Extreme Zeiten Archiv
51 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben die politische Landkarte verschoben: Die AfD ist in beiden Ländern stärkste Kraft, in Sachsen-Anhalt mit knapp 44 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,2 Prozent nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Manuela Schwesig. Im Gespräch mit Angela Fitsch ordnet die Marburger Parteienforscherin Prof. Dr. Isabelle Borucki ein, warum das mehr ist als ein gewöhnlicher Wechsel zwischen Regierung und Opposition. Es geht um stark personalisierte Wahlkämpfe, um zersplitterte Öffentlichkeiten in Zeiten von TikTok und Instagram, um eine Wende-Erzählung, die an tief sitzende Erfahrungen im Osten anknüpft, und um Migration als Sammelnarrativ für Abstiegsängste und Sorgen um den eigenen Lebensstandard. Außerdem geht der Blick nach Berlin, wo die Linke stärkste Kraft geworden ist, auf den historischen Absturz der Union und auf die Frage, wer die AfD heute eigentlich wählt. Was könnte sich unter einem AfD-Ministerpräsidenten konkret ändern, etwa in der Bildungspolitik, für queere Menschen, Geflüchtete oder die Zivilgesellschaft? Wann beginnt demokratische Erosion, und ist ein Parteiverbotsverfahren noch sinnvoll oder längst zu riskant? Die Folge zieht Vergleiche zur Weimarer Republik, fragt nach der Widerstandskraft der wehrhaften Demokratie und schaut schließlich nach Hessen: Der Hessen-Monitor 2026 zeigt, dass fast alle Befragten die Demokratie als Idee befürworten, aber nur rund zwei Drittel mit ihrer Praxis zufrieden sind. Ein Drittel gilt als fragile Demokrat:innen, und besonders im ländlichen Raum wächst das Gefühl, abgehängt zu sein. Am Ende steht die Frage, wie die demokratischen Parteien diesen Erosionsprozess noch aufhalten können. Isabelle Borucki ist neben DemoReg und dem Hessenmonitor auch in der COST Action RELINK² aktiv und Mitherausgeberin des European Journal of Political Research. Wer mehr von ihr lesen möchte: Forschungsnetzwerk RELINK² zur Digitalisierung politischer Organisationen: https://relink2.eu/ Buchkapitel zu Parteien und KI: https://www.elgaronline.com/edcollchap/book/9781035326303/chapter5.xml Aufsatz „Was ist Datenpolitik?": https://link.springer.com/article/10.1007/s41358-026-00453-0 Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung. Foto: R+V
40 Minuten
Antisemitismus an Schulen nimmt seit dem 7. Oktober 2023 in allen Formen zu, wie die aktuellen RIAS-Zahlen zeigen. Dr. Kai Schubert, Politikwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum, erklärt im Gespräch mit Angela Fitsch, warum sich viele gar nicht bewusst sind, dass es überhaupt jüdisches Leben in Deutschland gibt, und warum antisemitische Vorfälle im Schulalltag oft verharmlost oder weggeschaut werden. Er stellt das Konzept der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit vor, das über reine moralische Erziehung hinausgeht und von Pädagoginnen und Pädagogen einen eigenen Reflexionsprozess verlangt. Auch die Frage, wie weit die dienstliche Neutralitätspflicht von Lehrkräften eigentlich reicht, kommt zur Sprache: Gegenüber Verstößen gegen Grundgesetz und Diskriminierungsverbote gibt es demnach keinen neutralen Standpunkt. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischer Jugendbildung, die nach Schuberts Einschätzung noch deutlich enger werden müsste, sowie um die Aktualität von Theodor W. Adornos Idee der Erziehung zur Mündigkeit für die heutige Bildungspraxis. Schubert spricht außerdem offen über die strukturellen Probleme der außerschulischen Bildungsarbeit: befristete Stellen, Teilzeitverträge und niedrige Eingruppierungen, obwohl politische Bildung gegen Antisemitismus in Sonntagsreden immer wieder als zentral bezeichnet wird. Sein Fazit: Antisemitismus müsse als dauerhafte, professionelle Aufgabe verstanden werden, die eine bessere Zusammenarbeit zwischen Politik, Praxis und Wissenschaft braucht. Den besprochenen Sammelband findet ihr im Wochenschauverlag: https://www.wochenschau-verlag.de/Grenzen-der-Erfahrung/41780 Und die Dissertation von Kai Schubert ist auch bald im Wochenschauverlag erhältlich: https://www.wochenschau-verlag.de/Politische-Bildung-und-Antisemitismus/41812-Print-61812-PDF Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
7 Minuten
In dieser Ausgabe von Extreme Zeiten Kompakt geht es um eine Personengruppe, über die im Demokratiezentrum Hessen viel zu selten gesprochen wird: unsere studentischen Hilfskräfte. Aktuell arbeiten fünf SHKs in verschiedenen Projekten mit, von der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit über den Masterstudiengang Beratung im Kontext Rechtsextremismus bis zum Monitoring-Bericht. Zu Gast ist Leni Schmiedl, die vor rund vier Monaten am DZ angefangen hat und von ihrem Weg nach Marburg, ihren Aufgaben und den Herausforderungen ihrer Arbeit erzählt – inklusive einer besonderen Anekdote: Den Anstoß zu ihrem Studium gab ausgerechnet eine frühere Folge von Extreme Zeiten mit Ursula Birsl zu Rechtsextremismus und Gender. Leni berichtet offen davon, wie bereichernd, aber auch herausfordernd die Arbeit am Monitoring-Bericht sein kann, wenn man sich fortlaufend mit antisemitischen, rassistischen und queerfeindlichen Vorfällen in Hessen auseinandersetzt. Sie spricht außerdem über ihre Zukunftspläne zwischen politischer Bildung, Antidiskriminierungsarbeit und Forschung – und darüber, warum sie dem Demokratiezentrum gerne noch lange erhalten bleiben möchte. Die nächste reguläre Folge mit Angela Fitsch erscheint in zwei Wochen und widmet sich dem Thema Antisemitismus an Schulen. Die besagte Folge mit Ursula Birsl zu Rechtsextremismus und Gender vom 1. August 2024 findet ihr hier: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/2024/08/01/rechtsextremismus-und-gender/ Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
45 Minuten
Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt bleibt in Hessen ein drängendes Problem. Liisa Yasmin Pärssinen, Leiterin der Beratungsstelle Response, spricht über die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2024: 158 Angriffe, 141 neue Beratungen und ein Anstieg von über 30 % gegenüber dem Vorjahr. Sie erklärt, wo diese Gewalt stattfindet, von Schulen über den öffentlichen Nahverkehr bis zum Arbeitsplatz, und wie Response Betroffene begleitet, unabhängig davon, ob es zu einer Anzeige kommt oder nicht. Im Gespräch geht es außerdem um die langfristigen Folgen rechter Anschläge am Beispiel von Hanau, wo Response bis heute Angehörige und Überlebende begleitet, sowie um die Meldeplattform Hessen schaut hin, die Betroffenen und Zeuginnen eine niedrigschwellige Möglichkeit bietet, Vorfälle sichtbar zu machen. Pärssinen spricht offen über die Belastungen der Projektförderlogik, über Empowerment als zentrales Arbeitsprinzip und darüber, was Zeuginnen im Ernstfall konkret tun können. Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
45 Minuten
In dieser Folge von Extreme Zeiten sprechen wir über das sogenannte Neutralitätsgebot, das die AfD seit Jahren für sich beansprucht, um Lehrkräfte, Demokratiepädagog:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen unter Druck zu setzen. Zu Gast ist Manuel Glittenberg, Bildungsreferent bei der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und geschäftsführender Projektleiter von „Zusammenleben neu gestalten“. Gemeinsam mit Angela Fitsch klärt er, was das parteipolitische Neutralitätsgebot eigentlich besagt, für wen es gilt und warum der Begriff, wie auch die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder 2025 feststellte, irreführend ist. Denn er blendet aus, dass staatliche Akteur:innen gleichzeitig zum Schutz der Menschenwürde und der Grundrechte verpflichtet sind, eine Pflicht, die der Neutralitätspflicht klare Grenzen setzt. Im weiteren Gespräch geht es um die Frage, wie die AfD den Begriff zu einem Kampfbegriff macht, welche Rolle das Mäßigungs- und Zurückhaltungsgebot sowie der Beutelsbacher Konsens mit Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot und Schülerinnenorientierung für den Schulalltag spielen, und ob Lehrkräfte rassistische Aussagen oder die AfD selbst sachlich kritisieren dürfen. Anhand aktueller Gerichtsurteile, etwa zur Ministerpräsidentin Malu Dreyer und zum Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, sowie der gescheiterten kleinen Anfrage der Union zur politischen Neutralität gemeinnütziger Organisationen zeigt Manuel Glittenberg, wie wichtig es ist, sich nicht auf die Begriffsverschiebungen der extremen Rechten einzulassen und stattdessen demokratisches Engagement aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Da der Begriff „Neutralität" auch außerhalb des Bildungswesens durchaus umstritten ist, findet sich hier begleitend zur Folge einige weiterführende Literatur. Rechtswissenschaft Dürig/Herzog/Scholz/Korioth, GG Art. 140 Rn. 31, 108. EL August 2025 (mit Verweis auf Schlaich in Mikat [Hrsg.], Kirche und Staat, 1980, S. 427 ff.; Huster, Die ethische Neutralität, 2002, S. 18 ff., 47 ff.) – zur Geschichte von „Neutralität“ als historisch umstrittenem Kampfbegriff der Moderne. Eckertz, Rainer: Das Bundesverfassungsgericht zur staatlichen Neutralität. Eine Analyse der Rechtsprechung anlässlich der Meldeportale von AfD-Fraktionen, S. 263 – direkt zur AfD-spezifischen Instrumentalisierung: „‘Neutralität’ wird so zu einem Kampfbegriff.“ Erziehungs- und Bildungswissenschaft Vollmer, Theresa / Dintenfelder, Lukas / Potzel, Katrin: Neutralität als Kampfbegriff im aktuellen Kontext der AfD. In: Haltungen. Zugänge aus Perspektiven qualitativer Bildungs- und Biographieforschung. Verlag Barbara Budrich, 2023. Hafeneger, Benno / Jestädt, Hannah / Schwerthelm, Moritz / Schuhmacher, Nils / Zimmermann, Gillian: Die AfD und die Jugend. Wie die Rechtsaußenpartei die Jugend- und Bildungspolitik verändern will. 2020, S. 49. Grenz, Juno: Bildung in Zeiten von Antifeminismus. Eine bildungs- und queertheoretische Diskursanalyse der Debatte um den ‘Bildungsplan 2015’. 2025, S. 52. Religionsverfassungsrecht Schurz, Simon: Vom Staatskirchenrecht zum Religionsverfassungsrecht. Ein Rechtsgebiet und seine gesellschaftlich bedingten Wandlungen in der Bundesrepublik Deutschland. 2025. Schrooten, Jost-Benjamin: Gleichheitssatz und Religionsgemeinschaften. Die gleichheitsrechtliche Behandlung von Religionsgemeinschaften nach den Bestimmungen des Grundgesetzes, der EMRK und der EU-Grundrechte-Charta. 2015. Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie u
6 Minuten
Willkommen bei Extreme Zeiten Kompakt – unserem neuen Kurzformat! In wenigen Minuten bringen wir euch regelmäßig Neuigkeiten aus dem Demokratiezentrum Hessen und der Wissenschaft. Moderiert wird das Format von Nora Zado. In der ersten Folge spricht Nora mit Tina Dürr, Studiengangskoordinatorin des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Beratung im Kontext Rechtsextremismus" an der Philipps-Universität Marburg. Der Studiengang qualifiziert Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, der politischen Bildung, der Antidiskriminierungsberatung und vielen weiteren Bereichen, wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Jetzt im Juni ist das Bewerbungsportal für die zweite Kohorte geöffnet. Das Studium dauert vier Semester, ist berufsbegleitend organisiert. Mehr Infos und Bewerbung: https://www.uni-marburg.de/de/fb21/studium/studiengaenge/master/m-a-beratung-im-kontext-rechtsextremismus Oder hört in die Folge „Studieren gegen Rechts" rein: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/2023/10/01/studieren-gegen-rechts/ Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
44 Minuten
Extremer Reichtum gefährdet die Demokratie – davon ist Sebastian Klein überzeugt. Der Psychologe, Unternehmer und Autor wurde durch den Verkauf der App Blinkist über Nacht zum Multimillionär und entschied sich, 90 Prozent seines Vermögens zu verschenken. In dieser Episode spricht er über die gesellschaftliche Dimension von Geld und Vermögenskonzentration – und darüber, warum er sich als Teil eines Problems sah, das er lieber lösen wollte. Klein erklärt, wie ein unfaires Steuersystem die Falschen schützt, warum Lobbyismus in einer ungleichen Gesellschaft Demokratie untergräbt und weshalb soziale Medien in den Händen einzelner Oligarchen eine „absolute Demokratie-Dystopie" sind. Und er blickt trotz allem optimistisch in die Zukunft: Er ist überzeugt, dass der Finanzmarktkapitalismus eines Tages wie eine gefährliche Verirrung erscheinen wird – wie lange es dauert, weiß er allerdings nicht. Das Buch „Toxisch Reich“ findet ihr hier: https://www.oekom.de/buch/toxisch-reich-9783987261381 Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlich bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
49 Minuten
Auf TikTok und Instagram erleben sogenannte Tradwives – kurz für Traditional Wives – gerade einen massiven Aufschwung. Sie inszenieren sich in blütenweißen Küchen, backen Brot von Grund auf, tragen Schürzen im 50er-Jahre-Stil und präsentieren ein Leben, in dem die Frau für Haushalt und Familie zuständig ist, während der Mann das Geld verdient. Was auf den ersten Blick wie ein harmloser Lifestyle-Trend wirkt, hat bei genauerem Hinsehen eine politische Dimension - denn die romantisierten Bilder transportieren Botschaften über Geschlechterrollen, Weiblichkeit und gesellschaftliche Ordnung, die weit über Brotrezepte hinausgehen. Sophia Fechter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum der Philipps-Universität Marburg, forscht zu Onlinephänomenen und deren Einfluss auf politische Auseinandersetzungen. Im Gespräch mit Angela Fitsch erklärt sie, warum der Tradwife-Trend echte gesellschaftliche Ängste aufgreift und gezielt nutzt, welche Verbindungen zur Manosphere und rechten Bewegungen bestehen und warum es sich lohnt, hinter die perfekt ausgeleuchteten Küchen zu schauen. Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
56 Minuten
2026 ist ein Superwahljahr: Fünf Landtagswahlen und vier Kommunalwahlen stehen auf dem Programm. In dieser Folge von „Extreme Zeiten!" zieht Angela Fitsch gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Biebricher eine erste Bilanz. Biebricher ist Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und forscht zu Krisen, konservativer Politik und zur Theorie des Neoliberalismus. Im Mittelpunkt stehen die hessische Kommunalwahl vom 15. März sowie die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg – und der Blick auf die spannenden Herbstwahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Was bedeutet der Zuwachs der AfD auf kommunaler Ebene für die Demokratie vor Ort – in Gemeinderäten, Stadtparlamenten, im politischen Alltag? Welche Lehren lassen sich aus dem überraschenden Sieg der Grünen in Baden-Württemberg ziehen? Und wie erklärt sich, dass junge Wähler*innen je nach Bundesland so unterschiedlich abstimmen – links in Kassel und Darmstadt, rechts in Rheinland-Pfalz? Thomas Biebricher ordnet ein, was diese Ergebnisse über den Zustand der deutschen Parteienlandschaft verraten – und was auf dem Spiel steht, wenn die AfD im Herbst weiter zulegt. Wer sich tiefer mit den Themen dieser Folge beschäftigen möchte, von Thomas Biebricher sind im Suhrkamp Verlag zwei sehr empfehlenswerte Bücher erschienen: „Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus" (https://www.suhrkamp.de/buch/thomas-biebricher-mitte-rechts-t-9783518430996) und der Sammelband „Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt" (https://www.suhrkamp.de/buch/oben-rechts-t-9783518128138). Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
45 Minuten
Sechs Jahre nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau blicken wir in dieser Folge von Extreme Zeiten auf die Prozesse der Bewältigung und Aufarbeitung. Zu Gast ist Gamze Damat, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum Hessen. Sie gibt exklusive Einblicke in die aktuelle Studie „Lessons learnt?“, für die sie zahlreiche Interviews mit Betroffenen und Akteur:innen nach dem Anschlag ausgewertet hat. Im Fokus steht die Frage: Wie können und müssen Kommunen sowie die Zivilgesellschaft auf rechte Gewalt reagieren? Wir sprechen darüber, wie unterschiedlich die Bedürfnisse betroffener Gruppen sind und vor welchen Herausforderungen Kommunalpolitik und Beratung stehen, wenn es um die Verteilung von Ressourcen und das Setzen von Prioritäten geht. Die Folge zeigt auf, welche Lehren aus den Anschlägen von Halle und Hanau für die pädagogische und beraterische Praxis gezogen werden müssen, um Betroffene nachhaltig zu unterstützen und demokratische Strukturen zu stärken. Die Studie von 2025 ist im Wochenschau Verlag erhältlich: https://www.wochenschau-verlag.de/Lessons-learnt-Die-rechtsterroristischen-Anschlaege-von-Halle-und-Hanau/41690 Ein kleiner technischer Hinweis: Bei dieser Aufnahme gab es leider ein paar Probleme mit dem Ton. Wir bitten die Qualität zu entschuldigen – wir arbeiten bereits daran und versprechen Besserung für die nächsten Folgen! Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
1 Minute
In dieser Folge von „Extreme Zeiten“ blickt Angela Fitsch gemeinsam mit Paul Lachmann auf das mittlerweile abgeschlossene Projekt „gemEINSAM gegen RECHTS“ zurück. Es wurde als Kooperation der Universität Göttingen und der Stiftung Adam von Trott durchgeführt. Gefördert wurde es im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie Einsamkeitserfahrungen bei Jugendlichen, insbesondere in Berufsschulklassen in Osthessen, deren politische Einstellung beeinflussen. Die Ergebnisse liegen nun in einer umfassenden Handreichung vor und zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und der Distanz zu demokratischen Werten auf. Paul Lachmann erläutert, dass das Einsamkeitsniveau seit der Pandemie auf einem hohen Niveau stagniert und bei betroffenen jungen Menschen oft zu einem Gefühl der politischen Heimatlosigkeit führt. Neigen junge Menschen, die sich einsam fühlen, eher zu autoritären Einstellungen oder zur Wahl rechtsextremer Parteien? Die Handreichung „gemEINSAM gegen RECHTS“ bietet hierzu wertvolle pädagogische Ansätze und Analysen, um die demokratische Resilienz im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken. Mehr Informationen zum Projekt und den Methoden gibt es hier: https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/31ff004968264d8b9caafcd6e3bafefb.pdf/2024_Handreichung_GGR_digital_Einzelseiten.pdf Du hast Fragen, Anregungen und Ideen? Schreibe uns an: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
49 Minuten
In der aktuellen war Nora Zado vom Demokratiezentrum Hessen zu Gast. Auf Grundlage ihrer Forschung zu Anfeindungen und Gewalt gegen Bürgermeister*innen in Hessen beleuchtet sie, welchen Belastungen Mandatsträger*innen ausgesetzt sind, die sich auf lokaler Ebene für ihre Gemeinden engagieren. Dabei wird deutlich: Die Bedrohungslage hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft und stellt nicht nur eine Gefahr für die betroffenen Amtsträger*innen dar, sondern untergräbt auch die demokratische Kultur in unseren Kommunen. Im Gespräch diskutieren wir die Hintergründe dieser Entwicklung und schauen auf konkrete Erscheinungsformen der Anfeindungen – von verbalen Attacken in Ratssitzungen über Hassnachrichten in sozialen Medien bis hin zu physischer Gewalt. Nora Zado stellt erste Forschungsergebnisse aus ihrer Studie vor und ordnet diese wissenschaftlich ein. Dabei wird deutlich, welche Rolle gesellschaftliche Polarisierung, Vertrauensverlust in demokratische Institutionen und die Enthemmung im digitalen Raum spielen. Zugleich diskutieren wir mögliche Präventions- und Schutzstrategien: Welche Maßnahmen können Kommunen ergreifen, um ihre Amtsträgerinnen zu schützen? Und wie lässt sich eine Kultur des Respekts in der Kommunalpolitik stärken? Den vollständigen Artikel findet ihr in der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, die im Wochenschau Verlag erscheint: https://demokratie-gegen-menschenfeindlichkeit.de/ Du hast Anregungen und Ideen? Schreibe uns: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
48 Minuten
In dieser Folge spricht Dr. Reiner Becker darüber, wie der Begriff der „Demokratieskepsis“ überhaupt gefasst werden kann. Er zeigt, dass Menschen, die skeptisch auf Demokratie blicken, nicht automatisch extremistisch sind, sondern oft aus Unsicherheit, Enttäuschung oder fehlender Repräsentation heraus zweifeln. Demokratieskeptiker*innen bewegen sich in einem Zwischenraum. Sie stellen demokratische Prozesse infrage, ohne sie grundsätzlich abzulehnen. Zugleich macht Becker deutlich, dass Demokratieskepsis eng mit gesellschaftlichen Erfahrungen zusammenhängt. Bildungsstand, Einsamkeit, das Gefühl politischer Ohnmacht oder Wahrnehmungen von Ungerechtigkeit beeinflussen die Haltung zum politischen System. Genau hier liegt die Herausforderung für Demokratiearbeit. Skepsis kann in produktive Beteiligung übersetzt werden, wenn Dialogräume geschaffen werden, die ernst nehmen, zuordnen und Orientierung bieten. Den vollständigen Artikel findet ihr in der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, die im Wochenschau Verlag erscheint: https://demokratie-gegen-menschenfeindlichkeit.de/ Weitere Informationen zum Demokratiezentrum findet ihr hier: https://beratungsnetzwerk-hessen.de/ Du hast Anregungen und Ideen? Schreibe uns: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMBFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
53 Minuten
In dieser Folge sprechen wir mit Cornelia Rotter, ehemalige Kriminalhauptkommissarin und Diplompädagogin. Sie arbeitet heute im Hochschuldidaktischen Dienst der HöMS, der hessischen Polizeiakademie. Dort begleitet sie Lehrende dabei, ihre Lehre weiterzuentwickeln – fachlich, didaktisch und inhaltlich im Sinne einer reflektierten Haltung. Ziel ist es nicht nur, Wissen zu vermitteln, sondern Räume für kritisches Denken und ethisches Urteilsvermögen zu schaffen. Im Gespräch geht es um Bildungsarbeit innerhalb der Polizei, um Ethik als Querschnittsaufgabe und darum, wie Haltung und Verantwortung in der Ausbildung verankert werden können. Cornelia Rotter berichtet von Workshops, Weiterbildungen und neuen Lehrkonzepten, die Lehrende und Studierende gleichermaßen dazu ermutigen, über Menschenrechte, demokratische Werte und die Rolle der Polizei in einer pluralen Gesellschaft nachzudenken. Mehr Infos zum Hochschuldidaktischen Dienst der HöMS findest du hier: https://hoems.hessen.de/organisation/die-dekanate/hochschuldidaktischer-dienst Du hast Anregungen und Ideen? Schreibe uns: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
1 Minute
Nach den Massakern der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 erlebte Deutschland eine Welle antisemitischer Vorfälle. Der aktuelle Jahresbericht 2024 der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) zeigt: Die Zahl der dokumentierten Taten stieg sprunghaft an – von Anfeindungen im Alltag über Hetze auf Demonstrationen bis hin zu Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Allein in Hessen wurden 2024 926 antisemitische Vorfälle registriert, das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 528 Vorfälle). Darunter waren ein Fall extremer Gewalt, 33 Angriffe, 32 gezielte Sachbeschädigungen, 48 Bedrohungen, 53 Massenzuschriften und 759 Fälle verletzenden Verhaltens. Antisemitismus wurde sichtbarer, lauter und bedrohlicher. Dr. Susanne Urban, Leiterin von RIAS Hessen, ordnet dies ein. Sie und ihre Kollegen von RIAS Hessen nehmen Vorfälle an, geben Betroffenen eine Stimme und machen sichtbar, wie sehr Antisemitismus den Alltag von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Hessen prägt. Der Bericht zeigt zudem: Antisemitismus kommt eben nicht nur von rechts außen, sondern auch aus islamistischen, verschwörungsideologischen sowie linken Milieus und aus der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Nach dem 7. Oktober 2023 wurden die Grenzen des Sag- und Zeigbaren noch weiter verschoben . Mehr Infos zu RIAS findest du hier: https://rias-hessen.de/ https://www.instagram.com/rias_hessen/ Du hast Anregungen und Ideen? Schreibe uns: podcast@beratungsnetzwerk-hessen.de Wir bedanken uns herzlichst bei dem Team des Medienzentrums der Universitätsbibliothek in Marburg für die großartige Zusammenarbeit sowie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des Equipments. Das Demokratiezentrum Hessen, Fach- und Geschäftsstelle des Beratungsnetzwerks Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, wird mit Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und des Landesprogramms "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des HMdIS, des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
Extreme Zeiten
„Extreme Zeiten!“, der Podcast des Demokratiezentrums Hessen: Hier sprechen wir einmal im Monat mit Expert*innen und Berater*innen über Einblicke und Hintergründe zu ihrer Arbeit, geben Erfahrungsberi...