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Wunderwesen - feministische Fragen in Kunst, Kultur und Wissenschaft Archiv

20 Episoden

Lebenssorge

57 Minuten
In dieser Episode begeben wir uns auf eine faszinierende philosophische Reise in die Tiefen der Lebenssorge - jenen unsichtbaren Bereich zwischen Arbeit und Liebe. Wir erforschen, wie soziale Ungleichheit historisch mit der Sorgearbeit verwoben war und warum ihre Last und ihr Nutzen zwischen verschiedenen Gruppen - Mann und Frau, Herr und Knecht, eigenen und fremden Leuten - so ungleich verteilt waren und immer noch sind.

Gemeinsam mit Cornelia Klinger tauchen wir in die philosophische Betrachtung dieses wichtigen Themas ein. Doch bevor wir das Schatzkästchen voller Erkenntnisse öffnen, lasst uns zusammen eine Tasse Tee genießen und es uns auf dem Sofa gemütlich machen. In dieser "philosophie dans le boudoir" ist Platz für einen kritischen Blick auf de Sade, genauso wie für Dagobert Duck und Daniel Düsentrieb. Seid also bereit für eine unterhaltsame und vielleicht auch ein wenig eigenwillige Reise!

Gastinfo:

Cornelia Klinger ist eine international anerkannte Philosophin und außerplanmäßige Professorin für Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Politische Philosophie, Gesellschaftstheorie und Kulturphilosophie. Sie hat die feministische Philosophie in Deutschland entscheidend mit geprägt.

 

Momentan arbeitet sie an zwei Büchern, die sich beide mit dem Thema Care befassen: „Die andere Seite der Liebe. Das Prinzip Lebenssorge in der Moderne“ und „Geld oder Leben – Sorge und Sorgearbeit im Kapitalismus“ mit Brigitte Aulenbacher und Tine Haubner.

Lesetipps und Quellenangaben:

Die andere Seite der Liebe. Das Prinzip Lebenssorge in der Moderne. Frankfurt: Campus (im Erscheinen)

mit Brigitte Aulenbacher und Tine Haubner: Geld oder Leben – Sorge und Sorgearbeit im Kapitalismus. Weinheim / Basel: BeltzJuventa (im Erscheinen).

http://portal-intersektionalitaet.de/theoriebildung/ueberblickstexte/klinger/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophin-cornelia-klinger-100.html

Timestamps:

 

04:14 Das Prinzip der Lebenssorge

12:51Care als philosophisches Problem sichtbar machen

15:18 Der Hausvater

23:26 Care Krise war immer!

30:05 Feministische Philosophie

42:13 Ist das Patriarchat am Ende?

40:23 Dualismenbildung im abendländischen Denken

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33 Minuten
Wie kann Care in Konzepte von Männlichkeit integriert werden? Im zweiten Teil geht es unter anderem um aktive Vaterschaft, hegemoniale, komplizenhafte und marginalisiert Männlichkeit und caring masculinites.

 

Gastinfo:

Dr. Anna Buschmeyer ist seit 2014 wissenschaftliche Referentin in der Arbeitsstelle Gender des Deutschen Jugendinstituts e. V. Dort berät, koordiniert und initiiert sie Forschungsprojekte mit Genderbezügen.

Außerdem forscht sie seit Jahren zu Männern und Männlichkeit, zu Vaterschaft, Care-Arbeit und auch zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Also alle möglichen Themenfelder, wo Familie und Genderforschung zusammenkommen.

Lesetipps und Quellenangaben:

Website Deutsches Jugendinstitut

Care Macht Mehr

Raewyn Connell Der gemachte Mann Hegemoniale Männlichkeit

Timestamps:

 

01:59 Aktive Vaterschaft

03:06Rollenbilder und Männlichkeit

03:26 Hegemoniale Männlichkeit

05:26 caring masculinities

07:09 Männer im Erzieherberuf

11:42 Zwischen Vorbild und Verdacht

14:05 Wenn Väter alleine verantwortlich sind hat das einen langfristigen Effekt

16:59 Haushalt und Familie ist erlernbar und nicht vom Geschlecht abhängig

19:46Werdet aktiv!

22:17 Hat die Pandemie uns zurückgeworfen?

24:48 Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch für die Väter ein Thema

25:36 Vision

27:43 Paare befähigen über diese Themen zu sprechen

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31 Minuten
Vater sein – was heißt das heute? Im ersten Teil des Gesprächs mit Anna Buschmeyer unterhalten wir uns darüber, wie wichtig die Perspektive auch auf die Männer in der Geschlechterforschung ist. Über veränderte Vorstellungen von Vaterschaft, was Equal Care wirklich bedeutet und wie viel sich noch tun muss, damit gleichberechtigte Erziehungs- und Care-Arbeit gesellschaftliche Realität werden kann.

Preview: Im zweiten Teil geht es unter anderem um aktive Vaterschaft, komplizenhafte Vaterschaft und Caring-Masculinity.

 

 

 

Gastinfo:

 

Dr. Anna Buschmeyer ist seit 2014 wissenschaftliche Referentin in der Arbeitsstelle Gender des Deutschen Jugendinstituts e. V. Dort berät, koordiniert und initiiert sie Forschungsprojekte mit Genderbezügen.

Außerdem forscht sie seit Jahren zu Männern und Männlichkeit, zu Vaterschaft, Care-Arbeit und auch zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Also alle möglichen Themenfelder, wo Familie und Genderforschung zusammenkommen.

Lesetipps und Quellenangaben:

Website Deutsches Jugendinstitut

Care Macht Mehr

 

 

Timestamps:

 

02:46 Begrüßung. 

03:39 Geschlechterforschung mit der Perspektive auf Männer

05:11 Ist Care Arbeit immer noch ungleich verteilt?

05:47 Wie hat sich Vaterschaft verändert?

11:37 Welchen Vorurteilen begegnen Väter?

13:47 Idealisierung von Mutter- und Vaterbildern

15:01 Weniger klare Leitbilder für Vaterschaft.

17:14 Care Arbeit braucht Anerkennung und Sichtbarkeit und muß gerecht verteilt werden!

21:19Ungleich verteilte Care Arbeit erzeugt Altersarmut bei Frauen

26:01 Forschungsprojekt 3 Generationen Väter

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1 Stunde
Mit Dr. Karin Jurczyk nehme ich den Familienbegriff und die schwierigen Realitäten der Familienpolitik unter die feministische Lupe. Familie ist in den Köpfen der meisten der Inbegriff des Hortes der Glückseeligkeit. Eine überhöhte Idee, die mit vielen Erwartungen aufgeladen ist. Diese Erwartungen engen alle Beteiligten ein und führen zur Überlastung der Kleinfamilie, die auch politisch alleine gelassen wird. Rollenbilder festigen sich, Hierarchien werden geschaffen, die Arbeit ist ungleich verteilt und ungleich bezahlt. Viele Menschen wollen aber Familie nicht hierarchisch, sondern gleichberechtigt leben. Sie wollen sich Erwerbsarbeit und Sorgearbeit gerecht teilen und brauchen dafür auch politische Unterstützung.

Wir sprechen in der Folge darüber, was für Ideen von Familie es gibt und wie sich diese Vorstellungen verändert haben. Den enormen Perfektionsdruck auf die Kleinfamile. Über Doing und Un-Doing Family, also die Herstellungsleitung von Familie und die manchmal notwendige Trennung der Familienbande. Und Karin Jurczyk erzählt wie das Optionszeitenmodell unser Arbeits- und Familienleben verändern könnte und durch „atmende Lebensläufe“ unter anderen Aspekten auch die Sorgearbeit zu einer gewürdigten, gerecht geteilten und bezahlten Tätigkeit machen könnte.

 

 

 

Gastinfo:

 

Dr. Karin Jurczyk ist Soziologin, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik und mit Initiatorin der Initiative Care macht mehr. Bis 2019 leitete sie die Abteilung für Familie und Familienpolitik am Deutschen Jugendinstitut. Momentan arbeitet sie am Konzept des Optionszeiten-Modells, das atmende Lebensläufe zulässt und damit gleichberechtigte Teilhabe an Care Arbeit ermöglichen soll.

Lesetipps und Quellenangaben:

Website von Dr. Karin Jurczyk: https://karinjurczyk.de/

David H.J. Morgan: Rethinking Family Practices, Palgrave Macmillan, 2011

Adenauer: „Kinder kriegen die Leute immer“

Finch, Janet. (2007). Displaying Families. Sociology-the Journal of The British Sociological Association

Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik

Initiative Care Macht Mehr: https://care-macht-mehr.com/

 

Timestamps:

02:47 Begrüßung. Illusion der Normalfamilie. Wie hat Familie sich verändert?

09:10 Druck und Überlastung der Kleinfamilie

13:43 Liebe ist die neue Religion

16:10 Hoher Preis des traditionellen Familienbildes

20:10 Neue Konzeption von Männlichkeit und Mütterbild

22:02 Wir dürfen den Familienbegriff nicht dem rechten Lager überlassen.

23:43 Carezentrierter Familienbegriff

24:48 Doing Family

33:44 Illusion der Familie als Hort der Glückseligkeit

34:22 Hierarchische Strukturen bergen Gewalt und Unterdrückung

36:50 Widersprüche in der Familienpolitik

44:07 Was können wir tun?

45:49 Das Präfix-Spiel

46:48 Das Optionszeitenmodell für atmende Lebensläufe

58:57 Familie ist kein starres Konzept.

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59 Minuten
Julia Fuhr Mann erzählt über ihren Dokumentarfilm „Life is not a competition, but I’m winning. Der Film beschäftigt sich mit der Auflösung der Rollenbilder im Leistungsport. Wir sprechen über Sportler*innen, die aufgrund ihres „unpassenden“ Geschlechts aus der Geschichte des Sports, trotz ihrer Leistungen verschwinden, oder gar nicht teilnehmen dürfen. Über Queer Cinema und female gaze. Erzählformen abseits der klassischen Heldenreise. Die Vorteile eines Kollektivs im Gegensatz zur „Egoshow“. Außerdem sprechen wir über „Poor Things“ von Yorgos Lanthimos, der sehr widersprüchliche Reaktionen erzeugt. Und Julia empfiehlt „Knochen und Namen“ von Fabian Stumm

Gastinfo:

Julia Fuhr Mann hat Philosophie, Literatur und Soziologie studiert, anschließend an der Hochschule für Film und Fernsehen in München Dokumentarfilm. Julia hat als Kurator*in für das feministische Filmfestival Bimovie gearbeitet, die Filmgruppe Lust und Krise mitbegründet und ist Teil der Queer Media Society. Außerdem spielt sie in der Band Baby Deluxe

Ihr Kurzfilm Riot not Diet wurde auf mehr als 60 Filmfestivals weltweit gezeigt und hat zahlreiche Preise gewonnen. Die Dokumentation Life is not a competition, but I’m winning war auf dem Internationalen Filmfest in Venedig 2023 zu sehen und ist in selben Jahr in drei Kategorien beim First Steps Award nominiert.

Lesetipps und Quellenangaben:

Website von Julia Fuhrmann

Zum den Filmterminen beim Verleih Cineglobal

Laura Mulvey: Visual Pleasure and Narrative Cinema, Palgrave Macmillan, London 1975 

Framing der Filmpodcast: #5 Berlinale is not a competition, but Tricia Tuttle is winning

„Knochen und Namen“ von Fabian Stumm

Angelica Jade Bastién: "Is Poor Things the Best We Can Do for Female Sexuality On Screen?“ Vulture

Timestamps:

02:16 Begrüßung

06:13 Die Gruppe als Protagonist*in 

09:56 Lina Radke, Stella Walsh, braucht Sport andere Kategorien?

13:58 Amanda Reiter, Trans Marathonläuferin in Lenggries

16:04 Körperbilder im Leistungssport

23:18 Queer Cinema, andere Erzählweisen und Umgang mit Archivmaterial

30:34 Female Gaze

33:42 Poor Things

40:11 Hat sich die Ausbildung an der Filmhochschule verändert?

41:30 Filmtipp: „Knochen und Namen“

42:48 Kollektiv statt Egoshow

47:49 Das Präfix-Spiel

50.10 Humor und Bildsprache in „Life is not a competition, but I’m winning“

56:03 Julias nächstes Projekt

58:29 Outro

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Veuve Cliquot

40 Minuten
In dieser Folge frage ich mich, wir es Barbe-Nicole Cliquot Ponsardin geschafft hat als erste Frau überhaupt ein Champagnerunternehmen zu führen. Neben ihrem bewundernswerten unternehmerischen Elan, haben ihr auch einige Privilegien geholfen. Außerdem wusste sie in einer schwierigen Zeit wie sie gewisse Umstände zu ihrem Vorteil nutzen kann. Zum Beispiel ihren Witwenstatus. Hoch die Tassen! Wir erforschen die Anfänge feministischer Bewegungen in der französischen Revolution, begleiten den Champagnerhandel durch die napoleonischen Kriege. Eine Mischung aus Champagnerwissen und historischen Details erwarten euch, damit ihr zum Jahreswechsel ordentlich wo-mens-plainen könnt.

Timecode

01:34 Wie wurde Barbe-Nicole Ponsardin zu Veuve Cliquot

03:30 Historischer Hintergrund. Rolle der Frau in der Aufklärung und während der französischen Revolution

05:06 Olympe de Gouge

07:57 Kindheit und Ausbildung von Nicole Ponsardin

11:50 Heirat mit François Cliquot und Beginn des Champagnergeschäfts

18:00 Napoleon und der Code Civil

21:36 François stirbt, Nicole wird Witwe und führt das Geschäft weiter

25:26 Probleme durch die napoleonischen Kriege und Kontinentalsperre

30:31 Nicole führt das Unternehmen alleine + der Kometenjahrgang 1811

33:33 Die Entwicklung der "Remuage"

34:45 Weitere Neuerungen

35:26 Die interessante Beziehung zu ihrer Tochter

38:26 Das Präfix-Spiel + Abmoderation

Shownotes

Mazzeo, Tilar J. "The Widow Clicquot: The Story of a Champagne Empire and the Woman Who Ruled It." P.S., 2008.

Olympe de Gouges ´An das Revolutionstribunal´, 1793

Olympe de Gouges, Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne (1791), 1001 nuits, Paris, 2003

www.veuveclicquot.com

www.champagner-und-champagner.de/pommery

www.theguardian.com/lifeandstyle/2014/oct/31/madame-clicquot-france-woman-champagne

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48 Minuten
TW: Sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung

Für diese Folge habe ich mich mit Agota Lavoyer getroffen. Sie hat jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt. Außerdem ist sie die Autorin von: „Ist das okay?“ Ein Kinderfachbuch zur Prävention sexualisierter Gewalt.

Wir unterhalten uns über weibliche Wut, Grenzen und Grenzverletzungen, darüber, wo Gewalt beginnt und was wir alle tun können, um unser Bewusstsein zu schärfen und wie wir Sexismus und sexualisierte Gewalt verhindern können.

Auf ihrer Website schreibt sie: „Als Beraterin, Referentin, Autorin und Kolumnistin engagiere ich mich für eine bessere Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt und die Prävention von sexualisierter Gewalt.

Ich rede, debattiere und schreibe mit grosser Leidenschaft über die gesellschaftspolitischen Aspekte sexualisierter Gewalt, das Schweizer Sexualstrafrecht, Opferberatung und Opferhilfe.“

Lesetipps und Quellenangaben:

Lavoyer, Agota. Ist das okay?: Ein Kinderfachbuch zur Prävention von sexualisierter Gewalt. Mabuse, 2023

https://agotalavoyer.ch/

Schutzbach, Franziska. Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit. Droemer HC, 2021

Timestamps:

02:55 Was ist der Unterschied zwischen sexueller und sexualisierter Gewalt?

06:39 Jede dritte Frau erlebt sexualisierte Gewalt, oder vielleicht jede?

09:34 In den Medien wird verharmlosend berichtet.

11:21 Ursachen sexualisierter Gewalt und gesellschaftlicher Umgang damit.

18:41 „Ist das okay?“ Ein Kinderfachbuch zur Prävention sexualisierter Gewalt.

26:23 Mädchen wird oft ihre Wahrnehmung abgesprochen.

28:40 Die weibliche Wut ist negativ konnotiert. Wir sollten viel viel wütender sein!

33:38 Schweizer Reform des Sexualstrafrechts.

37:08 Wo sind Grenzen? Nonpology des Dalai Lama.

43:50 Wie sich engagieren?

45:23 Präfix-Spiel

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60 Minuten
TW: Sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung.

Die Arbeit an Suzie Millers preisgekröntem Monolog «Prima Facie» nehme ich zum Anlass mich mit dem Thema sexuelle Gewalt zu beschäftigen. Wie ist die Lage in der Schweiz? Was sind die Gedanken und Erfahrungen meiner Regisseurin Petra Schönwald? Außerdem habe ich mit einer Opferanwätin gesprochen, mit Christina Mühlematter. Die Schweiz ist auf dem Weg zu Nein-heißt-Nein, andere Länder sind weiter und geben mit Ja-heißt-ja das Signal, daß sexuelle Handlungen immer der Zustimmung bedürfen, daß kein Mensch einem anderen gehört!

 

Petra Schönwald wurde geboren und aufgezogen in Südostdeutschland. Nach dem Abitur verbrachte sie mehrere Jahre auf Reisen. Sie arbeitete als Kellnerin, Altenhelferin, Putzfrau, Callcenteragentin, Eisverkäuferin und Tauchlehrerin im In- und Ausland. In Salzburg Studium der Germanistik, erste Regieassistenzen und weitere Ausflüge in die Gastronomie sowie ins Verlagswesen. Anschließend war sie als Dramaturgin und Theaterpädagogin am Salzburger Landestheater tätig. Nach einer kurzen Zwischenphase als Industrietaucherin und Bloggerin wurde sie schließlich Regisseurin und kann mittlerweile sogar fast davon leben. Sie lebt meistens da, wo sie arbeitet und ansonsten in Berlin. Sie ist zum 4. mal verheiratet, hat 10 Kinder und kriegt Beruf und Privates immer gut unter einen Hut.*Außerdem ist sie Teil der Anonymen Anwohnenden.

Christina Mühlematter ist Fürsprecherin, seit 1994 Anwältin im Anwältinnenbüro in Bern. Rechtsgebiete:

Beratung und Vertretung vor Gerichten und Behörden in den Bereichen Familienrecht (insb. Trennung, Scheidung, Unterhalt), Persönlichkeitsschutz (insb. häusliche Gewalt, Nachstellungen), Strafrecht (insb. Opfervertretungen). Mitgliedschaften: Bernischer Anwaltsverband (BAV), Schweizerischer Anwaltsverband (SAV), Demokratische Jurist*innen (djb)

Lesetipps und Quellenangaben:

Natalia Widla, Miriam Suter. Hast du Nein gesagt?: Vom Umgang mit sexualisierter Gewalt, Limmat Verlag, 2. Aufl., März 2023

Susanne Kaiser, Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen, Tropen; 2. Druckaufl., 2023 Edition (18. Februar 2023)

Suzie Miller, Prima Facie, aus dem Englischen von Anne Rabe, Kiepenheuer UA: 17.05.2019 Sydney, Griffin Theatre Company at SBW Stables Theatre

https://theatereffinger.ch/premieren/prima-facie?utm_medium=digital&utm_campaign=prima-facie

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60 Minuten
Trotz der Ehe für alle haben Regenbogenfamilien noch nicht die gleichen Rechte wie andere Familien. Besonders durch das diskriminierende Abstammungsrecht und das Stiefkindadoptionsverfahren werden gleichgeschlechtliche Paare rechtlich schlechter gestellt. 

Ich unterhalte mich mit Dine, die gemeinsam mit ihrer Frau ein Kind aufzieht, über ihre Erfahrungen. Außerdem erzählt Tanja Pröbstl, Sprecherin von LesMamas e.V., wie der Verein lesbische Frauen mit Kindern oder Kinderwunsch unterstützt und sich für Respekt, gleiche Rechte und Sichtbarkeit einsetzt.

Lesetipps und Quellenangaben:

https://www.lesmamas.de/

https://www.nodoption.de/

Timestamps:

02:00 Regenbogenfamilien sind genauso Familien, wie alle anderen

03:51 Stiefkindadoption und Abstammungsrecht 

10:49 Queere Familienplanung fordert viel Überlegung

14:22 Tanja Pröbstel über den Verein LesMamas e.V.

16:51 LesMamas will Pionierarbeit bündeln

19:20 Mit welchen Herausforderungen werden lesbische Familien konfrontiert?

22:15 Diskriminierendes Abstammungsrecht 

28:08 Diskriminierendes Verfahren der Stiefkindadoption

32:38 Initiative Nodobtion Leitplanken für die Reform des Abstammungsrechts

35:58 Das Präfix-Spiel

37:02 Erfahrung als zweite Mama

42:40 Fragen an Regenbogenfamilien

48:00 Möglichkeiten, als lesbisches Paar ein Kind zu bekommen

50.26 Vision Genderstereotypen zu öffnen, mehr Freiheit für alle zu schaffen

54:02 Familie hat viele Gesichter

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59 Minuten
In ihrem Buch „Zart und frei“ beschäftigt sich Carolin Wiedemann damit, wie Patriarchat, Nationalstaat und Kapitalismus zusammenwirken und wie gewaltvoll diese Ordnungen immer noch sind. Was können wir dem entgegensetzten und wie könnte es uns gelingen, zarter freier und gleichberechtigter miteinander zu leben? Mich hat das Buch sehr beeindruckt und mir auch klar gemacht, wie wichtig es ist, gewaltvolle und unterdrückende Strukturen zu erkennen, um neue Entwürfe leben zu können. 

Carolin Wiedemann ist Journalistin und Soziologin. Sie schreibt u.a. für die FAS, Die Zeit, ak und Missy Magazine über Geschlechterverhältnisse, Rechtspopulismus und digitalen Kapitalismus. 

2021 ist ihr Buch „Zart und frei. Vom Sturz des Patriarchats“ über gegenwärtigen Antifeminismus und die Überwindung patriarchaler Zustände im Verlag Matthes&Seitz erschienen.

Lesetipps und Quellenangaben:

Wiedemann, Carolin. Zart und frei: Vom Sturz des Patriarchats. Matthes&Seitz Berlin, Januar 2021

Maneo - Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin http://www.maneo.de/

Roig, Emilia.Das Ende der Ehe: Für eine Revolution der Liebe. Ullstein Verlag, 30 March 2023

Orenstein, Peggy. Girls & Sex: Was es bedeutet in der Welt von heute erwachsen zu werden, Berlin 2017

Daub, Adrian. Cancel Culture Transfer: Wie eine moralische Panik die Welt erfasst. Suhrkamp, 21.11.2022

https://www.boell.de/de/leipziger-autoritarismus-studie

Hooks, Bell. All about love. New York 2001

Adorno, Theodor W. Minima Moralia. Suhrkamp, 1969

Timestamps:

03:55 Wie hat sich der Begriff Feminismus verändert?

06:26 Wie erhält sich das Patriarchat selbst aufrecht?

08:34 Wie binäre Strukturen und Naturalisierung das Patriarchat stützen.

17:14 Gewaltvolle Ordnung, oder wie das Patriarchat konkret aussieht.

22:25 Die heterosexuelle Kleinfamilie 

24:06 Wie wirkt eine kapitalistische Wirtschaftsweise und eine patriarchale binäre Geschlechter Struktur zusammen? Wie spielen nationalstaatliche Gedanken hinein?

29:24 Das Präfix-Spiel

30:39 Wie können wir uns befreien? Alternative Familienmodelle.

38:01 Politische Bewegungen #Me too und Ni una menos.

41:44 Alle hätten besseren Sex, wenn das Patriarchat beendet wäre.

45:16 Es wird erst wahr, wenn ein Mann es gesagt hat… 

48:58 Feuilleton und Fake News Cancel Culture, Autoritarismus Studie

52:46 Warum heißt dein Buch „Zart und Frei“?

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1 Stunde 2 Minuten
Nur wir Menschen können und müssen unseren Körper selbst gestalten. Wie verkörpern wir Normen? Akzeptieren wir alle Körper oder wollen wir sie beherrschen und unterwerfen? Wie die prägt Gesellschaft unser Körperbild? Müssen unsere Körper eigentlich ständig funktionieren und optimiert werden? Welche Körpernormen gelten in unserer Gesellschaft? Und wie arbeiten wir alle zusammen, um sie zu erhalten oder zu ändern? Ich erfahre viel über uns als soziale Wesen, über Fat Studies, Naturalisierung als Machtinstrument, die Inszenierung von Geschlechtlichkeit auch in Werbung und Popkultur, und zum Schluß sprechen wir noch über Tango.

Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und Lehrstuhlinhaberin für Soziologie und Gender Studies an der LMU München. In ihrer Forschung befasst sie sich unter anderem mit dem Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Körper. Sie forscht zu Themen wie kosmetischer Chirurgie oder Ernährung und Fitness, aber auch zu Natur und Kultur, Arbeit und Care und Popkultur.

Lesetipps und Quellenangaben:

Villa, Paula-Irene. Sexy Bodies: Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 4. Auflage 2011

Fat Studies - Ein Glossar.Hg. Anja Herrmann, Tae Jun Kim, Evangelia Kindinger, Nina Mackert, Lotte Rose, Friedrich Schorb, Eva Tolasch, Paula-Irene Villa. Bielefeld: transcript 2022 OPEN ACCESS: https://www.transcript-verlag.de/media/pdf/82/27/33/oa9783839460054L5u4mi4VnODe4.pdf

#MeToo and beyond. Perspectives on a Global Movement. eds. Cristina Alcalde & Paula-Irene Villa, University of Kentucky Press 2022; https://www.kentuckypress.com/9780813195605/metoo-and-beyond/

Lindemann, Gesa. Das Paradoxe Geschlecht: Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1993

Goffman, Erving. Wir alle spielen Theater, Piper Verlag:1969

Hirschauer, Stefan. Un/doing Differences. Die Kontingenz sozialer Zugehörigkeiten. Zeitschrift für Soziologie, Jg. 43, Heft 3, Juni 2014, S. 170–191. https://www.theorie.soziologie.uni-mainz.de/files/2015/11/Undoing-Differences-ZfS.pdf

Gender Salon: https://www.gender.soziologie.uni-muenchen.de/gsalon/index.html

Coverart: Lilith von Waberer

Timestamps:

2:22 Wie funktioniert Herrschaft? Welche Rolle spielt Naturalisierung?

7:55 Die gesellschaftliche Bedingtheit des Körpers.

13:46 Weiblichkeit gleich Mütterlichkeit als „moderne“ Erfindung.

18:55 Menopause, PMS, die „Männlichkeit“ von Testosteron als Konstrukt.

21:34 Körperliche Selbstgestaltung als Zumutung und Freiheit.

24:59 Wer darf wie frei über den eigenen Körper verfügen?

28:33 Frauen waren Währung auf dem Heiratsmarkt.

32:38 Das Präfix-Spiel

33:58 Teil 2

34:35 Inszenierung von Geschlechtlichkeit, wir alle spielen Theater

39:54 Werbung und Popkultur das Spiel mit den Sehgewohnheiten

44:40 Urbane Kulturen in der Weimarer Republik, Queer Lives

48:00 Fat Studies

49:00 Menschen werden „sortiert“ nach der Kategorie Gewicht

52:50 Der Körper geschieht uns

59:00 Tango

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19 Minuten
Heute ist Equal Pay Day 2023 und am 8.März Internationaler Frauentag. In diesem Special habe ich wieder ein paar Ungerechtigkeiten aufgestöbert, wundere mich, daß die Illusion der Meritokratie so gut funktioniert und forsche anhand eines Gedankens von Pierre Bourdieu nach Methoden des Machterhalts.

Lesetipps und Quellenangaben: 

https://www.equalpayday.de/

https://www.equalpayday.de/informieren/podcast/

Bourdieu, Pierre. Die männliche Herrschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. (2005a)

Villa Braslavsky, Paula-Irene. Eine Soziologische Reise durch den Geschlechtskörper.VS Verlag für SozialwissenschaftenVerlag, 2011

Criado Perez, Caroline. Unsichtbare Frauen, wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. München: btb Verlag, 2020

Solnit, Rebecca. men explain things to me and other essays, Granta Publications 2014

Endler, Rebekka. Das Patriarchat der Dinge, warum Frauen die Welt nicht passt, DuMont 2021

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59 Minuten
Die medizinische Ausbildung konzentrierte sich lange auf eine männliche „Norm“, die ironischerweise nicht einmal die Männer wirklich gut erfasst. Inzwischen wächst das Wissen über die Geschlechterunterschiede in der Medizin ständig. Männer und Frauen sind anders krank. Dr. Hildegard Seidl spricht mit mir über geschlechterspezifische Medizin darüber, wie wichtig es ist, Frauen in Studien einzuschließen und anschließend auch getrennt auszuwerten, die unterschiedlichen Symptome z.B. beim Herzinfarkt oder der Depression und welche Rolle die Kommunikation dabei spielt. 

Guest Information:

Dr. Hildegard Seidl ist Fachreferentin für Gendermedizin an der München-Klinik, gelernte Intensivfachpflegekraft, Volkswirtin und hat am Helmholtz Zentrum in Humanbiologie promoviert.

Lesetipps und Quellenangaben:

https://www.muenchen-klinik.de/unternehmen/forschung-studien-lehre/gendermedizin/

https://protomag.com/neurology/pain-women-pain-men/

Criado Perez, Caroline. Unsichtbare Frauen, wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. München: btb Verlag, 2020

Timestamps:

06:01 Frauen haben andere Symptome bei Herzinfarkt 

11:22 Grundlagenforschung nur an männlichen Tieren

13:44 Gender-Data-Gap: Studien werden nicht geschlechtergetrennt ausgewertet

19:00 Medikamente haben andere Wirkungen und Nebenwirkungen

22:00 Contergan-Skandal - Frauen sind in Medikamentenstudien nicht eingeschlossen

26:50 Dokumentation der Medikamentenanwendung

29:10 Kommunikationsverhalten ist bei Frauen und Männern unterschiedlich

34:27 Studie: Chirurginnen erzielen ein besseres OP-Ergebnis

40:40 Das Präfix-Spiel

41:40 Gender-Empathy-Gap - Männer haben andere Symptome bei Depression

45:50 Resynchronisationsschrittmacher für Frauen - Consent ist wichtig

51:30 Geschlechtergemischte Teams - Wünsche der Patienten berücksichtigen

52:50 Bewusstsein für die eigenen Rollenbilder - Vorurteilen professionell begegnen

56:36 Vision für die Zukunft und Outro

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51 Minuten
Jo Meier und Basil Huwyler sprechen mit mir über den Begriff Queer, ihre Workshops zu dem Thema, wann Labels nützlich sein können und was sie bedeuten. Über Privilegien, Diskriminierung und Vielfalt, Frauenfußball und den gestrichenen Berufswunsch Prinzessin. Und wie schön es wäre, wenn wir viel sanfter mit einander umgehen.

Guest Information:

Jo Meier wohnt und studiert in Basel. Seit 2020 ist Jo in der Vermittlung verschiedener Museen tätig, unter anderem in der Austellung «Geschlecht» im Stapferhaus Lenzburg und «Queer» im Naturhistorischen Museum Bern.

Basil Huwyler arbeitet hauptberuflich als Grafiker und Fotograf im Raum Basel. Seit 2016 ist er zunehmend in der Jugend- und Erwachsenenbildung zum Thema Geschlecht & Sexualität mit dem Fokus Transidentität tätig. Dies im Rahmen von Outing-Begleitungen in Schulischen Kontexten und seit 2021 im Vermittlungsangebot der Ausstellung «Queer» am Naturhistorischen Museum Bern.

Instagram: basil.mahu

Lesetipps und Quellenangaben:

Ausstellung Bern, Naturhistorisches Museum, Queer - Vielfalt ist unsere Natur. Noch bis 19.03.2023 

https://www.nmbe.ch/de/queer

Eine Privilegien-Checkliste

https://sites.google.com/a/u.boisestate.edu/social-justice-training/about-us/our-training/privilege-checklist

Ein sehr schönes Glossar

https://www.cevi.ch/files/cevi/pdf/LGBTQ+/Glossar_Break%20Free.pdf

Informationen zu non-binärem Geschlecht

https://www.nonbinary.ch/

Transgender Network Switzerland 

https://www.tgns.ch/de/information/

Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge, Köln: DuMont, 2021

https://www.dumont-buchverlag.de/buch/endler-das-patriarchat-9783832170912/

Timestamps:

02:15 Was bedeutet Queer? Und wie reagieren die Menschen in den Workshops?

11:33 Die vielen Ebenen über Geschlecht zu sprechen. Wozu brauchen wir Labels?

17:40 Was heißt eigentlich pansexuell?

21:55 Körperliche Vielfalt

24:33 Wissenschaft wird von Kultur geprägt und beeinflußt

25:20 Sportunterricht, patriarchale Strukturen und Frauenfußball

27:55 Spiel in der Ausstellung - Diskriminierung verstehen

30:13 Sich der Privilegien bewußt werden

39:00 Wie früh beginnt die Prägung? Welche Geschlechtererwartungen werden auf uns projiziert?

42:40 Das Präfix Spiel

44:16 Was ist eure Vision für die Zukunft?

Folgt den Wunderwesen

https://www.instagram.com/wunder.wesen/

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14 Minuten
Wunderwesen ist noch ein ganz junger Podcast, aber in fast jedem Gespräch habe ich die Frage gestellt: “Was bedeutet Freiheit für dich? Und ist sie für die Arbeit und das Leben wichtig?“ Die Antworten der Gäste der ersten Folgen gibt es hier zu hören. Außerdem habe ich diese Frage auf der Straße und in meinem Umfeld gestellt. 

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