weltcups des nacholympischen Winters bestreiten. Mit vier Siegen übrigens in den ersten vier Rennen. Grothkopp, der ab 1. Januar auch als Abteilungsleiter der neuen Abteilung "Bob, Skeleton und Rodeln" beim Dresdner SC fungiert, sitzt dann am zweiten oder dritten Januar-Wochenende bei den Weltcups in Altenberg im Bob - und fühlt sich bereit. "Ich will dem Team nicht als Last am Schlitten hängen und auch nicht bremsen, sondern mehr beschleunigen. Ich denke, das wird mir gelingen. Also die Form sieht sehr vielversprechend aus." Unter 3 Sekunden auf 30 Metern - das hat er jedenfalls immer noch drauf.
31 Minuten
Der Winter hat begonnen - zumindest in der Bobbahn Altenberg. Bereits Anfang Oktober wurde der anspruchsvolle Eiskanal im Osterzgebirge vereist, zum 40. Mal und vielleicht zum letzten Mal so zeitig. Denn ein golden-sonniger Herbst, wie ihn Sachsen seit Wochen erlebt, ist für das Team um Eismeister Ralf Mende schon immer eine Herausforderung gewesen. Nun kommen in ohnehin veränderten Klimakrise-Zeiten auch spürbare finanzielle Konsequenzen hinzu. Die Energiekrise lässt nicht zuletzt die Strompreise in die Höhe schnellen. "Am liebsten wären uns minus 5 Grad und bedeckter Himmel. Dann haben wir optimale Bedingungen, auch was die Energie angeht", sagt Altenbergs Bahnchef Jens Morgenstern in der neuen Folge "Dreierbob", dem Wintersportpodcast von Sächsische.de. "Wir haben ungefähr einen Verbrauch im Jahr von 1,5 Millionen Kilowattstunden. Deshalb sind wir froh über jedes Grad weniger, denn da müssen wir den Energieverbrauch nicht so ganz hochschrauben", erklärt Morgenstern, der in dieser Saison mit bis zu 40.000 Euro an Mehrkosten rechnet. Wieso er aber trotz Krise eher optimistisch in die Zukunft blickt, verrät der Bahnchef auch und berichtet von längst erzielten Erfolgen im sogenannten Projekt "Grüner Eiskanal". Man habe schon eigene Photovoltaikanlagen an der Bahn und arbeite bereits CO2-neutral. Welche weiteren Schritte geplant sind, erklärt er im Podcast. Über den sportlichen Stellenwert der aktuell in Altenberg ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Bob und seine Erwartungen an den nacholympischen Winter spricht in dieser Podcast-Folge zudem Bob-Bundestrainer René Spies.
24 Minuten
Die guten Wintersportler werden im Sommer gemacht - und Bob-Olympiasieger auf der Anschubstrecke in Riesa. Etwas versteckt liegt die abschüssige Tartanpiste hinter Leichtathletik-Stadion und Sachsen-Arena, und ein kleines Geheimnis ist ja tatsächlich auch, was dort Woche für Woche in den warmen Monaten passiert, wenn sich hier das Bobteam Friedrich trifft. Grund genug für den Podcast Dreierbob, diesmal an der Rollbob-Doppelstartbahn - so der offizielle Name - halt zu machen, um Weltklasse-Pilot Francesco Friedrich und seine Anschieber ein kleines Stück auf dem Weg in den nacholympischen Winter zu begleiten. Das gemeinsame Anschubtraining gehört schließlich zu den vielen Puzzleteilen, die ihre Dominanz seit mittlerweile einem halben Jahrzehnt begründen. Zugleich ist diese Folge der Auftakt für die vierte Saison des Wintersportpodcasts von Sächsische.de, der Dreierbob gehört damit inzwischen de facto genauso zum Eiskanal wie Erfolge von Team Friedrich. Und ein Ende ist vorerst nicht abzusehen. "Meine Planung geht bis Olympia 2026", sagt der 32-jährige Friedrich. Es klingt wie eine Kampfansage an die Konkurrenz. Training in Riesa ein "Fundament der Erfolge" Bei den Winterspielen in vier Jahren in Cortina d'Ampezzo möchte er die Olympiasiege fünf und sechs einfahren - und damit den nächsten Rekord in seiner jetzt schon einmaligen Karriere aufstellen. Und noch eine Bestmarke hat Friedrich anvisiert: 100 Weltcupsiege. Momentan steht er bei 66. Heißt: "Wenn ich ab sofort 8,5 Siege pro Saison erreiche, wäre ich am Ende der einzige Wintersportler, der in einer Einzeldisziplin 100 Mal gewonnen hätte", verdeutlicht der Pilot des BSC Sachsen Oberbärenburg. Der Eindruck nach dem Besuch in Riesa: Könnte klappen. An Motivation, Ehrgeiz und Leidenschaft fürs Bobfahren hat Team Friedrich, zu dem die Anschieber Thorsten Margis, Candy Bauer, Alexander Schüller, Martin Grothkopp und jetzt neu auch der bisherige Leichtathlet Felix Straub gehören, jedenfalls nichts verloren. Und die Lust am Trainieren ganz offensichtlich ebenfalls nicht. Auf der Abschubstrecke in Riesa hat das Team in den vergangenen Wochen einmal mehr neue Start-Bestzeiten aufgestellt. "Genau dieses Training in Riesa ist auch ein Fundament der Erfolge der letzten Jahre. Insofern können wir darauf gar nicht verzichten", betont Trainer Gerd Leopold in dem Podcast. Ein Novum ist indes auch diese Anlage: 1996 eröffnet und immer noch die einzige Doppelstartbahn dieser Art in der Welt, die auf 65 Metern mit einem maximalen Gefälle von zwölf Prozent professionelles Training unter Nachgestaltung einer vereisten Bobbahn erlaubt. "Es ist halt wahnsinnig entscheidend, ob das der erste Impact, der an diesen Schlitten geht, von allen vier Athleten gemeinsam kommt. Genauso trainieren wir, dass wir möglichst schnell hintereinander einsteigen - weil das hier auch notwendig ist. Die Strecke ist so steil, dass das Gerät so schnell wird wie im Winter auf dem Eis", erklärt Friedrich im Podcast, was das Training in Riesa besonders wertvoll macht.
56 Minuten
Die Olympischen Spiele in Peking sind Geschichte. Aus rein sportlicher Sicht fällt die deutsche Bilanz überwiegend positiv aus: 27 Medaillen hat Team D gesammelt; zwölf goldene, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Nur Norwegen war besser. Beim genauen Hinsehen fallen in der deutschen Edelmetallsammlung jedoch zwei Dinge auf. Erstens: Mit allein 16 Medaillen, die im Eiskanal von Yanqing gewonnen wurden, tragen die Kufensportlern (Bob, Rodeln, Skeleton) den größten Teil zur erfolgreichen deutschen Bilanz bei. Und zweitens: Acht Medaillen haben sächsische Athletinnen und Athleten geholt. Einen Tag nach der Abschlussfeier ist im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische deshalb ein guter Zeitpunkt für ein Resümee. Mit dabei in dieser Folge: - Axel Jungk: Der Dresdner Skeletoni hat in Peking Silber gewonnen. In einem ausführlichen Interview spricht er im "Dreierbob" über seinen langen und entbehrungsreichen Weg zu der Medaille, und wie kurz vor Olympia eine Corona-Infektion fast alle Träume hätte zerplatzen lassen. - Francesco Friedrich: Nur wenige Augenblicke nach dem Gewinn der Goldmedaille im Viererbob spricht der Pirnaer Bobpilot kurz mit SZ-Reporter Tino Meyer darüber, was ihm der Doppelerfolg in Peking bedeutet, wie gefeiert wird, und ob er weitermacht. - Christian Dahms: Der Chef des Landessportbundes Sachsen würdigt die Leistungen der sächsischen Athletinnen und Athleten - insbesondere auch derer, die neben Medaillen auch gute Platzierungen eingefahren haben. Mit dieser Folge "Dreierbob" endet auch die Olympiareise unseres Reporters Tino Meyer. Nach drei Wochen in der Blase berichtet er noch ein letztes Mal aus Peking und zieht ein Fazit. Neben einem Bericht über einen letzten gewagten Exkurs in die chinesische Küche schildert er, wie das Arbeiten und Leben inmitten eines Landes war, das er eigentlich gar nicht richtig betreten hat. Aber hören Sie selbst ...
28 Minuten
So viel ist schon zwei Wettkampftage vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking klar: Die sächsische Bilanz ragt heraus. Dreimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bisher sieben Medaillen gibt es mit sächsischer Beteiligung. Doch nicht nur zählbares Edelmetall liefert Stoff für besondere Geschichten. Es sind auch persönliche Dramen mit Höhen und Tiefen, die sinnbildlich für den vielzitierten und doch manchmal auch leider platzenden "Traum von Olympia" stehen. Um vier solche Geschichten geht es in der neuen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de. In dieser Folge zu hören sind: - Katharina Hennig: Die im Erzgebirge geborene und aufgewachsene Ski-Langläuferin gewann Silber in der Staffel und gemeinsam mit Victoria Carl (Thüringen) Gold im klassischen Team-Sprint. Die 25-Jährige berichtet von den Erfolgen und mit noch heiserer Stimme, wie es dazu kam. - Jens Benedict: Der Bürgermeister Oberwiesenthals schätzt die Bedeutung der Medaillen von Athletinnen und Athleten aus dem Erzgebirge ein. Er sei nicht nur "stolz", sondern sehe in den erbrachten Leistungen auch den Beleg dafür, dass sich das sportliche Engagement seiner Region auszahle und zukunftsweisend sei. "In Denise Herrmann und Katharina Hennig sehen unser Nachwuchssportler, dass wir in Oberwiesenthal Olympiastarter - und Sieger hervorbringen." - Anna Seidel: Die Dresdner Shorttrackerin spricht hörbar emotional berührt über ihr frühes Aus bei ihrem Rennen auf der 1.500-Meter-Strecke. Die 23-Jährige war im ersten Lauf gestürzt und ausgeschieden. "Ich kann das noch gar nicht begreifen und wollte am liebsten noch mal starten", sagt sie unter Tränen. - Eric Frenzel: Der Kombinierer erlebt in Peking die "Olympischen Corona-Spiele". Direkt nach der Ankunft muss er wegen zweier positiver Tests in Quarantäne. Zwölf Tage verbringt er in Isolation. Im Team-Wettbewerb holt er sich schließlich Silber nach einem nervenaufreibendem Rennen, das er selbst im Nachhinein als "das schwerste der Karriere" bezeichnet. Ob diesen emotional wie sportlich außergewöhnlichen Geschichten aus sächsischer Perspektive am verbleibenden letzten Olympia-Wochenende noch eine hinzu kommt, daran besteht kaum Zweifel. Am Sonntag fällt im Viererbob-Wettbewerb die Entscheidung. Im Blickpunkt: der Pirnaer Francesco Friedrich, der mit einer weiteren Goldmedaille seinen insgesamt vierten Olympiasieg und die Wiederholung des Doppel-Erfolgs von 2018 klarmachen kann. Doch bevor das sicher ist, muss er genauso wie alle anderen mit hohen Ambitionen auf den Sieg startenden deutschen Bobs vier möglichst fehlerfreie Läufe in den Eiskanal von Yanqing drücken. Ob das gelingt, darum geht es in der nächsten Folge "Dreierbob".
27 Minuten
Der späte Dienstagabend am olympischen Eiskanal von Yanqing ist ein besonders aufregender. Und das in vielerlei Hinsicht: - Dem Pirnaer Bobpiloten Francesco Friedrich gelingt mit Anschieber Thorsten Margis die Wiederholung ihres Erfolgs im Zweierbob. Sie werden wie 2018 in Südkorea auch jetzt bei den Spielen in China Olympiasieger. - Mit Lochner/Bauer sowie Hafer/Sommer rasen zwei weitere deutsche Duos aufs Podest. Ein kompletter Medaillensatz in einem Wettbewerb für eine Nation, das hat es seit Beginn der olympischen Bobwettkämpfe 1924 noch nie gegeben. - Und schließlich wird ein kurzfristiger Schlittentausch zu einer dieser speziellen Olympiageschichten. Friedrich ist mit dem Bob von Teamkollegin Kim Kalicki gestartet. Schnell taucht an dem Abend der Begriff "Frauenbob" auf. Doch gibt es diesen überhaupt? Und was ist tatsächlich das Einzigartige an dieser schließlich zum Erfolg führenden taktischen Entscheidung? Darum geht es in der aktuellen Folge des Wintersportpodcasts "Dreierbob" bei Sächsische.de. SZ-Sportreporter Tino Meyer, der aktuell in Peking bei den Olympischen Spielen vor Ort ist, erklärt, was in den Bobs steckt, wieso ein teaminterner Tausch unabhängig der Geschlechter von den Pilot:innen überhaupt möglich ist - und was das nun für Kim Kalicki bedeutet. Bobpilotin Kim Kalicki: Mit ihrem Zweierbob hat Francesco Friedrich Olympiagold gewonnen. Die 24-jährige Wiesbadenerin geht am Freitag mit exakt dem Schlitten an den Start, den sie an Friedrich verliehen hat. Der Pirnaer sagt, und auch im Podcast zu hören, dass er Kalicki "unheimlich dankbar" ist, und verspricht: "Sie wird jeden Tipp von uns kriegen, den sie haben will. Und vielleicht klären wir auch noch ein paar Material-Geschichten." Wer die Karriere von Friedrich verfolgt, weiß, dass den Sachsen neben aller athletischer Klasse vor allem eben die "Material-Geschichten" zu dem machen, was er ist: den aktuell Besten in seiner Sportart. Ob das nun eher Bürde oder doch Vorteil für die junge Kalicki ist, die vor ihrem ersten olympischen Bobrennen steht? Hören Sie selbst ... Außerdem Themen in dieser Folge "Dreierbob": - Friedrich-Trainer Gerd Leopold spricht über den Anteil der Mannschaft am Erfolg - Wie sich die Männer auf das Vierer-Rennen am Samstag und Sonntag vorbereiten - Gold-Sensation der deutschen Teamsprinterinnen Hennig und Carl im Langlauf
44 Minuten
Die Vision ist nicht neu, doch sie kommt überraschend. Olympia in Sachsen, das hatte Riesas Oberbürgermeister Wolfram Köhler vor ziemlich genau 20 Jahren schon mal vorgeschlagen. Leipzig ging schließlich in den internationalen Wettbewerb für die Sommerspiele 2012, die dann in London stattfinden. Ein Jahr später wagt Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten erneut einen Vorstoß, diesmal für die Winterspiele 2026. Weil er das für den Sport zuständige Innenministerium nicht einweiht, scheitert die Initiative, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen kann. Im Dreierbob, dem Wintersport-Podcast von Sächsische.de, bringt Rainer M. Jacobus das Thema nun wieder auf die Tagesordnung. "Olympia in Sachsen, warum denn eigentlich nicht?", fragt der Vereinsvorsitzender des BSC Sachsen Oberbärenburg, Verein von Bobdominator Francesco Friedrich und einer der erfolgreichsten Wintersportklubs weltweit. Er will seine Aussagen zunächst einmal ausschließlich als Gedankenspiel verstanden wissen, hat allerdings auch schon konkrete Ideen: Die Hallenwettbewerbe könnten demnach vor allem in Dresden ausgetragen werden, Eiskunstlaufen am Traditionsstandort Chemnitz, das Skispringen in Klingenthal, die alpinen Wettbewerbe im tschechischen Riesengebirge. "Und das Eishockey-Finale findet in Prag statt. Mit Tschechien hätte man zudem eine wintersportbegesiterte Nation dabei", sagt Jacobus. Und mit dem Altenberger Eiskanal gäbe es auch schon eine international anerkannte Sportstätte für Bob, Rodeln und Skeleton. Ebenfalls in dem Podcast-Gespräch dabei ist Harald Czudaj. Der Viererbob-Olympiasieger von 1994, der mit Hobby-Anschieber Jacobus in Altenberg regelmäßig bei großen Wettkämpfen im Spurschlitten im Einsatz ist, ergänzt: "Ich denke, die Menschen wollen doch gar nicht diese Mega-Olympischen Spiele. Und es gibt doch schon Weltcups, die hier als olympiatauglich durchgehen könnten. Da müssten nicht extra Millionen investieren werden, nur weil man fünf Ringe drauf klebt." Jacobus geht noch einen Schritt weiter. "Wir müssen Olympia neu denken", sagt er. Und da gehe es nicht im Spitzensportbereich los. "Zuallererst muss über den Stellenwert des Sports bei uns in der Gesellschaft diskutiert werden", sagt Jacobus, der jahrelang als stellvertretender Vorsitzender im deutschen Bob- und Schlittenverband tätig war und international sehr gut vernetzt ist. Statt die Winterspiele in China zu kritisieren, da sind sich beide einig, müsse man sich vielmehr fragen, warum bei der Vergabe 2015 lediglich Peking und das kasachische Almaty zur Wahl standen. Auch München hatte eine Bewerbung für 2022 geplant, scheiterte aber an einer Bürgerbefragung. "Dabei sind in der Region dort Wettkampfstätten von internationaler Spitzenklasse vorhanden", so Jacobus. Dass es trotz dieser Voraussetzungen eine Olympiabewerbung schwer habe, zeige für Jacobus, wieso man in Deutschland wieder mehr für den Sport tun müsse. "Ich frage mich ganz ernsthaft, welchen Stellenwert hat der Sport, wenn selbst bei Vorliegen solcher Voraussetzungen und bei der Möglichkeit für die örtliche Wirtschaft auf ökonomisch interessante Winterspiele, die Bevölkerung das ablehnt?" Für eine mögliche sächsische Bewerbung, so Jacobus und Czudaj sinngemäß, sei das Nachbessern im gesellschaftlichen Bereich nötig. Würde man an der Idee festhalten, kämen für Spiele in Sachsen frühestens die im Jahr 2034 infrage. Natürlich geht es in dem Podcast-Gespräch auch um sportliche Fragen. Welche Chancen hat Francesco Friedrich jetzt bei den Wettbewerben im Eiskanal von Yanqing? Undwie sieht es überhaupt aus mit dem Bobsport in Sachsen? Czudajs Sohn Alexander, Jugend-Olympiasieger von 2020, ist eines der großen Talente. Olympia 2034 in Sachsen – er wäre dann im besten Pilotenalter.
20 Minuten
Etwas ungewöhnlich ist diese Geschichte schon. Genauso auch die Rahmenbedingungen, unter denen dieses Gespräch im "Dreierbob" aufgrund der Corona-Regeln bei den Olympischen Spielen in Peking geführt wird. Aber der Reihe nach: In dieser Folge des Wintersportpodcasts von Sächsische.de beschreibt die Dresdner Shorttrackerin Anna Seidel, wieso diese Spiele ihre bisher emotionalsten sind. Mit gerade einmal 23 Jahren steht Seidel vor ihrer dritten Olympia-Teilnahme. Kommende Woche Mittwoch beginnt ihr Wettkampf über die 1.500 Meter. Dass sie überhaupt starten kann, davon war vergangenes Jahr nicht unbedingt auszugehen. Anfang März 2021 hat sie sich bei einem Trainingsunfall schwer verletzt, Schien- und Wadenbein gebrochen. Nach Operation und Reha kämpft sie sich zurück. Trotz nur halb erfüllter Olympianorm nominiert der DOSB Seidel schließlich. "Genau das alles ist es auch, was es diesmal emotional für mich alles ein bisschen anders macht. Verglichen mit den Jahren davor, nehme ich alles bewusster wahr und genieße es." Genießen muss Seidel ihre dritte Olympiateilnahme allerdings fast allein. Sie ist die einzige, die im Team D in Peking im Shorttrack antritt. Begleitet wird sie von einem Trainer, der zugleich auch für ihr Material zuständig ist. "Das macht die Sache schon nicht immer so einfach. Zumal auch der ganze Druck jetzt auf mir lastet", sagt sie. Dennoch ist Seidel optimistisch. "Man muss halt einen Weg finden, dass man das nicht als Druck sieht. Ich bin einfach froh, überhaupt hier sein zu können." Als persönliches Ziel steckt sich die Dresdnerin den Einzug ins Halbfinale und merkt an: "Im Shorttrack sind Vorhersagen immer schwierig. Und Olympia hat eigene Gesetze." Vielleicht kann Seidel diese Gesetze zu ihren Gunsten nutzen. Apropos Gesetz. Ein eisernes schreiben die Corona-Regeln bei Olympia vor: Dass man sich mit Sportlerinnen und Sportlern nur in der für Interviews vorgesehenen Mixed-Zone treffen kann. Und so kommt es auch für die Aufnahme in diesem Podcast so, dass man sich im Gespräch in der Eishalle in Peking zwar sehen, aber nicht nah kommen kann. Getrennt durch Gitterzäune, unter den Augen eines Volonteers und auf gut zwei Meter Abstand, ist immerhin, Interviews zu führen. Mit allen Besonderheiten und Tücken, die das mit sich bringt. Aber hören Sie selbst ...
33 Minuten
Yanqing. Die Tränen sind getrocknet, also fast. Zwei Tage nach ihrem folgenschweren Sturz, der sie mindestens die erhoffte Medaille kostete, wenn nicht gar den Olympiasieg, kann Julia Taubitz schon wieder lächeln. "Ich habe ganz, ganz tolle Nachrichten bekommen und viel Zuspruch. Ich war sehr überrascht, wie viele Leute mit mir gelitten haben", sagt sie im Wintersportpodcast "Dreierbob" bei Sächsische.de und stellt zugleich fest: "Mir geht es aber immer noch sehr bescheiden." Die Winterspiele in Peking - das sollte ihre große Chance sein, erst recht nach einer starken Saison und dem Sieg im Gesamtweltcup. "Ich bin eigentlich eine echt gute Rodlerin und bin in zwei von vier Läufen bei den Olympischen Spielen auch Bestzeit gefahren. Doch davon kann ich mir überhaupt nichts kaufen, denn am Ende fahre ich mit leeren Händen nach Hause", erzählt Taubitz im und spricht von einem Gefühlschaos mit immer wieder auch Tränen. Eine Medaille sollte es sein, am Ende war es Platz sieben. "Das ist Olympia, und irgendwie ist es doch auch schön, dass so viele Emotionen rauskommen", sagt sie, äußerlich erstaunlich gefasst. Und tatsächlich, bei Olympia gibt es Heldengeschichten wie die von Teamkollegin Natalie Geisenberger, die knapp zwei Jahre nach der Geburt von Sohn Leo zum fünften Olympiasieg rodelte, und zugleich zerplatzen regelmäßig die schönsten Medaillenträume, nicht nur im Eiskanal. Skispringerin Katharina Althaus versammelt beides in einer Person: erst im Einzel zu Silber gesprungen, dann im Teamwettbewerb wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. Triumph und Tragik - das lag am Montag speziell aus sächsischer Sicht ganz nah beieinander. Denn zwei Stunden vor dem Sturz der Annabergerin wurde die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann völlig überraschend Olympiasiegerin in der Königsdisziplin der Biathleten, dem Einzel über 15 Kilometer. "Ich habe das anfangs gar nicht mitbekommen, mich dann aber riesig gefreut für Denise. Und ich muss ehrlich sagen, das hat mich noch mal richtig gepusht und motiviert. Ich dachte, jetzt läuft's für Sachsen so richtig", erzählt Taubitz. Es kam anders. Nach Bahnrekord im ersten Lauf und auf dem Weg zur nächsten Bestzeit passierte es in der ominösen Kurve 13, die selbst Olympiasiegerin Geisenberger bis zuletzt zittern ließ. Taubitz stürzt und rutscht dann bäuchlings mit dem Schlitten auf dem Rücken ins Ziel. Aus der Traum vom Siegerpodest. "Ich bin umgefallen", antwortet sie salopp auf die Frage, wie das passieren konnte. Die Erklärung folgt direkt im Anschluss: "Es war einfach nur ein kleiner Fahrfehler. Das hatte nichts mit Nerven oder sonstigem zu tun. Ich hatte den Schlitten in Kurve 13 ein bisschen zu früh ausgelenkt und dadurch einen Linkszug bekommen. Den Kipper konnte ich noch echt gut abfangen und dachte, ich hab's wieder. Doch dann kam der kleine Buckel in Kurve 16 - und da hast du keine mehr." Am liebsten hätte sie in dem Moment 30 Sekunden zurückspulen wollen, um noch mal alles richtig zu machen. "Es geht halt ganz schnell, von Top auf Flop", meint Taubitz. Dass sie im vierten Lauf wieder die Laufbestzeit erzielt, ging unter im Jubel um Geisenberger und Anna Berreiter, die die Gunst der Stunde nutzte und den zweiten Platz belegte. "Es war ein versöhnlicher letzter Lauf für mich, im Großen und Ganzen bin ich trotzdem enttäuscht", sagt Taubitz. Im Podcast-Gespräch erzählt sie außerdem vom Leben im olympischen Dorf ("ziemlich geil"), das sie am Tag nach dem Wettkampf schon verlassen musste (die Bobfahrer kommen), und sie zieht Bilanz ihrer ersten Winterspiele. Ihre Kampfansage mit Blick auf Olympia 2026 im italienischen Cortina d'Ampezzo: "Nach den Spielen ist vor den Spielen. Ich habe es auch auf meinen Schlitten geschrieben: Jetzt erst recht." Außerdem im Podcast: Was Biathletin Denise Herrmann über ihren Sieg und das Leben bei Olympia unter Coronabedingungen sagt.
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Der Wintersport-Podcast von Sächsische.de