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1 Stunde 15 Minuten
Wie kam "die Menschheit" eigentlich auf die Idee, andere Tiere systematisch zu jagen, zu töten und zu unterwerfen? Das hat sich keineswegs einfach so aus der Natur unserer Spezies ergeben, sagt der US-amerikanische Soziologe David Nibert, sondern ist eine Form von Gewalt die im Verbund mit einem bestimmten Bild von Männlichkeit entstand. (David Nibert: "Animal Oppression and Malev(i)olence. Hunting, Domesecration, Capitalism, and the Deformation of Human Society." Bloomsbury 2026.)

Zunächst stelle ich Niberts aktuelles Buch vor und spreche dann mit der Feministin und Aktivistin Anna Ritzinger, der Philosophin Friederike Schmitz und dem Historiker Tom Zimmermann über Niberts Thesen und darüber, welche Idee einer befreiteren Gesellschaft sich daraus womöglich ergibt.

Dieser Podcast wird gefördert durch die Bastet Stiftung Hamburg.

Produktion: Ariane Evertz

Bild: Hartmut Kiewert

Musik: mobygratis
57 Minuten
Umweltverschmutzung, Klimawandel und Eingriffe in sämtliche Landschaften bringen wild lebende wie domestizierte Tiere in furchtbare Bedrängnis. Die Verhaltensbiologen Norbert Sachser und Niklas Kästner schildern in ihrem Buch „Tierwelt am Limit: Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän“ (Rowohlt Verlag), wie unterschiedliche Tierarten damit umgehen (können). Sie zeigen, dass sich Tiere sowohl übers Lernen als auch über genetische Veränderungen anpassen können – aber nicht beliebig. Gegen Tempo und Ausmaß der jetzigen Veränderungen haben sie keine Chance.

Zuerst stelle ich Euch das Buch vor, dann spreche ich mit dem Tierethiker Konstantin Deininger über Tierethik unter den Bedingungen des Klimawandels.

Abschließend geht es um einen (Jugend?-)Roman von Dave Eggers: „Die Augen und das Unmögliche“ (Atlantis Kinderbuch). Er erzählt, wie der frei lebende Hund Johannes erstmals der Kunst begegnet und eine welterweiternde Entdeckung macht.

Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg und ist Mitglied im Netzwerk iROAR podcasts.

Produktion: Ariane Evertz

Bild: Hartmut Kiewert

Musik: mobygratis
1 Stunde 10 Minuten
Es gibt so viele Klischees, wie es Tieren während des Nationalsozialismus ergangen sei, aber die meisten machen es sich natürlich zu einfach. Die Historikern Mieke Roscher hat mit “Zucht und Züchtung: Eine politische Tiergeschichte des „Dritten Reiches“” (Böhlau Verlag Köln 2025) eine beeindruckende Studie verfasst, die Mythos und Realität vieler Tiergruppen während der NS-Zeit untersucht und dem Begriff Tiergeschichte neue Tiefe verleiht.

Ab 27:40 spreche ich mit dem Literaturwissenschaftler Roland Borgards darüber, wie Tiere in Politik und Kultur als Bedeutungsträger eingesetzt werden. Unter anderem geht es ums Reiten und um Gemälde von Pferden im Krieg.

Ab 1:1:01:40 stelle ich dies Mal keinen Roman, sondern ein weiteres Sachbuch vor: Dieser Drang nach Härte: Über den neuen Faschismus von Eva von Redecker (Im S. Fischer Verlag 2026). Ich schaue mir an, ob und wie Tiere in diesem aktuellen, viel diskutierten und politisch avancierten Texte vorkommen,

Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg und ist Mitglied im Netzwerk iROAR podcasts.

Produktion: Ariane Evertz

Bild: Hartmut Kiewert

Musik: mobygratis
59 Minuten
Tierethik weiterdenken

Ein Podcast zu Tieren, Natur, Menschen und Büchern

Folge 5: Politik mit Tieren

Seit dem so genannten “Political Turn” in der Tierethik, also seit etwa 15 Jahren, wird vermehrt diskutiert, wie die Rechte von Tieren nicht nur moralisch begründet, sondern auch politisch geregelt werden sollen.

Die Kanadier:innen Sue Donaldson und Will Kymlicka sind Vordenker:innen in diesem Gebiet und haben gerade ihr neues Buch veröffentlich: “Animals and the Right to Politics” (Oxford University Press, 336 Seiten, ca 25 Euro).

Darin argumentieren sie, dass wir Tiere nicht nur demokratisch berücksichtigen, sondern regelrecht Politik mit Tieren machen sollen. Nicht nur Menschen, sondern auch viele weitere Tiere seien politische Wesen (obwohl die philosophische Tradition seit Aristoteles das Gegenteil behauptet).

Ab 24:06 spreche ich mit dem Berliner Philosophen Bernd Ladwig über das Buch und seine Thesen.

Ab 51:04 stelle ich Euch “Widdersehen” vor, den neuen Schafskrimi von Leonie Swann ( DuMont Buchverlag, 333 Seiten, 25 Euro).

Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg und ist Mitglied im Netzwerk iROAR podcasts.

Produktion: Ariane Evertz

Bild: Hartmut Kiewert

Musik: mobygratis
1 Stunde 16 Minuten
Tierethik weiterdenken

Ein Podcast zu Tieren, Natur, Menschen und Büchern

Folge 6: Ethik der Lebenshöfe

Auf Lebenshöfen sollen auch vermeintliche “Nutz”tiere möglichst selbstbestimmt leben und alt werden dürfen. Sie sind gleichsam Inseln in einem Ozean der Tierausbeutung und Orte, wo wir ein neues Miteinander von Menschen und anderen Tieren erproben können.

Zunehmend sind Lebenshöfe auch Gegenstand ethischer und politischer Forschungen und Publikationen.

In dieser Folge stelle ich einen Text der Philosophin Zipporah Weisberg über die Ethik der Lebenshöfe Lebenshöfe vor. Anschließend sprechen Marion Diekel (Stoppels offener Lebenshof), Julya Dünzl (Initiative Lebenstiere e.V.), Lexa Voss (Lebens- und Begegnungshof in der Espe) und ich über die Impulse aus dem Text und über unsere Erfahrungen.

Infos & Bestellung meines Lebenshof-Buchs bei weisseschnuten@gmail.com

Hier findet Ihr Zipporah Weisbergs Text Sanctuaries as Refusal | Politics and Animals

Außerdem wird erwähnt ein Text von Sue Donaldson und Will Kymlicka: Farmed Animal Sanctuaries: The Heart of the Movement? | Politics and Animals

Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg und ist Mitglied im Netzwerk iROAR podcasts.

Produktion: Ariane Evertz

Bild: Hartmut Kiewert

Musik: mobygratis
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Über diesen Podcast

Tierethik im engeren Sinne befasst sich mit konkreten moralischen Fragen wie: “Dürfen wir Tiere nutzen? Einsperren? Manipulieren? Schlachten?” Wem nicht-menschliche Tiere umfassend wichtig sind, wird aber oft auch bei viel weiteren, offeneren Fragen landen: Was können wir über entfernt verwandte Tiere wissen? Wie verstehen Tiere Freude, Nähe, Tod? Gehören Tiere zur Natur? Bilden Tiere politische Gemeinschaften? Auch diese und viele weitere Fragen sind ethisch relevant, und für sie soll in diesem Podcast Raum sein. Er präsentiert Euch Ideen, Menschen und Bücher, die über die vielen Facetten unseres Multispezies-Zusammenlebens nachdenken.
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„Tierethik weiterdenken“

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