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Neues aus der Alten Welt Archiv

39 Episoden
32 Minuten
Um einen Platz in der Welt zu finden, muss man ihr manchmal den Rücken kehren. Welche Rolle spielten Klöster in der Geschichte Äthiopiens und was verrät die dort entstandene und überlieferte Poesie über das Weltbild der Menschen?

Postdoc Augustine Dickinson beleuchtet mit Kim und Christoph in dieser Folge sein bisher wenig beachtetes Forschungsfeld und beschreibt, wie er selbst über Umwege seinen Platz in der akademischen Welt gefunden hat: von Waterloo über Toronto und Hamburg bis hin … zur Universität Münster.
39 Minuten
Wie schreibt man eine Geschlechtergeschichte der Südlevante auf der Basis von Objektgattungen?

In dieser Folge spricht der Alttestamentler Dr. Bruno Biermann über seinen ungewöhnlichen Forschungsansatz an der Schnittstelle von Archäologie und Theologie.

Er nimmt uns zunächst mit in sein Studienjahr an der Near East School of Theology in Beirut und erzählt, wie ihn das Leben und Studieren in einem postkolonialen Kontext geprägt haben.

Gemeinsam mit Kim Renzel und Emilia Bachmann geht es um seinen Weg zur Promotion an der Universität Bern – und um die Frage, warum für ihn ausgerechnet Siegel ein Schlüssel zur materiellen Kultur waren. Wer nutzte diese Objekte? Was verraten sie über Geschlecht, Status und Identität in der antiken Levante? Bruno Biermann zeigt, wie sich durch die Verbindung von archäologischen Fundkontexten, epigraphischen und ikonographischen Betrachtungen sowie Analysen biblischer Texte eine neue, ganzheitlichere Geschlechtergeschichte schreiben lässt. Und er gibt Einblicke in sein aktuelles Projekt: das spannungsreiche Verhältnis von Ritualtexten und Ritualpraxis. Wurden wirklich alle Könige gesalbt? Jetzt reinhören!
1 Stunde 5 Minuten
Was verraten Übersetzungen über Kultur und Geschichte?

Der Werdegang von Dr. Philip Bockholt, Juniorprofessor am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, ist geprägt von zahlreichen Stationen in verschiedenen Ländern des östlichen Mittelmeerraums. Kein Zufall also, dass er sich in der von ihm geleiteten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, kurz für „Translation: Arabic-Persian-Turkish", intensiv mit Übersetzungsprozessen befasst. Natalie und Christoph fragen ihn, wie Übersetzungen kulturelle Prozesse spiegeln. Und weshalb gerade osmanisch-türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen entscheidende Einblicke in die geistesgeschichtlichen Entwicklungen zwischen 1400 und 1750 ermöglichen. Eine spannende Einsicht in interdisziplinäre Forschung und transregionalen Wissenstransfer.
43 Minuten
Haben Aliens die Pyramiden gebaut?

Mit solchen Fragen sieht sich die Ägyptologie tatsächlich konfrontiert. In dieser Episode erklärt Dr. Manon Yvonne Schutz vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster, woher solche Vorstellungen stammen – und wie die Wissenschaft ihnen fundiert begegnet.

Gleichzeitig macht sie die Menschen hinter den Monumenten greifbar: jene, die vor über 3.000 Jahren im Alten Ägypten lebten. In ihrer Dissertation erforscht sie das alltägliche Leben anhand von Betten im Grabkontext und zeigt dabei, warum bereits der Begriff „Alltag“ komplexer ist, als er zunächst erscheint.

Außerdem werfen Pina und Kim gemeinsam mit ihr einen Blick auf die sogenannten „Kleinen Fächer“. So wird am Beispiel der Ägyptologie die beeindruckende Vielfalt eines vermeintlich „kleinen“ Fachs sichtbar – einer Disziplin, die angesichts von KI und Pseudowissenschaft vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber genau die Werkzeuge besitzt, um diesen wirksam zu begegnen.
45 Minuten
Auf den Spuren einer jahrtausendealten Wissenswelt Äthiopiens und Eritreas

Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe.

Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arabische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
1 Stunde 34 Minuten
How to write a history of becoming in Antiquity?

This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics.

In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research.

What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'?

Tune in on this episode to find answers to these questions and many more!
57 Minuten
Kriegsführung in der Antike – ein Thema angesichts aktueller Konflikte?

In dieser Episode stellt der Althistoriker Dr. Marian Helm seine Dissertation „Kampf um Mittelitalien“ vor. Darin rückt er das 4. Jahrhundert v. Chr. in den Fokus – für ihn eine Schlüsselphase auf dem Weg Roms zur Großmacht. Gemeinsam mit Kim und Nikola beleuchtet er ausgewählte Stationen dieser Entwicklung, die alles andere als geradlinig verlief.

Darüber hinaus berichtet Marian Helm über die von ihm mitorganisierte transkontinentale Tagung War in the Ancient World International Conference (WAWIC), die im Mai 2025 zeitgleich in Münster und Duluth (USA) stattfand. Thematisiert wurden auf der Konferenz neben klassischen Inhalten auch die Rolle von Frauen im Krieg, Konflikte in der Steppe sowie das Schicksal von Deserteuren.

Abschließend gehen wir den Fragen nach, ob die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Krieg“ in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit eine neue Bewertung erfährt – und inwiefern die Forschung dieses Thema in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einbetten muss.
1 Stunde 4 Minuten
Das Alte Testament im Dialog der Kulturen: "Wie entstand die Tora?"

Babylonisches Exil, Wüstenerfahrung und Begegnungen mit den Persern spielen für den Alttestamentler Professor Dr. Reinhard Achenbach eine zentrale Rolle, um die Entstehung der Tora nachzuzeichnen. Gemeinsam mit Natalie Kraneiß und Christoph Müller beleuchtet er, wie das Alte Testament in Auseinandersetzung mit vielen antiken Kulturen entstanden ist und wie wichtig daher ein interdisziplinärer Dialog mit den benachbarten Wissenschaften ist. Aus dieser Perspektive heraus plädiert er dafür, eine positive Theologie im Diskurs mit Judentum und Islam zu formulieren.

Das Zusammenspiel der Altertumswissenschaften hat Reinhard Achenbach viele Jahre als Sprecher des Centrums für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmerraums (GKM) entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Kurz vor seinem Ruhestand gibt er in dieser Podcastfolge einen persönlichen Einblick in die Geschichte und Bedeutung dieses Forschungs- und Lehrnetzwerks.  
1 Stunde 8 Minuten
Wie wird ein Staat zu einem Imperium?

In dieser Episode stellt der Assyriologe Alexander Johannes Edmonds sein soeben erschienenes Buch "Triumph and Betrayal. Assyria's Path to Empire, 935-745 BC" vor, in dem er eine neue Rekonstruktion der frühen neuassyrischen Periode präsentiert. Im Gespräch mit Lotta Dümeland und Christoph Müller zeichnet er nach, auf der Grundlage welcher Quellen und Interpretationen er die Chronologie entwickelt hat und welche Rolle dabei interne Konflikte, konkurrierende Zukunftsvisionen und neu entdeckte Könige spielten. Mindestens ebenso spannend ist der Lebenslauf dieses jungen Wissenschaftlers, der ihn von Cambridge über Heidelberg, Tübingen und Changchun an die Universität Münster führte. Und am Ende der Folge gibt er noch ein Highlight zum Besten.
40 Minuten
Laura Tretow, Absolventin des Masterstudiengangs „Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraums“ (AKOEM), betrachtet das berühmte Lachisch-Relief mit der Darstellung der Eroberung der judäischen Stadt Lachisch und zeigt dabei besonders Interesse an den darauf abgebildeten Tieren, denn das Thema ihrer Masterarbeit lautet „Mensch-Tier-Beziehungen in der Eisenzeit der Südlevante“. Ihre Abschlussarbeit ist dem interdisziplinären Forschungsfeld der Human-Animal Studies zuzuordnen. Felix und Kim bringen in dieser Episode in Erfahrung, wie ihre Kommilitonin zu diesem Thema gekommen ist und welche Herausforderungen es bei der Bearbeitung gab. Inwiefern sind Tierhaltung und das Verhältnis des Menschen zu Tieren kontextabhängig? Und warum wählte Laura die Orte Lachisch, Tell Miqne und Tell es-Safi als Fallbeispiele?     
1 Stunde 14 Minuten
Detektive an Gottes Wort oder Wie stellt man eigentlich Bibeln im Museum aus?

In dieser Folge stellen Pina und Christoph vor, welche Schätze Dr. Jan Graefe im Bibelmuseum der Universität Münster hütet und vor welchen Herausforderungen er dabei steht. So beschreibt er, wie das Bibelmuseum den Spagat zwischen religiösem und wissenschaftlichem Objekt hinbekommt. Warum das Institut für Neutestamentliche Textforschung eng mit dem Museum verbunden ist. Und welche Konsequenzen es für die Ausstellung hat, dass in einer Vitrine immer nur eine Seite einer Bibel gezeigt werden kann. Highlights der Ausstellung sind – sicherlich nicht nur für Jan Graefe – eine Lutherbibel mit Widmung des Reformators aus seinen letzten Lebenstagen, eine sumerische Tontafel aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. und ein Ziegelstein vom Turm zu Babel.    
1 Stunde 2 Minuten
Warum gehört ein Archäologisches Museum unabdingbar zu einer Universität?

Pina Klemme und Christoph Müller erörtern in dieser Episode, wie das Museum in Forschung, Lehre und Transfer der Universität eingebettet ist. Sie haben zu Gast: Helge Nieswandt, langjähriger Kurator des Archäologischen Museums an der Universität Münster, und Saskia Erhardt, die Ausstellungskuratorin der aktuellen Sonderausstellung "Körper.Kult.Religion".

Die Frage nach der Provenienz eines Objekts ist in den letzten Jahren auch im Archäologischen Museum ein Fokus der Forschung. Gehören vielleicht auch hier Ausstellungsstücke eigentlich jemand anderem? Und wie gehen das Museumsteam und die Universitätsleistung dann damit um?
60 Minuten
Wie interdisziplinär die „Biblische Archäologie“ arbeitet, stellen Kim Renzel und Trixi Steil in dieser Episode vor. Sie erfahren dabei im Gespräch mit Juniorprofessorin Dr. Katharina Schmidt, was dieses Fach überhaupt mit der Bibel zu tun hat und warum oftmals auch von „Archäologie der Levante“ gesprochen wird. Und dann gibt Frau Schmidt noch spannende Einblicke in ihr Grabungsprojekt auf der Zitadelle von Amman (Jordanien), das im Sommer 2024 gestartet ist.
60 Minuten
"Körpermodifikationen" ist schon ein ganz schön außergewöhnliches Thema, das Lukas Kerk in seinem Promotionsprojekt untersucht. Kim und Pina stellen den Gast aus der Ur- und Frühgeschichte in dieser Episode vor und werfen dabei den Blick auf ein Fach, das zeitlich etwa 99% der Menschheitsgeschichte abdeckt.
1 Stunde
Feldforschung in Syrien und im Irak - wie Archäologie auch ein Stück Normalität bieten kann

Seit dreißig Jahren ist Prof. Dr. Janoscha Kreppner in unterschiedlichen Großgrabungsprojekten Syriens und des Irak eingebunden. Lotta Dümeland und Pina Klemme gehen den Stationen seiner Forschung in einer wenig friedlichen Region nach, in der es noch viel Neuland für die Archäologie gibt. Im Gespräch zeigt sich dabei wieder einmal, dass die Peripherie gar nicht so unbedeutend war, wie lange von der Forschung angenommen wurde. Janoscha Kreppner erläutert zudem, wie die Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und die Nutzung der Digitalität heute exaktere Ergebnisse als noch vor einigen Jahren möglich macht ... Aber wie bekommt er Laser-Scanner und Drohnen durch den Zoll und wie erhält er für sein Equipment dann Strom im Zagros-Gebirge?
Neues aus der Alten Welt

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Der Podcast für den antiken Mittelmeerraum - Hier kommt aktuelle Forschung ins Gespräch!