Reisebotschaft Archiv
34 Episoden
22 Minuten
Wir sprechen mit der tschechischen Generalkonsulin Dr. Ivana Červenková in München. Ihre Tante lehrte Deutsch und wohnte nahe der tschechisch-deutschen Grenze, so erlebte mein Gast den eisernen Vorhang als Kind sehr bewusst. Dass Dr. Ivana Červenková mehrere Jahre später als Juristin an der Ausarbeitung der deutschen-tschechischen Erklärung beteiligt sein würde, hat damals niemand geahnt. Von Deutschland über die Schweiz nach Österreich und jetzt wieder in Deutschland. Was führt die Diplomatin immer wieder in deutschsprachige Länder, obwohl sie doch von Anfang an unbedingt nach Frankreich wollte?
29 Minuten
Das Referat 101 des Auswärtigen Amtes entscheidet über das Dasein aller deutschen Diplomatenfamilien. Hier werden die Posten vergeben, alle drei bis vier Jahre wird rotiert. So auch im Vergabe-Referat, was ein großer Vorteil ist. Denn so entscheiden die eigenen „Kunden“ über die berufliche Laufbahn der Kollegen und Kolleginnen und wissen aus eigener Erfahrung, was zu bedenken ist. So auch mein Gast in dieser Folge, die Leiterin des Referats 101. Franziska Schirmer ist seit 2001 im diplomatischen Dienst mit mehreren Aufenthaltsstationen wie in Saudi-Arabien und Syrien. Beides sind sogenannte „C-Posten“, welche sie aber überhaupt nicht nachteilig, sondern als persönliche Bereicherung ansieht. Welche Kriterien die wichtigste Rolle spielen und wie der Ablauf vor einer Entsendung aussieht, erfahren wir in dieser Folge der Reisebotschaft.
24 Minuten
Wie bringe ich einen Mann im Libanon dazu, seiner Ehefrau das Reisen zu erlauben? Wie werden Tote aus dem Ausland in die Heimat überführt? Warum gibt es in Mailand so viele Haftangelegenheiten? Dr. Eva Maria Ziegler hat als österreichische Diplomatin bereits viele solcher Probleme gelöst. Die Lust und Neugierde an fremden Ländern bekam sie bereits in die Wiege gelegt. Als Diplomatenkind in Innsbruck geboren, während der Vater in Tokio auf Posten war, absolvierte sie mit nur drei Monaten ihren ersten Flug nach Japan. Nach Dr. Zieglers Einschätzung war das für die Mutter „sicher anstrengender als für das Baby“. Mit den Eltern lebte sie in den folgenden Jahren noch in Prag und Malaysia, machte in Wien die Matura und lernte die Türkei kennen. Nicht verwunderlich, dass es die Österreicherin nach Jura- und Gesangsstudium wieder in die Welt hinauszog. Nach einigen exotischen Stationen agiert die österreichische Generalkonsulin aktuell mit viel Engagement und Humor in München.
29 Minuten
Respekt vor anderen Kulturen ist die Basis für friedliches Miteinander – es ist so einfach! Darum reden wir heute über das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts. Tempel in Anchor Wat, eine deutsche Orgel auf Kuba oder afghanisches Musikgut: kulturelle Vielfalt verbindet und muss geschützt werden. Seit 1981 unterstützt die Bundesrepublik Deutschland die Bewahrung kulturellen Erbes in aller Welt. Gefördert werden dabei spezielle Projekte im Ausland, von denen Cristina Zametzer, Referatsleiterin in der Abteilung für Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt, ein paar vorstellt. So ist aus dem Ferngespräch nach Berlin eine wunderschöne Reise um die Welt geworden.
25 Minuten
„Hi Bonjour“ ist eine gängige Anrede im französischsprachigen Montreal die offeriert, je nach Wunsch Französisch oder Englisch zu reden. Ein liebenswertes und quirliges Durcheinander, das die deutsche Generalkonsulin Susanne Aschi absolut genießt. Deutschland und Kanada verbindet seit vielen Jahren eine herzliche Freundschaft und so kam es auch, dass Susanne Aschi gleich im ersten Jahr ihrer Amtszeit Bundeskanzler Scholz und Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Montreal empfing. Seit 2021 ist in der Region Quebec eine der weltweit größten Elektrolyseanlagen in Betrieb und immer größere Projekte werden geplant. Dabei liegt das Augenmerk auf die Produktion von grünem Wasserstoff und die Generalkonsulin vor Ort erklärt uns, warum Kanada dafür ein idealer Partner Deutschlands ist und wie die neuen Energien nach Europa gebracht werden. Und dann noch pünktlich zur Adventszeit: Was der deutsche Weihnachtsmann in Montreal zu suchen hat, dass müsst Ihr beim Zuhören selbst herausfinden.
26 Minuten
Schweden ist das innovativste Land der EU und hat – gemessen an der Einwohnerzahl – nach dem Silicon Valley die höchste Anzahl an „Unicorns“, also Start-ups mit einem Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar. So ist diese Reisebotschaft einerseits sehr wirtschaftlich geworden und die Botschafterin erzählt von dem Mut, der Investitionsfreude und von der Flexibilität der Schweden, was sich in der Kombination als exzellentes Geschäftsmodell erwiesen hat. Sich der Situation anpassen und flexibel bleiben, auf diese Weise überzeugt auch Christina Beinhoff selbst. Damit hat die deutsche Botschafterin in Schweden eine wesentliche Eigenschaft für ihren Posten in Stockholm mitgebracht, denn sie macht Jobsharing mit dem Ehemann. Alle acht Monate wird getauscht und abgewechselt. Ob das Experiment glückt? Das Königreich bietet zumindest die Möglichkeit. Doch Christina Beinhoff zieht auch die persönliche Karte: Die Botschaft gestaltet eine wunderbare und interaktive Veranstaltung zu Ehren eines Schweden, der DDR-Bürgern in die Freiheit geholfen hat. Wie die Botschafterin und ihre Familie selbst von diesem Mann und seinem Handeln profitiert haben, erzählt sie in einer sehr persönlichen Sequenz der Reisebotschaft. Die URL zur Veranstaltung in der Botschaft sowie weitere interessante Links findet Ihr in den Shownotes!
26 Minuten
Adeliger Besuch in der Reisebotschaft: Ihre Durchlaucht Botschafterin Maria-Pia Kothbauer, Prinzessin von und zu Liechtenstein, Botschafterin in Österreich. Neben der Bekämpfung von Menschenhandel, Botschaftertreffen in Covidzeiten und wie die OSZE mit dem Krieg in der Ukraine umgeht, geht es auch um die schönen Dinge, die wir an der österreichischen Hauptstadt so lieben. Zum Beispiel beschreibt die Botschafterin die beiden Liechtensteiner Palais und die Kunstsammlung von Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein, der übrigens ein direkter Cousin unseres Gastes ist. Webseite der Botschaft des Fürstentums Liechtenstein in Wien Regierung des Fürstentums Liechtenstein Wer sich für die beschriebenen Palais interessiert, wird hier fündig: Startseite - Palais Liechtenstein
18 Minuten
Bevor die Staffel 2 mit neuen Powerfrauen an neuen Destinationen startet, hören wir nochmal in interessante Momente der vergangenen zehn Folgen mit Diplomatinnen aus Deutschland, Liechtenstein, den Niederlanden, Österreich und aus der Schweiz. Zehn Reisebotschaften mit zehn Diplomatinnen, die von ihren Posten erzählen und Insidertipps aus ihren aktuellen „Heimatstädten“ verraten. Ein bunter Strauß an Themen, die sowohl sprachlos wie auch neugierig machen und immer wieder beweisen, dass die Welt bunt ist. Ferngespräche nach und über Doha, Kapstadt, Prag, Wellington, Paris, Singapur, Berlin, Manila, Kabul und New York.
25 Minuten
Mit ihren Kenntnissen als Neuropsychologin ist Pina Valeria Roos im Hauptquartier der UNO hoch angesehen. Als Global Talent Manager ist sie in New York für Diversität & Inklusion innerhalb der Organisation zuständig, was aufgrund der vielen Nationalitäten und damit unterschiedlichen Mentalitäten ganz genau vorbereitet und sorgsam behandelt werden muss. Wie viel Diversität & Inklusion mit Sicherheit und Klimawandel zu tun haben, erzählt die Schweizerin mit genauso viel Esprit wie von den unterschiedlichen Projekten dazu sowie von den wichtigen gesammelten Daten und wofür diese genutzt werden. Mit Begeisterung erzählt Pina uns auch von New York, denn neben der Arbeit ist sie viel in der Stadt unterwegs und verrät uns netterweise ein paar Geheimtipps! Doch wer für die Vereinten Nationen arbeitet, ist nicht nur in New York stationiert, sondern sollte umzugsbereit sein. Neben weiteren Büros in Genf, Wien und Nairobi gibt es noch zahlreiche regionale Niederlassungen, die über den Erdball verteilt sind.
21 Minuten
Die Niederländerin Anneloes Viveen ist gerade in Krisengebieten so richtig in ihrem Element. Als im Sommer 2021 Kabul von den Taliban eingenommen wurde, meldete sie sich freiwillig, um am Flughafen in Kabul die Ausreise von Flüchtenden zu organisieren. Aufgrund einer früheren Entsendung nach Kabul von 2010 bis 2012 sind ihr die dortigen Gepflogenheiten vertraut, die Ortskräfte bekannt und den Flughafen kennt Anneloes wie ihre eigene Westentasche. Also machte sie sich über Pakistan auf den Weg und erzählt sehr spannend von diesen unvergessenen zwei Wochen. Wer darf in eine neue Zukunft fliegen, wen muss Anneloes in Afghanistan lassen? Kann man dabei immer die richtige Entscheidung treffen und wie geht man mit den schwarzen Schafen um, die aus dieser menschlichen Not auch noch ein Geschäft machen?
23 Minuten
7641 Inseln gehören zu den Philippinen und für das Ferngespräch haben wir uns die größte herausgesucht: Luzon. Hier liegt die Hauptstadt Manila, Sitz der deutschen Botschaft der Republik der Philippinen. Die Botschafterin Anke Reiffenstuel erzählt in dieser Episode der Reisebotschaft, wie sie nach dem langen und harten Lockdown nun endlich ihren Amtsbezirk und die Einheimischen näher kennenlernt. Die Philippiner verbringen durchschnittlich 10 Stunden täglich im Internet. Die meiste Zeit davon auf Facebook, denn damit wird kein Datenvolumen verbraucht, weil es kostenlos ist. Ein kluges Marketingtool, aber auch informativ und bildend? 30 % der philippinischen Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig, machen aber nur 10% des Bruttoinlandsprodukt aus. Ist dieses Modell tragbar? Darüber reden wir ganz offen, wie auch über die Tradition der Philippiner, außerhalb des Landes zu arbeiten. Die für Auslandsarbeiter vom Staat vorgegebenen Rückgeldüberweisungen machen weitere 10% des Bruttoinlandsprodukt aus. Philippinische Pflegekräfte könnten uns auch in Europa hilfreich unterstützen. Viele haben wohl schon darüber nachgedacht, um Familienangehörige pflegen zu lassen. Diese Möglichkeit wird gesehen, doch an den Bedingungen und Einreisebestimmungen muss noch gefeilt werden. Das ist nur vor Ort machbar und auch dabei ist mal wieder die Diplomatie gefragt. Anke Reiffenstuel ist seit 1993 im diplomatischen Dienst tätig, unter anderem auf Posten in London, Delhi und Kairo. Bevor sie in die Abteilung Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge und Humanitäre Hilfe wechselte, war sie in der Abteilung für Vereinte Nationen und Globale Fragen sowie in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amts tätig.
22 Minuten
Die Botschafterin in Berlin des sechstkleinsten Staates der Welt ist zu Besuch in der Reisebotschaft. Isabel Frommelt-Gottschald erzählt uns von der Schönheit ihrer Heimat Liechtenstein, und wie sich das kleine Land innerhalb von 100 Jahren vom armen Agrarstaat zum erfolgreichen Industriestandort entwickelt hat. Das funktioniert nur, wenn man sich bemerkbar macht und damit hält sich Liechtenstein nicht zurück. Was der kleine Staat zum Beispiel bei der UN schon alles erreicht hat, erzählt uns Ihre Exzellenz in der Reisebotschaft über Liechtenstein.
22 Minuten
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten entsendet bereits seit 1998 Ehepaare in Jobsharing-Konstellation, mittlerweile auch auf Botschafterebene. Barbara Gonzenbach ist seit 2018 die Stellvertreterin des Schweizer Botschafters in Singapur – gemeinsam mit ihrem Ehemann. Barbara erzählt von den Aufgaben in der Botschaft, beschreibt uns ihren Lieblingsort in Singapur, – an dem auch Buddhas mit schiefer Nase eine Rolle spielen – und erzählt, wie sie ehrenamtlich schon mehr als 60 Hunde großgezogen hat.
27 Minuten
Wasser, Bildung, Kultur – die UNESCO ist in ihrem Themen sehr breit aufgestellt. Sibylle Obrist kennt sich als stellvertretende Missionschefin der ständigen Vertretung der Schweiz bei der UNESCO in Paris gut aus. Wir haben uns einige Themen herausgepickt und sprechen über die Schlichtung von Trinkwasserstreit, Schutz für Journalisten und was gegen Gewalt an Frauen getan werden muss. Nebenbei erfahren wir etwas über Paris, über dessen Bewohner und greifen ein paar Insidertipps ab.
29 Minuten
Dr. Anne Marie Schleich war als deutsche Botschafterin in Neuseeland und damit auch für die südpazifischen Inselstaaten Cookinseln, Niue, Fidschi, Kiribati, Samoa, Tonga und Tuvalu akkreditiert. Inselhopping mit Spesen und eindrucksvollen Geschichten, die Dr. Schleich in dieser Folge der Reisebotschaft erzählt: Warum es deutsche Nachkommen auf Samoa gibt, wer das hingeworfene Schwert der Maori vor ihren Füßen aufhob und wo Angela Merkel einen Kiwi streichelte!