Krebs...und dann? Archiv
14 Episoden
33 Minuten
Wenn Krebs einen geliebten Menschen aus der Familie reißt, dann ist allen klar: Diese Erkrankung war für nichts, aber auch GAR nichts gut. Wer aber so eine Phase übersteht, der erkennt: Das Leben ist endlich. Vielleicht bin ich mit einem blauen Auge davon gekommen und jetzt hab ich die Chance, meine Zeit auf der Erde so zu nutzen, wie ich es will. Schon öfter haben wir es thematisiert: Schiebt eure Träume nicht auf. Wir wissen alle nicht, was die Zukunft bringt. Das dachte sich auch Nicole. Sie kommt aus Paderborn, lebt aber mittlerweile in Hamburg als Yogalehrerin. Eigentlich hat sie mal in einem ganz anderen Job gearbeitet, war absolut unglücklich darin, hat sich aber nie getraut, etwas anderes zu wagen. Bis die an Krebs erkrankte. Sie hat mir ihre inspirierende Geschichte erzählt. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört.
45 Minuten
Fällt das Wort "palliativ" - dann schrecken viele Menschen schon das erste Mal zurück. Palliativ - das bedeutet Tod. Oder? Tatsächlich geht das Wort auf das lateinische palliare zurück, was "mit einem Mantel bedecken" heißt. Palliativmedizin möchte eigentlich das tun: Menschen in einer unheilbaren Situation mit einem schmerzlindernden Mantel bedecken. Dafür sorgen, dass der betroffenen Person ein würdevolles Ende bereitet wird, dass es ihr nicht schlecht gehen muss. Das Palliativnetz Paderborn verbindet Ärzte, Pflegedienste und vieles mehr, um genau das bestmöglich zu erreichen. Um Menschen, die zu Hause sterben möchten, dieses zu ermöglichen. Aber es fängt auch die Menschen auf, die in einem Heim oder im Hospiz leben. Es ist ein tolles und so wichtiges Angebot und es müssten noch viel mehr Menschen darüber Bescheid wissen. Darüber habe ich mit Katrin Diedrich, eine der Koordinatorinnen, und Dr. Jan Hinnerk Stange, einem der ärztlichen Leiter des Netzes, gesprochen. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört.
42 Minuten
Es passiert zum Glück nicht oft, aber allein die Vorstellung davon, dass ein Kind an Krebs erkrankt, ist schon kaum zu ertragen. Marc aus dem Kreis Paderborn hat das mit seiner Tochter erlebt. An ihrem zweiten Geburtstag wurde ein Tumor in ihrem Kopf festgestellt. Sofort wurde sie in eine Klinik geflogen. Seit dem ist einiges passiert. Mittlerweile geht es der Kleinen gut, aber die regelmäßigen Kontrolltermine sorgen bei Marc und seiner Frau noch immer für die schlimmsten Gefühle. Er hat mir erzählt, wie lähmend so eine Situation ist. Selbst das Ausräumen der Spülmaschine war nach der Diagnose einfach nicht drin. Die ganze Geschichte hört ihr in der aktuellen Folge. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört.
35 Minuten
Wir haben es schon so oft hier besprochen: Wird die Diagnose Krebs gestellt, dann - so klischeehaft es klingt - stellt die Welt Kopf. Für Betroffene, aber auch für Angehörige ist diese Situation emotional extrem belastend. Jeder in diesem Gefüge ist auf seine Weise mitgenommen. Manchmal wenden sich Freunde auch ab, weil diese zum Beispiel gar nicht mit der Situation zurechtkommen, nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Betroffene Patienten isolieren sich, weil sie ebenfalls nicht wissen, wie sie mit anderen über ihre Gedanken und Ängste sprechen sollen. Vielleicht fühlen sie sich unverstanden. Und zu all dem kommt natürlich noch der Papierkram - Anträge, die gestellt werden müssen, Angaben, die gemacht werden wollen. All das mündet oft in kompletter Überforderung. Und für all solche und weitere Fragen gibt es eine Anlaufstelle: Die Psychosoziale Krebsberatung. Sie ist für Betroffene und Angehörige oder Freunde da. Es gibt sie in vielen Städten, auch in Paderborn und zwar von der Diakonie Paderborn-Höxter. Ich habe im März 2022 mit Petra Grunwald-Drobner von eben dieser Krebsberatung gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass der Bedarf nach so einer Stelle über die Jahre gestiegen ist und dass deshalb aufgestockt wurde. Wo und wann sie euch helfen kann, das hört ihr in dieser Folge. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
41 Minuten
Es ist schon erstaunlich, wie schnell ein Berufszweig wieder aus dem Fokus gerät. In den vergangenen zwei Jahren hat auch die breite Masse gemerkt, wie wichtig es ist, dass es Pflegerinnen und Pfleger gibt. Und kaum ist Corona nicht mehr im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung, so rückt auch dieser Berufszweig in den Schatten. Schade. Denn sie leisten einen Wahnsinns Job. Jeder, der zu pflegende Angehörige hat, wird das unterstreichen können. Ich habe mit Magdalena Düsing und Max Benecki vom ambulanten Palliativpflegedienst des Caritasverbandes Paderborn geredet. Wir sprachen zum Beispiel darüber, wie es ist, wenn Menschen aufgrund einer Krebserkrankung wesensverändert, vielleicht aggressiv, vielleicht desorientiert werden. Und wie dann auch den Angehörigen zu helfen ist - denn das ist nicht nur für die betroffene Person eine belastende Situation. Ihre Antworten und ihren ganz persönlich Antrieb, diesen Job zu machen, hört ihr in dieser Folge. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
40 Minuten
Jetzt sollte es so richtig losgehen. Julie aus dem Kreis Paderborn und ihr Mann hatten geheiratet, es sollte gerade in die Flitterwochen gehen - in der Karibik wollten die beiden ihre Liebe feiern und das gemeinsame restliche Leben. Doch kurz vor der Abreise hatte Julies Mann auf einmal schreckliche Bauchschmerzen. Schnell stellte sich heraus: Er hat Krebs. Und nicht nur das: Die Chemo sollte ihn auch seine Fruchtbarkeit kosten, was dem Kinderwunsch der beiden einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Um ihn zu erfüllen, ließ Julie eine Hormontherapie über sich ergehen. Schließlich klappte es irgendwann und das erste gemeinsame Kind wurde geboren. Doch dann: Als es neun Monate alt war folgte die zweite Krebsdiagnose. Wieder Therapie, wieder wurde das frische Familienglück durcheinander gebracht. Auch das hat das Paar gemeistert. Und nicht nur das: Neben dem Wunschkind kam irgendwann auch das Wunderkind. Denn ja: Julia bekam tatsächlich noch ein zweites Kind, obwohl ihr Mann als unfruchtbar galt. Zum Glück ist die Ähnlichkeit kaum zu übersehen, sonst wäre sie wohl ziemlich in Erklärungsnot geraten. ;-) Es waren harte Jahre und leicht ist das Leben wohl nie, auch nach einer Krebserkrankung. Aber die Familie hat es geschafft. Wie hört ihr in dieser Folge. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
40 Minuten
Wer sehr heftig an Krebs erkrankt, kommt unter Umständen an den Punkt, dass er merkt: Ich kann gewisse Dinge nicht mehr allein. Vielleicht sind es ein paar motorische Dinge. Vielleicht stellt sich auch Desorientierung ein. Das ist oft ein Schock. Für Betroffene und für Angehörige. Es ist schlimm, seine Selbstständigkeit zu verlieren. Und es ist sehr persönlich. Aber, auch wenn es manchmal nicht leicht ist, sie anzunehmen: Es gibt Hilfe. Sabine Burkhardt-Kropp ist Krankenschwester und Pflegeberaterin beim Caritasverband Paderborn. Aber nicht nur das. Sie ist eine tolle Gesprächspartnerin und sie sagt selbst: Manchmal ist sie auch einfach nur Kummerkasten. Und das ist sie gern. Ihr Beruf ist für sie Berufung, sagt sie auch. Sie hat mir erklärt, was eine Pflegeberaterin alles macht und wo sie helfen kann. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
47 Minuten
Es ist etwas, über das man eigentlich gar nicht sprechen möchte. Auch dann nicht, wenn sich der Tod durch eine nicht heilbare Krebserkrankung ankündigt. Denn irgendwie "begräbt" man, um im Genre zu bleiben, damit ein bisschen die letzte Hoffnung auf ein Wunder, oder? Eigentlich ist es aber so, so wichtig. Ich habe es selbst erlebt. Bei meinem Vater war nichts vorbereitet und plötzlich wird man in dieser denkbar belastenden Situation in eine totale Bürokratiehölle katapultiert. Dabei gibt es doch Menschen, die einem diese Gespräche leicht machen. Bestatter wie Dieter Sauerbier, der im Kreis Paderborn schon ewig im Geschäft ist. Er sagt: Eigentlich ist er kein Bestatter, er ist ein Berater. Er hat mir das Thema leichter gemacht und vielleicht regt unser Gespräch auch euch dazu an, eure "Dinge zu regeln". Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
35 Minuten
Ich bin ehrlich: Als ich diese Folge hochgeladen habe, kamen mir die Tränen. Ich habe vor gut sieben Monaten ein Mädchen zur Welt gebracht. Mein Partner und ich sind glücklich zusammen, wir haben uns ein Zuhause aufgebaut. Die letzten Jahre waren hart und nun freuen wir uns auf ein gemeinsames Leben. All das hatte Andrea aus Salzkotten auch. Markus war ihr Herzensmensch, ihr Ehemann und bester Freund. Die gemeinsamen drei Jungs waren aus dem Gröbsten raus und nun blickten die beiden auf ein Leben mit auch wieder etwas mehr Zweisamkeit. Doch dann grätschte Krebs ins Leben der wunderbaren Familie. Er riss ihr einen liebevollen Vater und einen lustigen, immer aufheiternden Ehemann einfach weg. Andrea hat mir erzählt, wie das für sie war und wie die Familie damit umgeht. Sie hat auch ein Buch darüber geschrieben: "Tumor-News, Live: Wenn das Leben mit Ansage endet" heißt es. Warum dieses Buch so heißt und was drin steht, hört ihr in der Folge. Nach unserem Gespräch habe ich es gelesen und ich habe das Gefühl, Andreas Ehemann kennengelernt zu haben. Und ich bin mir sicher, dass er stolz auf seine Frau für dieses Buch ist und für alles, was sie für ihre Familie tut. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
47 Minuten
Eva aus Paderborn hat einen Stammbaum - einen Krebsstammbaum. Sie weiß schon früh, dass sie das Brustkrebsgen, BRCA1, in sich trägt. Ihre Mutter ist mehrfach erkrankt. Viele Frauen in ihrer Familie erkrankten mit 36 an Krebs. Zunächst unternahm sie nichts. Dann ist sie 35,5 Jahre und sagt: Ok. Die Brüste müssen ab. Im Zuge der Untersuchung für die OP wird Brustkrebs entdeckt. Jetzt geht es ihr gut und sie ist froh darum. Sie hat mir von ihrer Geschichte erzählt und plötzlich wurde daraus ein Deep Talk über die Frage, was Brüste eigentlich bedeuten und wie man eigentlich sterben möchte. Herzlichen Dank an Eva für ihre Offenheit. Sie bloggt übrigens auch über ihre Krebserkrankung und die Zeit danach, auf Instagram unter @missgerman_brca. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
35 Minuten
Brigitte Badke vom Hospizdienst hatte es in Folge 2 schon gesagt: Die Menschen wissen viel über Geburt, darauf werden sie in Kursen vorbereitet. Aber sie wissen wenig über den Tod. Was passiert eigentlich, wenn wir sterben? Als mein Vater starb, habe ich das Internet darüber leer gegoogelt. Ich wollte irgendwie darauf vorbereitet sein, auf den Moment, wenn mein Vater geht. Ich wollte nicht völlig ahnungslos in dieser Situation sein. Für diesen Podcast habe ich darüber auch mit Harald Mueller-Huesmann gesprochen, er ist Onkologe, aber auch so viel mehr! Hört gern auch einmal in Folge 3 rein - da ist er auch zu Gast. Er hat mir erzählt, was in der letzten Sterbephase passiert. Und er hat mir erklärt, warum Onkologen Krebspatienten nur noch selten zeitliche Prognosen geben. Auch wenn man das doch eigentlich in der Situation so dringend hören will. Oftmals zumindest. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
34 Minuten
Wenn es jemanden gibt, der weiß, wie wichtig Krebs-Vorsorge ist, dann wohl ein Onkologe. Aber Harald Müller-Huesmann hat mir sehr ehrlich und leicht Zähne knirschend verraten: "Nein, ich gehe nicht regelmäßig hin. Das müsste ich aber." Er ist also auch nur ein Mensch. Dennoch steht das natürlich ganz oben auf der Liste, wenn es darum geht, Krebs vorzubeugen. Wir haben darüber gesprochen, was man eigentlich alles tun kann in Sachen Prävention, wie man eine Behandlung unterstützen kann, über die verschiedenen Stadien und Behandlungsmöglichkeiten und er hat mir auch erzählt, warum er manchmal neidisch auf Orthopäden ist. Spoiler: Als Onkologe hat man eben oft mit dem Ende eines Lebens zu tun. Und ja - das nimmt einen auch nach vielen Jahren noch mit. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
34 Minuten
Diese eine Reise noch machen, dieses eine Projekt noch umsetzen, das Buch schreiben, das man immer schreiben wollte - vermutlich hat fast jeder Dinge, die auf der persönlichen Liste stehen. Brigitte Badke sagt: macht es. Macht es jetzt! Genießt das Leben. Sie ist Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes tobit in Trägerschaft des Caritasverbandes Paderborn e.V. und des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn. Sie macht diesen Job schon viele Jahre und wenn sie eines daraus gelernt hat, dann dass Menschen oft zu spät an ihre Träume denken. Sie hat mir erzählt, was ihre Arbeit ausmacht - auch Lachen gehört ganz dringend mit dazu. Also nein, das ist kein Haufen von Trauerklößen. Und sie nahm zumindest mir mein Unbehagen beim Thema Tod. Denn - auch wenn man es sich nicht vorstellen mag - leider ist nicht jede Krebserkrankung heilbar. Manchmal siegt der Krebs. Aber man ist dann nicht allein. Badke sagt: Jeder weiß irgendwie viel über die Geburt, die Schulzeit und so weiter. Und in all diesen Abschnitten hat man Begleitung. Vom Tod wissen viele nichts. Aber auch dafür gibt es Begleitung. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!
54 Minuten
***Anfang August 2022 bekam ich die Nachricht: Alisia hat es nicht geschafft. Ich bin traurig. Sehr traurig. Aber ich versuche, es so zu machen, wie du gesagt hast, Alisia. Positiv bleiben. Weiterhin lachen. Fröhlich bleiben. Du warst und bleibst eine Inspiration.*** Alisia aus Paderborn war eine lebenshungrige Frau, die gerne reiste, studierte und lachte. Mit 25 Jahren wird ihr jedoch der Boden unter den Füßen weggerissen: Es wird Brustkrebs diagnostiziert. Nach einer Operation und einer Anschlussbehandlung feiert sie im Januar 2021 ihren "zweiten Geburtstag" als sie schwarz auf weiß liest: krebsfrei. Es sieht gut aus. Bis sie im Sommerurlaub Monate später heftige Kopfschmerzen spürt. Der Krebs kam zurück und dieses Mal mit Metastasen im Hirn. Nun ist sie unheilbar an Krebs erkrankt, kann Monate später auf einmal nicht mehr laufen. Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass die eigene Uhr tickt? Sie hat es hier erzählt und auch gezeigt, dass Krebs und Lebensfreude, Mut und Lachen sich nicht gegenseitig ausschließen. Alisia erzählte in dieser Folge auch von einem Netzwerk für junge Erwachsene, die an Krebs erkrankt sind. Ihr findet dieses Netzwerk zum Beispiel bei Instagram unter @treffpunktowl. Ich bin Sinah Donhauser, Radiomoderatorin, und ich freue mich, dass ihr reinhört!