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135 Episoden
5 Minuten
Es war einmal ein Haus, in dem zwei Kinder waren, ein Knabe und ein Mädchen, sie waren vom Mittelstande, weder arm noch reich. Und es war ein anderes Haus, wo auch ein Bruder und eine Schwester war und diese waren sehr reich. In diesen beiden Häusern waren sie sehr befreundet und eines Tages verabredeten sich die beiden Knaben, ein Schloss von Rosen zu machen... Wie sie das anstellten und was für Folgen das hat, hört ihr in diesem mallorquinischen Volksmärchen. So viel sei verraten: Ein Diebstahl, ein Kind, versteckt in einem unterirdischen Gang und ein Kopf, in dem ziemlich viele Nadeln stecken, spielen eine Rolle.
1 Stunde 12 Minuten
Es waren einmal... die Zaubermärchen. Bei ihnen handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Unterkategorie des Märchens. Typisch für sie ist, natürlich, die Magie. Sie begegnet uns in Form von übernatürlichen Gegnern oder Gegnerinnen, verzauberten Gatten oder Gattinnen, übernatürlichen Aufgaben oder Helfer*innen, übernatürlichen Gegenständen oder übernatürlichem Wissen. Typisch für alle Zaubermärchen ist, dass sie mit einer Situation des Mangels oder der Schädigung, etwa durch Raub oder Verjagung, beginnen. Genau eine solche Situation finden wir auch im Zaubermärchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 42) "Der alte Zauberer und seine Kinder". In dieser Folge schauen wir uns nicht nur das Märchen und die, zugegeben, etwas überschaubaren Zauberkräfte des Protagonisten an, sondern sprechen auch über den Herausgeber dieses Märchens, Ludwig Bechstein. Außerdem stellen wir euch drei weitere Zaubermärchen vor. Dabei begegnen uns Galoschen des Glücks, die gar nicht so glücklich machen, wir unternehmen eines Reise im Braukessel und finden heraus, dass Aladdin nicht nur einen Dschini mit phänomenalen kosmischen Kräften trifft.

Trailer

5 Minuten
Von Christian Moll, Jennifer Hans und Elena Weber
6 Minuten
Es war einmal... ein Zauberer, der war nicht nur alt, sondern auch böse. Er hatte zwei Kinder geraubt, die er in einer Höhle gefangen hielt, um sie später dem Teufel zu opfern. Ziemlich schlechte Ausgangslage für die Kinder, könnte man meinen. Aber glücklicherweise war der Zauberer nur alt und böse und eben nicht besonders schlau. Ob die Kinder einen Ausweg finden und welche krassen Zaubertricks der alte Zauberer auspackt, hört ihr in diesem Märchen von Ludwig Bechstein. Es steht an Stelle 10 in Bechsteins "Deutsches Märchenbuch" und ist nach "Der Wachholderbaum" in Folge 24 erst das zweite Märchen von Bechstein, das wir für eine Märchenstunde ausgewählt haben. Viel Spaß beim Hören!
1 Stunde 39 Minuten
Es waren einmal... schöne, winzige Frauen, naturverbunden und mit magischen Kräften, die von Blümlein zu Blümlein flatterten, ihren Zauberstab schwangen und – an dieser Stelle pusten wir den Feenstaub mal weg. Denn Feen sind eben nicht die kleinen süßen Wesen mit Glitzerflügeln und rosa Tüllröckchen. Zumindest nicht im Märchen. Das sehen wir zum Beispiel in "Dornröschen", das wir euch in der letzten Märchenstunde eingelesen haben. Hier ist die Fee böse und spricht einen mächtigen Todesfluch aus, die gute Fee kann den Fluch bloß lindern, aber nicht brechen. Die Figur der Fee deswegen jedoch auf die Dualität von Gut und Böse zu reduzieren, wird ihr keineswegs gerecht. Tatsächlich begegnen uns Feen in verschiedenen Ländern und in vielfältigen Erscheinungsformen, weshalb sie mit den Feenmärchen auch eine eigene Unterkategorie des Märchens bilden. In dieser Märchenkunde schauen wir uns die Rollen von Feen im Märchen genauer an. Dazu machen wir einen Ausflug in die Welt der französischen Feenmärchen, reisen in die irische Anderswelt und treffen die Samovilen auf dem Balkan. Und auch wenn wir dabei ziemlich viel über Feen lernen, ihr Geheimnis komplett zu lüften, gelingt uns nicht.
22 Minuten
Es waren einmal... ein König und eine Königin, die bekamen endlich ihr lang ersehntes Kind. Dessen Taufe feierten sie mit einem großen Fest, zu dem sie auch die Feen einluden. Doch weil nicht genug goldene Teller da waren, wurde eine Fee nicht eingeladen. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf... Das Märchen von "Dornröschen" zählt zu den bekanntesten Märchen überhaupt. Die Grimmsche Fassung, die wahrscheinlich jede*r kennt, beruht auf der Erzählung "La belle au bois dormant" von Charles Perrault – und genau diese Fassung haben wir euch hier eingelesen. Sie ist deutlich länger und ausführlicher als die Version der Grimms und endet nicht mit Dornröschens Erwachen. Perrault erzählt Dornröschens Geschichte weiter und das sogar ziemlich dramatisch. Was alles so passiert, hört ihr in dieser Märchenstunde. Viel Spaß!
1 Stunde 32 Minuten
Es waren einmal... fünf Zauberbohnen, deren Bohnenstange sich hinauf zum Himmelszelt rankte und in ein geheimnisvolles Wolkenreich führte. Ein Dienstmädchen, das, einsam und verloren im Wald, erkennt, wie viel Leben in einem Baum steckt. Und eine Nachtigall, die für die Ignoranz der Menschen einen hohen Preis zahlt. Außerdem gibt es da ja noch Prinzessin Feldsalat, die man auch Campanula rapunculus oder Petersilie nennen könnte. Ihr merkt schon: Das alles hat ziemlich viel mit Pflanzen und Gemüse zu tun. Und genau das schauen wir uns in der heutigen Märchenkunde an. Es geht um die Bedeutung und Funktion von Pflanzen und Bäumen im Märchen – und das obwohl wir drei nicht unbedingt den aller grünsten Daumen haben.
7 Minuten
Es war einmal... ein Mädchen, eingesperrt in einem Turm, gefangen von einer Zauberin, von der sie glaubte, sie sei seine Mutter. Abgeschieden von der Welt ist die einzige Möglichkeit zu ihm zu gelangen das lange goldene Haar, das es vom Fenster aus hinunterlässt. Pech für die Zauberin, dass der schöne Gesang des Mädchens einen jungen Prinzen anlockt, in den sich die Tochter, wen wundert's?, verliebt. Ihr wisst längst, dass es sich bei dieser Tochter nur um Rapunzel handeln kann. Doch kennt ihr auch das kleine pikante Detail, das aus den späteren Auflagen gekürzt wurde? Wir lesen euch hier die Originalfassung von 1812, natürlich uncut.
1 Stunde 22 Minuten
Es war einmal... ein schusseliges Mädchen mit blonden Zöpfen, das im Namen des Mondes für Liebe und Gerechtigkeit kämpfte. Es sorgte nicht nur dafür, dass jede*r ein Magical Girl sein wollte, sondern löste auch einen regelrechten Japan-Boom aus. Das war Mitte der 90er Jahre und die Rede ist natürlich von Sailor Moon. Heute sind Animes, Mangas, Cosplay und J-Pop längst aus der Nerd-Ecke raus und in unserer Popkultur angekommen. Die Faszination für das Land der aufgehenden Sonne, in dem Tradition und Moderne zwischen futuristischen Hochhäusern und altehrwürdigen Tempeln, zwischen bunten Metropolen und ruhigen Landschaften vor der Kulisse schneebedeckter Berggipfel und des tiefblauen Pazifiks auf unvergleichliche Weise miteinander verschmelzen, ist aber nach wie vor unverändert. Und sie ist nicht neu. Bereits vor einigen Jahrhunderten fand die Faszination für Japan im sogenannten Japonismus Ausdruck – was das genau bedeutet, schauen wir uns in dieser Folge an. Und natürlich geht es um Märchen, die in der japanischen Kultur in uralter Tradition und faszinierender Vielfalt vorhanden sind. Und so begegnen wir in dieser Märchenkunde blutrünstigen Vampirkatzen, fragwürdigen Zauberspiegeln und einem Rachegeist, gegen den die Horrorfilmadaption Samara aus "The Ring" beinah harmlos wirkt. Und außerdem erfahrt ihr, aus welchem Körperteil der Dachs, den ihr ja auch im Märchen "Der Hase und der Dachs" kennengelernt habt, seine Zauberkraft zieht. Wir glauben, ihr werdet es nicht unbedingt erraten.
12 Minuten
Es war einmal... eine Zeit, in der die Tiere noch sprechen konnten. Zu dieser Zeit lebte ein alter Mann, der hatte über die Jahre Freundschaft mit einem weißen Hasen geschlossen. Immer wenn sie sich trafen, unterhielten sie sich und an Feiertagen machten sie einander Geschenke. Der alte Dachs aber, ein griesgrämiger, bösartiger Kerl, sah die Freundschaft der beiden gar nicht gern und so ersann er einen hinterlistigen Plan, wie er die beiden auseinander bringen konnte. Wie er dabei vorging, sei an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten. Nur so viel: Er wird kreativ. Aber ob er die Freundschaft der beiden wirklich erschüttern kann? Das hört ihr in diesem japanischen Volksmärchen.
52 Minuten
Es waren einmal... eine Frau, die mit ihrer Klugheit alle zum Heulen bringt, eine Magd, die auf ihre Stellung pfeift, und ein Hähnchen, das richtig Bock auf ordentlich Kloppe hat. Nachdem ihr in der letzten Folge mit "Läuschen und Flöhchen", "Strohhalm, Kohle und Bohne" sowie "Von dem Vögelchen, Mäuschen und der Bratwurst" schon drei völlig unsinnige Märchen kennengelernt habt, wird es in dieser Folge noch besser. Denn in dieser Märchenkunde steht eine besondere Unterform der Märchen im Mittelpunkt: die Schwankmärchen. In ihnen begegnen uns lustige Gesellen*innen wie ein Hähnchen und ein Hühnchen, eine Steck- und eine Nähnadel, das kluge Gretel oder auch die vielleicht nicht ganz so kluge Else. Das alles ist zum Teil so absurd, dass wir wirklich nicht mehr aufhören konnten zu lachen. Und spätestens wenn die Kampfente aufläuft, ist es mit der Selbstbeherrschung vorbei.
12 Minuten
Es waren einmal... ein Läuschen und ein Flöhchen, die Bier in einer Eierschale brauten. Ein Strohhalm, ein Stück Kohle und eine Bohne, die auf Wanderschaft gingen. Und ein Mäuschen, ein Vögelchen und eine Bratwurst, die lange Zeit friedlich zusammen in einem Haushalt lebten, das dann aber plötzlich doch irgendwie doof fanden. Wenn ihr jetzt denkt, dass das alles ziemlich absurd klingt, dann hört unbedingt, was weiter passiert. Es wird wirklich skurill. In dieser Märchenstunde haben wir zu dem Oberthema "Schwank- und Unsinnsmärchen" die drei Grimm-Märchen "Läuschen und Flöhchen", "Strohhalm, Kohle und Bohne" und "Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst" ausgesucht – und selten so viel gelacht. Denn der Name ist hier Programm: Diese Märchen sind wirklicher Unsinn.
1 Stunde 17 Minuten
Es war einmal... ein Traum, der die Menschen umtreibt. Ein Wunsch, der sie bewegt, eine Idee, die ihnen Glück verspricht. Es war einmal dieser eine Gedanke von "Wenn ich einmal reich wär..." Doch es ist ein Traum, der sich nur für wenige Menschen erfüllt. Und so entsteht das Ungleichgewicht zwischen den wenigen, die sich alles leisten können, und den vielen, die von den wichtigsten Dingen nicht genug haben. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist ebenso alt wie aktuell und stellt als prägender Bestandteil des menschlichen Miteinanders ein zentrales Element im Märchen dar. Dort erscheinen Arm und Reich nicht nur als scharfer, unversöhnlicher Gegensatz, sondern legen auch das ungesunde Abhängigkeitsverhältnis offen, das diese zwei fernen Lebenswerten zur Koexistenz zwingt. Doch ist der Reiche im Märchen tatsächlich immer reich, nur weil seine Kammern voll Gold sind? Und ist der Arme wirklich immer so mittellos, wie es auf den ersten Blick scheint? Oder ist nicht eigentlich oft der Arme reich und der Reiche arm? Wir gehen diesen Fragen nach und schauen uns an, wie Arm und Reich im Märchen dargestellt werden und welche Funktion sie erfüllen. Dabei stoßen wir auf ein armes Waisenkind, das alles weggibt, ein kaltes Herz, das alles zerstört, was es einst liebte, und die dümmsten Wünsche, die man sich vorstellen kann.
33 Minuten
Es war einmal... der Sohn einer Königstochter. Doch die Privilegien seiner hohen Geburt bleiben ihm verwehrt, weil er ein Bastard ist. Und so wächst er in Armut auf, unter Ziegenhirten, bis zu dem Tag, an dem der König stirbt und er als einiziger Erbe doch im Palast landet. Zunächst ist er fasziniert von seinem neuen Leben und all seinen unvorstellbaren Kostbarkeiten. Dann aber lernt er mehr und mehr die Wahrheit kennen, die hinter all dem Glanz liegt. Und er begreift, dass für den Reichtum einiger weniger, viele Menschen leiden... Das Kunstmärchen "Der junge König" von Oscar Wilde ist eines von vier Märchen, das 1891 in der Sammlung "Ein Granatapfelhaus" erschien und erzählt von Empathie, der Anbetung und Ablehnung von Schönheit sowie dem Preis des Reichtums. Wie all seine Werke ist es gesellschaftkritisch und wunderschön geschrieben – wir sind auf jeden Fall Wilde-Fans!
1 Stunde 10 Minuten
Es war einmal... die Geschichte, die jede*r kennt: Die Geschichte von der Liebe, die alle sozialen Grenzen überwindet. Das ist das typische Aschenputtel-Motiv, oft zitiert in jedem dritten Liebesfilm. Doch Aschenputtel ist weit mehr als das. Das Märchen bietet eine große Bandbreite an Themen und ist keineswegs nur eine romantische Liebesgeschichte. Genau aus diesem Grund widmen wir dem Märchen, aber auch der Figur Aschenputtel eine Schwerpunktfolge. Wir fragen uns, was das Märchen neben der Liebesthematik noch zu erzählen hat – tatsächlich ist es jede Menge. Denn mit Aschenputtel haben wir eine Frauenfigur entdeckt, die keineswegs das duldsame graue Mäuschen ist, zu dem sie häufig gemacht wird. Nein, auf ihre ganz besondere Weise ist Aschenputtel eine richtige Rebellin, die mehrfach aus der ihr zugeschriebenen Rolle fällt und damit nicht nur ihrer bösen Stiefmutter Kopfschmerzen bereitet hat. Außerdem schauen wir uns mit dem Märchenfilmklassiker schlechthin, "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", sowie Disneys "Cinderella" zwei der bekanntesten Aschenputteladaptionen an. Und falls ihr euch mit Blick auf den Titel der Folge fragt: Wieso Katze? Sind es nicht Täubchen? Wir verraten euch natürlich, was Aschenputtel mit der Katze zu tun hat. Viel Spaß beim Hören!
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