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Erstklassisch mit Mischke - Klassik hautnah Archiv

142 Episoden
42 Minuten
Eigentlich hätte er gerade einen Auftritt in Hamburg haben sollen. Laeiszhalle, Großer Saal, eine Lesung mit Musik, mit dem Schauspieler Sebastian Koch, zum Thema „Paradies“, ausgerechnet. „Es wird keinen Ersatztermin geben“, steht dazu auf der Website. Künstler-Schicksal, momentan. Auch weil man das Schicksal immer wieder austricksen wollen soll, ignorierte der Geiger die Corona-Zwangspause für die ARTE-Online-Reihe „hope@home“ wochenlang mit kleinen Konzerten aus seinem Wohnzimmer. Neuerdings und rund drei Millionen Abrufe später, ist Hope im Rahmen des Erlaubten wieder unterwegs, für „hope@home - on tour!“. Neulich war er stehgeigend mit einem Pianisten und der singenden Schauspielerin Sophie Rois im Himmel über Berlin, im Fernsehturm. Was er plant, wie er die Krise und die Zukunft der Klassik-Welt beurteilt, das besprachen wir für „Erstklassisch mit Mischke“ telefonisch.
34 Minuten
Elbphilharmonie, Großer Saal, Block A, Reihe 15, der Platz am Gang. Der Stammplatz von Generalintendant Christoph Lieben-Seutter, ansonsten fast allabendlich besetzt, ist nun schon seit Wochen verwaist und bleibt es weiter, vorerst bis zum 30 April. Das Hamburger Konzerthaus hat Generalpause, wie fast alles, fast überall auf der Welt. Was passiert, während dort nichts passiert? Wann kann und darf der Spielbeginn wieder aufgenommen werden? Welche Pläne für die Zeit ab dem ersten Tag nach der Rückkehr zu einer gewissen Normalität gibt es? Viele offene Fragen, viele entsprechend offene Antworten, in der ersten Corona-Ausgabe von „Erstklassisch mit Mischke“.
48 Minuten
Ein Amerikaner in Paris? Was touristisch nach Klischee und musikalisch nach Gershwin klingt, wurde für William Christie zum Wendepunkt seines Lebens. Nachdem er 1970 als junger Mann von der US-Ostküste nach Frankreich emigrierte, um frei zu sein und dem Vietnam-Krieg zu entkommen, gründete er vor 40 Jahren das Barock-Ensemble „Les Arts Florissant“ und wurde zum Spezialisten vor allem für französisches Repertoire. Zwischen der Anspielprobe und dem „Les Arts“-Jubiläums-Konzert im Großen Saal der Elbphilharmonie war noch Zeit für einen Gedankenaustausch, bei dem Christie auch verriet, dass er gern als Aretha Franklin wiedergeboren werden möchte.
55 Minuten
„Wir kennen nur eine Verantwortung in der Musik“, sagt Christoph von Dohnányi über seine Arbeit, „die ist dem Komponisten gegenüber. Es so zu machen, wie er sich das vorgestellt hat. Das schließt aus, dass man jemals zufrieden ist.“ Dennoch findet er, dass man als Dirigent mit dieser Unzufriedenheit durchaus glücklich werden kann. Wenn er, als ehemaliger NDR-Chefdirigent, Konzerte mit Ex-Orchester gibt, ist vor allem eines zu hören: enormer Respekt. Wie der 90-Jährige es findet, wenn Musiker ihm widersprechen und mit welchen Komponisten er sich gern unterhalten würde, verriet er in einem langen „Erstklassisch“-Gespräch.
49 Minuten
Was haben ein Lammbraten, Angela Merkel und der Todesstern aus „Star Wars“ mit dem Dirigenten Sir Simon Rattle zu tun? Auf den ersten Blick eher nichts. Doch wenn man die Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihm hat, wird es schnell ebenso vom Ausgangsthema abschweifend wie amüsant. Zwischen seinen beiden Elbphilharmonie-Konzerten mit dem London Symphony Orchestra (LSO) fand sich eine Lücke im Terminkalender, um bei „Erstklassisch mit Mischke“ über sehr vieles zu sprechen: über Musik, über das Alter, den Brexit und die Päpste. Und – Rattle ist schließlich aus Liverpool und Fußball-Fan - über Jürgen Klopp.
57 Minuten
Wie konnte sie nur? Wie kann man nur als Chefin des NDR Elbphilharmonie Orchesters die Elbphilharmonie verlassen, nachdem dieses Konzerthaus gerade eröffnet wurde? Andrea Zietzschmann konnte und wollte, weil sie einen Anruf aus Berlin bekommen hatte und sich für die Zusammenarbeit mit Kirill Petrenko entschied. Seit September 2017 ist sie Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker und damit Führungskraft für rund 130 sehr spezielle Musikerinnen und Musiker. In der Chefetage ihrer Branche, in der weltweit Männer den Ton angeben, ist Zietzschmann eine Ausnahme. Bei einem Hausbesuch im weltberühmten Scharoun-Bau in Berlin erzählte sie, wie viel Arbeit dieser prominente Job macht. Aber auch, wie viel Freude er bringt.
1 Stunde 3 Minuten
Karina Canellakis hat gerade einen echten Lauf. Seit einigen Monaten ist die Amerikanerin neue Chefdirigentin des Radio Filharmonisch Orkest in den Niederlanden und parallel Erste Gastdirigentin des Rundfunk-Sinfonieorchesters in Berlin. Dazu kommt ein randvoller Terminkalender hier, da und dort. Doch in die Wiege wurde ihr nicht der Taktstock gelegt, sondern eine Geige. Erst nach einigen Jahren in Top-Orchestern – unter anderem als Akademistin bei den Berliner Philharmonikern - merkte Canellakis, dass sie an einem anderen Notenpult richtiger wäre. Einer ihrer wichtigsten Lehrer an der Juilliard School war Alan Gilbert: wie sie aus New York, wie sie Kind einer Musikerfamilie. Jetzt ist Canellakis zu Gast in Hamburg: Debüt-Konzert in der Elbphilharmonie, dort, wo Gilbert inzwischen Chef des NDR-Orchesters ist.
48 Minuten
„Musik ist keine Dekoration. Musik ist etwas Provozierendes, sie macht unglaubliche Freude, unglaubliche Melancholie. Alles!“ François-Xavier Roth bekommt reichlich davon. Der Franzose ist nicht nur seit 2005 Generalmusikdirektor in Köln, er leitet auch das von ihm gegründete Originalklang-Ensemble „Les Siècles“, das je nach Stück auf historisch passenden Instrumenten spielt. Roths Vorlieben-Bandbreite reicht vom Barock bis zu frisch komponierter Musik, er findet: „Als Musiker macht man eine Reise.“ Auf einer Etappe dieser Reise, am Morgen nach einem Konzert in der Elbphilharmonie, war noch Zeit für ein Gespräch.
47 Minuten
Sobald man irgendwo auf der Welt eines der bedeutenden Opernhäuser betritt, um einen „Lohengrin“ zu hören, kann man fast sicher sein, dort einem blonden Hünen aus Dithmarschen in der Rolle des Schwanenritters zu begegnen. Seit kurzem ist Klaus Florian Vogt, der elf Jahre als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg spielte, nicht nur Helden-Tenor vom Dienst. Er ist nun auch Hamburger Kammersänger. Wie der neue „Ring“ im Bayreuther Sommer 2020 wird? Vogt weiß noch nichts, sagte er beim „Erstklassisch“-Treffen in der Hamburger Oper. Doch selbst wenn Vogt es wüsste – er würde es, natürlich, nicht verraten.
37 Minuten
„Ich bin mir sicher, dass Musik erstaunliche Dinge mit dem Gehirn anstellt. Aber am tollsten ist: der Spaß.“ Durch seinen Solo-Auftritt bei der Royal Wedding von Prinz Harry und Meghan Markle wurde der junge britische Cellist Sheku Kanneh-Mason im Mai 2018 weltbekannt. Und in Nottingham fährt nun ein Linien-Bus mit seinem Namen durch die Stadt. Kurz vor seinem Elbphilharmonie-Debüt mit Elgars Cellokonzert und dem City of Birmingham Symphony Orchestra erzählte Sheku Kanneh-Mason bei einem Gespräch in der Künstlergarderobe, wie sich sein Leben verändert hat.​
58 Minuten
„Man darf sich nicht wichtig nehmen, das ist eine Voraussetzung für diesen Beruf. Musik ist für mich ein Handwerk. Das muss man können.“ Wenn man mit der Sopranistin Anja Silja über ihre einzigartige Karriere spricht, klingt alles ganz einfach. Sie begann als Wunderkind, debütierte 1960, 20 Jahre jung, bei den Bayreuther Festspielen als Senta im „Fliegenden Holländer“. Die mörderisch schwere Rolle der Salome sang Silja rund 400 Mal, in der dritten Phase ihrer Laufbahn beeindruckte sie vor allem in Opern von Strauss und Janacek. All das ist vorbei. Wie die 79 Jahre alte Silja heute ohne Wehmut auf diese Zeit zurückblickt, erzählte sie bei einem Gespräch in der Hamburgischen Staatsoper.
1 Stunde 1 Minute
„Der schlimmste Moment ist in der Garderobe, kurz bevor man die verlässt. Weil man sich dann noch mal im Spiegel sehen kann und denkt, oh Gott, was machst Du da? Aber dann, hinterm Vorhang, da will ich schon, dass er hoch geht. Dass es endlich losgeht.“ Die Sopranistin Anna Prohaska sieht sich auf der Opernbühne eher als Teamplayer. Diven-Dünkel liegt ihr fern. In diesen Tagen ist sie mit einem Rollendebüt zu Gast an der Hamburger Staatsoper: In Debussys „Pelléas et Melisande“ singt sie gemeinsam mit Rolando Villazón, Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert. Wie schön und wie anstrengend ihr Beruf ist, darüber berichtete sie nach einer Probe im Klassik-Podcast vom Hamburger Abendblatt.
59 Minuten
„Ich habe überlebt.“ Dass eine weltberühmte, legendäre Pianistin wie Martha Argerich nach ihren Konzerten so von sich denkt, ist typisch für sie. Oft quält sie Lampenfieber und während die Klassik-Welt Argerich für ihr Spiel liebt und bewundert, ist sie immer wieder unzufrieden mit sich. Interviews gibt sie nur sehr selten. Doch vor einem Auftritt mit einem Chopin-Konzert in der Hamburger Laeiszhalle machte sie eine Ausnahme und sprach über Vorlieben, Krisen und nach vor unerfüllte musikalische Wünsche.
46 Minuten
„Musik ist wirklich keine Arbeit. Sie ist ein Leben. Wie ich atme, wie ich denke, wie ich träume. Sie ist immer da.“ Bei Begegnungen mit Generalmusikdirektor Kent Nagano wird es sehr schnell sehr grundsätzlich. Er ist nicht nur Chefdirigent in Hamburg, sondern auch in Montréal. Deswegen ging es in diesem Gespräch auch um die konkreten Auswirkungen des Klimawandels. Wie er sich vor Ablenkungen schützt und wie es war, mit seiner Frau alle Beethoven-Konzerte einzuspielen, berichtete Nagano in der aktuellen Folge des Klassik-Podcasts vom Hamburger Abendblatt.
39 Minuten
„Früher war ich mehr an den Noten interessiert als an den Menschen. Jetzt interessieren mich die Spieler hinter den Pulten. Der Ausdruck, mit dem sie spielen, wie sie ihre Seele in die Musik legen. Das beflügelt mich.“ Der Dirigent Herbert Blomstedt, 92 Jahre jung, wird von Orchestern in aller Welt für seine bescheidene Art im Umgang mit Musik verehrt. Wie es ist, beim Dirigieren auf Antworten von Gott zu warten, berichtete er in der Künstlergarderobe der Elbphilharmonie. Eine Nebenrolle im Gespräch hatte der Cellist Mstislaw Rostropowitsch, als Ballerina verkleidet. Mehr dazu in der aktuellen Folge des Klassik-Podcasts vom Hamburger Abendblatt.
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